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Produkttyp: Sony wechselbare Medien
Neuester Testbericht: ... (HDV 2). Die Spielzeiten einer mit HDV-Aufnahmen bespielten Kassette sind nahezu deckungsgleich mit denen "normal" im DV-Format b... mehr
Auch ohne Chip gut...
Sony DVM 60 PR

Name des Mitglieds: Hollgo
Produkt:
Sony DVM 60 PR
Datum: 20.02.12
Bewertung:
Vorteile: + zuverlässig in allen Funktionen + Handling + Verarbeitung
Nachteile: - soweit keine, DV/HDV "stirbt" allerdings langsam aus...
=== So kam ich zur Sony miniDV "Premium" ===
Die Sony "Premium" miniDV-Kassetten waren quasi mein allererster Kontakt zu diesem 2003 schon nicht mehr neuen Medium. Gekauft habe ich sie damals für einen Stückpreis von knapp 5 Euro - mittlerweile hat sich der Preis nahezu halbiert und eine "Premium"-Kassette ist unter 3Euro erhältlich.
=== Die Sony Mini DV 60 "premium...===
... war in meinem Fall noch in einer goldfarbenen Kunststofffolie eingepackt gewesen.. Die eigentliche DV-Cassette liegt dabei nochmals in dem Case aus durchsichtigem Kunststoff vor - dazu gibt er zur im Lieferzustand noch unetikettierten Cassette einen kleinen Bogen mit selbstklebenden Aufklebern und, auf der "etikettenfreien" Rückseite dieses Bogens eine kurze Gebrauchsanweisung des Herstellers dazu. Die Sony miniDV-Kassette entspricht dabei natürlich den Abmaßen, die der miniDV-Standard fordert.
Der Bogen mit den Aufklebern umfasst dabei je 2 Ausgaben zum Etikettieren der Kassettenoberseite sowie jener für die Kassettenrückseite. Das Einlegeblatt für den Case ist dazu in unbeschrifteter Form mit enthalten gewesen - im Gegensatz zur Panasonic miniDV kann ich diesen Einlegezettel für den Case (die "Hülle" der miniDV sozusagen) auch beidseitig beschriften - die Innenseite ist wie die Außenseite liniert und somit für eine Beschriftung z.B. mit einer kurzen Inhaltsangabe der DV-Tape versehbar.
=== mini DV - etwas zur Technik im Allgemeinen.. ===
'''DV = Digitale Aufzeichnung auf Band'''
Im DV-Format werden die Bilder - im Gegensatz zu den zuvor üblichen, analogen Videostandards (S)VHS oder Hi8-Standards, digital aufgezeichnet und dabei auf ca. 10 Prozent des ursprünglichen analogen Speicherplatzbedarfs reduziert. Die Einzelbilder werden beim DV-Standard unabhängig voneinander mittels eines JPEG-ähnlichen Verfahrens einzeln codiert. Daher ähnelt dieser Standard dem MJPEG "Motion JPEG"-Verfahren, welches die bekannten JPEG-Fotodateien im Prinzip als Vollbilder hintereinander speichert.
Um Speicherplatz zu sparen, werden die Farbinformationen des Videobildes über einen Videoprozessor des Aufnahmegerätes (in der Regel eine miniDV-Kamera) heruntergerechnet und auf die Hälfte reduziert - im Pal-Format , dem in Deutschland gängigen TV-Format mit einer Bildauflösung von bis zu 720x576 Bildpunkten, spricht man von einem Verhältnis von 4:2:0 - eine Datenreduktion um die Hälfte wird somit im Vergleich zu einem nicht komprimierten Format erreicht.. Das Verfahren ähnelt somit MJPEG und bietet im Gegensatz zu MPEG den Vorteil, Videos an jeder beliebigen Stelle ohne Qualitätsverlust schneiden zu können und dabei nicht auf einen I-Frame des MPEG-Formats angewiesen zu sein.
Im Vergleich zu MPEG 2, DEM Videoformat des DVD-Standards z.B., ist die Datenkompression des DV-Datenstroms eher gering, so verwundert es kaum, dass die Datenrate eines DV-Stroms immer noch bei 3,125 MByte/s (25 Megabit pro Sekunde) liegt.
Im Mini-DV Standard kann ich dazu zwei Spielzeiten einstellen: im StandardPlay kann ich dann 60 Minuten Video abspeichern - im LongPlay (LP)-Modus sind es 90 Minuten. Dabei wird im LP-Modus allerdings die Tonspur nur mit 12 Bit aufgenommen, statt 16 Bit,. wie es imSP-Modus der Fall ist. Das Problem hierbei ist, dass viele Nachbearbeitungsprogramme nicht mit 12Bit gesampleten Tonspuren umgehen können - ich habe daher stets nur mit dem SP-Modus aufgenommen...
Zudem ist es angesichts der mit 7 Mikrometern eher geringen Banddichte aufgrund von Qualitätsüberlegungen nicht sinnvoll, das im LP-Modus langsamer laufende Band zu beschreiben - im SP-Modus bei "normaler" Bandgeschwindigkeit kaum auftretende Gleichlaufschwankungen können sich sonst hier negativ in Form von sogenannten "DV-Flashes". d.h. spontan durch Datenausfall entstandene, helle Bildflächen,auswirken.
'''Bild und Ton'''
DV verwendet als Bild-Auflösung im PAL-Format 720 × 576 Bildpunkte (PAL) - hier werden 50 Halbbilder pro Sekunde (50i) aufgezeichnet. Einige DV-Kameras ermöglichen auch Vollbildaufzeichnung mit den Bildgeschwindigkeiten 24p und 25p (auch bekannt als Progressive Scan).
Auf den PC überspielt, werden die eingespielten Bilddaten meistens in einem AVI-Container gespeichert ("DV-AVI"). Dieses Speicherformat ist wohl das neben dem mittlerweile als HD-Standard sich etabliertem AVCHD DAS Format, welches von jedem Videonachbearbeitungsprogramm, welches etwas auf sich hält, nachbearbeitet werden kann.
Als Audioformat wird bei DV eine Abtastrate von 48 kHz und eine Auflösung von 16 Bit (wie beim DVD-Video-Standard) verwendet. Zur Nachvertonung ist im Standard ein weiteres Tonformat mit 32 kHz und 12 Bit festgelegt, wobei dann sogar 4 Tonspuren aufgezeichnet werden können. Die meisten im Amateurbereich gängigen Schnittprogramme können dieses selten anzutreffende Tonformat jedoch nicht bearbeiten- Beim DV-Format sind Bild und Ton synchron; bei MiniDV-Format ist ein Ton-Bild-Versatz von ±1/3 Frame (13,33 ms) erlaubt.
'''High Definition Digital Video (HDV)'''
Mitte der 2000´er Jahre kam so langsam die Zeit der Videokameras, die Videoaufnahmen hochauflösend abspeichern können.
Zunächst etablierte sich dabei, aufbauend auf dem miniDV-Standard, das HDV-Format als "Zwischenlösung", bevor sich danach sukzessive Kameras, die direkt auf eine Speicherkarte oder Festplatte aufnehmen können , durchsetzten. Das AVCHD-Format grub anschließend dem HDV-Format zusätzlich das Wasser ab.
Der HDV-Standard ermöglicht es dabei mit speziellen HDV-fähigen Videokameras, hochauflösende, digitale Videoaufnahmen im MPEG2-Format mit einer Auflösung bis zu 1440x1080 Bildpunkten und einer Bildwiederholfrequenz von 50 Halbbildern (50i) auf einer konventionellen mini-DV Kassette abzuspeichern (HDV 2). Die Spielzeiten einer mit HDV-Aufnahmen bespielten Kassette sind nahezu deckungsgleich mit denen "normal" im DV-Format bespielten miniDV-Kassetten. Zudem sind alle HDv-Kameras abwärtskompatibel zum DV-Format und können im DV-Format beschriebene Kassetten ebenfalls abspielen.
== PRAXIS ==
=== Sony miniDV "Premium" - was hat sie und was nun nicht ? ===
Der Zusatz "Premium" in der Produktbezeichnung seitens Sony hat "historische" Gründe - aktuell gibt es nur noch diese Sorte von miniDV-Cassetten von Sony.
Zu Hochzeiten des miniDV-Standards, der sich etwa um das Jahr 2000 und ein wenig später abspielte, gab es nämlich zweierlei Arten von miniDV-Bändern: solche mit einem zusätzlichen IC, sprich Speicherchip, auf dem die Cassette zusätzliche Timecodeinformationen zu den auf der Cassette aufgenommenen Szenen abspeicherte. Dieser Chip wurde allerdings nur von Sony auf den "premium" genannten miniDVs eingebaut und sollte dazu dienen, die sogenannten "VITC", also die Video-Timecodeinformationen den damals noch üblichen DV-Schnittcomputern zu übermitteln, bevor die eigentlichen Szenen vom DV-Band übertragen wurden.
Das Auslesen dieser Chips beherrschten freilich nur bestimmte Geräte von Sony - miniDV-Hersteller wie Panasonic und andere bauten dagegen kaum derartige ICs auf ihren Cassetten ein- So konnte sich Sony mit dem Aufkommen der sogenannten "nichtlinearen" Schnittsysteme (sprich: der Nachbearbeitung der Videos über ein Nachbearbeitungsprogramm auf einem PC) auch nicht mit dieser Idee eines zusätzlichen Chips durchsetzen.
Um nun auf den Zusatz "premium" zurück zu kommen: frühe "premium"-DV Cassetten von Sony hatten diesen IC durchweg eingebaut, die späteren "premium"-Modelle , wie auch mein Exemplar, hatten diesen nicht mehr. Sony argumentierte mit der angeblich besseren Bandqualität, die sich auf die Banddicke von 7 µm beziehen, was aber eigentlich der normgemäßen Banddicke einer MiniDV wiederum entspricht und an sich keine Besonderheit darstellt. Auch die Daten der magnetischen Eigenschaften der Premium-mini DV von Sony sind eigentlich "handelsüblich". Die aktuell erhältlichen "Premium" Mini DVs haben hat einfach ihren traditionellen Namen behalten, der ihnen "damals" auch einen guten Ruf einbrachte, sind aber heutzutage im Vergleich zu den Tapes anderer Hersteller keine große Besomderheit in technischer Hinsicht mehr - den IC-Chip haben die aktuellen "Premium"-Tapes jedenfalls auch nicht mehr implantiert.
=== Die Metal-Tape ===
"ME" - der Aufdruck verrät, dass es sich, wie mit nahezu jeder aktuell erhältlichen miniDV-Kassette- bei der Sony miniDV "Premium" um eine sogenannte "metallbedampfte" Kassette handelt .
Das Einlegen der Kassette in meine digitale Kamera, einer Sony HDR HC 5, funktioniert eigentlich so, wie es funktionieren sollte: in den Schacht einsetzen, herunterdrücken, kurz warten und das Fach der Kamera wieder schließen. Die Mechanik der Kassette funktioniert hier sehr zuverlässig und störungsfrei.
=== Aufnahmezeiten ===
Aufzeichnen kann ich auf die Kassette nur, wenn der auf der Rückenseite der Kassette angebrachte Schreibschutzschalter auf die "REC"-Position herausgezogen wurde. Ist dieser in der "SAVE"-Position, kann ich gar nichts auf die Kassette aufnehmen oder von dieser löschen..
Die Sony miniDV Premium nutze ich dabei in erster Linie zum Aufzeichnen von HDV-Aufnahmen.Die ersten 10 Sekunden des Bandes bespiele ich dabei immer mit einem Schwarzbild - dies hat sich für mich bewährt, hatte ich doch speziell in frühen DV-Zeiten schon einmal das Problem gehabt, dass die ersten 1-2 Sekunden einer Aufnahme am Bandanfang nicht auf der Kassette aufgenommen worden waren. Mit der "Schwarzphase" am Anfang der Kassette ist dies nun kein Thema mehr und auch die am Anfang eines Bandes "mögliche" schlechtere Bandqualität umgehe ich auf diese Art und Weise.
Auch die Sony miniDV hält, was sie verspricht - jedenfalls wird von der Kassette auch im HDV-Betrieb die versprochene Aufnahmezeit von 60 min erreicht, es ist sogar ein wenig mehr "Zusatzzeit" zur Aufnahme vorhanden, die sich im Fall der Sony-Tape aber lediglich im zweistelligen Sekundenbereich abspielt.
=== Spulen und Abspielen ===
In Puncto "vor-zurückspulen" unterscheidet sich die Sony MiniDV in keinster Weise vonanderen miniDV-Modellen. Es dauert knapp 2 Minuten, um vom Bandende ganz zurück bis zum Bandanfang zurückzuspulen.
Dazu sind die Zugriffszeiten überschaubar, denn recht schnell ist die Aufnahme auf dem kleinen Vorschauschirm meiner HDV.-Cam zu sehen, wenn ich im VCR-Modus die Abspielfunktion starte.
'''Thema Nachbearbeitung'''
Sichtbar deutlich besser in Puncto Bildqualität sind auf miniDV gespeicherte Aufnahmen besonders im Vergleich zu älteren analogen SVHS-Kameras. Dies ist eben ein klarer Vorteil der digitalen Bildverarbeitung, die mit dem miniDV
-System erstmals auch im Amateurbereich Einzug hielt.
Kopierverluste, wie sie etwa bei der Nachbearbeitung analogen Videomaterials hinzunehmen waren, können wegen der rein digitalen Speicherung auf Band oder auf die Festplatte des PC eingespielten DV-Aufnahmen in diesem Format so gut wie nicht mehr auftreten.
Zur Bearbeitung von auf mini DV gespeicherten Filmaufnahmen , müssen diese digital gespeicherten Daten über ein an den DV-Anschluß der Kamera angeschlossenes Datenkabel auf den PC überspielt werden ("IEEE 1394-Schnittstelle") .
Dies ist allerdings auch ein nicht zu verschweigender Nachteil dieser Technik, denn ein "Schnellüberspielen" ist nicht möglich, da die Daten jeweils nur in "Echtzeit" auf den Rechner gelangen, was in der Praxis bedeutet: das Überspielen auf den PC dauert mindestens solange, wie die Videoaufnahmen auf der DV-Kassette dauern - eben so wie "früher", als man beim Kopieren einer VHS-Kassette auf eine andere auch nicht mal eben vorspulen konnte, um die Zeit abzukürzen. Dies ist also bei miniDV exakt genau so - zumindest in diesem Punkt. Das Ende der Überspielung muss ich dazu auch selbsttätig steuern - dies ist aber eben der Nachteil der Aufzeichnung auf Band und eben systembedingt so...
=== Handling und Verarbeitung ===
Ich kann in Sachen Verarbeitung der Sony miniDV nicht meckern. Der Schutzmechanismus für die vorderer Bandführung sitzt erneut sehr fest vor der Kassette, wenn diese nicht gerade in der Kamera eingelegt ist und schützt somit das Band vor dem Eindringen von Staub und anderem Schmutz. Dazu ist das Gehäuse aus sehr festem Kunststoff gefertigt worden, sodass die Kassette auch mal herunterfallen kann, ohne dabei gleich kaputt zu gehen. Insgesamt stimmt hier alles in Sachen Stabilität und Verarbeitung.
=== Auf einen Blick ===
* Typ: miniDV 60 "premium"
* Hersteller: Sony
* Aufnahmezeit (DV und HDV): je 60 min (SP) / je 90 min (LP)
* Abmaße Kassette: (lxbxh): 6,5 cm x 4,5 cm x 1 cm
* Bandbreite: 6,35 mm
* Dicke: Bandstärke gesamt: 7,0 µm/ Trägerschicht: 0,2 µm
* Qualität: Digital Video (DV), PAL mit 720x576 Bildpunkten,50i oder HDV (High Definition Digital Video), HDV2 mit 1440x1080 Bildpunkten, 50 i
=== FAZIT ===
Die Sony miniDV Premium ist aus meiner Sicht absolut zuverlässig. Daher kann ich sie auch allen Hobbyfilmern, die ihre Aufnahmen auf DV oder HDV aufzeichnen, wirklich empfehlen.
Sowohl DV als auch HDV lassen sich mit der Sony miniDV verlässlich speichern. Auch Aufnahmen, die auf zuvor schon einmal bespielten Kassetten aufgenommen werden, sind hier in guter Qualität aufgehoben.
Letztlich gebe ich alle Sternchen und eine Empfehlung.
Fazit: Eine sehr zuverlässige MiniDV-Kassette
| Verarbeitung: | ||
| Zuverlässigkeit: |


