
Produkttyp: Electronic Arts Xbox-Spiele
Neuester Testbericht: ... perfekte Illusion der Formel 1 trüben könnte. Das ist wirklich herrlich. Ich weiß ja nicht, aber hatte jemals einer der Herren, die diese ... mehr
Es war einmal... die Formel 1 vor vielen Jahren
F1 2002 (Xbox)

Autor-Name: lannopez
Produkt:
F1 2002 (Xbox)
Datum: 11.02.07
Bewertung:
Vorteile: Naja, man kann jetzt nicht von einer Katastrophe sprechen, das ist sicher mal was positives
Nachteile: Ein wahres Abenteuer kann ich hier nicht finden, das Spiel ist einfach zu durchschnittlich
Mit mutigen Fahrern geht es durch eine hochmodernen Technologie zu einem wahren Abenteuer in das Herz der Formel 1 - Der Eindruck, den ich nach dem Lesen der Verpackung des Spiels habe. Kann EA diesen Erwartungen gerecht werden? Ja :-) oder Nein :-( ?
Heute werde ich mal wieder ins Rennspielgenre hinüber gleiten und mich mit einem Spiel befassen, dass uns auf der Rückseite der Verpackung mit dem Slogan - KOMM IN DIE AUFREGENDE WELTDER FORMEL 1- locken will, am Spiel teilzunehmen. Man kann es sich ja heute kaum noch vorstellen, aber Sony besaß nicht immer die exklusiven Rechte an der Formel 1 und in einer früheren Epoche des Videospiels gab es einen Pakt der FIA mit dem Branchenriesen Electronic Arts, ein Pakt teuflischer als alle anderen Pakts zuvor und danach, der dazu führte, dass EA ein Rennspiel entwickelte, dass alle anderen Rennspiele übertreffen sollte, die jemals erschienen sind und jemals erscheinen werden. Ja, die Rede ist von F1 2002, das so teuflisch ist, dass man 2002 vorwärts und rückwärts lesen kann und immer dieselbe Zahl erscheint: 2002 ….
Heute kaum noch vorstellbar: Ein Formel 1-Spiel von Electronic Arts
Nun ja, wenn wir die Sache ernsthaft betrachten, dann ist es aus heutiger Sicht schon erstaunlich, dass EA doch tatsächlich F1-Rennspiele entwickelte. Wenn ich so daran denke, dass die Exklusivrechte schon so lange bei Sony liegen und die jedes Jahr wieder einen marginal verbessertes F1-Spiel auf den Markt hauen, dann fragt man sich schon, wie es denn wäre, hätte EA die Rechte an der Formel 1. Dann würden wir jetzt alle höchst vergnügt auf unserer X-Box 360 Formel 1 spielen können und die PS3 hätte noch ein Exklusiv-Spiel weniger. Eine interessante Vorstellung. Aber Fakt ist nun mal, dass nach F1 2002 nur noch ein F1-Spiel von EA kam, das sich aber auf die Lizenzen von 1999 bis 2002 stützte und prinzipiell einfach nur einen größeren Umfang als F1 2002 bot, viel mehr aber auch nicht. Darum ist es relativ egal, welches der beiden F1-Games man sich zulegt, falls man einen Gamecube oder eine X-Box besitzt, beide haben lizenztechnisch eben höchstens was aus dem Jahr 2002 zu bieten. Ich bin ja so ein kleiner Fan von Spiele-Verpackungen, die sich auf der Rückseite mit allerlei hochtrabenden Aussagen über das Spiel schmücken. Es gab speziell in dieser Zeit einen gewissen Hang zur Übertreibung, wo man dann Sätze lesen musste, die dem Spiel absolut nicht gerecht wurden, aber den Käufer dazu bringen sollten, sich eben dieses Spiel zu holen. Der uninformierte Käufer war dann ein leichtes Opfer und stand dann gewiss keineswegs mit einem schlechten Spiel dar, aber dennoch hatte er gewiss nicht in den Händen, was er sich vorgestellt hatte.
Hochmoderne Technologie = Hochmodernes Märchen :D
Ich werde nun immer ein wenig zitieren und dann darauf eingehen, wie es tatsächlich im Spiel aussah. Ich finde diese Blenderei eigentlich wirklich witzig. Die erste Aussage, die wirklich hammerhart daneben liegt, ist diese: HOCHMODERNE TECHNOLOGIE - UNGLAUBLICHE GENAUIGKEIT, AUFLÖSUNG, DETAILGETREUE UND DER ABSOLUTE GESCHWINDIGKEITSRAUSCH. Ich finde diese Behauptung herrlich, soll sie uns doch verdeutlichen, wie stark das Spiel an der Realität klebt und dass nichts die perfekte Illusion der Formel 1 trüben könnte. Das ist wirklich herrlich. Ich weiß ja nicht, aber hatte jemals einer der Herren, die diese schöne Rückseite gestalten durften, das Spiel in der Konsole und hat es gespielt? Wenn mich einer fragt, wie denn das Spiel sei, dann würde ich sagen: Das Spiel ist durchaus spielbar, kann Spaß machen, du findest hier relativ realistisch nachgekaute Strecken und ehrlich, es gibt kaum ein besseres Formel 1-Spiel auf der X-Box und wenn du ein Formel 1-Spiel für die X-Box haben möchtest, dann hol dir dieses. Es hat sowohl Stärken als auch Schwächen und viele Rennspiele übertreffen dieses Spiel in Geschwindigkeit, Realismus, Texturen und Fahrverhalten, aber dennoch, man kann es spielen und sogar Spaß dabei haben. Punkt. Um das eben gesagte noch einmal zu verdeutlichen, sei gesagt, dass es bei dieser obigen Aussage um die Grafik ging, die ich jetzt noch einmal im Detail schildern werde.
GRAFIK
Die Grafik des Spiels ist recht in Ordnung, aber nichts, was einen derart beeindrucken würde, dass man vor Freude über die herrliche Pracht, die man auf dem Bildschirm sieht, zu Tränen gerührt wäre. Ja, es gibt verschiedene Raucheffekte, wenn zum Beispiel mal die Reifen qualmen oder man wieder einmal auf Grund von fahrerischem Versagen eine Runde im Kiesbett dreht, aber verglichen mit Partikeleffekten anderer Spiele, kann ich hier nicht sagen, ich sei beeindruckt. Die Texturen entsprechen zumindest auf den Wagen tatsächlich denen der echten Formel 1-Wagen, dennoch, in einem FIFA entsprechen die getragenen Trikots der Spieler ebenfalls den Trikots der echten Mannschaften, das ist nun kein so gigantisches Kunststück, dass die Fahrzeuge tatsächlich so aussehen wie die Formel 1-Wagen der Saison 2002. Die ganze Umgebung wurde selbstverständlich so gestaltet, wie man es aus der Realität kennt und ja, es gibt wenig zu meckern über die Gestaltung der Strecken, manchmal kommt man sich direkt cool vor, wenn man an dieser riesigen Tribüne in Sepang vorbei fährt, auch wenn man nicht wirklich davon sprechen kann, dass dort die Zuschauer detailreich nachgebildet sind. Sie sind eben eher Pixelmatsch, was 2002 nun wahrlich keinen Beinbruch darstellte. Insgesamt, und das ist den Mannen von EA geglückt, entsteht tatsächlich der Eindruck, man würde an einem virtuellen Formel 1-Rennen teilnehmen und das hat doch schon mal was für sich. Dennoch kann man auch im Jahre 2002 nicht von hochmoderner Technologie sprechen, wenn man doch bedenkt, dass auch in diesem Jahr schon wesentlich bessere Rennspiele den Weg in die Konsolenwelt gefunden hatten. Ich erinnere auch nur an Gran Turismo 3, das zwar weniger Fahrzeuge auf der Strecke hatte, aber doch deutlich schöner aussah. Aber wollen wir nicht meckern, denn das Spiel darf sich mal in der oberen Mittelklasse einordnen, was die Optik angeht, aber so hochmodern wie beworben sah es auch damals nicht aus.
Endlich in einem Rennspiel: Mutige Fahrer, die sich auch was trauen!
Dann nun der zweite Satz, der haut einen auch wieder um: SCHNELLE, MUTIGE UND INTELLIGENTE GEGNER - DAS RENNEN WIRD ZU EINEM WAHREN ABENTEUER, UND ALLE WOLLEN NUR DAS EINE: EINEN PLATZ AUF DEM PODEST. Das Rennen wird zu einem wahren Abenteuer? Was ist dann mit Abenteuerspielen, die einen wirklich aus den Socken reißen, wie zum Beispiel seinerzeit Zelda-Ocarina of Time? Das Abenteuer wird zur epischen Geschichte, die alles übertrifft, was die gesamte Menschheit in der Gesamtzahl aller Erlebnisse von Menschen bisher erlebt hat? Was soll das? Wie kommt man auf solche Behauptungen? Ich meine, wenn man von packenden Rennen schreibt und dieser Eindruck von der Mehrheit der Spieler geteilt wird, dann ist das in Ordnung, aber so maßlos übertreiben? Ebenso mit der Beschreibung der KI. Schnelle, mutige und intelligente Fahrer. Sehen ich und EA da unterschiedliche Spiele vor uns? Ja wunderbar, EA muss demnach die KI revolutioniert haben. Ich bin begeistert. Endlich, und darauf habe ich mein Leben lang gewartet, endlich hat eine KI den Mut für sich entdeckt. Endlich sind das nicht mehr solche Schlafmützen, die nur das tun, was die KI-Routinen ihnen sagen, nein, sie entwickeln einen Mut, der sie unglaubliches erreichen lässt. Man kann also den Fahren sozusagen den Mut richtig ansehen, wie sie gewagt und gekonnt ihre Wäglein steuern. Wer schreibt diesen Unsinn? Und intelligent, im Sinne davon, dass sie programmiert sind, vielschichtig zu handeln, das sind die Gegner auch nicht. Den Test kann man leicht machen. Stellt man sich quer auf die Strecke, so gibt es einen Stau. Kaum ein Versuch, herumzufahren, nein, ein braves Abwarten, bis sich eine kleine Lücke bietet. Gewiss, das ist ein vorbildliches Verhalten für den normalen Straßenverkehr, aber für ein Rennspiel, wo alle Fahrer nur das eine wollen, nämlich einen Platz auf dem Podest, ist das schon armselig. Wo ist denn da der Mut und die Schnelligkeit der Fahrer geblieben?
GAMEPLAY
Also, wenn ich von einem Rennen lese, das zu einem wahren Abenteuer wird, dann erwarte ich schon mehr. Es gibt durchaus Rennspiele, denen ich das teilweise zugestehe, wo es wirklich spannend wird, aber dieses Spiel, das ist weit von dieser Vorgabe, von diesem Versprechen entfernt. Das soll uns auch nicht weiter stören, aber das Spiel ist nun mal einfach nicht packend. Ja, es ist unterhaltsam und hat auch die eine oder andere vergnügte Stunde mit sich gebracht, aber ein atemberaubendes Abenteuer, das steckt gewiss nicht dahinter. Und wenn wir es realistisch betrachten, so ist das Gameplay auch nicht besser als bei anderen Rennspielen, eher auf Mittelklasseniveau einzuordnen. Ein DTM Race Driver 2 oder gar 3 steuert sich ebenso wesentlich besser wie auch ein Gran Turismo sich besser steuert als ein F1 2002. Die Fahrphysik ist eben nicht so authentisch, wie man uns hier weismachen will. Das Spiel an sich ist ja keine Katastrophe, es ist nur weit entfernt von den eigenen Ansprüchen. Und ehrlich, was will man vom Gameplay Großes erwarten? Es ist ein Rennspiel wie eh und je. Gelungen allemal, aber so klasse nun auch nicht. Fahren, Lenken, Gasgeben, Bremsen, all diese Elemente werden hier selbstverständlich vereint, aber ebenso wenig realistisch wie packend. Es ist einfach nichts, was aus der Masse an Rennspielen heraus sticht. Und das muss es auch nicht, aber die Konsequenz ist dadurch eben, dass es vergleichsweise weniger spielenswert ist als eben andere, stärkere Rennspiele. Die Frage liegt nur dann darin, ob man dann wirklich hier seine Erfüllung findet, wenn man begeisterter Rennspieler ist und letztlich muss man mit nein antworten
Viel zu tun? Ja ! Lohnt es sich? Nein !
Was gibt es dann sonst noch zu sagen? Das Spiel besteht selbstverständlich aus weit mehr als nur Grafik und Gameplay und dennoch sind das mal die entscheidenden Faktoren, der Rest stellt letztlich nur die Garnierung dar. Wie sieht es aus mit Präsentation, Sound und Aufmachung zum Beispiel auch bzgl. Der Modi? Tatsächlich gibt es einige Modi, auf die ich ob der Länge des Reviews im Einzelnen nicht eingehen werde, dennoch seien mal folgende Modi an den Kopf geschmissen: Schnelles Rennen, Fahrprüfungen-Modus, Grand Prix-Modus, Eigene Meisterschaft, Meisterschaft, Team Duell, Vorherrschaft. Im Multiplayer gibt es noch folgende Modi: Geteilter Bildschirm, Zeitfahren, Team-Modus, Vorteil, letzter Mann. Was dabei insgesamt besonders interessant ist, das ist zum Beispiel der Fahrprüfungen-Modus, in dem man gewisse Fahrprüfungen bestehen muss und dort meines Wissen dann entsprechend mit Medaillen dekoriert wird. Insgesamt hat man also schon viel zu spielen, will man alles schaffen, die Frage ist nur, ob man das auch will, weil irgendwann reicht es dann und irgendwie, zumindest war es bei mir so, nimmt man das Spiel nie wieder aus dem Regal. Wozu auch? Gibt es doch deutlich bessere Games.
Insgesamt durchwachsen
Ebenso ist es mit der Präsentation, die ist einfach insgesamt zu dürftig. Ich meine, man fährt die Rennen und so und das ist ja auch ganz nett, aber so wirklich einen packenden Eindruck bekommt man nie vom Spiel, dass etwa ein Vorspann genial wäre oder die Strecken stylisch präsentiert werden, findet man nicht im Spiel. Schade drum. Ich kann mich nicht wirklich begeistern für das Spiel, ich hatte zweifellos einige Stunden Spaß damit, zum Beispiel auch mit meinem Bruder, da man zu zweit und 20 anderen Fahrzeugen auf der Strecke um die Wette fahren kann, aber da es doch einige Mängel an Fahrverhalten und anderem gibt, kann ich dem Spiel jetzt keine Empfehlung aussprechen. Verwerfen kann ich es ebenso nicht, aber es ist einfach nicht das, was es bei der Lizenz hätte sein können, vielleicht auch hätte sein müssen. Die Königsklasse findet man woanders. Man schaue sich also lieber nach einem DTM Race Driver oder nach einen Gran Turismo um. Dass der Sound sich an der Formel 1 orientiert, das ist schließlich zu erwarten und sonderlich besser als andere Formel 1-Games macht es F1 2002 auch nicht.
Eine kleine Anekdote
Noch eine kleine Anekdote sei zum besten gegeben: Ich fuhr mit meinem Bruder wieder einmal eine Weile auf dem Nürburgring und da die Streckenführung auch so ihre Höhen und Tiefen hatte, kamen wir an eine Stelle der Strecke vorbei, an der es ein ganz kurzes Stück bergab ging. Vor uns fuhr eine Gruppe CPU-Fahrer, was nicht ungewöhnlich ist, auf einmal gab es so einen kleinen Crash vor uns und Heinz Harald Frentzen in seinem orangenen Wagen fuhr dadurch mit viel Schwung versehen einfach so mal in einem hohen Bogen durch die Lüfte, war bestimmt so kurzzeitig zwei Meter hoch in de Luft und landete natürlich in Fahrtrichtung ein paar Meter weiter vorn wieder auf der Strecke und fuhr direkt weiter, ohne irgendwie von einem zu erwartenden Aufprall aus der Bahn geschmissen zu werden. Ja, die authentische Fahrphysik macht’s möglich.
Fazit: Kann man haben, gibt aber wesentlich besseres :)
| Bedienkomfort: | ||
| Grafik: | ||
| Sound: | ||
| Schwierigkeitsgr.: | ||
| Spaßfaktor: |
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11.02.07
Ein wirklich interessanter Bericht von dir, ich wünsche dir einen schönen Sonntag...lg Susi