The Trench
The Trench - Der Graben liegt auf jeder Seite... - The Trench Video Film

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The Trench - Der Graben liegt auf jeder Seite...
The Trench

Myrrdin

Name des Mitglieds: Myrrdin

Produkt:

The Trench

Datum: 30.03.01, geändert am 30.03.01 (67 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Anschauen,bevor man zum Bund geht, Sehr gute Darsteller

Nachteile: Nicht erkennbar

Seltsam eigentlich.Ein Film über den 1.Weltkrieg,der 1999 erschienen ist?

Wie auch immer,William Boyd's Movie hat einen ganz eigenen Stil.Wo andere Regisseure uns damit entsetzen,was man alles mit Exploivstoffen am lebenden,danach meistens toten Menschen alles anrichten kann,dreht Boyd einfach den Spieß um.
Und gibt dem Zuschauer ein sehr eindringliches Bild davon,was Menschen wie Remarque,Flix oder Ettighofer dazu getrieben hat,ihre Erinnerungen an das Erlebte aufzuschreiben.Davon aber später.

Die Story:

Eine Gruppe junger britischer Soldaten wartet auf ihre Feuerprobe.Ort des Geschehens ist über 95% des Films der gutgesicherte Graben an der Somme 1916,in dem die Truppe auf ihren Einsatz wartet.Keiner der Jungen hat auch nur entfernt eine Vorstellung davon,was auf sie zukommt.Lediglich der Sergeant,der bereits einige Schlachten hinter sich hat,ahnt,das hier einmal mehr sinnlos ein Teil der Generation verheizt werden soll,die eigentlich ganz andere Dinge tun sollte.
Als der Einsatzbefehl kommt,als dritte Welle in die Schlacht zu ziehen,hat die Gruppe bereits feststellen müssen,daß sie nicht so sicher sind,wie sie dachten.Einer von ihren wurde bereits von einem Scharfschützen in's Lazarett geschossen.Trotzdem schwebt den Jungen immer noch so etwas wie "Wir kommen alle durch" vor.
Kurz darauf wird der Befehl geändert.Nun sind sie diejenigen,die zur ersten Angriffswelle gehören....

Ich halte William Boyd's Film für einen der wenigen gelungenen "Anti"-Kriegsfilme neben "Im Westen nichts Neues" und der Semidokumentation "Douaumont",zumindest,was den ersten Weltkrieg betrifft.
Im Gegensatz zu anderen Filmen des Genres wird hier nämlich weniger auf spektakuläre Gefechtszenen gesetzt,sondern ausschließlich daruf,die Menschen darzustellen,die sich eine Uniform angezogen haben/anziehen mußten.
Sei es der dem Trupp vorgesetzte Captain,der genau weiß,was geschehen wird u
nd der trotzdem nicht aus seiner Rolle schlüpfen kann und deshalb zum Dauerspritter wird,sei es der Sergeant,der die ihm anvertrauten Jungen durch Grobheit abzustumpfen versucht oder seien es die Jungen selber,die herausfinden müssen,daß der im "Vaterland" so bejubelte Krieg etwas Gräßliches ist;wo im normalen Film eine Spannungslösung durch Aktion erfolgt,gibt es hier keine.
Vielmehr steigert Boyd die Spannung noch weiter,indem er uns und die Truppe wissen läßt: Wenn um 7.30 die Trillerpfeifen blasen,geht es raus.Und dann Gnade euch Gott.

Und was sehen wir bis dahin? Leute,in denen man sich selbst wiedererkennt.Und das sollte Grund genug sein,sich "The Trench" zu Gemüte zu führen,zumindest dann,wenn man vor der Wahl steht,zum Bund oder woanders hin zu gehen...


P.S.: Wenn "The Trench" kein Bühnenstück war,sollte es eines werden.Wenn es eines war,dann ist William Boyd ein Meisterstück gelungen.


Cheers...Myrrdin.

Fazit: