AVM FRITZ!Fon MT-D
Viel Telefon für wenig Geld - AVM FRITZ!Fon MT-D VoIP Telefon

Erhältlich in: 2 Shops

Produkttyp: AVM VoIP-Telefone

Neuester Testbericht: ... sind die wichtigsten Eigenschaften des AVM - Fritz!Fon MT - D. Desweiteren ist eine einfarbig... mehr

Viel Telefon für wenig Geld
AVM FRITZ!Fon MT-D

batchman67

Name des Mitglieds: batchman67

Produkt:

AVM FRITZ!Fon MT-D

Datum: 20.03.10

Bewertung:

Vorteile: praktische Ergänzung zur Fritzbox

Nachteile: Kein Headsetanschluß, keine Tastaturbeleuchtung

Die Verarbeitung
Das rundherum in schwarz glänzendem Klavierlack gehaltene MT-D von AVM ist flach und wirkt edel. Leider neigt die glatte Oberfläche auch dazu, Fett und Schweiß förmlich anzusaugen, egal, ob man das Teil nur in die Hand nimmt oder mal kurz am Ohr hatte. Putzteufel sollten sich dessen bewusst sein, damit sie nicht in den Wahnsinn getrieben werden.
Wohl auch der Grund, warum der farbige Nachfolger MT-F wieder in matt glänzt...
Die nicht zu kleinen Tasten sind ergonomisch angeordnet und haben einen angenehmen Druckpunkt. Ich kann kein Knarzen beim Drücken der Tasten hören.
Auf der Rückseite gibt es nur oben zwei winzige Auflagepunkte, unten nicht (Warum eigentlich?). Wenn das Telefon oft mit dem Rücken auf einer harten Oberfläche liegt (z.B. Wohnzimmertisch mit Steinplatte), wird früher oder später der Rücken im unteren Teil verkratzen.
Der etwas lieblos gestaltete Standlader könnte zur Standfestigkeit etwas mehr Gewicht mitbringen, aber er soll ja auch nur das Telefon laden und keinen Schönheitswettbewerb gewinnen.
Der Akku wird relativ langsam geladen, was vermuten lässt, das man kein "intelligentes" Lademanagement integriert hat. Wenn man das Teil ständig im Standlader aufbewahrt, könnte das evtl. zu Lasten der Akku-Lebenszeit gehen.

Die Bedienung.
Den vollen Funktionsumfang kann das MT-D nur in Verbindung mit einer Fritzbox mit DECT-Basis ausspielen, da einige Zusatzfunktionen nur in der Fritzbox konfigurierbar sind.
Ich betreibe das MT-D an der "Homebox" von Kabel-Deutschland (baugleich 7270).
Wer schon mal ein Siemens-Gigaset hatte, wird mit dem MT-D sehr schnell zurecht kommen, den die Bedienung und Menüstruktur ist sehr ähnlich.
Menüpunkt wie "Internetdienste" oder "Komfortdienste" erklären sich von selbst.
Das monochrome Punktmatrix-Display ist ausreichend und zeigt im Standby die wichtigsten Infos wie Feldstärke, Akku, Zeit/Datum, Rufumleitung, neue Nachrichten oder die Wahlwiederholliste.
Das Telefon kann ISDN-like Anrufe von mehreren Leitungen annehmen, bei einem Anruf wird deshalb auch die Nummer angezeigt, auf die der Anruf gerade eingeht.
Per Menü kann man ebenso die Wählleitung schnell umstellen (Menü "Abgangsrufnummer") wie auch die Rufnummernanzeige bei abgehenden Gesprächen (Menü: "Anonym rufen") fallweise unterdrücken.

Funktionen.
Da das MT-D über die Firmware aktualisiert werden kann, richten sich einzelne Funktionen (oder Fehler) nach der jeweilig verwendeten Firmware. In meinem Fall ist die aktuelle reguläre Firmware derzeit die V2.04.
Es steht bei AVM auch immer eine "Laborsoft" zur Verfügung (derzeit V2.10), in der zukünftige Funktionen "ge-beta-testet" werden und Feedbacks von Usern ausgewertet werden.
"Laborsoft" heißt nicht, das dem User eine "Baustelle" zugemutet wird, es machen sich bestenfalls kleine Schönheitsfehler bemerkbar. So fehlt z.B. bei der V2.10 in einem Untermenü beim Zurückspringen ein Button oder der Connect zu einem Internetradiosender klappt nicht gleich beim ersten Versuch.
Mit der Laborsoft 2.10 geht das Navigieren durch die Menüs zügiger und jetzt praktisch verzögerungsfrei. Ebenso kann man ab V2.10 Telefonbucheinträgen bestimmte Klingeltöne zuweisen. Man hört also schon am klingeln, wer anruft.
In der Fritzbox konfiguriert man ein Emailkonto (mit der Laborsoft kann man zusätzlich auch Emails senden), eingegangene Emails werden über eine blinkende rote LED signalisiert. Internetradiosender, RSS-Feeds und Podcasts kann man ebenfalls einstellen und mit dem Mobilteil lesen bzw. hören. Zur Ausprobieren kann man in jeder Kategorie Beispiele aus einer Liste auswählen.
Podcast habe ich nicht näher ausprobiert, bei Internetradio funktionieren MP3-Streams (.m3u) oder Playlists (.pls). Bei RSS ist man auf das Datenformat des Anbieters angewiesen, je nachdem sieht man entweder nur eine Fehlermeldung, nur die Überschrift, die ersten paar Zeilen oder die gesamte Nachricht.
Ausserdem läßt sich WLAN oder (programmierte) Rufumleitungen Ein/Ausschalten.
Das Telefonbuch (300 Einträge) befindet sich ebenfalls in der Fritzbox und lässt sich sowohl dort als auch im Mobilteil editieren. Der Vorteil liegt auf der Hand: Das gesamte Telefonbuch ist immer aktuell für alle Mobilteile verfügbar. Natürlich kann man mehrere Telefonbücher anlegen und für einzelne Mobilteile vorwählen.
Ein großes Telefonbuch kann man entweder mit der Pfeiltaste gedrückt gehalten schnell durchblättern, oder mit der Eingabe des ersten Buchstabens blockweise anwählen.
Es gibt die Möglichkeit, Outlook-Kontakte zu importieren.
Wenns sein muß, kann man mit dem MT-D auch einen Firmware-Update der Fritzbox checken und ggfs. Starten.

Der Lautsprecher
...befindet sich an der Rückseite und hat einen beeindruckenden Klang.
Internetradio klingt laut und deutlich wie ein gutes Transistorradio, ebenso das Freisprechen.
Das MT-D unterstüzt High-Qualitiy-Telefonie nach dem CAT-iq Standard, allerdings nur mit passender Gegenstelle und auch nur wenn beide über Internet und nicht an einem Festnetzanschluss angeschlossen sind.
Leider ist HD-Telefonie noch kaum verbreitet, und da wahrscheinlich eher "Wetten Dass" pünktlich aufhört, als das man einen zufälligen Gesprächspartner mit HD-Telefon findet (angezeigt durch ein kleines "HD"-Symbol), gibt's auch einen Menüpunkt "So klingt HD". Dazu baut das MT-D per voreingestellter Kurzwahl eine passende Demo-Verbindung auf, wo man sich HD in Sprache oder Musik anhören kann.
Zwischenzeitlich habe ich mir bei einem bekannten Online-Auktionator ein weiteres gebrauchtes MT-D für 32Euro geschossen, um auch die 2. externe Schnurlosbasis einzusparen. So kann man bei internen Gesprächen den Qualitätssprung ausgiebig selbst testen.
Meine Meinung:
Klingt richtig gut! Ein schöner voluminöser Klang, man kann sogar sowas wie ein Bass erahnen.
Fehlt eigentlich nur noch der Anschluß eines (Stereo-) Headsets zum Freihand-Telefonieren oder Radiohören.

Und sonst?
Der Akku hat bei nur 2,4V/600mA trotzdem eine "normale" Ausdauer von "ein paar Tagen" bei wenig Benutzung, naturgemäß zerrt Radiohören schwer am Akku, den man an einem Nachmittag damit leer saugen kann.
Zum Stromsparen kann man die Beleuchtung dauerhaft dimmen oder im Standby das ganze Display deaktivieren lassen. Wünschenswert wären Standard-Mikrozellen, die sind günstiger beim Austausch bei Defekt oder Kapazitätserhöhung.
Das AVM MT-D ist baugleich mit dem Audioline Slim DECT 580, vielleicht sind ja Ersatzakkus dort etwas günstiger.
Die Funk-Reichweite ist ebenfalls "normal", soweit ich das mit anderen DECT-Telefonen beurteilen kann.

Fazit:
Ich finde, der Preis ist für die gebotene Leistung ok, vorausgesetzt, man hat bereits eine Fritzbox der gehobenen Kategorie zu hause stehen.
Ich kann wie bei anderen Testern keinerlei Verbindungsabbrüche oder schlechte Tonqualität feststellen. Die Stabilität wird (und wurde) von AVM ständig verbessert, wie man auch in den "Neuerungen der aktuellen Firmware" auf der Hersteller-Hompage nachlesen kann.

Fazit: Siehe Bericht.