Sleepy Hollow - Köpfe werden rollen
Bloß nicht den Kopf verlieren! - Sleepy Hollow - Köpfe werden rollen Video Film

Neuester Testbericht: ... wie zum Beispiel kautarisierte Wunden, was bedeutet, dass die Klinge ungewöhnlich heiss gewesen sein muss. Auch die Informationen de... mehr

Bloß nicht den Kopf verlieren!
Sleepy Hollow - Köpfe werden rollen

halcion

Name des Mitglieds: halcion

Produkt:

Sleepy Hollow - Köpfe werden rollen

Datum: 16.03.03, geändert am 21.04.04 (277 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: gut gewählte Drehorte, klasse Schauspieler, Stroy, einfach alles recht gut umgesetzt

Nachteile: teilweise märchenhaft, wirkt an manchen Stellen leicht übertrieben

Kennt hier irgendwer den Spruch „Du würdest Deinen Kopf vergessen, wenn er nicht angewachsen wäre!“ nicht. Nun, auch wenn ein Kopf angewachsen ist, lässt er sich hin und wieder leicht verlieren. Sehr eindrucksvoll beweist uns das: „Sleepy Hollow – Köpfe werden rollen!“

Die Story beginnt schon am Anfang schaurig. Martin van Garret, der reichste Bewohner in einem Örtchen, in dem fast alle miteinander verwandt sind, versiegelt einen Brief, holt seinen Sohn und steigt in seine Kutsche. Natürlich ist es Nacht und daher dunkel und neblig – und gruselig.
Schon nach wenigen Metern, die die Kutsche zurückgelegt hat, hört man lautes, sich rasch herannahendes Hufgestampfe. Voll Panik schaut van Garret aus der Kutsche, kurz darauf hört man ein Schwert schwingen. Van Garret beugt sich aus der Kutsche, schaut nach seinem Sohn, der den Kutscher gemacht hat und erblickt ein grausames Bild: Van Garret Jr. sitzt immer noch auf der Kutsche, nur das etwas fehlt – nämlich sein Kopf. Zu Tode erschrocken stürzt sich van Garret aus der Kutsche und läuft geradewegs in sein Verderben, nämlich ein Maisfeld. Er läuft und läuft und steht plötzlich vor einer schaurigen Vogelscheuche. Für einen Moment ist alles still, doch dann hört man wieder Geräusche. Van Garret dreht sich um, erstarrt für einen Moment und dann...
Tja, dann wird ihm der Kopf abgeschlagen.
Das Makabere an dieser ersten Horrorszene - so scheint es zumindest – ist die Vogelscheuche, die fast schon freudig lächelnd den Mord verfolgt und dafür auch ein paar Blutspritzer auf sich nimmt.

An dieser Stelle beginnt die eigentliche Story. Die Szenerie ist nun nicht mehr Sleepy Hollow, sondern New York zum Ende des 18. Jahrhunderts. Ein Polizist findet eine Leiche im Wasser, die ohne großes Fackeln verbrannt wird. Constable Ichabod Crane ist damit nicht einverstanden. Er meint, dass er vorher die Leiche untersuchen müsste.
Wieder Szenenwechsel, man sieht

Crane vor Gericht, wie er für einen Verbrecher spricht, aus dem ein Geständnis unter Anwendung der Folter gepresst wird. Crane zeigt recht deutlich, dass er eine Abneigung gegen Folter hat, doch der Richter fühlt seine Autorität untergraben und schlägt Crane etwas vor. Wenn er doch so sehr an Gerechtigkeit interessiert sei, so solle er entweder die drei grausamen Morde in Sleepy Hollow klären oder aber ins Gefängnis wandern. Nach kurzem Überlegen, sagt Crane zu und fährt schon am nächsten Tag los.

Als er in Sleepy Hollow ankommt, ist er alles andere als willkommen. Die gesamte Bevölkerung des Örtchens hat sich im Gutshaus von Baltus van Tassel versammelt und scheint irgendetwas zu feiern (aber nicht die Morde!). Van Tassel zeigt sich freundlich und bietet Crane ein Zimmer an, schließlich sollte dieser ja die Ermittlungen ohne Probleme durchführen.
Aber was für Ermittlungen überhaupt? Tja, Crane soll drei Morde klären, bei allen Mordopfern wurde der Kopf abgeschlagen und mitgenommen und angeblich sei der Mörder ein Geisterreiter, der auf der Suche nach seinem Kopf sei. So viel erzählen ihm die Dorfbewohner, doch Crane glaubt nicht daran und so schweifen die Bewohner noch weiter aus. Sie erzählen ihm die Geschichte eines blutrünstigen Hessen, der einst all seinen Gegnern den Kopf abgeschlagen hatte. Jedoch wurde er eines Tages gefangen, getötet und geköpft und dann in den westlichen Wäldern neben Sleepy Hollow vergraben.

Crane wehrt sich strikt das unglaubliche ernst zu nehmen – bis vor seinen Augen der Bügermeister der Stadt vom Reiter umgebracht wird. Crane ist sich nach einiger Zeit sicher, dass der Reiter nicht aus eigenem Willen handelt, sondern viel mehr hinter der Sache steckt. Ein Komplott mit dem alle Mordopfer etwas zu tun hatten. Nun gilt es den Reiter und die Person hinter ihm aufzuhalten und zu stellen.
So viel zum Inhalt, für den ich zwei von drei Punkten vergebe, denn manchmal wirkt alles doch leicht übertrieben u
nd sc
hon fast märchenhaft.

Der ganze Film ist düster gehalten, die Sonne scheint nie, die Nächte sind länger als die Tage, der Nebel scheint immer da zu sein. Dazu dann die ganze Szenerie in fahles Licht getaucht, das an einigen Stellen eine sehr sehr schaurige Atmosphäre schafft. Auch die Häuser sehen nicht einladend aus, der Fluch des Reiters scheint über allem zu schweben...
Auch die Effekte sind gut gewählt, etwas makabres hat zum Beispiel jede Szene, in der ein Kopf abgehackt wird (sind nicht wenige...). Im ersten Moment läuft ein?unbescholtener? Bürger noch schreiend weg, dann flitzt der Reiter heran und in weniger als fünf Sekunden ist der Kopf ab, auf das Schwert gespießt und dann zurück zur Sammelstelle gebracht.
Schön auch gemacht, der Totenbaum, der das Tor zur dunklen Welt des Reiters und Sleepy Hollow bildet. Die Köpfe wirken auch sehr realistisch, allerdings sehen die Leichen manchmal etwas gummihaft aus.

Nun zu den Schauspielern, die für diesen Film sicherlich gut geeignet waren.
Johnny Depp spielt blendend den etwas schrulligen Ichabod Crane. Er kämpft mit sich selbst, da er nur an Vernunft und nicht an Übersinnliches glaubt. Es macht ihm sehr zu schaffen, dass er keine vernünftige Lösung für die Morde findet. Auffallend ist, das durch ihn auch eher spaßige Elemente in den Film geraten sind, denn wenn er beim Anblick einer neuen Leiche auf eine sehr lustige Art in Ohnmacht fällt, kommt bei jedem mindestens ein kleines Grinsen auf.

Als Begleiterin Cranes sieht man Katrina van Tassel alias Christina Ricci („Meerjungfrauen küssen besser“). Sie strahlt etwas mysteriöses aus, sodass sogar Crane an einigen Stellen nicht mehr weiß, ob er ihr vertrauen kann. Sie scheint irgendwie eine Art Magie z besitzen, doch auch das hält den Reiter nicht davon ab, zu morden.

Meistens ist er ja eher kopflos, aber in den Szenen von Rückblenden spielt Christopher Walken hervorragend den kopflosen Hessen. Gr
ausam, blu
trünstig, mit spitzgefeilten Zähnen und weißen Augen, da läuft es jedem kalt den Rücken runter. Allerdings hat der, wie schon gesagt, die meisten Auftritte ohne Kopf. Überzeugt aber dennoch.

Kleinere Rollen spielen Christopher Lee als der Richter, der Crane losschickt und Martin Landau, der als erstes Mordopfer nicht viel Rolle hat.
.

Die Drehorte beschränken sich auf das Dorf und den Wald. Das Dorf wurde innerhalb eines halben Jahres aus dem nichts aufgebaut, was auf jeden Fall sehr beeindruckend ist.
Es wurde sehr auf Details geachtet, anders als bei irgendwelchen computeranimierten Gebäuden, die total übertrieben wirken. Der Wald wurde natürlich nicht extra angepflanzt, er war schon vorher da. Da er anscheinend aber nicht gruselig genug war, wurden Bäume angefertigt und mit echten Ästen ?behängt?. Auch im Wald zeigt sich viel Liebe zum Detail.
Für die Schauspieler, die Drehorte und die Effekte vergebe ich noch mal zwei von drei Punkten

Fazit:
Ein Film für echte Horrorfans, auch wenn hin und wieder eher lustige Szenen zu sehen sind. Da diese allerdings minimal sind, kann man den Film auf jeden Fall dem Genre Horror zuordnen.
Das besondere an diesem Horrorfilm ist, dass auch etwas von einem Krimi und einem Märchen zu entdecken ist. Auch die Romanze darf natürlich nicht fehlen, allerdings steht sie bei diesem Film nicht in Vordergrund. Es sind hier nicht nur die Effekte, die den Film zu dem machen, was er ist, denn die Story hat hierzu einen wesentlich größeren Teil beigetragen. Schon gleich am Anfang kommt durch den Film die richtige Atmosphäre auf, empfehlenswert ist der Film in einem nicht ganz dunklen Zimmer, natürlich abends, wenn es schon dunkel ist und am besten noch ein Kissen zum vor’s Gesicht halten. Schaut Euch den Film an, denn „Köpfe werden rollen“!

Mein Urteil:
Mit hat der Film insgesamt recht gut gefallen. Am besten fand ich den Totenbaum, die Vogelscheu
che [wie schon
am Anfang erwähnt], die Köpfe [ich bin ja so sadistisch ;-) ] und die Drehorte. Auch die Schauspieler haben mich überzeugt und die alte Sage vom Reiter sehr schön rübergebracht. Allerdings sehe ich lieber Horrorstreifen nach Art von Scream, Anatomie, etc. in denen es nicht um übersinnliche Dinge geht. Eines kann ich garantieren: Wenn Du schwache Nerven hast, dann verzichte auf den Genuss Sleepy Hollows!
Sleepy Hollow ist mehr so eine Mischung und deshalb vergebe ich vier Sterne.


Fazit: