Pearl Harbor
Special Effects Feuerwerk-und der Rest??? - Pearl Harbor Video Film

Erhältlich in: 4 Shops

Neuester Testbericht: ... Stil, einer muss halt draufgehen und die anderen finden ihr Glück... Der Angriff auf Pearl Harbor hat technisch durchaus etwas zu b... mehr

Special Effects Feuerwerk-und der Rest???
Pearl Harbor

%22273520

Autor-Name: "273520

Produkt:

Pearl Harbor

Datum: 14.07.01, geändert am 14.07.01 (67 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Special Effect, Soundtrack, Actio

Nachteile: Durchschnittliche Lovestory,die sich arg zieht

Michael Bay und Produzent Jerry Bruckheimer wollten mit "Pearl Harbor" James Camerons "Titanic" den Rang ablaufen. Dieses viel zu hoch gesteckte Ziel ist vermutlich auch der Grund, dass nicht gerade wenige enttäuscht den Kinosaal verlassen werden.

WORUM GEHT'S:

Der 7. Dezember 1941: An einem Sonntag morgen als die meisten Soldaten sich noch gemütlich im Bett wälzten, überfällt die japanische Luftwaffe den amerikanischen Marinestützpunkt Pearl Harbor. Über 3.000 Tote musste die USA, die sich bislang noch nicht in den 2. Weltkrieg eingemischt haben, beklagen. Inmitten dieser Wirren befinden sich die beiden Piloten und besten Freunde Rafe und Danny. Rafe ist im Moment auf seinen Freund gar nicht gut zu sprechen, hat dieser ihm doch seine Freundin Evelyn ausgespannt. Danny ist sich allerdings keiner Schuld bewusst, haben doch sowohl er als auch Evelyn die Nachricht von Rafes Tod erhalten. Doch am 7. Dezember um acht Uhr früh ist diese Privatfede nur mehr Nebensache, denn USA erklärt Japan den Krieg und die beiden fliegen in einem Himmelfahrtskommando auf Japan zu.
Schließlich mus einer der beiden sein Leben lassen....

ICH MEINE:

Bei meiner Kritik möchte ich dezitiert den geschichtlichen Aspekt der Ereignisse ausklammern. Mag sein, dass der Angriff von Japan doch ein wenig von Amerika provoziert wurde und es mag auch sein, dass die dubiose Rolle des damaligen Präsidenten Teddy Roosevelt überhaupt nicht beleuchtet wurde - aber es handelt sich hier um einen Film und nicht um eine Dokumentation über den zweiten Weltkrieg. Ferner ist der von Amerikanern oft eingesetzte Pathos für mich kein Problem, welches eine Punkteabwertung zur Folge hätte. Unter diesem Gesichtspunkt sollte man meinen Kommentar zu dem Film sehen.

Fast über eine Stunde lang ist es ruhig rund um Pearl Harbor. Der Dreieiecksbeziehung zwischen Rafe, Danny und Evelyn wird in den Vordergrund gestellt und langsam aber sicher nimmt die Story
Konturen an. Das dieser Handlungsstrang aber eher floppt denn berührt liegt wohl hauptsächlich daran, dass Ben Affleck und Kate Beckinsale nicht Leonardo di Caprio und Kate Winslet sind. Leo und Kate harmonierten in "Titanic" traumhaft, die Beziehung zwischen Affleck und Beckinsale wirkt da schon sehr oberflächlich.
Richtiggehend herzig war auch der Kommentar von Beckinsale als sie die Abschiedsszene zwischen Affleck und ihr mit jener aus "Casablanca" verglich.
Ein wenig erträglicher wird es dann als der totgeglaubte Rafe zurückkehrt und feststellen muss, dass sein bester Freund seinen Platz als Liebhaber eingenommen hat. Aber auch das kann nicht darüber hinweg täuschen, dass man erleichtert aufatmet wenn die Japaner endlich zur Sache gehen und dafür sorgen, dass die folgenden 45 Minuten für mich wohl seit "Der Soldat James Ryan" die Traumatischsten seit langer Zeit waren.

Eine dreiviertelstunde lang wird man Zeuge wie ein beinahe wehrloser Marinestützpunkt hinterhältig bombardiert wird und man nicht einmal davor halt macht, zivile Einrichtungen (das Krankenhaus !!!!) zu bombardieren. Und mitten in dieser Special Effect-Shows, mit oscarverdächtigen Explosionen und rasanten, noch nie dagewesenen Kamerafahrten, musste ich anfangen zu - weinen. Das kam sogar für mich unerwartet öffenen sich meine Tränenkanäle eigentlich nur bei Liebesfilmen und todernsten Dramen, aber als ich die ganzen Soldaten im Wasser um ihr Leben kämpfen sah, wie sie mit Maschinengewehren beschossen wurden und als Rafe mitansehen musste, wie ein Mann, der nur ein paar Zentimeter unter ihm stand, hilflos ertrank, dachte ich daran, dass es sich auch haargenau so beim echten Angriff auf Pearl Harbor abgespielt haben muss und das stimmte mich wirklich sehr traurig. Es ist egal, ob der Angriff jetzt eine Provokation war und es ist verdammt nochmal auch egal, dass die Amerikaner auch keine Heiligen sind, aber die Männer, die am 7. Dezember 1941 auf Pearl H
arbor ums Leben kamen, wurden schlicht und einfach abgeschlachtet. Nicht einmal bei "Der Soldat James Ryan" war mir das so bewusst wie in diesen 45 Minuten.

Was erfreulich zu sehen war ist, dass die Japaner nicht als das gesichtslose Monster präsentiert wurden, sondern man räumte ihnen genug Zeit ein um ihre Beweggründe darzulegen. Das führt sogar dazu, dass ein Japaner vom Flugzeug aus spielende Kinder vor dem Angriff warnt und das der Oberbefehlhaber, Admiral Yamamoto, auf eine dritte Angriffswelle verzichtete. Hätte er diese zugelassen - und er war auf Seiten Japans der einzige der dies nicht wollte - wäre die Zahl der Opfer noch weitaus höher gewesen. Nur ein ganz klein wenig verwirrend war dann doch die Tatsache, dass man all das menschliche Leid, welches auf Pearl Harbor geschah bis ins kleinste Detail zur Schau stellte, man aber beim Gegenangriff auf Japan nur explodierende Gebäude und ein paar flüchtende Menschen sah.

Nach viel krachwumm allerdings gibt es am Ende nochmals sehr viel fürs Herz und das ist - im Gegensatz zu der ersten Stunde des Films – wunderbar kitschig und gefühlvoll realisiert worden (und die Tränen fließen in Strömen). Das man auch bei den richtigen Stellen Betroffenheit, Rührung und Freude verstärkt spüren kann, dafür sorgt der pompastische Soundtrack von - na von wem wohl? - Hans Zimmer. Bekommt er den Oscar für "Hannibal" oder "Pearl Harbor"? Das dürfte wohl die einzige Frage in der Kategorie "Beste Filmmusik" bei der Oscarverleihung 2002 sein.

Richtig oscarverdächtiges spielt sich auf Seiten der Schauspieler leider nicht ab. Am überzeugendesten konnte noch Josh Hartnett seine Rolle als Danny darstellen, der Zeit seines Lebens in Rafe seinen großen Bruder und Beschützer sah. Affleck und Beckinsale sind zwar schöne Menschen, aber hier waren sie in den romantischen Szenen doch ein wenig überfordert. In Nebenrollen überzeugen konnten Alec Baldwin, John Voight ("
erzählen sie mir nicht was möglich ist und was nicht"), Tom Sizemore, Dan Akroyd und William Fichtner. Eine einzige Peinlichkeit hingegen war die Rolle von Cuba Gooding jr.. Sinnlos wie ein Kropf, entdeckt er während des Angriffs, dass auch er als Amerikaner die Pflicht hat zu kämpfen und als er danach bei der Trauerfeier vor dem Sarg seines verstorbenen Captains salutiert, dann hatte das schon etwas extrem Aufgesetztes und Lachhaftes.

Michael Bay und Jerry Bruckheimer-Filme liebt oder hasst man. Ich bin mir sehr wohl darüber im Klaren, dass geistiger Tiefgang nicht zu den Stärken ihrer Filme zählt, aber wenn man mit der richigen Einstellung in die Filme reingeht, dann machen sie einen Heidenspaß. Dadurch habe ich mich bei "The Rock", "Staatsfeind Nr. 1", "Armageddon" und wie ihre ganzen Filme auch heißen mögen, prächtig amüsiert. Alle anderen, die das nicht akzeptieren können, mögen doch bitte Abstand von diesen Filmen nehmen und wenigstens konsequent bleiben. Wenn man Regisseur und Produzent verteufelt, dann sollte man auch ihre Filme nicht sehen. Aber das ist eine andere Geschichte....

FAZIT: Der Blockbuster des Jahres 2001 leidet etwas unter einer recht durchschnittlichen Liebesgeschichte, was aber durch ein wahres Special-Effects-Feuerwerk und einem Traum von Soundtrack derart kompensiert wird, sodass man sogar gewillt ist beim zweiten Mal ansehen, sich die erstes Stunde noch einmal zu geben.


Pearl Harbor

USA 2001
Genre: Drama
Laufzeit: 176 Minuten
Regie. Michael Bay
Darsteller: Ben Affleck (Rafe), Josh Hartnett (Danny), Kate Beckinsale (Evelyn), John Voight (Präsident Roosevelt), Alec Baldwin (Colonel Doolittle), Cuba Gooding jr. (Dorie Miller), Tom Sizemore (Earl Sistern), Dan Akroyd (Captain Thurman)


Auf Kommentare freu ich mich und ansonsten bis demnächst
Euer heartbreaker76

Fazit: