Manila
Warten auf Feuerstein - Manila Video Film

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Neuester Testbericht: ... wie sau, und wenn sie richtig ausflippen wollen, singen sie den gefangenenchor aus nabucco und machen eine polonaise. davor verschleppen si... mehr

Warten auf Feuerstein
Manila

kleinev

Name des Mitglieds: kleinev

Produkt:

Manila

Datum: 06.07.00, geändert am 06.07.00 (28 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Kaum welche

Nachteile: Viel Gerede aber dahinter leider wenig Substanz, Figuren sind Stereotypen

'Manila' spielt auf dem Flughafen der philipinischen Hauptstadt, wo die Passagiere eines Fluges nach Frankfurt auf ihren Abflug warten und mehr oder weniger miteinander ins Gespräch kommen. Jeder Passagier steht für einen bestimmten Typus. Das sind u.a. ein Lehrerehepaar aus Weimar als Bildungsreisende, jemand der 'auf Monatage' ist, ein Soldat, ein Sex-Tourist, ein Alt-Aussteiger, eine philipinische Prostituierte und der 'anonyme Passagier' (Herbert Feuerstein). Während des Films passiert nicht wirklich etwas, der Zuschauer soll nur beobachten, wie die Akteure miteinander umgehen. Das ist kein so außergewöhnliches Muster, sondern aus dem Theaterstück 'Warten auf Godot' und diversen Filmen wohl bekannt. Der Regiseur Romuald Karmakar ist mit 'Der Totmacher', einem ähnlich gelagerten Film, bekannt geworden und sollt eigentlich in der Lage sein etwas aus dem Stoff zu machen.

Leider hält 'Manila' nicht was er verspricht. Die Akteure werden zwar in ständig neuen Kombinationen miteinander konfrontiert, es wird jedoch nicht gezeigt, wie sich ihre Beziehungen zueinander entwickeln. Ihre Handlungsweisen bleiben wenig nachvollziehbar, beliebig und teilweise abstrus (z.B. eine Szene bei der Martin Semmelrogge in der Toilette durchdreht). Die Dialoge sind so, wie in Literatur Umgangssprache dargestellt wird. Eine Menschenmenge in Saudi-Arbabien wird (soweit ich mich erinnere) als weißer Sandstrand (Umhänge) mit schwarzen Tupfern (Sonnenbrillen) beschrieben. Oder ein Scharfrichter führt sein Schwert, wie 'der Becker den Tennisschläger'. Diese Sprache mag in Büchern passen (was man auch bezweifeln könnte), für einen Film ist sie jedoch vollkomen inadäquat.
'Manila' quält sich einem Finale entgegen, in dem die Abflughalle sich in einen Chorsaal verwandelt und die Anwesenden eine Polonese(!) hinlegen. Außerdem lässt sich der 'anonyme Passagier' Feuerstein sich zu der einzigen nennenswerten Aktion i
n dem Film hinreisen. Beides wirkt jedoch nur noch aufgesetzt und kann den Film auch nicht mehr retten.

Obwohl ich die Grundidee gut finde und Filme mag, in denen nur geredet wird, schaffte dieser Film es an keiner Stelle Interesse für die Figuren bei mir zu wecken. Ich habe den Film in einem kleinen Programmkino gesehen und es war das erste Mal, das ich dort Leute den Saal frühzeitig verlassen habe sehen.
Daher bewerte ich diesen Film als 'nicht empfehlenswert'.

Fazit: