Vogue
Chices Werbemagazin mit hohem Anspruch - Vogue Zeitschrift

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Neuester Testbericht: ... Es ist auch ziemlich reissfest, das erwarte ich auch für den Preis. °°°°°°°°°°°°° Sitz der Vogue: °°°°°°°°°°°°° Karlstrasse 23 80333... mehr

Chices Werbemagazin mit hohem Anspruch
Vogue

p_atriarch

Name des Mitglieds: p_atriarch

Produkt:

Vogue

Datum: 04.02.01, geändert am 04.02.01 (140 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: hochwertige Infprmation aus der Welt der Schönen

Nachteile: zu viel Werbung

Schlappe 11,-DM kostet die Vogue im Handel.Das Abonnement ist ein wenig günstiger und liegt bei einem Heftpreis von 9,50,-DM. Aufmerksame Konsumenten können auch Vorzugsabonnements ergattern, dabei liegt dann der Jahresbezugspreis bei 70,-DM, meistens sind damit aber zusätzliche Engagements verbunden, z.B. ein Probeabo einer anderen zeitschriften.

Fraglich ist, ob sich ein Abonnement überhaupt lohnt, oder ob nicht gelegentliche Lektüre beim Friseur ausreicht.

Zunächst: die deutsche Vogue strotzt vor Werbung. Dabei überwiegen die Anbieter der Oberklasse, angefangen mit Chopard, über De Grisogono, Hermes, Tiffany's und Rolf Benz bis zu Wempe.Nicht selten ist der redaktionelle Teil von der Werbung gar nicht zu unterscheiden und erschöpft sich nach ein bis zwei Photoreportagen. Die Zielgruppe ist bei Vogue nicht der karrieregeile Frauentyp, der auch im Bett immer zu kurz kommt und sich dann in romantische Verführungsphantasien und Traummann-Zerrbilder flüchtet, sondern jene Gruppe Frauen, die schon alles erreicht hat und bei den am Heftende abgelichteten Veranstaltungen durchaus auch einmal selbst gesehen werden könnte.

Davon träumen Marie Claire und Cosmopolitan bloß. Vogue bietet als Tip zur neuen Mode in der aktuellen Ausgabe ganz unaufgeregt art déco Neuauflagen an, bei denen eine wirklich gut gelungene (von Werner Fochtmann verantwortete) doppelte Saphirperlenkette mit Diamantquaste 58600,-DM kostet. Der hellgelbe Saphir auf Diamantkissen kostet als Ring auch seine 94500,-DM, ein Heidengeld, für das die Accountmanagerin von der Cosmopolitan Stellenbörse eine ganze Weile schuften dürfte.

Die Photos sind ganz geschmackvoll abgelichtet, zum Glück in der Regel auf das Wesentliche reduziert und nüchtern kommentiert.

Für die verwöhnten Mädchen unter den Vogue-Leserinnen gibt es Vogue-Girl Spalten, in denen die Höheren Töchter behutsam an die hochpreisige Glitzerwelt ihrer Mütter herangeführt werden. Oft finden sich da
interessante Bekleidungsvorschläge und Accessoirehinweide, mit denen man an den europäischen Eliteinternaten geziemend renommieren kann. Dabei bleibt es nicht aus, daß von Zeit zu Zeit unnützer Tand dabei ist, aber bitte, es ist weiblicher Prärogativ über so etwas zu entscheiden.

Ein wenig realitätsfern scheint mir die Lingerie-Auswahl, hier sind Hersteller wie La Perla, resp. Malizia deutlich überrepräsentiert. Bei diesen Herstellern wird die Durchschnittsleserin aber kange suchen müssen, denn aparte Stücke mit Größen über 75B sind da rar. So sehen die vorgestellten twinsets und anderen intimates zwar sehr sexy am Model mit Gardemaß, an der reithosigen Leserin aber eher großmütterlich -bezogen auf die wieder in Mode geratenen Shorties.

Damit steht natürlich Vogue nicht alleine da. Es trübt aber den Realitätssinn der vernünftigen Leserschaft und kommt meiner Meinung einer schon unverschämten Bevormundung zur Ästhetizität des weiblichen Körpers nahe.

Nichtsdestotrotz, es finden sich auch immer wieder schöne Artikel mit nützlichen Hinweisen und das zurzeitige Steckenpferd der weiblichen haute volée, die Inneneinrichtung, kommt auch nicht zu kurz. Hier kann sich die Leserin kreativen Träumereien hingeben, denn kaum jemand wird die Möglichkeit und Muße haben, alle Nase lang sein oder seine Domizil(e) umzugestalten. So reduziert sich die Brauchbarkeit dieser Artikel leider wieder auf den visuellen Reiz und kleine Tips, wo man besonders schöne silberne Kerzenständer, Windlichter, Stoffsevietten und Schälchen kaufen kann.

Gut gemacht ist der ausführliche Herstellernachweis und der Personalities Teil, in dem nicht immer die bekanntesten, aber eben Charaktertypen vorgestellt werden, bzw. dem Leser Fragen stellen, die er sich selbst beantworten soll.

Ein Horoskop darf nicht fehlen und rundet den Eindruck eines Magazins mit besonders handverlesener Werbung mit recherchierten Erläuterungen für die potente Konsumentenschicht ab.

Fazit: