Ermordet am 16. Juli
Wirklich spannender Thriller - ABER.... - Ermordet am 16. Juli Video Film

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Neuester Testbericht: ... ganz ernst, aber Audrey glaubt an Jordan und geht unbeirrbar ihren Weg .... So, mehr werde ich euch wieder mal nicht verraten, das alles... mehr

Wirklich spannender Thriller - ABER....
Ermordet am 16. Juli

Priscalein

Name des Mitglieds: Priscalein

Produkt:

Ermordet am 16. Juli

Datum: 23.07.06

Bewertung:

Vorteile: unglaublich spannend

Nachteile: teilweise unlogisch - der Zuschauer bleibt zum Schluß in einer "Grauzone" zurück

Heute mal ein etwas anderer Bericht, nämlich über einen Film:

ERMORDET AM 16. JULI

Fangen wir gleich an, also am besten mit dem Inhalt des Films:

In Houston regnet es – nein, es regnet nicht – es schüttet. Es schüttet so sehr, das selbst die Kanalisation nicht mehr mithalten kann und überschwemmt wird. Und was da zum Vorschein kommt, schockt selbst abgehärtete Polizisten: ein Beutel mit sieben abgetrennten Kinderhänden – verschieden groß, alle versehen mit einer Zahl zwischen 3-18.

Polizeichef Swaggert bildet eine Spezialeinheit, um sich diesem Fall anzunehmen. Dabei unterstützt wird er ( unwollt!) von der Kriminalpsychologin Audrey Maclean – leicht hektisch, überdreht und pudelnass platzt sie mitten in die erste Besprechung und muss auch gleich ihren Senf dazu geben – was natürlich den Männern um Swaggert nicht besonders gefällt. Was will uns dieses junge Ding denn schon erzählen?!

Am besten, wir geben ihr irgendeine Aufgabe, weit ab vom Schuss und sind sie damit erst mal los. Da war doch dieser Anruf aus einer psychiatrischen Klinik. Der 14jährige Jordan sitzt dort schon seit Jahren in einer Einzelzelle abgeschottet von allen anderen im Keller – niemand findet Zugang zu ihm – nur am 16. Juli eines jeden Jahres geht er ein wenig aus sich heraus, wird aktiv, aufgeregt, bemalt die Wände seiner Zelle mit Händen und versieht diese mit Zahlen. Zufall?! Auf jeden Fall eine gute Gelegenheit, die unliebsame Polizeipsychologin loszuwerden.

Audrey macht sich also auf den Weg und tatsächlich gelingt es ihr ganz behutsam, zu Jordan Zugang zu finden. Er macht ihr Andeutungen, die wirklich etwas mit dem Fall der gefundenen Kinderhände zu tun zu haben scheinen. Swaggert und seine Männer nehmen sie und ihren „Irren“ nicht ganz ernst, aber Audrey glaubt an Jordan und geht unbeirrbar ihren Weg ....

So, mehr werde ich euch wieder mal nicht verraten, das alles ist sicher nicht einmal die Hälfte die Filmes, aber ich werde euch doch nicht die Spannung nehmen, indem ich euch verrate, wie es weitergeht! Nein, da müsst ihr euch diesen Film schon selbst mal ansehen.

Ob sich ein Ansehen denn überhaupt lohnt, wollt ihr wissen?! Ich möchte mal sagen: JA – mit gewissen Einschränkungen! Der Film ist ein wahnsinnig spannender Psychothriller, in dem vieles lange Zeit ungeklärt bleibt. Der Zuschauer fiebert richtig mit – man hofft für Audrey, das sie sich auf der richtigen Spur befindet ( zumal man genau die Ablehnung durch Swaggert und seine Leute spürt, die sich aufführen, wie die typischen, alles wissenden Beamten: Was will eine Frau überhaupt bei der Polizei?) –man leidet mit Jordan, dem einsamen, verzweifelten Jungen, der sich nur zu gern einem Menschen anvertrauen möchte, der aber ein so schlimmes Geheimnis zu hüten scheint, das er es 14 Jahre fest in sich verschlossen hielt. Zu allem Unglück geht es mal wieder auf den 16. Juli zu, der Mörder hat schon wieder ein junges Mädchen entführt und es ist nur allzu klar, wie es auch diesmal enden soll.

Für Spannung ist also wirklich gesorgt, zumal der Film nicht immer den geraden Weg nimmt, auch Fehlentscheidungen zulässt. Also ein wirklich rundherum gelungener Psychothriller?!

Leider nein – und da setzt dann auch mein „empfehlenswert mit Einschränkungen“ ein. Etwa zwei Drittel des Films habe ich wirklich gebannt vor dem Bildschirm gesessen und habe gedacht: Endlich mal so ein richtig spannender Film wie du ihn schon lange suchst. Aber dann: plötzlich beginnt der Film ziemlich unlogisch zu werden. Es gibt große Gedankensprünge, denen der Zuschauer nicht so recht folgen kann.

Beispiel? Gerne! Audrey lässt sich per Fax eine Liste mit verschiedenen Verdächtigen zuschicken. Ohne lange zu zögern greift sie zu, hält ein Blatt in der Hand und weiß genau: DAS ist er! Finde ich doch etwas seltsam. Sie hat vorher wirklich noch KEINEN näheren Hinweis auf den Täter gehabt, nur die Tätergruppe war einschränkt ... und nun pickt sie aus all den Verdächtigen ohne zu zögern einen heraus? Kann sie vielleicht hellsehen?! Davon ist aber im ganzen Film nicht die Rede!

In diesem Stil geht es dann weiter. Viele Fragen sind plötzlich geklärt, ohne das man als Zuschauer nachvollziehen könnte, warum. Und dann das Ende ( keine Angst, ich werde mich hier ganz allgemein ausdrücken – ihr werdet von mir nicht erfahren, wie der Film ausgeht). Sicher gibt es in diesem Film eine Lösung des ganzen Falls – aber für mich war sie irgendwie nicht so recht befriedigend. Ich meine, die Lösung an sich hätte ich schon akzeptieren können, nicht aber diese Grauzone, in der ich als Zuschauer zurückgelassen werde.

Wieso, weshalb, warum – wie hing das denn nun alles zusammen? Was genau haben den nun die angeschnittenen Hände mit dem Ende zu tun? Wieso war Jordan in einer psychiatrischen Klinik? Fragen über Fragen. Wenn ich meine Fantasie einsetze und die Bruchstücke des Films irgendwie zusammenfüge, kann ich sie mir wohl beantworten – aber so richtig zufrieden macht mich das eigentlich nicht. Von einem guten Psychothriller erwarte ich irgendwo eine klarere Lösung.

Bitte nicht falsch verstehen – es stört mich nicht, wenn ein Film ein offenes Ende hat und es der Fantasie des Zuschauers überlassen bleibt, den Film weiterzuspinnen! Aber hier HABE ich ja ein ganz klares Ende ... nur wie es dazu kam, wie alles zusammenhing, das wird mir nicht wirklich verraten. Da fehlt mir einiges an Logik!

Was könnte euch jetzt noch interessieren?! Schauspieler?! Ja, doch, Schauspieler waren in diesem Film auch dabei, wenn ihr jetzt aber auf bekannte Namen wartet, muss ich euch enttäuschen. Martin Sheen ( er spielt der Polizeibeamten Swaggert) dürfte noch der bekannteste von allen sein, die anderen Namen sagen mir durchweg nichts.

Schauspielerisch gibt es auch keine besonders erwähnenswerten Leistungen. Ally Walker als Psychologin macht ihre Sache ganz gut – überzeugend bringt sie die leicht hektische, unsichere aber trotzdem entschlossene Audrey Maclean rüber. Tara Subkoff als Jordan ist vielleicht auch noch erwähnenswert. Auch er fällt bei den schauspielerischen Leistungen eher positiv auf – dazu muss man allerdings sagen, das die anderen Schauspieler ( einschließlich Martin Sheen) wirklich recht blass bleiben.

Jetzt zu meinem Fazit:

Auch wenn es sich vielleicht gerade im letzten Teil meiner Meinung nicht so angehört hat – ich habe es nicht bereut, mir diesen Film gesehen zu haben. Der Film bietet durchaus spannende Abendunterhaltung ( immerhin 100 Minuten lang) und wer gern mal einen Thriller guckt, sollte sich diesen Film wenigstens mal ausleihen oder im Fernsehen ansehen.

Schade finde ich, das er im letzten Drittel doch recht unlogisch wird und mich dadurch ein wenig enttäuscht hat. Auch die Schauspieler sind sicher nicht die besten! Ich denke, wenn man die Story mit anderen Schauspielern rausgebracht und das Drehbuch vorher noch mal etwas überarbeitet hätte ( vor allem das letzte Drittel!) – dann hätte wirklich ein Kassenknüller daraus werden können. So bleibt der Film leider im Mittelfeld stecken.

Prisca - ich schreibe für Ciao, Yopi und manchmal auch Dooyoo (als Priscalein)

Fazit: spannender Thriller - aber im letzten Drittel leider sehr unlogisch und unvollständig