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Blaues Blut!
Curdled

Name des Mitglieds: everydayangel
Produkt:
Curdled
Datum: 16.02.01, geändert am 16.02.01 (287 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: schwarzer Humor, hervorragende Schauspieler, verrückter Thriller
Nachteile: manche Längen
VORGESCHICHTE
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zu diesem Film geht ein bißchen weiter zurück:
1991 haben die Studenten Reb Braddock und John Maas einen Kurzfilm mit dem Titel "Curdled" gedreht. Hauptdarstellerin war die Studentin Angela Jones, die eine vom Tod und Blut faszinierte kolumbianische Einwanderin spielt. Quentin Tarantino hat diesen Film auf einem italienische Filmfestival für Splatter-Fans gesehen – zu einer Zeit, in der er noch nicht so berühmt war – und hat sich sowohl den Charakter, als auch die Schauspielerin, für seinen Film "Pulp Fiction", hmmm – man könnte sagen: "ausgeliehen".
Vielleicht erinnert sich der ein oder andere sogar an die Taxifahrerin Esmeralda Villa Lobos, die Bruce Willis nach seinem Boxkampf abholt, und unbedingt wissen will, wie es ist, jemanden zu töten...
Tarantino fand den Kurzfilm sogar so gut, daß er die beiden Studenten zu einer abend- und kinofüllenden Verfilmung ihres Kurzfilms ermutigte und ihnen auch dabei half. Das Ergebnis ist eine schräge Mischung aus schwarzem Humor und Thriller:
INHALT
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Die Hauptfigur Gabriela (Angela Jones) ist seit ihrer Kindheit "süchtig" nach Blut. Nicht daß ihr denkt, sie ist ein Vampir, nein, sie ist lediglich fasziniert, wenn nicht sogar besessen, von schaurigen Morden. Sie würde den Tod anderer Menschen am liebsten aus der Nähe betrachten und sammelt etliche Informationen aus Zeitungen, Zeitschriften und dem Fernsehen. Besonders die Enthauptung hat es ihr angetan und am liebsten beschäftigt sie sich mit dem Rekonstruieren des Tathergangs.
Als dann der
"Blaublut-Killer" (William Baldwin), der seinen reichen weiblichen Opfern immer den Kopf abtrennt, sein Unwesen treibt, sammelt Gabriela nahezu akribisch alle Zeitungsartikel, die ihr in die Finger kommen.
Glaubt ihr, daß es den perfekten Job für Gabriela gibt? Einen Job, bei dem sie problemlos ihrer Sucht frönen kann? Nein? Oh doch – eine Reinigungsfirma, die nach Morden sauber macht *g*. [Auch diesen Aspekt hat Tarantino für "Pulp Fiction" übernommen, allerdings in der Verkörperung des "Mr. Wolfe"]
Schon ihr zweiter Putzjob ist ein Tatort des "Blaublut-Killers" und Gabriela ist voll in ihrem Element...
Eigentlich will ich nicht zuviel verraten, aber der ganze Film läuft darauf hinaus, daß sich Mörder und "Fan" begegnen. Wie diese Begegnung jedoch aussieht, müßt ihr schon selbst herausfinden ;-).
MEINE MEINUNG
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Zu allererst muß ich sagen, daß Angela Jones die Gabriela einfach perfekt spielt! Ihre Mimik (vor allem mit ihren Augenbrauen) ist einfach genial und faszinierend – ein brillantes komödiantisches Talent! Dabei bringt sie die herrlich naive (fast kindliche) Art der Gabriela hervorragend rüber! Der südamerikanische Akzent der deutschen Synchronisation rundet das Bild noch ab.
Daß die Story auf einem Kurzfilm basiert merkt man zum einen daran, daß die Handlung auf wenige Schauplätze (meist Innenräume) und auf wenige Personen beschränkt ist. Zum anderen weißt der Film zwischendurch ein paar Längen und Wiederholungen auf, die mich allerdings nicht gestört haben.
Auch wenn das Thema an sich ein sehr Blutiges ist (nicht umsonst heißt "Curdled" soviel wie "geronnenes Blut"), ist die Umsetzung erstaunlich gewaltfrei gelungen. Bei den Morden sieht man nichts und hört höchstens mal etwas. Einzig mit Blut an sich wurde nicht gegeizt, schließlich soll auch was zum Putzen da sein ;-).
"Die Inszen
ierung findet einen interessanten Mittelweg zwischen greller Überzeichnung und Zurückhaltung, indem sie das Grauen eher ironisiert als auskostet." [Aus einer Rezension von Filmdienst bei amazon.de] Dem kann ich nur zustimmen. Die bizarre Story ist wirklich gespickt von schwarzem Humor – ich kann mich nur wiederholen. Zum Lachen und gleichzeitig ein kleiner, verrückter, morbider Thriller (genau nach Engelchens Geschmack).
Auch die Filmmusik ist echt genial und passend, wofür Joseph Julian Gonzalez Respekt gebührt. Wer auf Latin-Musik und Tango steht, der kommt voll auf seine Kosten!
Natürlich ist der Film ziemlich makaber und man bemerkt Tarantinos Einfluß an der ein oder anderen Stelle. Daß er die Finger mit im Spiel hatte, fällt auch einmal bei den Nachrichten im Fernsehen auf, als die Suchmeldung nach den Brüdern Seth (George Clooney) und Ritchie Gecko (Quentin Tarantino) aus "From Dusk Till Dawn" gezeigt wird.
Eigentlich würde ich den Film insgesamt als mittelmäßig einstufen, wenn – ja wenn da nicht das Ende wäre. Die letzten 15 Minuten und vor allem die letzten 2 Minuten entschädigen den Zuschauer für jede kleine Länge, die der Film aufweisen sollte. Die Szenen könnte ich mir wieder und wieder anschauen!
FAZIT
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Ein makabrer, humorvoller kleiner Thriller mit exzellenten Schaupielern, wobei Tarantinos Einfluß, bzw. sein Genre (wenn man es so nennen kann), nicht zu übersehen ist. Durchaus sehenswert, man darf nur keinen actiongeladenen und auf Effekte zielenden Film erwarten. Für Tarantino-Fans ist er sowieso ein Muß!
Wer sich schonmal ein paar Bilder anschauen möchte:
www.pilzzer.de/nextgeneration/tarantino/curdle d.html
Viel Spaß,
everydayangel
CURDLED (USA 1996)
FSK: ab 16
86 Minuten
Fazit:
Weitere Testberichte: im Bereich Video Film


23.04.01
...ääääääääääää äh... ich glaube, ich muss gehen... <schnelldavo nhoppel> <ablenkschok ohappenspurleg>