Assassin's Creed (Xbox360)
Heimlich, still und leise... - Assassin's Creed (Xbox360) Xbox 360 Spiele

Erhältlich in: 4 Shops

Produkttyp: Ubisoft Xbox-360-Spiele

Neuester Testbericht: ... sonst so großartigem Spiel lässt es sich scheinbar nicht vermeiden. Fazit: Ubisoft hat mit Assassins Creed ein ganz eigenes Genre gesch... mehr

Heimlich, still und leise...
Assassin's Creed (Xbox360)

The-Wishmaster

Name des Mitglieds: The-Wishmaster

Produkt:

Assassin's Creed (Xbox360)

Datum: 01.06.11

Bewertung:

Vorteile: ...Steuerung, Optik, Sound, Atmosphäre, Gameplay...

Nachteile: ...teils wiederholen sich die Aufgaben, einige Achievements sind frustige Fleißarbeit...

Hallo liebe Leserinnen und Leser!


Heute gibt es mal wieder einen neuen Bericht aus dem Bereich der Videospiele. Ausgesucht habe ich mir dafür den Titel "Assassin's Creed" für die Xbox 360. Was der Titel taugt und für wen er vielleicht geeignet ist, lest ihr in den folgenden Zeilen am besten selbst...


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| ° Assassin's Creed
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Es gibt auf der Xbox 360 einige Klassiker im Bereich der Videospiele, die ich bislang leider noch nicht gespielt hatte. Dazu gehörte bis vor kurzem auch das von Ubisoft veröffentlichte "Assassin's Creed", welches aus dem Jahr 2007 stammt. Bereits seit einiger Zeit kann man das Game zum Schnäppchenpreis von knapp 10 Euro käuflich erwerben, was der Titel in jedem Fall auch wert ist. Als Assassin's Creed 2007 auf den Markt kam, avancierte es schnell zu einem der erfolgreichsten Franchises von Ubisoft, indem es sich in den Versionen für die Xbox 360, Playstation 3 sowie den PC welweit mehrere Millionen Male verkaufte. Dass der Titel mittlerweile zwei Nachfolger bekommen hat sei dabei nur am Rande erwähnt. Stattdessen möchte ich mich einzig und alleine auf den ersten Teil der Reihe konzentrieren, der mit Recht einen entsprechenden Erfolg für Ubisoft verbuchen konnte.

Wir schlüpfen dabei in die Rolle des Amerikaners Desmond Miles, der von einer obskuren Vereinigung gekidnappt wurde und in einem Labor erwacht. Dort bekommt er nach und nach mit, wie er quasi als Versuchskaninchen des skrupellosen Wissenschaftlers Dr. Warren Vidic missbraucht wird. An dessen Seite leistet eine gewisse Lucy dem Wissenschaftler hilfreiche Dienste bei seinem Experiment, scheint Desmond gegenüber aber nicht ganz so feindselig zu sein. Aus Dr. Vidic selbst bekommt Desmond jedenfalls kaum Infos heraus. Er weiß nur, dass die vorigen Teilnehmer am Experiment wohl nicht mehr unter den Lebenden weilen und dass er für den Abschluss des Experiments dringend benötigt wird. Dr. Vidic erklärt ihm, dass er einen Durchbruch in der Forschung errungen hat, denn die menschliche Erinnerung geht weit über das eigene Leben zurück, indem man sich auch die Erinnerung seiner Vorfahren wieder ins Gedächtnis rufen kann. Genau hier kommt Desmond wieder ins Spiel. Denn obwohl wir uns im Spiel aktuell im Jahr 2012 befinden, spielt auch das Jahr 1191 eine wichtige Rolle. Die erfahren wir, sobald sich Desmond das erste Mal in den so genannten Animus begibt, eine Vorrichtung, die ihn in die Erinnerung seiner Ahnen zurück versetzt...


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| ° Willkommen im Mittelalter!
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Dies ist die Stelle, an der wir die Kontrolle über den eigentlichen Protagonisten des Spiels, Altair Ibn La Ahad, übernehmen. Altair ist der direkte Vorfahre von Desmond Miles und ein Assassine. Das Töten auf Befehl ist somit für ihn an der Tagesordnung. Altair ist dabei zielstrebig, wagemutig und sehr ehrgeizig. Doch genau dieser Ehrgeiz wird ihm eines Tages zum Verhängnis. Während eines geplanten Meuchelmordes wagt er zu viel und verliert damit nicht nur einen seiner Begleiter, sondern erregt dadurch Aufsehen in der Öffentlichkeit. Damit hat Altair gegen eine der wichtigsten Regeln seines Ordens verstoßen, denn das heimliche Vorgehen bei allen Aktionen ist die oberste Priorität für einen Assassinen. Altair fällt bei seinem Ordensführer durch sein Verhalten in Ungnade und verliert nicht nur seinen Titel, sondern ihm wird auch der Großteil seiner Waffen genommen. Damit wir im Spiel selbst einen Anreiz haben, wird Altair zusätzlich einiger Fähigkeiten beraubt, die wir erst im Laufe des Spiels nach und nach wieder erlangen können. Um seine Ehre wieder herzustellen und die Gehorsamkeit gegenüber des Ordens unter Beweis zu stellen, muss Altair verschiedene Personen aus dem Weg räumen und damit die Aufträge seines Ordensführers befolgen. In Jerusalem, Damaskus und Akkon finden sich dabei die jeweiligen Opfer, die es auszuschalten gilt.

Damit wäre der grobe Handlungsstrang von Assassin's Creed zusammen gefasst. Zwischendurch erwacht Desmond Miles allerdings immer wieder aus seinen Erinnerungen und in die Realität zurück geholt. Anfangs passiert das immer wieder mal, da die Synchronisation mit dem Animus noch nicht ausgereift ist und hin und wieder unterbrochen wird. Später verweilt Desmond immer länger in den Erinnerungen an seinen Vorfahren Altair. Wenn er erwacht, erwartet ihn meist ein kurzer Dialog mit dem Professor oder seiner Assistentin Lucy. Teils besteht eure Aufgabe auch nur darin euer Quartier im benachbarten Raum aufzusuchen, euch dort schlafen zu legen und am nächsten Tag mit dem erneuten Besuch des Animus weiterzumachen. Auch wenn die Handlungsmöglichkeiten in der Rolle von Desmond sehr beschränkt sind, so trägt der Wechsel der Lokalitäten und der Perspektiven sehr zur Atmosphäre des Spiels bei. Dies ist auch deswegen der Fall, da Desmond in seinen Erinnerungen immer wieder besondere Momente aufblitzen hat, in denen wir durch eine geänderte Kamera die Situation aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten können - ein rechtzeitiger Tastendruck genügt.


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| ° Verhalte Dich wie ein Assassine
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In der Rolle von Altair müssen wir nun bestimmten Aufträge erfüllen und Zielpersonen ausschalten. Damit dies möglich ist, gilt es zuerst zur entsprechenden Stadt zu reisen. Anfangs wird dies mit dem Pferd gemacht, indem man sich auf den Rücken des Rosses schwingt und so durch die Pampa galoppiert. Hat man die Städte später bereits bereist und dort seinen ersten Auftrag erledigt, darf man später die Wegstrecke abkürzen und ohne langes Reiten direkt vor die Stadttore gelangen. Dies kürzt die bald etwas langatmig werdenden Wege drastisch ab und verhindert aufkommende Langeweile. Nicht immer kommen wir übrigens direkt in die gewünschte Stadt, da teils bereits die Stadtwachen ein erstes Hindernis darstellen. Hier müssen wir einfach die Augen offen halten und beispielsweise einem Bürger zur Seite stehen, der gerade von den Wachen des Diebstahls bezichtigt wird. Entschlossen greifen wir somit zum Schwert und setzen uns gegen die Wachen zur Wehr. In Assassin's Creed gibt es dabei zwei verschiedene Bewegungsarten: Den auffälligen sowie den unauffälligen Modus. Mittels R-Trigger schalten wir zum Kampf natürlich in den auffälligen Modus um und können so mittels Schwerthieben unsere Kontrahenten zusetzen. Die geschickte Mischung aus Deckung einerseits und Angriffen andererseits führt uns dabei zum Erfolg. Werden wir dennoch getroffen, kostet uns dies einen Balken in unserer Synchronitätsanzeige. Diese zeigt an, wie stabil die Erinnerungen Desmonds an die vergangenen Ereignisse sind. Wird die Synchronität verloren, muss Altair seine Aufgabe pausieren und startet vom letzten Speicherpunkt erneut. Im Kampf verlorene Synchronität gewinnt man in ruhigen Momenten jedoch nach und nach wieder zurück. Hat man die bereits erwähnten Wachen besiegt, bedankt sich der gerettete Bürger für eure Hilfe und verspricht euch künftig auch seine Hilfe. So könnt wir nun in einer Gruppe von Gelehrten untertauchen und unerkannt an den Stadtwachen das Tor zur Stadt passieren.

Dies ist eines von vielen Beispielen, was wir alles in den Städten erledigen müssen, bzw. können. Neben dem Besuch des Mittelsmannes, der uns erste Infos über unsere Zielperson gibt, stehen uns nämlich etliche Nebenaufgaben zur Verfügung. Diese müssen zwar nicht zwingend erledigt werden, helfen uns allerdings dabei Altair zu alter Stärke kommen zu lassen, erhaltet wir doch nach und nach einen erweiterten Synchronitätsbalken. Damit wir uns in den Städten jedoch zurecht finden, sollten wir zuerst immer Ausschau nach den Aussichtspunkten halten. Diese gilt es zu erklimmen und somit einen Teil des Stadtkarte freizuschalten. Jede Stadt ist dabei immer in ein Armenviertel, ein Bürgerviertel sowie ein Reichenviertel unterteilt. Bei unserem ersten Besuch in der Stadt ist jeweils nur eines der drei Viertel begehbar. Für die anderen Viertel fehlt uns Desmonds Erinnerung. Erst später im Spiel können wir somit immer die gesamte Stadt erkunden, was in den weiteren Aufträgen dann auch wichtig ist. Die Aussichtspunkte zu erklimmen ist übrigens gerade in den ersten Spielstunden immer ein absolutes Highlight. Gewandt und behende schwingt sich Altair an Wänden, Vorsprüngen und Fenstern entlang, nutzt kleine Simse und Gitter um sich nach oben zu ziehen und baumelt mehr als einmal nur an einer Hand hängend an einem Balken.


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| ° Bewege Dich wie ein Assassine
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Die Steuerung des Assassinen ist dabei optimal durchdacht und geht schnell in Fleisch und Blut über. Man muss sich seinen Protagonisten dabei wie eine Marionette vorstellen, deren verschiedene Extremitäten auf die Tasten des Controllers gelegt wurden. Der A-Button ist somit für die Beine zuständig und wird benötigt, wenn wir im auffälligen Modus springen oder Hindernisse erklimmen wollen. Der B-Button dagegen kontrolliert die freie Hand unseres Assassinen. Je nach Spielsituation schieben wir damit andere Bürger in den Städten sachte aus dem Weg, stoßen uns einen Fluchtweg frei oder spielen Langfinger und greifen einem Zielobjekt in die Taschen. Der Y-Button kontrolliert den Kopf und ist für das so genannte Adlerauge zuständig. Hier schaltet das Spiel in die Egoperspektive um. So können wir unsere Umgebung nicht nur genauer unter die Lupe nehmen, sondern erkennen auch anhand der farbigen Umrisse, ob es sich bei Personen um neutrale Bürger, Verbündete, feindliche Soldaten oder gar die gesuchte Zielperson handelt. Auch das Belauschen von Gesprächen ist auf diese Art und Weise möglich, was teils wichtig ist um Informationen über unsere Zielperson zu bekommen. Für den Kampf lebensnotwendig ist die Schwerthand, welche mit dem X-Button kontrolliert wird. Im Kampf können wir damit Attacken auslösen und das Schwert in unsere Gegner treiben.

Per Steuerkreuz dürfen wir übrigens wählen, zu welcher Waffe wir greifen. Nach und nach wird unser Waffenarsenal dabei aufgestockt, indem wir neben unseren blanken Fäusten und einer scharfen Klinge auch das kurze Messer aus dem Handgelenk zur Verfügung gestellt bekommen, mit dem sich kinderleicht Attentate aus dem Hintergrund verüben lassen. Auch die Wurfmessser sind eine praktische Angelegenheit, können wir so doch lästige Bogenschützen aus einiger Entfernung von den Dächern holen. Da die Anzahl der Messer begrenzt ist, sollte man aber nicht nur sorgsam damit haushalten, sondern in steter Regelmäßigkeit Bürger bestehlen und so den Vorrat an Messern wieder aufstocken. Zusätzlich zu den Waffen lernen wir auch neue Fähigkeiten im Kampf. Wer im richtigen Moment noch einmal den Angriffsknopf drückt, landet einen tödlichen Combo-Kill. Gegner dürfen gepackt und geschleudert werden, was einem allerdings auch selbst passieren kann. Dies können wir jedoch auch blockieren und den Gegner somit aus dem Gleichgewicht bringen, was ihn ungeschützt für einige Attacken lässt. Extrem effektiv sind auch die Konterangriffe, mit denen wir praktisch auf die Angriffe unserer Widersacher warten und sie dann oftmals mit einem einzigen Streich unseres Schwertes nieder strecken können. Spätestens wenn wir diese Attacke gelernt haben, werden die Kämpfe gegen feindliche Soldaten ein gutes Stück leichter.


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| ° Werde ein Assassine
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Zuvor sollte man solche Auseinandersetzungen nicht unbedingt provozieren und darauf bedacht sein eher unbeobachtet durch die Straßen und Gassen der Städte zu gelangen. Gerade dieser Aspekt macht dabei einen Großteil der Faszination von Assassin's Creed aus. Wir schleichen uns beispielsweise durch die Straßen von Damaskus und erblicken das nächste Ziel vor unseren Augen, welches wir mittels schlagender Argumente befragen wollen. Natürlich warten wir ab, bis sich unser Opfer dabei in eine dunkle Seitengasse begibt. Da wir uns zuvor mit gefalteten Händen wie ein Gläubiger beim Gebet verhalten haben, hat niemand Verdacht geschöpft und ist uns gefolgt. Wir sind mit unserer Zielperson also alleine und können uns nun mittels Faustrecht nach einem kurzen Schlagabtausch die gewünschten Informationen holen. Damit unser Opfer nicht plaudern kann, bekommt er natürlich trotzdem unsere Klinge zu spüren. Danach heißt es schnell sein. Hat vielleicht mittlerweile jemand bemerkt, was wir hier gerade gemacht haben? Die Bürger der Stadt schlagen nämlich Alarm, wenn sie unsere sozial nicht gerade kompatiblen Taten bemerken. Sobald die ersten Wachmänner auf den Plan gedrückt sind, gibt es für uns zwei Alternativen: Wagen wir den offenen Kampf und stellen uns den Soldaten oder ergreifen wir die Flucht? Entscheiden wir uns für die zweite Möglichkeit, sollten wir schnell aus dem Blickfeld der Wachen verschwinden. Leitern dürfen erklommen werden, Kisten dienen als Treppen, Häuserdächer dienen als Rampen. Wie eine Art Parcoursläufer schwingt sich Altair an Balken entlang und springt geschmeidig von einer Häuserschlucht zur nächsten. Alleine optisch ist dies schon ein Schauspiel. Dank der flüssigen Steuerung sind waghalsige Fluchtmanöver aber auch spielerisch kein Problem. Wirklich untertauchen darf man dann in Heuhaufen oder zwischen anderen Bürgern auf einer Parkbank und somit seine Verfolger komplett abhängen.

Auf unserer Karte mit eingebautem GPS finden wir übrigens immer schnell unsere nächsten Ziele, egal ob optional oder relevant fürs Weiterkommen in der Geschichte. Der selbst gesetzte Marker hilft uns dabei auf unserem kleinen Radar auf dem Spielbildschirm weiter, um stets die Übersicht zu wahren. Haben wir die wichtigen Informationen besorgt und wissen wer unsere Zielperson ist, dürfen wir das Büro des Mittelsmannes aufsuchen und uns eine Feder holen. Ins Blut des Opfers getaucht ist diese auch genau dort wieder abzuliefern. Je nach Zielperson wird es jetzt erst richtig spannend, da wir in der Regel nicht nur besonders gut geschützte Bauten wie Paläste und Kirchen entern müssen, sondern auch den passenden Moment abwarten müssen, um unser Attentat ausführen zu können. Wer zu früh zuschlägt und entdeckt wird, riskiert damit nicht nur ein Scheitern der Mission, sondern zieht auch mitunter die Aufmerksamkeit der gesamten Palastwache auf sich. Grandios inszeniert sind dabei übrigens die Meuchelmorde selbst. Während wir unseren Opfer bereits die Klinge in den Rücken gerammt haben, verschwimmt das Umfeld in unserem Blickfeld. Nach und nach erfahren wir einige brisante Details und dürfen uns mit Recht die Fragen stellen, ob unser soeben ermordetes Ziel wirklich auf der falschen Seite stand. Doch unsere Aufträge sind ohne Fragen zu stellen auszuführen. Dies macht uns der Ordensführer ein ums andere Mal wieder klar. Natürlich möchte ich an dieser Stelle die Auflösung der Geschichte nicht verraten, doch man wird als Spieler bei der Stange gehalten und möchte natürlich wissen, ob wir hier einer großen Verschwörung auf die Schliche kommen und wer hier wirklich die Wahrheit spricht. Und immerhin gibt es ja trotz der Versunkenheit in die mittelalterlichen Atmosphäre zu den Zeiten der Kreuzzüge auch noch die spielerische Gegenwart, in der längst noch nicht das Schicksal von Desmond Miles geklärt ist.


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| ° Licht und Schatten
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Die gut inszenierte Story ist dabei wichtig, um den Spieler bei Laune zu halten. Denn selbst wenn man in den ersten Spielstunden einfach nur fasziniert von der Spielwelt des Titels ist, so schleicht sich irgendwann dann doch die Routine ein. Die an den Spieler gestellten Aufgaben wiederholen sich nämlich nach und nach. Man klettert in jedem neuen Stadtteil auf die Aussichtspunkte, besucht den Mittelsmann, holt sich seine notwendigen Infos von den Informanten und erledigt nach einem weiteren Besuch beim Mittelsmann sein Zielobjekt. Bei den Nebenmissionen ist es ebenfalls so, dass sie sich nicht wirklich voneinander unterscheiden und deren Erledigung bald wie eine Fließbandarbeit abläuft. Natürlich sind die Kämpfe gegen die Wachen dabei spektakulär inszeniert, stellen aber spätestens nach dem Erlernen des Konterkills keine große Herausforderung mehr dar. Das teils repetitiv wirkende Gameplay kratzt zumindest in Ansätzen an dem ansonsten so perfekt durchdacht scheinenden Titel. Alle an den Spieler gestellten Aufgaben sind lösbar, wenngleich beispielsweise das Aufsammeln von im Level verstreuten Flaggen unter Zeitdruck, um damit einen Informanten zufrieden zu stellen, mitunter ein paar Nerven kosten kann. Wer allerdings am Ball bleibt, kann diese Herausforderungen allesamt lösen. Man muss also kein Joypad-Akrobat sein, um den Abspann von Assassin's Creed sehen zu dürfen, muss sich wohl aber mit dem Game beschäftigen und auch etwas Zeit investieren. Gute zehn Stunden kann man dabei in die eigentliche Story investieren, sofern man sich nicht großartig um die Nebenmissionen kümmert. Möchte man diese ebenfalls erledigen, damit auch zum Ende hin der Synchronitätsbalken die maximale Größe erreicht, darf man die Spielzeit ruhig doppelt so lange veranschlagen. Dann hat man jedoch noch längst nicht alle Erfolge im Spiel erreicht, zu denen ich gleich noch ein paar Worte verlieren möchte.


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| ° Prächtige Bauten und klirrende Schwerter
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Zuerst allerdings möchte ich mich noch zur technischen Umsetzung von Assassin's Creed äußern. Wenn man bedenkt, dass das Spiel bereits im November 2007 erschien und somit bereits ein paar Jahre auf dem Buckel hat, merkt man, wie viel Mühe sich die Entwickler wirklich mit der Spielwelt gegeben haben. Die verschiedenen Städte sind nicht nur ungemein authentisch gestaltet, sondern auch wirklich groß. Jede Stadt hat dabei ihre Eigenheiten im Bezug auf die spezifischen Bauwerke und man merkt auch, wenn man vom Bürger- ins Armenviertel wechselt. Die Straßen sind meist belebt und wir finden jede Menge Einwohner, die ihrem Tageswerk nachgehen. Viele laufen dabei natürlich nur durch die Straßen, manche wie Bettler beispielsweise sprechen euch jedoch auch an und bitten um eine milde Gabe. Geistig verwirrte Gestalten können euch sogar attackieren. Je nach Status, ob ihr euch gerade auffällig verhaltet oder nicht, reagieren auch die Wachen anders und werden mitunter misstrauisch, wenn ihr beispielsweise an einer Häuserwand empor klettert. Das Treiben auf den Straßen ist dabei bunt inszeniert und wirkt sehr authentisch. Eines der Highlights sind aber ganz klar die verschiedenen Bauwerke im Spiel. Optisch ist der Titel was das betrifft wahrlich grandios gelungen. Steine, Efeuranken und Gitter verzieren die Häuser, Balken sind mit dicken Seilen aneinander gebunden, Fässer stapeln sich in einer Ecke. Hinzu kommen die sensationellen Animationen, die allen voran bei unserem Protagonisten Altair butterweich und stets eine Augenweide sind. In erster Linie betrifft dies die Kletteraktionen, denen man quasi Stunden lang zusehen kann, sowie die hervorragend choreographierten Kämpfe.

All dies wird von einer sauber programmierten Kamera optimal in Szene gesetzt. In der Regel schwebt diese in einem gewissen Abstand hinter Altair, wechselt aber bei auffälligen Szenen oder sobald man eine Zielperson beobachtet in eine Perspektive, die näher am Geschehen ist. Bei Bedarf kann die Kamera zudem jederzeit mit dem rechten Stick nachjustiert werden, was zum Umschauen auf Häuserdächern recht praktisch sein kann. Die Zwischensequenzen sind in Spielgrafik gehalten und passen damit viel besser zum Rest des Titels als vorberechnete Sequenzen in Renderoptik. Diese gut inszenierten Momente geben euch mitunter zudem die Möglichkeit die Sachlage aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, indem ihr während die Erinnerungen von Desmond aufblitzen einen Button drückt. Dieser Funken Interaktivität haucht somit selbst den Videosequenzen noch etwas mehr Leben ein. Grandios in Szene gesetzt sind auch die Kampfhandlungen. Landet man mittels Konter beispielsweise einen tödlichen Treffer, schwenkt die Kamera zur Seitenansicht oder zeigt das Geschehen aus einem schrägen Winkel, während Altair seinen Kontrahenten erst über die Klinge springen lässt und sein Schwert anschließend in die Brust des am Boden liegenden Gegners bohrt. Auch bei einem heimlich von hinten verübten Attentat zoomt die Kamera schnell an das Geschehen heran, während sich die Klinge aus eurem Handgelenk in die Kehle eures Opfers bohrt. Mitunter wirken die Szenen zwar durchaus grausam, nicht zuletzt weil beim Ableben eines Kontrahenten auch der rote Lebenssaft spritzt. Doch ist die Darstellung der Gewalt nicht übertrieben, sondern stets zur Atmosphäre des Titels passend und authentisch. Die Altersfreigabe von Assassin's Creed liegt bei 16 Jahren, was im Hinblick auf die Kampfszenen zwar fraglich, aber zu verkraften ist. Jüngere Spieler sollten den Titel jedoch definitiv nicht in ihre Hände bekommen.

Abschließend gibt es noch ein paar Worte über den Sound zu verlieren. Die Hintergrundmusik ist teils majestätisch und sinfonisch gehalten, hält sich oftmals jedoch auch wie es der Name bereits sagt eher im Hintergrund. Entflammt ein Kampf oder übt man ein Attentat aus, schwillt mit einem Mal eine dramatische Soundkulisse im Hintergrund an und verleiht dem Titel eine packende Atmosphäre. Auf die Atmosphäre wird dabei übrigens generell viel Wert gelegt. Das merkt man nicht nur an der gelungenen deutschen Synchronisation in den Storysequenzen, sondern auch am Treiben auf den Straßen. Wird ein Attentat von einem Bürger entdeckt, wird schnell nach einer Wache gerufen oder man äußert seine Verwunderung und sein Entsetzen. Die Kampfgeräusche sind mit ihren klirrenden Schwertern und Messer ungemein authentisch, die restlichen Soundeffekte wie das Getrappel der Pferde, die Schreie der Adler oder das Zischen der Pfeile in der Luft sind ebenfalls sehr stimmungsvoll.


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| ° Erfolge
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Natürlich gibt es auch in Assassin's Creed für alle Xbox 360-Besitzer Erfolge, die man während des Spiels erreichen kann und die euren Gamerscore in die Höhe treiben. Den ersten Erfolg gibt es beispielsweise sofort, nachdem man sich das erste Mal mit dem Animus verbunden und die grundlegende Steuerung gelernt hat. Einen Großteil der weiteren Erfolge schaltet man dann automatisch frei, wenn man das Spiel zu Ende spielt. Alleine 100 Punkte gibt es dafür, dass man das Spiel schafft. Bis dahin schaltet man nach und nach seine zugewiesenen Ziele aus. Hierfür erhält man ebenfalls jeweils 25 Punkte, die allerdings als geheimer Erfolg angezeigt werden und somit zumindest beim ersten Mal eher überraschend aufploppen. Weitere Achievements umfassen das Stehlen von 200 Messern, das Töten von 75 Wachen mit dem Wurfmesser oder das Springen von mehr als 50 hohen Punkten. Auch dies sind Erfolge, die im regulären Spielverlauf im Prinzip so nebenbei mit eingesammelt werden können. Anders sieht es dagegen aus, wenn man 50 Mal durch Marktstände springen oder ebenso viele Bettler packen und durch die Gegend werfen muss. Da dies im regulären Spielverlauf nur selten vorkommt, muss man hier bewusst die Aktionen durchführen um die Erfolge zu erzielen. Beide Achievements bringen zwar nur fünf Punkte, diese lassen sich aber trotzdem recht leicht verdienen.

Happig wird es dagegen wenn es um die Fleißaufgaben geht. In jeder Stadt sowie im Königreich selbst ist eine unterschiedliche Anzahl von bis zu maximal 100 Flaggen versteckt. Diese gilt es jeweils alle zu finden, um die dafür ausgelobten 20 Punkte des Gamerscores zu erhalten. Auch alle Templer wollen aufgespürt und besiegt werden, was ebenfalls relativ viel Zeit in Anspruch nimmt. Belohnt wird man dafür mit 45 weiteren Punkten. Wer sich Zeit für den Titel nimmt und wirklich alles sucht, kann durchaus die maximalen 1000 Punkte erreichen. Nicht zuletzt wegen den Fleißaufgaben dürfte dies jedoch viel Zeit und Nerven kosten. Wer sich mit dem Durchspielen und ein paar Nebenaufgaben beschäftigt, kommt immerhin noch sicherlich auf mindestens 600 Punkte, was ebenfalls ein ordentliches Ergebnis ist.


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| ° Fazit
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Bei der finalen Bewertung habe ich lange überlegt und zwischen vier und fünf Sterne geschwankt. Eine Empfehlung erhält Assassin's Creed allemal, da es einfach ein rundum gelungenes Action-Adventure darstellt. Die Inszenierung ist atemberaubend, die Grafik selbst aus heutiger Sicht noch gelungen und die Animationen butterweich. Die tolle Kameraführung sowie der stimmungsvolle Sound lassen euch tief in die mittelalterliche Welt der Assassinen eintauchen. Letzen Endes werde ich aber doch einen Punkt abziehen und vier Sterne vergeben. Zum einen liegt es daran, dass sich die Aufgaben auch in den Nebenmissionen zu schnell wiederholen und irgendwann die Abwechslung ein wenig darunter leidet. Zum anderen darf man frühere Attentate nicht wiederholen, sondern muss im Zweifelsfall das gesamte Spiel noch einmal wiederholen. Und zu guter Letzt hat man viele Details im Nachfolger einfach besser gemacht, dafür muss einfach eine Steigerung in der Bewertung möglich sein.


In diesem Sinne...


Stay dark!

The-Master-of-the-Assassins

PS: Alle Freunde des schnellen Klicks sollen hinterrücks gemeuchelt werden... ;)

Shake Heads!

Fazit: Das Fazit hat sich bereits davon geschlichen.

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor: