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Neuester Testbericht: ... aktuelle Themen - meist modisch - behandelt. Man zeigt etwa die neueste Wintermode kombiniert mit aktueller Skiausrüstung oder "a... mehr
Für die maßvolle Frau
Woman

Name des Mitglieds: Milchtante
Produkt:
Woman
Datum: 13.10.06
Bewertung:
Vorteile: Preis
Nachteile: viel Werbung, Mode, sehr stylisch
Gleich vorweg: Frauenzeitschriften sind mir suspekt. Hochglanzblättchen, in denen es darum geht, den Frauen und Mädchen Minderwertigkeitskomplexe, Eva-Herrman-Ideen und Kaufbedürfnisse einzureden. Eigentlich müsste man sie kostenlos bekommen, weil unter all der Werbung die wenigen Artikel unterzugehen scheinen. Ach, und siehe da, unser Ladyfitnessstudio kredenzt uns seit kurzem die WOMAN, zwar immer 14 Tage zu spät, wenn die neue Ausgabe schon in den Regalen liegt, aber immerhin. Die Rubrik „Kaufanreiz“ fällt von daher flach, aber es spricht ja Bände für die Besonderheit der Zeitschrift, dass ich bis dato gar nicht wusste, dass es sie gibt. Dabei war das Heft vom 22.08.2006 bereits die 100. Ausgabe! Also, wie findet man die WOMAN im Regal?
***Das Titelblatt***
In weißen schmalen Lettern auf farbig wechselndem Untergrund prangt der Schriftzug WOMAN. Darunter klein das Motto: Nah am Leben. Alle 14 Tage. Links oben deutlich, weil er sich nicht verstecken muss, der Preis: 1,80 EUR. Das Cover wird von einem Frauenportrait beherrscht. Der Name der fotografierten Lady steht rechts oben klein daneben. (Der Titelfrau wird im Heft selbst auch mehr oder weniger Platz eingeräumt.) Links daneben sind die Hauptinhalte des Hefts gelistet. Unter dem Portrait steht das Titelthema. Beispiele hierfür:
MITTE 30, UND JETZT? – Kein Mann, kein Kind, kein Eigenheim – große Freiheit oder nix erreicht? Frauen ziehen Bilanz
LUXUS LIGHT – Die Champagner & Käsebrot-Strategie: wie schlaue Leute sich das Leben schöner machen
TUN SIE WAS FÜR IHRE SEELE! – Denkanstoß oder Hilfe in der Krise: warum es gar nicht verrückt ist, mal einen Therapeuten zu fragen.
***Das Heft***
Eine Ausgabe der Zeitschrift hat zirka 158 Seiten. Davon sind ungefähr 47 Seiten ganz- oder gar doppelseitige Werbung, halbseitige Verkaufsinformationen und Modestrecken nicht mitgezählt. Aber blättern wir ein Heft von hinten bis vorn durch, beispielsweise Nummer 21/2006 vom 2. Oktober.
Am Anfang steht das Editorial. Sehr schön, dass hier immer zwei der Mitarbeiterinnen vorgestellt werden. Es folgt (nach drei Seiten Reklame!) das Inhaltsverzeichnis. Hier erfährt man, dass sich die Zeitschrift in folgende Unterpunkte teilt:
Aktuell
Mode
Beauty
Gesundheit
Gefühle
Beruf
Lifestyle
Szene
Rubriken.
Die Themen und Artikel dieser Unterpunkte werden im folgenden aus meiner Sicht bewertet.
*Aktuell*
Hierbei handelt es sich um kurzweilige Informationen zu diversen Themen und für jeden Geschmack. Gern dürfen diese Themen sozialkritisch oder ökologisch angehaucht sein. Da geht es zum Beispiel darum, dass in New York inzwischen schon Mittelständler den Pennern Konkurrenz machen und im Müll wühlen, weil so viel weggeworfen wird, dass es eine Verschwendung wäre, sich dort nicht zu bedienen. Oder ein Mensch äußert sich, der den Markenklamotten abschwören will. Und die ethische Bedenklichkeit von Retortenbabys wird aufgeführt. Aber auch Themen wie ein kurzes Portrait der Vogue-Chefin lassen sich hier finden. Allgemein eine der interessantesten Rubriken.
*Mode*
Meine Hassabteilung. Viel zu teure Fetzen hängen an viel zu dünnen Models. Und das ganzseitig. 22 Seiten lang! Gut, das ist teilweise ästhetisch ansprechend, aber das war‘s auch schon. Leisten kann und will sich wohl kaum eine Frau ein Kleid für 660 EUR. Dass ab und an auch ein paar Billigteile von h&m oder mit in den Stil hineingemixt werden, macht mir die Kategorie Mode auch nicht symphatischer.
*Beauty*
Frauen haben äußerlich ansprechend zu sein. Damit wir das nicht vergessen, gibt es diesen Unterpunkt. Da muss auch mal ein Cremetöpfchen für einen Fuffi her, um faltenfreier daherzukommen.
*Gesundheit*
Hauptthemen sind hier: Erste Hilfe bei Sportverletzungen und eine Beratung vom Motivationscoach gegen den inneren Schweinehund. Informativ und sogar ein wenig motivierend.
*Gefühle*
Die populärwissenschaftliche Psychoschiene ist was für mich, wie ich schamerrötend zugeben muss. Natürlich will ich wissen, wie man effektiv tröstet oder wie man seine Liebe vor dem Erkalten bewahren kann! Hauptsorge in diesem Heft: Was kann frau für ihre Seele tun? Na, beispielsweise zum Therapeuten gehen. Grmpf. Naja. Oder anderes Thema: Wie verändert sich der Sex, wenn man ein Baby machen will. Hm. Dann schon lieber: Ich, mein Mann und sein Hobby. Ein Aufruf zur Toleranz angesichts abgefahrener Freizeitbeschäftigungen seiner Lebenspartner.
*Beruf*
„Mobben Frauen anders? Studien belegen, dass Frauen häufiger von Kolleginnen schikaniert werden als von Männern.“ Ach?!? Altbekanntes Phänomen. Nennt sich Stutenbissigkeit. Aber man kann ja bekanntlich jede olle Kamelle nochmal aufwärmen.
*Lifestyle*
Allein bei der Überschrift überläuft es mich kalt. Was muss ich haben/tun, um stylisch zu sein? Beim, so die Untergruppen, Essen, Leben, Reisen. Die Antwort für die ersten zwei Oktoberwochen: Essen aus der Kindheit nachkochen, die Wohnung mit rosa überfrachten und nach North Carolina fahren.
*Szene*
Juchu! Endlich ein paar Seiten für mich! Ein Portrait der Schauspielerin Katharina Schüttler, eines des US-Schauspielers Josh Harnett und Tipps zu neuen Filmen, Büchern und CDs. Der bei weitem spannendste Teil dieser Zeitschrift.
*Rubriken*
Am Ende der Zeitschrift findet man die in jedem Heft wiederkehrenden Themen Hersteller, Auto, Rätsel, Horoskop, Leserbriefe, Vorschau und „Email aus...“. Am interessantesten ist hier die abschließende Email mit Alltagsgeschichten aus immer einem anderen Teil der Welt. So schreibt zum Beispiel Anke aus Alaska, wie man dort so lebt.
***Fazit***
Wie ich vorab warnte: Ich kann mit Frauenzeitschriften nichts anfangen. Wenn ich ein solches Heft aufschlage und ich mich erst durch Modefotos wühlen muss, um mal einen Artikel zu finden, dann lege ich es schnell wieder ins Regal. Für kurzweilige Unterhaltung gibt es inzwischen so viele andere Zeitschriften. Aber zur WOMAN selbst: Der Preis liegt unter 2 EUR, was positiv anzumerken ist. Einige der Artikel sind durchaus ansprechend und die Schreiberinnen kommen in ihren Kurzvorstellungen sehr nett rüber. Die Leserbriefschreiberinnen weisen ihr Blättchen unter anderem als „seriösestes und niveauvollstes Frauenmagazin“ aus. Vielleicht, weil wenig bis gar kein Klatsch und Tratsch enthalten ist? Das wäre zumindest ein Pluspunkt. Außerdem spricht für die Zeitschrift, dass sie schon ein paar Jahre auf dem Markt ist. Selbst wenn sie sich offenbar hauptsächlich durch Anzeigenkunden finanziert. Denn es müssen ja nachweisbar soundsoviele Leser die Zeitschrift kaufen, damit sie überhaupt erst Anzeigenkunden gewinnt. Es muss also was dran sein an diesem Magazin. Trotzdem: Für mich ist es nichts. Die Zielgruppe scheint mir zu reichen von "Einigermaßen im Berufleben erfolgreiche Frau" bis "Gattin eines einigermaßen gut verdienenden Mannes", denn für die reichen damen gibt es Zeitschriften wie die Vogue oder ähnliche. Also, nach Zusammenwürflung von Subjektivität und Objektiviät kommen zwei Sterne dabei heraus.
***Fakten***
Verlag: Gruner und Jahr Woman Verlag, Hamburg
Erscheinungsweise: 14-tägig, jeweils dienstags
Preis pro Heft: 1,80 EUR
Fazit: Extrem leichter Stoff - eher zum Gucken, als zum Lesen


19.10.06
Ich glaube meine Mutter liest die auch :) LG vom Kuchenstück