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Neuester Testbericht: ... Stil, einer muss halt draufgehen und die anderen finden ihr Glück... Der Angriff auf Pearl Harbor hat technisch durchaus etwas zu b... mehr
Mittelmäßiger Film - nicht mehr und nicht weniger
Pearl Harbor

Name des Mitglieds: squarerigger
Produkt:
Pearl Harbor
Datum: 09.06.01, geändert am 09.06.01 (115 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Gute Special-Effects
Nachteile: Überzogener Patriotismus; Sinnlosigkeit des Sterbens wird nicht überzeugend dargestellt
Seit 07.06.2001 läuft nun 'Pearl Harbour' in deutschen Kinos. Am 08.06.2001 hab ich mir den Film angeschaut, und jetzt möchte ich meine Meinung dazu kundtun:
Zusammenfassend gipfelt meine Meinung in zwei Aussagen:
1)
Der Film ist nicht so schlecht, wie ihn die meisten Kritiker darstellen.
2)
Der Film ist nicht so gut, wie ihn uns die Werbung verkaufen will.
Um was geht es in dem Film? Erzählt wird die Story von zwei jungen amerikanischen Kampffliegern namens Rafe (gespielt von Ben Affleck, bekannt aus "Armageddon") Danny (gespielt von Josh Hartnett) zu Beginn der 40er Jahre des letzten Jahrhunderts. Sie sind von Kindesbeinen an die dicksten Freunde und lieben die Fliegerei über alles. Am Abend, bevor er als Freiwilliger der Royal Air Force nach Europa aufbricht, um an der Luftschlacht um England teilzunehmen, verliebt sich Rafe in die junge Krankenschwester Evelyn (gespielt von Kate Beckinsale). Beide lieben sich über alles, aber dennoch muß Rafe nach Europa.
Sowohl Danny als auch Evelyn werden auf den amerikanischen Stützpunkt Pearl Harbour auf Hawaii versetzt. Dort erhalten sie die Nachricht, daß Rafe tot ist. Nach einer gemeinsamen Phase der Trauer kommen sich die beiden näher und verlieben sich. Doch ihr Glück soll nur von kurzer Dauer sein - der totgeglaubte Rafe taucht wider Erwarten doch wider auf. Während zwischen ihm und Danny erbitterte Feindschaft herrscht, befindet sich Evelyn in einem Taumel der Gefühle.
Doch schon bald werden die persönlichen Schicksale der drei Hauptpersonen des Films vom Angriff der Japaner auf Pearl Harbour überschattet. Rafe und Danny zeigen, was für Helden in ihnen stecken (immerhin handelt es sich bei 'Pearl Harbour' um eine Hollywoold-Produktion - und die kommen ja bekanntlich nie ohne echte Helden aus *g*) und gehen zum Gegenangriff über. Nach einem hollywood-typischen Special-Effects-Feuerwerk ist die Schlacht um Pearl Harbour beendet. Die USA t
reten in den 2. Weltkrieg ein und planen einen Schlag gegen Tokio. Ausführen sollen ihn natürlich u.a. Rafe und Danny - doch nur einer der beiden wird diesen Einsatz überleben...
Ich möchte hier nicht mehr erzählen, denn sonst wäre die Spannung - sofern sie in diesem Film überhaupt vorhanden ist - komplett raus.
Kommen wir nun also zu meiner persönlichen Bewertung.
Aaaaalso, 'Pearl Harbour' ist in meinen Augen nettes, unterhaltsames Popcorn-Kino. Wer sich einen schönen Kinoabend machen will, kann reingehen. Unterhaltsam ist es allemal, vor allem wenn man auf Special Effects scharf ist. Das Bombardement von Pearl Harbour wird als gigantisches Feuerwerk gezeigt, die Flugszenen, in denen Rafe und Danny in den Häuserschluchten gegen die japanischen Zeros kämpfen, erinnern ein bißchen an die Szenen aus 'Star Wars', als sich Darth Vader und Luke Skywalker in den Schluchten des Todessterns bekriegen.
Primär ist der Film jedoch erst einmal eine Liebesgeschichte - die ganzen Kampfszenen könnte man sich eigentlich sparen. Auch ohne sie hätte man die Love-Story, während andererseits die Kriegsszenen ohne die Love Story eher sinnlos wären.
Ein anspruchsvoller Film ist 'Pearl Harbour' sicher nicht - aber das war ja auch nicht zu erwarten. Daß sich die USA in der Aufarbeitung nationaler Tragödien sehr schwer tun, ist nichts wesentlich Neues. Beim Vietnamkrieg mag es ihnen inzwischen durch einige wirklich gute Antikriegsfilme gelungen sein - 'Pearl Harbour' ist jedoch definitiv kein Beitrag zur Aufarbeitung des gleichnamigen Traumas.
Daß dort mehrere 1.000 Menschen ums Leben kamen, wird nur angedeutet. Welche Sinnlosigkeit hinter ihrem Sterben im Speziellen und jedem Krieg im Allgemeinen steht, kommt überhaupt nicht rüber. Hier hätte man deutlich mehr aus dem Thema machen können.
Aber gut, Produzent des Filmes war ja schließlich Jerry Bruckheimer, und der ist ja dafür bekannt, daß er im
Zweifelsfall lieber einen künstlich hochstilisierten Patriotismus als die grausame Realität darstellt. Beispiele für den hollywood-typischen Patriotismus findet man in seinen Filmen ja zu Genüge, ich darf nur an 'Armageddon" erinnern. Und natürlich kommt auch 'Pearl Harbor' nicht ohne leinwandfüllende Bilder der Stars and Stripes aus. Mag ja sein, daß die Amerikaner auf so etwas stehen, ich persönlich finde es nicht nur lächerlich, sondern fast schon pervers - aber dafür dürfte es sicher dem derzeitigen US-Präsidenten George "Hab ich mir schon wieder einen Versprecher geleistet" W. Bush gefallen, denn auch er ist ja bekanntermaßen ein Anhänger dieses übertriebenen Patriotismus, der die USA über alle anderen Staaten hinausheben soll.
Also, kurz zusammengefaßt: Der Film ist recht unterhaltsam, man sollte ihn jedoch durchaus mit kritischen Augen sehen.
Mein persönlicher Favorit in puncto darstellerischer Leistung ist übrigens keiner der Hauptdarsteller, sondern der Darsteller des Präsidenten Franklin D. Roosevelt, der die Rolle des an den Rollstuhl gefesselten, willensstarken Mannes im Weißen Haus sehr überzeugend spielt.
Fazit:
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