Panic Room
Panisch verlasse ich das Zimmer...! - Panic Room Video Film

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Neuester Testbericht: ... aber. Was bei Filmen made in Hollywood ja nicht als selbstverständlich zu erachten ist. Alles in allem überzeugt 'Panic Room' durch ... mehr

Panisch verlasse ich das Zimmer...!
Panic Room

Pandoolio

Name des Mitglieds: Pandoolio

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Panic Room

Datum: 03.05.02, geändert am 03.05.02 (34 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Darsteller, Kameraführung

Nachteile: Brutalität, Logik, Vorhersehbarkeit

Menschen mit einem Herzfehler oder schwachen Nerven sollten diesen Film meiden. Für Nebenwirkungen fragen Sie erst mal ihren Arzt oder Apotheker. So oder ähnlich könnte die Warnung für den neuen Thriller von David Fincher ("Seven", "Fight Club" oder "The Game") "Panic Room" aussehen, denn Fincher ist bekannt für überraschende Wendungen und die Fähigkeit, das Böse im Menschen virtuos und perfekt darzustellen.
Noch dazu hat er mit Jodie Foster auch noch eine Veteranin des Thriller Genres an Bord geholt, nachdem sich Nicole Kidman bei "Moulin Rouge" den Knöchel brach und daraufhin von der Hauptrolle Abstand nehmen musste.
Eigentlich, denkt man nun als erfahrener Cineast, kann jetzt ja nichts mehr schief gehen, Spannung, Nervenkitzel und Schockelemente sind vorprogrammiert. Ob dem wirklich so ist, dies versuch ich mit diesem Bericht zu ergründen.

HANDLUNG:
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Nach ihrer Scheidung zieht Meg Altman (schon länger nicht mehr auf der Leinwand zu sehen gewesen: Jodie Foster) mit Tochter Sarah (ein Mädchen das fast wie ein Junge aussieht: Kristen Stewart) in ein luxuriöses New Yorker Brownstone-Haus über drei Etagen, groß wie mehrere Tanzsäle, aber unheimlich.
Eine besondere Hinterlassenschaft des steinreichen Vorbesitzer ist allerdings das, um was sich der ganze Film dreht: der Panic Room. Ein mit modernster Überwachungstechnik ausgestatteter Raum, hinter einem Spiegel versteckt, von allen Seiten mit zentimeterdickem Stahl umgeben, einer eigenen Luftzufuhr, Lichtschranke und Telefon direkt zur Polizei.
Sozusagen der letzte Zufluchtsort im Falle eines Notfalls.
Eigentlich nichts für die klaustrophobisch veranlagte Meg, deren Tochter auch noch an Unterzucker leidet, als aber in der 1.Nacht 3 Einbrecher ins Haus einsteigen, kann Meg sich nur noch mit Mühe mit ihrer Tochter in gerade diesen Raum retten.
Das wäre jetzt ja gar nicht so schlimm, wenn nicht ausgerechnet in diesem Raum e
in Tresor mit vielen Millionen Dollar versteckt wäre und die Verbrecher eigentlich auch nur da hineinwollen.
Burnham (wie immer sehr behäbig und nett: Forest Whitaker) ist der schlaue Kopf des Trios, und unterbricht auch sofort die Telefonverbindung nach draußen, hatte er doch schon damals beim Konstruieren des Panic Rooms als Sicherheitsleiter tatkräftig mitgeholfen (da noch auf der legalen Seite ;)).
Junior (der passt: Jared Leto) ist der verrückte Anführer, da er mit dem Vorbesitzer verwandt ist und daher die Informationen über den Tresor innehält. Uncleverer Weise hat er auch noch seinen Bekannten Raouul mitgebracht (äußerst fies mit Maske: Dwight Yoakam), und der lässt von Anfang an seinen Hang zur psychopathischen Gewaltanwendung deutlich erkennen.
Zu dritt versuchen sie nun also mehr oder minder geschickt, in den Panic Room einzudringen, währenddessen wird es für die beiden Opfer dort immer unangenehmer, denn sämtliche Versuche, mit der Aussenwelt in Kontakt zu treten, schlagen fehl...!

POSITIVES:
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Wie schon oben angedeutet (und leider traurig aber war) ist das beste an Fincher's Werk die Darstellerriege.
Vorneweg natürlich Jodie Foster, die ich im Kino die letzten Jahre schon richtig vermisst habe und umso glücklicher war, sie mal wieder in so einem eisenharten Thriller zu sehen, wo sie mal wieder so richtig die harte Frau rauskehren kann. Und das tut sie dann auch weitgehendst, Erinnerungen an "Schweigen der Lämmer" werden wach.
Forest Whitaker gibt allein schon durch seine Statur und seinem meist melancholischen Geschaue seiner Figur all das was sie verkörpert: einen Einbrecher der mehr mit dem Hirn als mit Gewalt arbeitet, aber sich nie gegen seine verrückten Kollegen durchsetzen kann.
Jared Leto und Dwight Yoakam sind dann mehr für den verrückten und brutalen Teil des Films zuständig, und auch hier zeugt es von guter schauspielerischer Leistung wenn man sich als Zuschauer vor solchen Psych
opathen und Verrückten irgendwie fürchtet.
Der zweite wirklich positive Faktor des Film ist ebenfalls typisch für Fincher: die exzellente und innovative Kameraführung. Ständig hat man das Gefühl mit der Kamera quasi mitzufliegen, Schnitte kommen verhältnismäßig selten vor, ständig wird durch Wände und Öffnung "hindurchgefilmt". So verliert zwar der Film auf der einen Seite einiges an Fahrt (aber nur wenn man es mit einem MTV Video vergleicht ;)) auf der anderen Seite wird damit die Spannung beim Zuschauer ins Unermessliche gesteigert.
Des weiteren ist auch die Story eigentlich sehr interessant: eigentlich handelt es sich um eine Art "Kammerspiel", das sich hauptsächlich um den Panic Room dreht. Was Fincher allein aus dieser Tatsache zieht ist schon Klasse, mal die Opfer im Raum ohne Chance rauszukommen, mal die Täter im Raum in den sie ja eigentlich immer rein wollten, nur dummer Weise ohne Waffe, die inzwischen das Opfer "draußen" besitzt. Ist schon paradox und auch durchaus spannend.

NEGATIVES:
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Leider gibt es diesmal aber auch viele Kritikpunkte. Ich will hier noch nicht einmal einen Vergleich mit Fincher?s Meisterwerk "Seven" ziehen, das wäre unfair, denn so einen Thriller macht man nicht jeden Tag.
Ich will hier mehr auf reine konzeptionelle Schwächen des Film eingehen, die dieser zuhauf hat.
Zuerst einmal das Ende: Fincher schafft es normaler Weise, den Zuschauer erst am Ende alle Zusammenhänge erblicken zu lassen, ein Grund dafür, dass seine Werke so exzeptionell sind. Diesmal ist dem leider überhaupt nicht so, das Ende ist vorhersehbar und viel zu unlogisch bzw. konstruiert und vordergründig gewalttätig.
Das andere Problem sind die offensichtlichen Ungereimtheiten und unlogischen Stellen, die der Film leider viel zu oft hat und die bei einigen meiner Freunde nur noch zu Kopfschütteln führten.
Hier nur ein paar Beispiele:
Ein Raum der absolut autark und sicher sei
n soll, wird durch ein Luftrohr versorgt, das direkt hinter den Holzwänden des Hauses liegt. Von Sicherheit kann hier also keine Rede sein!!!
Ein Mann der seine Finger in einer automatischen Stahltür eingequetscht hat, ist definitiv nicht mehr in der Lage, einen schweren Vorschlaghammer aufzunehmen, geschweige denn der Tatsache dass er vor Schmerzen eh ohnmächtig wäre.
Warum stürmt die Polizei ausgerechnet das Haus in dem Moment wo die Einbrecher türmen wollen?
Erst nach 90 Minuten kommt eine Person im Film darauf die Videokameras im Haus zu zerstören, so dass keine Bilder im Panic Room mehr zu sehen sind!!!
Naja das sind nur ein paar Auszüge, die deutlich machen sollen, warum ich diesen Film mit gemischten Gefühlen sehe.
Des weiteren muss hier auch noch deutlich gesagt werden, dass dieser Film nichts für schwache Nerven und Zartbesaitete ist. Vor allem psychische Gewalt, aber auch physische steht hier klar im Vordergrund und wird von Fincher nicht mehr so subtil eingesetzt wie früher.

HINTERGRUNDINFOS:
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Heute hab ich noch diesen Teil in meinem Bericht, weil ich im Internet noch eine interessante wenn auch aberwitzige Interpretation der Story gefunden habe:
Die ganze Einbrecherstory ist demnach nur ein Traum (sie beginnt als sich Meg mit einer Flasche Wein in die Badewanne legt und endet dann in der Szene im Central Park am Schluss) und im besten Sinne der Freudschen Traumlehre interpretierbar.
Demnach symbolisiert Junior das "Ich" als irrationaler Verrückter der nur nach seinem Instinkt geht (und das meistens falsch...).
Raouul ist das "Es", als der tierische, brutale Part des menschlichen Hirn und Burnham ist das "ÜberIch", das Rationale, Friedfertige im Menschen. Laut Freud überlebt ja nur immer das "ÜberIch" was in diesem Fall auch zum Ablauf des Films passen würde.
Doch keine Angst, ich habe auch ein Interview von Fincher gelesen, in dem er in keinster
Weise darauf eingeht und als Grund für diesen doch recht "normalen" Thriller eine erstaunlich profane Erklärung abgibt:
Er habe das Gefühl, mit seinen letzten Filmen wie "The Game" und "Fight Club" den Zuschauer überfordert zu haben und wolle in Zukunft wieder mehr versuchen, die Belange des Publikums stärker zu berücksichtigen...!

FAZIT:
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Na dann Gute Nacht! Ich werde gern von Filmen überfordert (wenigstens anfangs), Hauptsache das Ende ist dann logisch und stimmig. Und dafür habe ich bis jetzt Fincher sehr gern gemocht. Leider ist davon in "Panic Room" nicht mehr viel vorhanden, übrig bleibt ein handwerklich gut gemachter, sehr spannender aber auch sehr brutaler und vordergründiger Thriller...!

Fazit: