Time Bandits
Räuber in Zeit und Raum - Time Bandits Video Film

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Neuester Testbericht: ... Wesen hat reichlich gestümpert bei seiner Schöpfung, aber es hatte ja auch nur 7 Tage Zeit. Mit Time Bandits hat Gilliam in alter Monty-... mehr

Räuber in Zeit und Raum
Time Bandits

kornix

Name des Mitglieds: kornix

Produkt:

Time Bandits

Datum: 17.10.00, geändert am 06.03.01 (29 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: versteckter Sarkasmus, englische Humor, -

Nachteile: -, -, -

Was würden Sie tun, wenn auf einmal sechs Zwerge in Ihrem Schlafzimmer stehen würden? Ganz sicher das Gleiche wie ich, zuerst einmal ganz dumm aus der Wäsche schauen. So geht es Kevin, den seine Eltern als Phantast abtun. Kevin nimmt die Chance wahr und flieht mit den sechs Zwergen. Damit beginnt eine phantastische Reise durch Zeit und Raum, bissig und sarkastisch, wie ich es von englischem Humor gewöhnt bin.

Es stellt sich heraus, daß die Zwerge Angestellte des obersten Wesens sind. Da dieser in sechs Tagen die Welt erschaffen mußte, konnte er nicht alles vollenden, und so blieben hier und da Löcher in der Zeit stehen, die noch nicht repariert worden sind. Die Zwerge haben die Karte mit den Standorten der Löcher gestohlen, und benutzten diese, um Wertgegenstände aus verschiedensten Epochen zu stehlen. Immer auf der Flucht vor dem obersten Wesen, das die Karte wiederhaben will, und immer den Teufel im Nacken, der die Karte auch gerne besitzen würde.

Die Reise führt Kevin auf die Titanic, zu Napoleon, zu Robin Hood, ins antike Griechenland zu Agamemnon und ins Land der Riesen.

Die Besetzung der historischen Personen ist vorzüglich gewählt.

Ian Holm als Napoleon Bonaparte schließt die Zwerge sofort ins Herz und ernennt sie zu seinen Beratern, da er endlich einmal auf jemanden von oben herabsehen kann.


John Cleese als Robin Hood ist gar nicht der nette Mann, den wir aus der Legende kennen. Er nimmt Gold von den Reichen, und gibt den Armen. Aber nicht das Gold gibt er ihnen, sondern eine links und eine rechts auf die Backen.

Sean Connery als Agamemnon wäre der Vater, den Kevin gerne hätte. Und Kevin wäre der Sohn, den Agamemnon gerne hätte. Aber die Zwerge holen Kevin gegen seinen Willen aus dieser Zeit. Sie wollen rauben, nicht die Zeitlinie verändern.

Ralph Richardson als oberstes Wesen ist nur gegen Ende ganz zu sehen. Er erinnert mich an den Wizard of Oz und sieht aus wie ein Gebrauchtwagenhä
ndler. David Warner als Teufel bietet einen exzellenten Gegenspieler zum obersten Wesen. Der abschließende Kampf zwischen Gut und Böse ist wirklich sehenswert und voll mit schwarzem Humor.

Unter der Regie von Terry Gilliam entstand ein surrealer Film, zu dem Terry Giliam in Zusammenarbeit mit Michael Palin das Drehbuch schrieb. Gilliam, Palin, Cleese? Richtig, das sind drei der berüchtigten Monty Pythons. Besonders bemerkt man den Stempel der Nonsens-Truppe in der Szene mit Robin Hood, aber auch sonst ist er vorhanden, man findet ihn nur nicht sofort. Wenn Fidgit, der Chef der Zwerge, auf der Titanic nach mehr Eis schreit, und das Schiff in dem Moment auf den Eisberg aufläuft, ist das zweifelsfrei die Handschrift und der Humor von Monty Python.

Bei diesem Film kann man sich köstlich amüsieren. Erst beim zweiten Anschauen bekommt man manche boshafte Stichelei mit, die in den Humor eingepackt ist. Dennoch ist es kein Film für jede Gelegenheit, man sollte ihn in Ruhe ansehen und den britischen Humor genießen. Darüber diskutieren kann man später immer noch. Ich wünsche viel Vergnügen in Raum und Zeit.

Fazit: