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Neuester Testbericht: ... Fall. ______ Pacino ist unvergesslich in dieser Rolle wie in seiner Rolle als Michael Corleone - auch wenn Coppolas Pate sicherlich ... mehr
Vom Tellerwäscher zum Drogenmillionär
Scarface

Name des Mitglieds: Jochen
Produkt:
Scarface
Datum: 15.07.00, geändert am 15.07.00 (196 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Grandioses Gangster-Epos
Nachteile: Es ist relativ schwer, an die ungeschnittene Fassung zu kommen
"Scarface" (1983) ist eine zeitgenössische Interpretation des Noir-Klassikers von 1932. Oliver Stone, der das Drehbuch zu diesem Brian De Palma Film schrieb, versetzte die Handlung in das Jahr 1980, in dem Fidel Castro 125.000 Sträflinge nach Miami abschiebt. Unter ihnen befindet sich das Narbengesicht Tony Montana (Al Pacino), der vom Tellerwäscher zum Drogenmillionär avanciert. Um dort hinzugelangen, muß er jedoch erst einige Leute ins Jenseits schicken. Dann kann er das Imperium des Frank Lopez (Robert Loggia) inklusive seiner Frau Elvira (Michelle Pfeiffer) übernehmen. Am Gipfel angekommen, gibt es nur noch einen Weg: Den bergab!
"Scarface" ist nicht nur wegen seines geistreichen Drehbuchs, das einem den amerikanischen Alptraum vorführt, Pflicht für alle Cineasten. Was dieses 163minütige Epos spannend macht, ist die Tatsache, daß man als Zuschauer gezwungen wird, sich mit einer Figur zu identifizieren, die moralisch all dem entspricht, was einem normalerweise die Galle ins Gesicht treiben würde: Skrupellos meuchelt und mordet sich Montana an die Spitze.
Zwei Sequenzen aus "Scarface" haben Filmgeschichte geschrieben:
1. Das häufig gekürzte Kettensägenverhör, in dem Montana mitansehen muß, wie sein Bruder in einer Badewanne zerteilt wird. De Palma mußte eine Szene herausschneiden, um von der US-Zensurbehörde ein R-Rating zu erhalten. In England ist jedoch die ungeschnittene Version erhältlich. Man sieht strenggenommen nicht viel Gewalt in dieser Szene. Was sie trotzdem so stark wirken läßt, ist die Kamerafahrt zu Montanas nicht weit entfernt wartendem Partner, der nichts böses ahnt, verbunden mit einer haarstreubenden Tonspur.
2. Der Showdown in Montanas Residenz, in der er sich mit einer riesigen Menge Koks dopt, bevor er sich seinen Feinden stellt. Es folgt eine gnadenlos blutige Ballerei.
Scarface hat es 1983 knapp geschafft, sein um ein vielfach überz
ogenes Budget wieder einzuspielen. Es war kein großer kommerzieller Erfolg, hatte aber einschneidene Folgen für mehrere Mitarbeiter: Brian De Palma etablierte sich hiermit auf der A-Liste der Hollywood-Regisseure, Al Pacino konnte endlich wieder in einem Film mitspielen, der von Kritikern und Zuschauern gleichermaßen beachtet wurde (nach dem zweiten Teil des Paten, war er nur in relativ unbeachteten Filmen aufgetreten, weil er sich nie gegen De Niro und Dustin Hoffman beim Casting durchsetzen konnte) und Oliver Stone durfte nach "Scarface" wieder Regie führen (dieses Privileg war ihm nach seinem Debüt "Die Hand" (1981) wieder entzogen worden).
Fazit:
Weitere Testberichte: im Bereich Video Film

