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Neuester Testbericht: ... Päärchen Francoise und Etienne- aufzubrechen, um nach der geheimnisvolen Insel zu suchen. Nachdem die drei einige Tage durch Thai... mehr
Bescheidene filmische Umsetzung eines sehr guten Buches
The Beach

Name des Mitglieds: squarerigger
Produkt:
The Beach
Datum: 02.01.03, geändert am 02.01.03 (433 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Leo DiCaprio spielt wirklich gut
Nachteile: Wenig Bezug zur Vorlage
Am Neujahrsabend lief auf RTL 'The beach' mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle. Da ich, als er aktuell war, den Film im Kino aus irgendwelchen Gründen verpasst habe, nutzte ich die Chance, ihn mir nur im Heimkino anzuschauen.
Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman, dem Erstlingswerk, des 1970 geborenen amerikanischen Autors Alex Garland. Er erzählt die Geschichte des amerikanischen Rucksacktouristen Richard (Leonardo DiCaprio), der durch Thailand reist. In einer billigen Absteige in Bangkok schließt er die Bekanntschaft mit einem völlig bekifften Aussteiger, welcher ihm, ehe er Selbstmord begeht, eine Karte hinterlässt. Diese Karte soll angeblich einen wunderschönen, paradiesischen Strand auf einer einsamen Insel, den Traum eines jeden Aussteigers, zeigen. Gerüchte über diesen Strand machen in der Backpacker-Szene seit geraumer Zeit die Runde. Zwar ist Richard in Bezug auf den Wahrheitsgehalt dieser scheinbaren Urban Legend mehr als skeptisch, dennoch beschließt er, zusammen mit dem französischen Pärchen Francoise und Etienne den Strand zu suchen. Zwei befreundeten Amerikanern fertigt er zuvor noch eine Kopie der Karte an.
Tatsächlich gelingt es den Dreien, die auf der Karte eingezeichnete Insel zu finden - und auch den Strand gibt es wirklich. Paradiesisch mutet die friedliche kleine Aussteiger-Kolonie, die von der charismatischen Sal und ihrem Freund Bugs geleitet wird, den Dreien an. Den ganzen Tag ist Party und schönes Leben angesagt, sie fühlen sich richtiggehend wohl.
Doch immer wieder bekommt die heile Welt Risse. Zwischen Etienne und Richard kommt es zum Streit, weil sich Francoise in Richard verliebt hat. Sal spinnt immer wieder neue Intrigen, vordergründig nur mit der einzigen Absicht, die Existenz des Strandes geheim zu halten, denn die ebenfalls auf der Insel aktiven Gras-Pflanzer haben deutlich artikuliert, daß sie sehr ungehalten werden würden, wenn noch mehr Aussteiger auf die Insel kämen - und solche Argume
nte von solchen Leuten sollte man gefälligst ernst nehmen, denn AK47 (vulgo: Kalaschnikow) sind leider sehr gute Argumente.
Dann beginnt der Alptraum: Mitglieder der Kommune werden beim Fischen von einem Hai attackiert. Einer überlebt schwer verletzt und bedarf dringend ärztlicher Behandlung, was jedoch von Sal abgelehnt wird, da so ja die Existenz der Kommune gefährdet wird. Stattdessen wird der schwer Verletzte zum Verrecken (sorry, anders kann man das nicht ausdrücken) in den Urwald gebracht. Immer mehr machen sich Furcht und Horror in Richard breit - und immer weiter eskaliert die Situation: die Amerikaner, denen Richard eine Kopie der Karte angefertigt hat, erscheinen auf der Insel und werden, beobachtet von Richard, in der Haschisch-Plantage von den Gras-Pflanzern erschossen. Schließlich erscheinen die Bewaffneten sogar am Strand und fordern Richards Tod; auch hier scheint Sal bereit zu sein, für die weitere Existenz 'ihres' Strandes über Leichen zu gehen...
Soweit mal die kurze Zusammenfassung des Films. Würde ich nur den Film kennen, so würde ich sagen, daß er recht gut gelungen ist. Insbesondere Leo DiCaprio, den ich nicht wirklich für einen guten Schauspieler halte, schafft es hier, als Richard voll und ganz zu überzeugen. Dennoch kann ich mit dem Film nicht zufrieden sein. Warum das? Nun, ich habe schon vor geraumer Zeit Alex Garlands Roman gelesen - und verglichen damit ist der Film einfach nur schlecht. Die Alpträume, die Richard zu fortgeschrittener Zeit immer öfter plagen, sind im Film nur ein magerer Abklatsch dessen, was Garland im Film beschreibt. Die despotische Herrschaft von Sal und Bugs kommt im Film bei weitem nicht so gut rüber wie im Buch. Die fast schon klaustrophobisch zu nennende, an die Film 'Apokalypse Now' und "Der Herr der Fliegen" erinnernde Situation auf der Insel wird im Film nur mehr als unzureichend dargestellt.
Und vor allem ist der Schluß des Filmes verglichen mit dem Finale
des Buches eine Farce. Gelingt es im Film fast allen Mitglieder der Kommune, die Insel per Floß zu verpassen, so stellt sich die Situation im Buch deutlich anders dar. Um die Gras-Pflanzer zu beschwichtigen, fällt die ganze Kommune im Gras-Rausch und nach Anstiftung durch Sal über Richard her. Nur mit viel Glück gelingt es ihm, mit den beiden Franzosen und Keaty, einem weiteren Freund, schwer verletzt die Insel zu verlassen.
Im Prinzip zeigt sich einmal mehr, daß wirklich gute Bücher i.d.R. selten zu wirklich guten Filmen verarbeitet werden (Ausnahmen sind z.B. 'Der Herr der Ringe' oder 'The green mile'). Für diese bescheidene filmische Umsetzung eines sehr guten Buches kann ich maximal 3 von 5 möglichen dooyoo-Sternen vergeben.
Einen weiteren Stern ziehe ich für eine riesengroße Sauerei bei den Dreharbeiten ab: obwohl die thailändische Insel, auf der gedreht wurde, Naturschutzgebiet ist, wurde durch die Filmcrew der Strand massiv und mit schwerem Gerät verändert, damit er noch schöner aussieht. Insofern gibt es nur 2 von 5 möglichen dooyoo-Sternen.
Fazit:
Weitere Testberichte: im Bereich Video Film

