M*A*S*H
Through early morning fog I see... - M*A*S*H Video Film

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Neuester Testbericht: ... einen gewissen Anteil am Geschehen zu ermöglichen. Burns ist ihnen aber vor allem ein Dorn im Auge, weil der den Krieg als Krieg nimmt, ... mehr

Through early morning fog I see...
M*A*S*H

expansin

Name des Mitglieds: expansin

Produkt:

M*A*S*H

Datum: 09.11.00, geändert am 09.10.01 (672 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Tiefschwarzer Humor

Nachteile: So mancher wird die Hand vor Augen nicht mehr erkennen

"One of America's funniest films...furious humor." - TIME

Kaum eine andere Nation dürfte in diesem Jahrhundert an sovielen Kriegen beteiligt gewesen sein, wie die USA. Ein Mittel die Folgen zu verarbeiten (und dabei Geld zu verdienen), scheint die größte Filmindustrie der Welt schnell gefunden zu haben: das Genre des Kriegsfilms.

Über den zweiten Weltkrieg, Korea und Vietnam sind in Hollywood viele Filme gedreht worden. Unter all diesen Filmen nimmt Robert Altmans "M*A*S*H" von 1969 eine besondere Stellung ein. Oft wird der Film als eine Antikriegskomödie bezeichnet, allein dem Seher bleibt oft das Lachen im Hals stecken... "M*A*S*H" ist wohl eine der schwärzesten Komödien, die es gibt.

Als Vorlage diente ein autobiographischer Roman des Armeearztes Dr. H. Richard Hornberger (Künstlername "Richard Hooker"), in dem er seine Erlebnisse in Korea verarbeitet.


Mitwirkende

Donald Sutherland *** Benjamin Franklin Pierce (Hawkeye)
Elliott Gould ******* John McIntyre (Trapper)
Tom Skerritt ******** Nathan Bedford Forrest (Duke)
Sally Kellerman ***** Margaret Houlihan (Hotlips)
Robert Duvall ******* Major Frank Burns
Roger Bowen ********* Colonel Henry Blake
Rene Auberjonois **** Father John Mulcahy (Dago Red)
Gary Burghoff ******* Walter O'Reilly (Radar)

Regie: Robert Altman
Drehbuch: Ring Lardner Jr
Musik: Johnny Mandel
Titelsong: "Suicide Is Painless"; Text: Mike Altman

Nach einem Buch von Richard Hooker


Preise

Academy Award / Best Writing - Screenplay
British Academy Award / UN Award
Cannes Film Festival / Golden Palm (Robert Altman)
Golden Globe / Best Motion Picture Comedy
Natl. Soc. of Film Critics Award / Best Film


Inhalt

Der Film folgt der Struktur des Buches, das episodenhaft aufgebaut ist. Gezeigt wird das Leben im Kamp zwisch
en den seltenen Operationspausen. Die Operationen werden z.T. sehr realistisch dargestellt, obwohl viele blutige Szenen herausgeschnitten worden sein sollen.

Während des Koreakrieges landen zwei junge Chirurgen, Duke und Hawkeye, in einem mobilen Feldhospital (MASH - mobile army surgical hospital), dem M*A*S*H 4077 nahe der Frontlinie. Sie sind beide Zivilisten, die für den Armeedienst eingezogen wurden. Bald stößt ein weiterer Arzt, Trapper John, zu ihnen.

Zu dritt stellen sie das Kamp mit ihrem schrägen Humor auf den Kopf, treiben die Oberschwester Hotlips fast und ihren Kollegen, den verschrobenen und inkompetenten, Frank Burns erfolgreich in den Wahnsinn. Sie trinken trockene Martinis mit Oliven, stellen Schwestern nach, heilen einen impotenten Zahnarzt ("Painless" Walter Waldofski) mit einem speziellen "Selbstmordzermoniell" und der Hilfe einer Schwester. Schließlich operieren die "pros from Dover" (Hawkeye und Trapper) in Tokyo den Sohn eines Kongressabgeordneten, spielen dort etwas Golf, heilen ein Kind und erpressen einen Colonel.

Sie operieren wie am Fliessband, haben zu wenig Blutkonserven, kaum Medikamente, spielen viel Poker und versuchen zwischen den Wirren des Krieges und den vielen Verletzten den Verstand zu bewahren. Der einzige Schuß des Filmes fällt zum Schluß, während eines Football-Spiels zwischen dem 4077ten M*A*S*H und 325sten "evac" ("Evac"uation Hospital), wo die Ärzte kräftig betrügen und einen großen Wettgewinn einstreichen.


Entstehung

Zunächst stand das Filmprojekt M*A*S*H, das der Drehbuchschreiber Ring Lardner Jr. 1969 aus dem Roman von Richard Hooker entwickelte, unter keinem guten Stern. Der Produzent Ingo Preminger tat sich schwer, für die 20th Century Fox Produktion einen Regiesseuer zu gewinnen. Unter anderen wurde auch Stanley Kubrick in die engere Wahl gezogen, der auf grund seiner Arbeit an "A Clockwork Orange" aber nich
t zur Verfügung stand. Nachdem insgesamt 17 Regiesseure das Skript abgelehnt hatten, trat Preminger an Robert Altman heran.

Der 1925 in Kansas City geborenen Altman war seid 1948 im Filmgeschäft tätig (als Coautor für das Skript des B-Movies "Bodyguard") und hatte gerade seinen Film "That Cold Day in the Park" abgedreht, den Preminger gesehen hatte. Eigentlich ließ nichts in Altmans bisheriger Karriere, mit der Ausnahme einiger Fernsehproduktionen, ihn für die Arbeit an einer solchen satirischen Komödie geeignet erscheinen.

Nach einger anfänglicher Zweifel willigte Altman ein, da er so eine Chance sah ein Projekt zu verwirklichen, an dem er bereits seid fünf Jahren arbeitete: Einer Zweiter-Weltkriegs-Farce nach einer Kurzgeschichte von Robert Dahl ("Death Where is Thy Sting"), für die er keine Geldgeber hatte gewinnen können.

Schon in dieser frühen Phase nahm er großen Einfluß auf das Projekt und setzte sich im Bezug auf die Besetzung durch. Altman wollte keine großen Filmstars, damit sich die verschiedenen Charaktere besser entfalten konnten und sich die Story nicht auf eine Person konzentrierte.

So wurden für das Projekt Elliot Gould, Robert Duvall und Donald Sutherland gewonnen, die zuvor nur an unbedeutenden Produktionen mitgewirkt hatten. Der Großteil der Schauspieler des Films begannen sogar mit M*A*S*H ihre Karriere. Die Lebensumstände der Mitwirkenden unterschieden sich kaum von denen in einem Millitärhospital: Die Schauspieler leben in Zelten auf dem Century Fox Gelände, wo der Film gedreht wurde. Das daraus entstehende Gemeinschaftsgefühl war prägend für die autentische Atmosphäre des Films.

In der Regie ließ Altman einer Eigenheit freien Lauf, die ihn zuvor manchen Job gekostet hatte. Der Einsatz von überlappendem Dialog als Stilmittel brachte dem Film nach seinem Erscheinen 1970 viel Aufmerksamkeit ein. Die Schauspieler führen in M*A*S*H vielfach mehrere Dialoge zur selben Zeit.
Das Ergebnis war witzig und geradezu artistisch, was nicht zuletzt Altmans Gefühl für Timing und Wordmelodie zu verdanken war.

Viel von dem Sarkasmus und Witz steckte aber schon im Buch, so daß der Erfolg aus einer Mischung der Bemühungen von Regiesseur Altman und Skriptschreiber Lardner zu sehen ist. Darüber waren sich beide aber nicht so ganz einig und es kam zu einigen ernsten Streitigkeiten. Jeder nahm für sich den ganzen Arbeitserfolg in Anspruch.

In Wirklichkeit ist die Wahrheit wohl irgendwo in der Mitte zwischen beiden Meinungen zu finden. Fest steht, das beide, Altman und Lardner, dem Film ihren eigenen Stempel aufgedrückt haben. So findet sich z.B. Houlihans Duschszene nicht im Buch von Hooker, Altman hat die Szene fast vollständig aus Lardners Skript übernommen. Auf der anderen Seite ließ Altman den Schauspielern oft freie Hand und forderte sie auf frei zu improvisieren, was viel zum spontanen Humor in den Dialogen beitrug. So findet sich z.B. die erste Szene des Filmes, der Dialog zwischen Henry Blake und Radar weder im Skript, noch in Hookers Buch! Sie wurde von den Schauspielern und Altman spontan durch Improvisation entwickelt.

Eine Szene entwickelte sich sogar durch puren Zufall. Als die Pfleger im Vorspann, dazu das geniale Lied "Suicide is painless", zufällig stolpern und mit der mit einem Verletzten beladenen Trage fast umkippen. Altman entschloss sich die Szene als ein Zeichen des zugrundeliegenden tiefschwarzen Humors im Film zu behalten. Letztlich war es wohl doch seine Hand, die dem Film einen prägenden Stempel aufdrückte.

M*A*S*H war ein vergleichsweise günstiger Film und ein großer Kassenschlager, er spielte über 30 Millionen Dollar ein. Altman erhielt eine Gage von 75000 Dollar für seine Arbeit und wurde gleichzeitig berühmt. Der Film machte Elliot Gould und Donald Sutherland über Nacht zu Stars.


M*A*S*H in seiner Zeit

Einen Großteil des Erfolgs zieht der Film aus dem Zei
traum seiner Veröffentlichung, zu Zeiten des Vietnam Konfliktes.

Robert Altman über den Film: "M*A*S*H war ein guter Film. Er war letztlich nicht das, was 20th Century Fox davon erhoffte. Sie wollten, als sie sie sahen, beinahe alle Operationen und alles Blut herausschneiden [Anmerkung des Verfassers: der Film erhielt in den Staaten zunächst ein X Rating (ab 21), das erst auf Protest aufgehoben werden sollte]. Ich habe mit meinem Leben für diese Szenen gekämpft! Der Film spricht für sich selbst. Wegen seines Erscheinungszeitpunktes [Vietnam] wurde er Populär. Deswegen wurde er als bedeutend angesehen, tatsächlich ist er nicht besser oder bedeutender als die anderen Filme, die ich gemacht habe."

Der Film hat tatsächlich wenig mit dem (lange vergangenen) Koreakrieg zu tun, viel mehr beschäftigt er sich mit der Generation, die während des Krieges geboren wurde. Vergleicht man Hookers Buch mit dem Film, so fallen einige Motive auf, die Altman hinzugefügt hat. Das Aussehen der Schaupieler (Elliot Goulds Bart), der "sorglose" Umgang mit Religion, mit Sex und grasrauchende Footballspieler, der Film spiegelt den rebellischen Geist der 60er Jahre Jugendkultur wieder. Ein solches Auflehnen gegen die vorherrschenden Strukturen hatte es in den 50ern zu Zeiten des Korea Krieges in der Form noch nicht gegeben.


Die Zukunft von M*A*S*H

Aus dem Kinoerfolg enstanden in der Folge drei Ableger, von denen die M*A*S*H Fernsehserie wohl die bekannteste ist. Sie erreichte in den Staaten die z.T. höchsten Einschaltquoten. Nach dem Auseinanderbrechen der Serie Anfang der 80er (durch ein Mehrheitsvotum der Darsteller), nach immerhin über 200 Folgen, folgte die Serie AfterM*A*S*H, die das Leben einiger Charaktere nach dem Krieg zeigte. Nur am Rande mit dem Film hat die Krankenhausserie "Trapper John MD." aus den mittleren 80ern zu tun, in der der aus "Bonanza" bekannte Pernell Roberts (Adam Cartwright) die Hauptr
olle spielt. Zum Schluß sei die nur kurz gelaufene Serie W*A*L*T*E*R* mit dem Darsteller Gary Burghoff (Radar) erwähnt.

Altman selber hielt von all diesen Ablegern nicht viel, da sie z.T. sehr komerziell aufgezogen waren (jede Menge Memorabila, z.B. ein M*A*S*H Bier).


Einordnung

Für mich immer noch eine frische und sehr schwarze Komödie, die einen Einblick in die US-Gesellschaft der Endsechziger erlaubt. Zeitgenösische Charaktere werden quasi von Vietnam durch die Zeit zurück nach Korea transferiert. Dem Buch fehlt eine solche Betrachtungsweise völlig, hier tritt die Leistung und Handschrift Altmans klar zu Tage!

Jedem Nichtmilitaristen ist es zu dem eine Freude, wie die zivilen Doktoren das starre System aushebeln. Kultcharakter hat die Selbstmordszene, die bildlich stark an Bilder des letzten Abendmahls erinnert. Eine der schwärzesten Passagen des Films, hier sieht man quasi die Hand vor Augen nicht. Dazu wird der wunderbar passende Song "Suicide is painless" gereicht. Die schauspielerischen Leistungen besonders von Sutherland und Gould sind fantastisch und tragen viel zum Flair bei.

Der Witz und die Schlagfertigkeit des Films kann auch heute noch überzeugen, ist kaum übertroffen. Etwas gewöhnungsbedürtig ist der fehlende rote Faden, die Handlung wirkt so streckenweise etwas wirr. Das lehnt sich zwar stark an das Buch an, aber beim Lesen fällt es irgendwie nicht so auf. Allerdings bekommt der Film dadurch einen gewissen Dokumentationscharakter, was von der Art des Schnittes und den überlappenden Dialogen noch verstärkt wird.

Obwohl der Film den Anstrich eines Antikriegsfilms trägt, scheint ihm dieser Schuh nicht ganz zu passen, nicht zuletzt, weil man ihn auch heute noch vor dem geschichtlichen Hintergrund des Vietnam Krieges betrachtet. Dazu fehlen einfach Szenen wie z.B. in Kubricks "Full Metal Jacket", die einem in Bezug auf irgendwelche Glorifizierung die Augen ein für alle Mal öffn
en. Vielleicht wurden diese aber auf Betreiben von Fox herausgeschnitten?

Für Freunde der folgenden Serie und des ganz schwarzen Humors auf jeden Fall zu empfehlen.


Medien

Diesen Film kann man wegen der immensen Wichtigkeit der Sprache nur im Original empfehlen. Bei einer deutschen Übersetzung bin ich hingegen schon eingeschlummert...

In englischer Sprache gibt es den Film zur Zeit auf VHS Video und als US DVD. Wer Gedult hat (und mit mir in Konflikt treten will) versucht eine der seltenen Laserdisc (für unverbesserliche gab es sogar eine deutsche Version) zu ersteigern. Die VHS Videos haben nämlich alle einen Fehler: Die linke Tonspur der Schrägspur-Stereotonfassung ist fehlerhaft! Geniessen kann man den Film also nur in rauschigem Mono.

Fazit: