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Neuester Testbericht: ... lernen sich die Fünf besser kennen, die Probleme, die Ängste, die Erwartungen, die von außen an sie gestellt werden. Und am Ende des Tages... mehr
Wenn Du erwachsen wirst, stirbt Dein Herz
Breakfast Club

Name des Mitglieds: kochski
Produkt:
Breakfast Club
Datum: 03.02.01, geändert am 03.02.01 (252 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: hervorragende Charaktere, wenig Aufwand - , große Wirkung!
Nachteile: nix
Müßte ich ganz persönlich einen "besten Film aller Zeiten" kühren, so wäre THE BREAKFAST CLUB mit Sicherheit zumindest in der engeren Auswahl. Ich weiß noch genau, wie begeistert ich war, als ich ihn als Teenager zum ersten Mal sah und ich habe keine Ahnung wie oft ich ihn seitdem schon gesehen habe, aber mit Sicherheit nicht oft genug!
Die Geschichte ist schnell erzählt und eigentlich auch allgemein bekannt: 5 grundverschiedene Charaktere - "a brain, an athlete, a basket case, a princess and a criminal" - werden alle am Samstag zum Nachsitzen in die Schule bestellt. Unter der Aufsicht eines strengen (aber natürlich etwas trotteligen) Lehrers wächst der Haufen, der sich kaum kennt und anfangs vehement haßt, zusammen. Und während sie zusammen das verlassenen Schulgebäude unsicher machen, kiffen, tanzen und sich unterhalten lernt jeder den anderen von einer völlig neuen Seite kennen.
In THE BREAKFAST CLUB - gewissermaßen der Mutter aller High School Filme - wird deutlich, daß keiner der Nachsitzer so glücklich und unbeschwert ist, wie die jeweils vier anderen es von ihm glauben, ja erwarten: Molly Ringwalds Eltern benutzen sie für Machtspielchen in ihrer Scheidung, Emilio Estevez wünscht sich, sein Knie wäre kaputt und er müßte beim Ringen nicht mehr ständig dem Leistungsdruck seines Vaters genügen, Anthony Michael Hall fällt in Werken durch und dies ist für seine Familie unverzeihlich, Judd Nelson bekommt von seinem Vater eine Stange Zigaretten zu Weihnachten, etc. All diese Probleme lassen Teenager in High School Filmen wie THE BREAKFAST CLUB den Entschluß fassen, nie so zu werden wie ihre Eltern. Denn: When you grow up, your heart dies...
THE BREAKFAST CLUB, der laut Courtney Love auch "the defining moment of 'alternative' culture" darstellt, zeigt am Ende auch eine der traurigsten Wahrheiten auf: Die persönliche Freundschaft, die sich zwischen den grundverschiedenen Individuen entwickelt hat, hat
gegen den Gruppenzwang und die Ghettobildung im Schulalltag keine Chance und wird den nächsten Montag nicht überstehen. Sei nicht böse, wenn ich nicht hallo sage...
Regisseur John Hughes, der das Drehbuch in nur zwei Tagen schrieb, bestand darauf, daß Schauspieler und Crew alle Mahlzeiten in der Cafeteria der High School einnahmen, in der der Film gedreht wurde. Die Szene, in der die fünf einen Joint rauchen, wurde von den Darstellern komplett improvisiert, der Film wurde außerdem von A bis Z chronologisch gedreht. Ein Manifest...
"Ich werde oft gefragt, "Was passierte am Montag". Früher habe ich gesagt "Nichts". Aber ich denke, es ist komplexer als das. So komplex, daß ich es nicht verfilmen kann. Ich glaube, ich habe es geschafft, etwas unvermeidliches anzusprechen und ich bin stolz, daß es die Zeit überdauert hat. Ich hatte panische Angst, es falsch zu machen. Es geht um Charaktere und darum, was sie zu sagen haben. Ich habe 15 Jahre lang versucht, das wiederzufinden." (John Hughes)
FAZIT: Wenn Ihr demnächst mal in der Videothek steht und nicht wißt, was ihr an einem verregneten Samstag gucken sollt - Leiht Euch THE BREAKFAST CLUB aus, holt auf dem Rückweg noch irgendwo lecker Frühstück und genießt diesen großartigen Film über die schönste und gleichzeitig furchtbarste Zeit des Lebens
(c) Kochski 2001-2-3
Fazit:
Weitere Testberichte: im Bereich Video Film


06.03.01
@Troglodyte: Sehr ausführlicher Kommentar, klasse. Klar ist BC an manchen Stellen seifig, was aber grösstenteils im Gerne High School Film, dessen Zielgruppe und der Distanz zu den 80ern liegt, die wir mittlerweile haben. Die "klassisch e" Charakterauswah l (Nerd, Rebell, Prinzessin, etc.) ist quasi essentiell für das Genre und wurde meines Wissens in BC auch zum ersten Mal thematisiert und an manchen Stellen sogar (für Hughes' Verhältnisse erstaunlich) ironisch angepackt. Ich schaue mir den Film auch nicht mehr jede Woche an und kann mich auch nicht mehr so dafür begeistern, wie ich das mit jungen Jahren konnte. Was ihn aber auszeichnet, ist die Tatsache, dass er für _sehr_ viele Leute damals sehr viel bedeutet hat und es oft immer noch tut. Dass er also einen Nerv getroffen hat. Den er heute natürlich nicht mehr treffen kann, da sich die Zeiten geändert haben. Aber Du wirst merken, dass der Film bei vielen ganz weit oben steht, wenn sie nach Filmen der 80er/ihrer Jugend befragt werden. Sei es in den USA oder hier. Dass man nicht alles 1:1 übertragen kann, ist auch klar. Aber die Problematik "populär sein", "wie sehen mich die anderen?", "ich will nicht mit den Idioten rumhängen" , "Ich bin meinen Eltern egal" ist auch für deutsche Teenager sehr wohl existent, denke ich. Und die Simple Minds? Na hallo, die Schlussszene auf dem Footballfeld ist natürlich GERADE durch ihre Seifigkeit und Klischeehaftigk eit so famos. Aber okay, Du musst den Film jetzt auch nicht lieben =) Besten Dank auf jeden Fall für Deine Kommentare und Anregungen auch bei den anderen Meinungen!