Obscure (Xbox)
Monster-Highschool - Obscure (Xbox) Xbox Spiele

Produkttyp: Atari Xbox-Spiele

Neuester Testbericht: ... Charaktere sind nur NPCs, wie einige Lehrer oder der ein oder andere Schüler, der als Opfer für Experimente herhalten musste. Das besond... mehr

Monster-Highschool
Obscure (Xbox)

scoopexx

Name des Mitglieds: scoopexx

Produkt:

Obscure (Xbox)

Datum: 25.10.09

Bewertung:

Vorteile: recht kurzweilige, schöne Action; gute Steuerung; grundsolides Gameplay

Nachteile: Charaktere entwickeln sich nicht und; wenig gruselig; zu kurz

An der Leafmore Highschool geschehen mysteriöse Dinge. Schüler verschwinden plötzlich spurlos und mysteriöse Kreaturen schleichen durch die Gänge und Klassenräume der Lehranstalt, während der Rektor ein dunkles Geheimnis zu bergen scheint. Als einer ihrer Freunde vermisst wird, versuchen vier Schüler herauszufinden, was vor sich geht.
So könnte man die Story von Obscure in aller Kürze beschreiben. Das Spiel ist im Survival-Horror-genre angesiedelt und lässt sich, was das Spielgefühl angeht, wohl irgendwo in Richtung Silent Hill einordnen, während die Story doch recht stark an Resident Evil erinnert, da auch hier fehlgeschlagene Experimente die Monster erschaffen. Allerdings ist das Setting ein komplett anderes: Anstatt in einer vernebelten Kleinstadt findet man sich an einer ziemlich verwahrlosten amerikanischen Schule nach Unterrichtsschluss wieder und anstatt einem Protagonisten hat man gleich 5 Teenager zu koordinieren. Von denen lassen sich jedoch immer nur zwei gleichzeitig durch die Schule führen, wobei der zweite Charakter entweder durch die KI oder durch einen menschlichen Mitspieler gesteuert wird. Dieser Couch-Coop ist bei Survival-Horror-Spielen bis dato ein absolutes Novum gewesen, hat aber absolut seine Berechtigung und macht tatsächlich noch mehr Spaß, als wenn man allein durch die Welt von Obscure streift. Allerdings geht dabei oft die schaurige Atmosphäre kaputt - zu zweit gruselt man sich eben weniger.


<b>Die Charaktere:</b>
Jeder der fünf Schüler besitzt besondere Fähigkeiten, die einem in bestimmten Situationen weiterhelfen. Josh ist journalistisch begabt und ist daher ein Profi im Aufspüren von Dingen. Hat man ihn ausgewählt, sagt er einem immer, ob in dem Raum, in dem man sich befindet, noch Dinge zu erledigen sind. Shannon ist medizinisch begabt und heilt mit einem 25%-Bonus, während Ashley eine begabte Kämpferin ist, die eine Attacke mit höherer Angriffskraft ausführen kann. Die beiden übrigen Charaktere Stanley und Kenny können schnell Schlösser knacken und schnell laufen. Weitere Charaktere sind nur NPCs, wie einige Lehrer oder der ein oder andere Schüler, der als Opfer für Experimente herhalten musste.
Das besondere ist, dass die fünf Charaktere sterben können, ohne dass das Spiel endet. Man verliert einfach den Charakter und seine Spezialfähigkeit und spielt mit den Übrigen weiter. Zum Glück gibt es jedoch überall in der Schule Energydrinks und Erste-Hilfe-Kästen, die die Lebensenergie wieder herstellen können. Zudem lassen sich hier und da Waffen abgreifen, die von normalen Baseballkeulen über Metallstangen bis hin zu Schrotflinten reichen. Da die Gegner allesamt lichtempfindlich sind, lassen sich zudem Taschenlampen auf die Schusswaffen kleben, die die Kreaturen zusätzlich schwächen. Wie viele Waffen und Items man findet, hängt davon ab, welchen der drei Schwierigkeitsgrade man gewählt hat - auf dem Mittleren hat auch ein ungeübter Spieler gute Chancen, das Ende des Spiels zu sehen.


<b>Gameplay:</b>
Fast schon Genre-üblich erfolgt die Steuerung aus der 3rd-Person-Perspektive - man sieht also die Szenerie meist von etwas höherer Position aus und kann seine Spieler von oben betrachten und so durch die Räume bewegen. Die Steuerung ist dabei gut gelöst worden. Die Charaktere bewegen sich in einem ordentlichen Tempo und dabei präzise genug, um ein Monster auf engerem Raum auch mal zu umlaufen, ohne dabei allzu viel Schaden zu nehmen. Gespeichert werden kann erfreulicherweise jederzeit - man muss lediglich einen der CD-Rohlinge dafür opfern, die man im Spiel jedoch recht häufig findet. Den Speichervorgang selbst kann man ingame vollführen - man muss also nicht das Gameplay unterbrechen, indem man aus dem Pause-Menü heraus speichert. Glücklicherweise ist dies auch bei der restlichen Menüführung so. Egal, ob die Waffe nachgeladen, ein Health-Pack oder ein für's Weiterkommen relevanter Gegenstand benutzt werden soll - alles kann aus dem Spiel heraus abgerufen werden, ohne das Spiel zu pausieren.
Es handelt sich bei Obscure, wenn man es genau nimmt, eigentlich auch gar nicht um ein Horror-Adventure im engsten Sinn - denn zum Horror gehört immer eine gewisse Hilflosigkeit der Charaktere, die diese in Obscure allerdings zu keiner Zeit ausstrahlen. Im Gegenteil, sie wollen ständig weiter forschen, was an der Schule vorgeht und lassen sich dabei auch nicht von Lehrern beirren, die einen nach Hause schicken. Kein Wunder, denn man findet relativ schnell die ersten stärkeren Waffen, wie Pistole und Schrotgewehr, muss auch mit der Munition nicht sparen und jagd den Monstern somit selbst eher einen Schreck ein, als die Monster dem Spieler. Später im Game kann man sogar ein tragbares Lasergewehr finden... Somit weist der Titel nicht die gleiche Gruseligkeit auf, wie ein Call of C'thulu - Dark Corners of the Earth oder ein Forbidden Siren, in denen die Spielfigur den Gegnern ausgeliefert ist und ein offener Kampf deutlich zu Ungunsten des Spielers ausgeht. Man könnte das Spiel also eher als Action-Adventure mit Horrorelementen beschreiben. Ob das den eigenen Geschmack trifft, sollte jeder selbst entscheiden.


<b>Grafik:</b>
Die Umgebungsgrafik ist überall dreidimensional, also nicht vorgerendert, wie z.B. bei den frühen Resident Evil Spielen. Das gibt die Freiheit, beklemmend wirkende Kamerafahrten durch die Räume zu inszenieren, die man schon aus der Silent Hill Serie kennt. Da das Spiel sowohl für die Xbox, als auch für die PS2 entwickelt wurde und man davon abgesehen hat, die Texturen an die bessere Grafikleistung der Xbox anzupassen, wirken die Umgebungen immer etwas verwaschen, allerdings wird dies zumindest teils wieder durch eine, gegenüber der PS2-Version, höheren Auflösung wieder wett gemacht. Die Zwischensequenzen, die die Story weiterspinnen, sind allerdings leider von ziemlich durchschnittlichem Niveau, was die Bildqualität und die Detailverliebtheit angeht. Ansonsten ist die Inszenierung des gesamten Spiels allerdings sehr schön geworden. Die In-Game-Animationen sind reichhaltig, flüssig und realistisch und hier und da glänzt der ein oder andere hübsche Grafikeffekt durch hohe Ansehnlichkeit.


<b>Sound:</b>
Die deutschen Synchronsprecher sind nicht erste Klasse, aber tun ihren Job immerhin für ein Spiel recht solide. Es ist in der deutschen Version leider nicht möglich, auf englische Sprache umzuschalten. Ansonsten sind die Sound-Samples nicht schlecht gewählt und man traut den verschiedenen Monstern wohl die Geräusche zu, die die Entwickler für sie ausgedacht haben. Wenn Musik im Game abgespielt wird, dann ist diese stets passend, ohne wirklich zu brillieren.


<b>Fazit:</b>
Leider hat man es bei der Charakterentwicklung im Spiel versäumt, sie sich wirklich entwickeln zu lassen. Jeder erfüllt von Anfang an ein bestimmtes Klischee - Kenny z.B. ist der Sportler und Stanley eher der Kiffer - und behält diese Stereotypen Schülerbilder bis zum Ende des Spiels. Welch enormes Potential hier verschwendet wurde, weiß man, wenn man den Film Brick gesehen hat, der als Film-Noir Schul-Klischees deutlich besser nutzt, um eine gelungene Story zu entfalten. Mir war das Setting um die fünf Hauptfiguren jedenfalls etwas zu mau, was auch einer meiner größten Kritikpunkte ist. Hätte man hier mehr Zeit damit verbracht, an der Story zu feilen und andere Nebencharaktere als 2 Lehrer und eine Krankenschwester mit einzubeziehen, die zudem kaum auftauchen, hätte hier ein wahrer Hit entstehen können. Genug Platz wäre auf der DVD sicher noch gewesen, schließlich sieht man den Abspann viel zu früh über den Fernseher flackern. In meinem Fall war die reine Durchspielzeit laut Speicherstand etwas mehr, als 5 Stunden. Da man hin und wieder stirbt und zum letzten Speicherpunkt zurückkehren muss, kann man vielleicht noch 2 Stunden draufrechnen, aber ein wirklich langes Game sollte man beim besten Willen nicht erwarten. Nach dem Durchspielen kann man verschiedene Goodies, wie neue Kostüme, etc. freischalten, die meiner Meinung nach keine Rechtfertigung dafür sind, das Spiel noch einmal durchzuspielen - die Story kennt man schließlich schon. Es bleibt somit vor allem ein solides Actiongame, das durchaus eine Berechtigung hat, in die eigene Spielesammlung mit aufgenommen zu werden, aber keine neuen Maßstäbe setzt. Wer mit diesem Genre etwas anfangen kann, wird jedoch sicher nicht enttäuscht werden.

Fazit: 4 von 5 Sternen

Bedienkomfort:    Bedienkomfort
Grafik:    Grafik
Sound:    Sound
Schwierigkeitsgr.:    Schwierigkeitsgr.
Spaßfaktor:    Spaßfaktor