Hamlet (2000)
Hamlet rennt - Hamlet (2000) Video Film

Neuester Testbericht: ... auch mit "Hamlet" gehen. Gesagt getan. Im November des Jahres 2000 war sodann Kinotime angesagt. Der große Erfolg jedoch blieb au... mehr

Hamlet rennt
Hamlet (2000)

P.Nibel

Name des Mitglieds: P.Nibel

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Hamlet (2000)

Datum: 09.05.01, geändert am 09.05.01 (80 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: siehe Text

Nachteile: siehe Text

und rennt und rennt. . . . . B O I N G . . . . . gegen die Wand. Wieviele Male wurden wir nicht schon mit allerlei Hamlet-Verfilmungen beglückt und gleichzeitig traktiert.

Regisseure und Schauspieler zuhauf haben sich an diesem verqueren und tragischem Stück die Hörner abgestossen. Und wieder konnte es einer nicht lassen.
Michael Almereydas, erst durch den Film Twister in Hollywood realtiv bekannt und vordem kleiner Indepent-Inszinierer, hatte eine nette und interessante Idee.

Warum Hamlet nicht in unsere heutige Zeit transponieren. Klingt doch echt abstrakt. Oder etwa nicht? Doch ist es überhaupt möglich, dieses wortreiche Stück von William Shakespear (das ist der Bierbrauer, von dem Zlatko immer sprach) ohne Schaden in das moderne Jetzt zu verfrachten? Egal, Almereydas hat es halt gemacht.

Nach dem Motto, wenn es bei "Romeo und Julia" geklappt hat, wird das wohl auch mit "Hamlet" gehen. Gesagt getan. Im November des Jahres 2000 war sodann Kinotime angesagt. Der große Erfolg jedoch blieb aus. Lag es an der Umsetzung? Oder einfach nur an dem Unverständnis der verbohrten Kinobesucher?

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Die Geschichte um Brudermord und Sohnesrache schnippst der Regisseur unumwunden in das New York von heute. Ein herrlicher Ort für Hamlet. Diese Weite, diese Ferne, diese Stille...

Um den Zuschauer an das Hier und jetzt zu gewöhnen, wird der Film entsprechend ausgestattet. Hamlet ist umgeben von Telefaxgeräten, Videomischpulten, Überwachungskameras, Handys, PC und allen möglichen zeitgenössischen Spielerein des 21. Jahrhunderts. (c) P.Nibel 09.05.01. Überall und immer blinkt und piept es. Ja, das ist heute! Und obwohl dieses Umfeld hindergründig ist, tut es ordnungsgemäß seine Aufgabe.

Hamlet (ein zynischer Ethan Hawke) lebt in seinem luxeriösen Appartement, umgeben von seiner geliebten Technik und wandelt Tag für Tag zwischen Videoclips und Hochhäusern. Die Handlu
ng bleibt, die Shakespear-Verse auch. Leider jedoch (wohl aus Zeitgründen) arg verschnippselt und gekürzt.

Das Königreich Dänemark wird durch den Konzern "Denmark Cooperation", einen riesenhypermegaglobalen Konzern mit Weltmacht, ersetzt und Hamlet ist (fast) angehender Erbe. Hamlets Vater ist diesmal...na? Jeeeenau, Konzernchef und noch dazu tot. Ermordet. Also eigentlich Ex-Konzernchef. Ansonsten gibt es dann noch (wie immer) den bösen Onkel Claudius, den fiesen Handlanger Polonius (ein wunderbarer und ganz ungewöhnlicher Bill Murray - jaa, der aus "Ghostbuster"!) und natürlich seine Tochter Ophelia (alias Julia Styles).

So weit so gut. Doch da kann Mister Almereydas machen was er will - er übertreibt. Häufig muten zahlreiche Szenen übertüncht und aufdringlich modern an. Und genau das schadet dem Film und vorallem eben "Hamlet". Wenn Shakespear wüsste... In knapp 110 Minuten spult der Regisseur das dramatische Werk herunter ohne mit der Wimper zu zucken. Kurz, viel zu kurz kommt da das echte, das wahre Hamlet-Feeling.

War es Ehrfurcht, dass der Regisseur Shakespear´s Verse nicht in unsere neuzeitliche Sprache umgestaltete? Oder reines Unvermögen, sich intensiv mit dem Stoff auseinander zu setzen? Das ist nicht mehr wichtig. Denn Michael Almereydas rasiert schamlos ab, damit ja keine Nostalgie aufkommt. Da helfen auch die vielen in seltsamen blau gehaltene Szenen nicht weiter. Einzig die vorzüglichen schauspielerischen Leistungen der Darsteller überzeugen und retten den Film über das Schlimmste hinweg. Gott sei Dank!

Und so entstand wohl einer der schnellsten Hamlet-Filme bisher. Hamlet muss sich eilen, schnell laufen, rennen, verdammt flitzen.

Nun, vielleicht trifft er ja Lola. Dann können beide ein Wettrennen machen. Mal sehen, wer gewinnt.

Turnschuhezubinden P.Nibel

Fazit: