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Déjà-vu
Obsession

Name des Mitglieds: Jochen
Produkt:
Obsession
Datum: 09.01.01, geändert am 07.07.01 (61 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: siehe Text
Nachteile: siehe Text
“Obsession” beginnt in den 50er Jahren: Michael Courtland (Cliff Robertson), ein erfolgreicher Geschäftsmann und glücklicher Familienvater aus New Orleans, verliert seine gekidnappte Frau und Tochter bei einer fehlschlagenen Lösegeldübergabe. Auf einer Geschäftsreise nach Italien Mitte der 70er lernt er Sandra kennen, die ihn stark an seine verstorbene Frau, Elizabeth, erinnert. Die beiden verlieben sich und beschließen, in Louisiana zu heiraten. Alle seine Freunde wollen Michael von dieser Heirat abbringen, weil sie den Eindruck nicht loswerden, er sei nur wegen Sandras Ähnlichkeit zu Elizabeth so besessen von ihr. Und eines Morgens muß sich Michael mit der Tatsache vertraut machen, daß auch sie gekidnappt wurde und jemand Lösegeld verlangt…
Die Geschichte basiert auf einer Idee Brian De Palmas, die ihm gekommen ist, nachdem er Hitchcocks "Vertigo" gesehen hatte. Das Drehbuch zu “Obsession” verfaßten Paul Schrader, Autor von Scorseses “Taxi Driver”, und De Palma. Schrader warf dem Regisseur vor, daß das Ende völlig absurd wirke, so wie es verfilmt wurde. Jedoch ist es eine Hauptschwäche der gesamten Story, daß sie stark konstruiert erscheint. Schraders Vorwurf ist deshalb nicht leicht nachzuvollziehen. Die Streitigkeiten zwischen Schrader und De Palma verlangsamten erst die Dreharbeiten und führten schließlich zu einem Bruch zwischen den beiden.
Das Tempo des Films ist behäbig. Nach der relativ zügig erzählten Vorgeschichte wird viel Zeit auf die Entwicklung der Beziehung zwischen Michael und Sandra verwandt. Gegen Ende schlägt das Tempo schlagartig um und die Geschehnisse überhäufen sich.
Auf visueller Ebene ist "Obsession“, wie alle De Palma Filme, ein wahrer Hochgenuß. Die Kamera zeichnet ein romantisches, fast kitschiges, Italien und hilft dem Zuschauer zusätzlich einige innere Prozesse der Figuren leichter nachvollziehen zu können. Mehrere Zeitsprünge innerhalb einer Kam
erafahrt ganz ohne CGI, sondern nur durch eine gehörige Portion Einfallsreichtum zeugen von De Palmas aber auch Vilmos Zsigmonds Klasse.
Die Musik zum Film stammt, wie schon in Brian De Palmas “Sisters”, von Bernard Herrmann, der viele Filme Hitchcocks (u.a. auch "Vertigo") mit seinen Melodien untermalte und für “Obsession” 1977 eine Oscarnominierung erhielt.
“Obsession” war kein finanzieller Erfolg – vielleicht weil er für einen Thriller nicht genügend schockierte. Das gelang De Palma allerdings mit seinem nächsten Film, der noch im selben Jahr in die Kinos kam: “Carrie”.
Für 2001 ist in den USA eine DVD-Ausgabe angekündigt.
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Nachtrag:
Die RC-1-DVD ist nun vergangenen Monat erschienen. Ich wage zu bezweifeln, daß der Film auch in der Region 2 (Europa) erscheinen wird. "Obsession" ist zu unbekannt und steht nicht einmal als Verleihkassette in den meisten großen Videotheken.
Die US-DVD ist mit einem extra dafür angefertigten anamorphen Bild als auch einem niegelnagelneuen 5.1-und 2.0-Mix ausgestattet. Außerdem finden sich die original Mono-Tracks (Englisch und Französisch) auf der Disc.
Das Breitwandbild kommt auf der DVD voll zur Geltung, der Ton (insbesondere natürlich die Dolby Digital Version) wirkt für einen 70er Jahre-Film erstaunlich räumlich.
Der eigentliche Höhepunkt ist die exklusive Dokumentation "Obsession Revisited", in der Regisseur, Hauptdarsteller, Produzent und Kameraman zu Wort kommen. ***SPOILER*** Interessanterweise, so erfährt man in der Doku, hatte man damals Probleme, die Independent-Produktion zu verkaufen, weil das in der ursprünglichen Fassung nicht bloß durch einen Traum angedeutete Verhältnis zwischen Vater und Tochter die Moralapostel der Verleihfirmen abschreckte. ***ENDE SPOILER*** Deshalb wurde "Obsession" nachträglich leicht abgeändert, denn was nut
zt ein Film, den keiner sehen kann?
Fazit:
Weitere Testberichte: im Bereich Video Film


24.07.01
Ein toller Film aus de Palma`s Blütezeit. Leider dreht er heute nur noch "Schrott&q uot;. Gute Meinung !