Chase - Hollywood Stunt Driver (Xbox)
Stuntfrau unter Zeitdruck - Chase - Hollywood Stunt Driver (Xbox) Xbox Spiele

Erhältlich in: 2 Shops

Produkttyp: Konami Xbox-Spiele

Stuntfrau unter Zeitdruck
Chase - Hollywood Stunt Driver (Xbox)

Yasmina24

Name des Mitglieds: Yasmina24

Produkt:

Chase - Hollywood Stunt Driver (Xbox)

Datum: 30.09.06

Bewertung:

Vorteile: Spielidee, Action, Tempo, Missionsziele, Karriere, Abwechslung, Speichern einzelner Szenen

Nachteile: Simple Texturen, müder Sound, steriles Ambiente, unrealistische Fahrphysik, geringer Wiederspielwert

Sowohl auf der Sony Playstation 2 als auch der X-Box von Microsoft gibt es unzählige Rennspiele, dieses Genre dürfte neben dem der Actionspielen mit Abstand am Häufigsten vertreten sein. Im Fall von „Chase: Hollywood Stunt Driver“ für die X-Box seid Ihr zwar auch mit zahlreichen unterschiedlichen Fahrzeugen unterwegs, jedoch (der Titel lässt es eigentlich schon erahnen) geht es nicht nur ums hemmungsloses Umherrasen, sondern auch um gelungene Stunteinlagen. Die Feinmotorik soll demzufolge bei diesem X-Box-Spiel nicht zu kurz kommen und in der Tat ist dies dann auch tatsächlich der Fall. Vorab möchte ich Euch gleich sagen, dass Ihr Euch von Screenshots nicht unbedingt abschrecken lassen solltet: richtig ist, dass diese bestenfalls durchschnittlich gut gelungen sind, wenn überhaupt, sowohl Design als auch Soundtrack gehören ganz sicher nicht zum Feinsten, was die X-Box zu bieten hat. Doch das Spielprinzip und auch der Spielablauf können überzeugen, ein nicht zu unterschätzender Suchtfaktor dürfte sich (bei den grundsätzlich Interessierten) schon ziemlich früh bemerkbar machen. Des Weiteren gefiel mir insbesondere die Tatsache, dass der Schwierigkeitsgrad zwar keineswegs niedrig ist, die Aufgaben durchweg fordernd sind, unfaire Passagen aber absolut selten vorkommen, ja im Grunde so gut wie gar nicht. Mit etwas Geduld und Ausdauer sind die Aufgaben alle zu schaffen und dies ist im Hinblick auf den Gesamtspielspaß ja nicht gerade unwichtig.

Im Zentrum des Geschehens steht in diesem Fall aber ausnahmsweise kein obercooler Stuntman, sondern eine talentierte Frau, das ist doch schon einmal etwas erfrischend Anderes. Die Spielabschnitte, in denen wir umherdüsen, bestehen aus einzelnen Filmproduktionen, welche wiederum in Teilabschnitte unterteilt sind. Völlig klar dürfte sein, dass die Stunts unbedingt „sitzen“ müssen, ansonsten kommt der Filmdreh ordentlich ins Stocken. Und das darf natürlich auf gar keinen Fall passieren, schließlich tragen wir die hauptsächliche Verantwortung für ein Gelingen beziehungsweise Misslingen. Ob in Endzeitszenarien, in schummriger Mafia-Atmosphäre oder einem Agententhriller, überall sind wir mit von der Partie und müssen unbedingt dafür sorgen, dass ein jeweils uns vorgegebenes Zeitlimit auf keinen Fall überschritten wird. Ständig stehen wir in den insgesamt fünf Filmen unter Zeitdruck, wobei die Abwechslung dadurch gewährleistet werden soll, dass wir mit unterschiedlichen fahrbaren Untersätzen unterwegs sind: mal mit einem Pick-Up, dann mit einem Buggy oder auch einem Motorrad, wir müssen uns stets als Universalgenie beweisen. Die Landschaften sind dabei ähnlich unterschiedlich, besuchen wir doch im Laufe unserer Stuntfrau-Karriere unter anderem Hafengebiete, Felsschluchten, Wüstengebiete aber auch die engen Gassen einer Großstadt und selbst innerhalb von Gebäudekomplexen (zum Beispiel einem Kaufhaus) treiben wir unser Unwesen. Das hört sich nicht nur halbwegs anständig an, sondern ist es dann erfreulicherweise auch, allerdings dürftet Ihr nur sehr selten die Gelegenheit haben, die Umgebung näher zu betrachten, denn das Spieltempo und natürlich auch der Actiongehalt sind permanent hoch, nicht zu vergessen der chronische Zeitdruck, unter dem wir ständig stehen. Am Ende einer Mission lautet das Ende aber immer gleich: schließt die gedrehte Szene innerhalb einer bestimmten Zeit ab beziehungsweise erreicht einen speziellen Zielort vor dem Ablauf des Countdowns, nur dann steht Euch die Tür zur Karriere als erfolgreicher Stuntfrau weit offen. Auffallend ist schließlich noch, dass es grundsätzlich ziemlich egal ist, wie Ihr die Euch gestellte Teilaufgabe bewältigt, ob nun besonders spektakulär oder nicht, spielt keine Rolle. Hauptsache ist, dass Ihr rechtzeitig das Ziel erreicht, spezielle Bonuspunkte für besonders halsbrecherische Stunts gibt es nicht. Im Übrigen ist uns mit unterschiedlich farbigen Richtungspfeilen vorgegeben, wohin „die Reise“ geht, allerdings dürft Ihr auch ruhig ein bisschen links und rechts neben der Spur fahren, auf Euer eigenes Risiko natürlich. In erster Linie kommt es auf Eure Reaktionsschnelligkeit an, wahnsinnig viel mehr wird eigentlich nicht verlangt.

Als Motivation soll Euch das Verdienen von sogenannten Bekanntheitspunkten dienen, je mehr Ihr davon zusammenraffen könnt, umso ruhmreicher verläuft Eure Karriere. Wie Ihr diese verdient? Ganz einfach, indem Ihr während Eurer rasanten Fahrten beziehungsweise waghalsigen Stunts kleine Spezialaufgaben erledigt. Dies bedeutet, dass Ihr nicht nur innerhalb der vorgegebenen zeit das Ziel erreichen und somit die jeweilige Filmszene abschließen müsst, sondern zudem „zwischendurch“ beispielsweise per Turbo einen besonders weiten Satz vollführen müsst oder Salti fabriziert oder eine bestimmte Anzahl von Objekten (zum Beispiel Fässern) zerstört. Dies dürft Ihr oft genug wiederholen, also auch dann, wenn Euch die Hauptaufgabe (also das rechtzeitige Erreichen des Zielpunktes) bereits gelungen ist. Und die Belohnung für die Mühe? Nun ja, weitere Bekanntheitspunkte gibt es dafür. Und erst ab einer bestimmten Anzahl dieser Punkte schaltet Ihr weitere Filmsequenzen frei. Um letztlich noch etwas mehr Abwechslung in den Spielverlauf zu bringen, dürft Ihr Euch außerdem noch auf die Suche nach gut versteckten Pokalen machen: macht Ihr diese ausfindig, so winken Euch neue Spielvarianten sowohl im (Solo-)Challenge-Modus als auch im Mehrspielerbereich. In letzterem Modus dürft Ihr eine Art „Kriegen“ spielen und Euch Stunt-Duelle liefern, wahnsinnig langzeitmotivierend ist das Ganze aber nicht. Zum Schluss dürfte noch erwähnenswert sein, dass Ihr besonders spektakuläre Passagen auf der Festplatte der X-Box abspeichern könnt und Eure Performance dann jederzeit auf Abruf bewundern lassen könnt. „Chase: Hollywood Stunt Driver“ überzeugt durch ein witziges Spielprinzip, einen hohen Unterhaltungsfaktor und die unkomplizierte Handhabung. Leider fehlt es an der Langzeitmotivation, nach einmaligem erfolgreichen Durchspielen reizt eigentlich nicht mehr so wahnsinnig viel zum erneuten Ausprobieren, lediglich die oft witzigen Filmsequenzen von Euch sind immer wieder aufs neue sehenswert. Außerdem stieß mir immer wieder die doch viel zu unrealistische Fahrphysik auf, welche dafür sorgte, dass ich zu viel Distanz zum Spielgeschehen an sich hatte und nie so richtig warm mit diesem Stuntspektakel wurde.

Neben des zu geringen Wiederspielwerts missfiel mir aber vor allem die doch ziemlich bescheidene Präsentation. Zwar ist der Soundtrack nicht völlig daneben, aber besonders mitreißend sind weder die Hintergrundmelodien noch die Soundeffekte. Hier hätte man das hohe Spieltempo und den nicht gerade geringen Actiongehalt wesentlich mehr unterstreichen sollen, ja müssen. Ähnlich sieht es im Hinblick auf die Optik aus, denn zwar ist diese nicht wirklich hässlich und auch dicke Grafikfehler sind so gut wie nie zu erkennen, doch insbesondere die Texturen am Boden, an der Decke (im Gebäude) im Hintergrund und auch draußen im Freien sind wenig detailliert. Fahrzeuge und Figuren sehen noch ganz nett aus, sie enttäuschen auf jeden Fall nicht so sehr wie das ganze (doch ziemlich bieder und steril wirkende) Drumherum. Schließlich gefallen mir auch die kleinen Grafikeffekte nicht sonderlich, sie wirken einfach und bieten nichts, was einen X-Box-Fan begeistern könnte. Dass dies zu erheblichen Abzügen in der Gesamtbewertung führen muss, dürfte jedem klar sein, speziell bei einem actionreichen Stuntspiel für die X-Box wie diesem hier erwarte ich in grafischer und akustischer Hinsicht wesentlich mehr, um für eine packende Spielatmosphäre sorgen zu können.

Alles in allem stehe ich „Chase: Hollywood Stunt Driver“ mit gemischten Gefühlen gegenüber: eine interessante Spielidee, eine unkomplizierte Handhabung, so gut wie gar keine unfairen Stellen, trotzdem fordernde Aufgaben, ein hohes Tempo und viel Action sorgen kurzzeitig für gute Laune. Dem Spiel mangelt es jedoch an Langlebigkeit, zudem der Mehrspielermodus im Vergleich zur Solo-Karriere doch ordentlich blass aussieht. Die Fahrphysik wirkt zudem auf mich überzogen, viel zu unrealistisch, um mich so richtig in den Bann ziehen zu können. Ein nicht zu übersehender Negativpunkt ist die zu biedere Präsentation, speziell die permanent einfachen Texturen der gesamten Spielumgebung dämpfen die Spielfreude. Knapp empfehlen möchte ich Euch dieses unterhaltsame Stuntabenteuer aber trotzdem noch.

Fazit: Müsst Ihr nicht kennen, dürft Ihr aber ruhig.

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor: