Birdy
Der Taum vom Fliegen vs. Alptraum Krieg - Birdy Video Film

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Neuester Testbericht: ... Dennoch entwickelt sich zwischen den ungleichen Jungen eine Freundschaft. Birdy´s besonderes Interesse gilt den Vögeln (daher auc... mehr

Der Taum vom Fliegen vs. Alptraum Krieg
Birdy

Kahani

Name des Mitglieds: Kahani

Produkt:

Birdy

Datum: 11.01.01, geändert am 11.01.01 (37 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: aussergewöhnlich gute Schauspieler, tolle Kameraführung, passender Soundtrack

Nachteile: stimmt nachdenklich

Schnief/ schnäuz – da mich eine fiese Erkältung zur Zeit in meinem Wohnzimmer festhält habe ich gestern mal wieder meine Videobestände durchforstet. Und siehe da! Es gibt ihn noch: „Birdy“. Gleich mal den Videorekorder angeschmissen und los geht´s.

Alles fängt im Krankenhaus an. Ein junger Mann (Matthew Modine) kauert sich im hintersten Eckchen seiner Zelle zusammen. Er hat durch den Vietnam-Krieg ein Trauma erlitten und befindet sich nun in einer Nervenklinik. Seinem Freund Al (Nicolas Cage) ist es kaum besser ergangen. Er wird zu Beginn des Filmes in ein anderes Krankenhaus eingeliefert – sein Gesicht ist praktisch völlig bandagiert.
Al wird in die Nervenklinik gerufen. Er soll versuchen seinem Freund Birdy aus der Isolation herauszuhelfen, indem er ihn an Geschehnisse aus der Vergangenheit erinnert. Nun folgen eine Reihe von Rückblenden. Al und Birdy wuchsen gemeinsam in Philadelphia auf. Al als Mädchenschwarm und Draufgänger, Birdy war eher ein Außenseiter mit eigenen Interessen. Dennoch entwickelt sich zwischen den ungleichen Jungen eine Freundschaft.
Birdy´s besonderes Interesse gilt den Vögeln (daher auch der Spitzname), sein Traum ist es eines Tages fliegen zu könne wie ein Vogel. Er beobachtet die Tiere genau und versucht sich in sie hineinzuversetzen, zu verstehen wie sie das anstellen mit dem Fliegen. Mit der Zeit zieht er sich immer mehr in seine Welt zurück und kapselt sich sogar von Al ab, der die Verrücktheiten seines Freundes nicht mehr nachvollziehen kann.
Beide ziehen in den Vietnam-Krieg und erleben dort die Schrecken dieses Krieges, der sie für immer verändern wird.

„Birdy“ hat wenig mit den aufwendig gemachten Mega-Kinoerfolgen der letzten Jahre zu tun. Er ist eher ein stilles aber sehr eindringliches Werk. Dazu tragen vor allem die hervorragenden Hauptdarsteller Nicolas Cage und Matthew Modine bei. Vor allem die Szenen im Krankenhaus finde ich beeindruckend, da beide gewissermaße
n gehandikapt sind. Nicolas Cage bleibt dank der Bandage im Gesicht nicht mehr viel Mimik übrig, was er aber gekonnt durch Körpersprache ausgleicht. Matthew Modine muss fast die ganze Zeit stumm bleiben und glänzt durch hervorragende Mimik.
Zu den beiden Hauptdarstellern: wer Nicolas Cage ist brauche ich wohl nicht weiter auszuführen. Matthew Modine dürfte dem ein oder anderen vielleicht in Filmen wie „Full Metal Jacket“, „Short Cuts“, „Die Piratenbraut“ oder „... und das Leben geht weiter“ schon mal aufgefallen sein. Mir viel er auch in einigen weniger bekannten Filmen durch seine unglaubliche Wandlungsfähigkeit und Ausdrucksstärke auf.

Regie führte Alan Parker, der durch Filme wie „Evita“, „Fame“ und „Die Asche meiner Mutter“ vielen von euch bekannt sein dürfte. Der hervorragende Soundtrack wurde von Peter Gabriel beigesteuert. Er unterstreicht die beeindruckenden Bilder bestens. Der Film zeichnet sich durch eine klasse Kameraführung aus. Als Beispiel will ich hier die Szene in der Birdy träumt er könne fliegen kurz schildern. In relativ langen, kaum geschnittenen Sequenzen erhebt sich die Kamera in die Lüfte. Der Flug beginnt im Zimmer, durch das Fenster geht es dann auf die Strasse durch das Viertel, vorbei an Gärten, Müllhalden, Schrottautos bis zum Sportplatz. Mal steigt der Blick auf in die Höhe und hält kurz inne, nur um gleich wieder auf den Boden hinabzustoßen. Da kann man die Faszination die Birdy empfindet wirklich gut nachvollziehen.
Auch die Schlussszene finde ich äußerst gelungen, weil die Spannung wirklich bis zur letzten Sekunde aufrecht erhalten wird. Aber da will ich nichts verraten, sonst würde ich euch ja den ganzen Spaß verderben.

Der Film kommt zwar relativ selten im Fernsehen, aber wenn ihr ihn mal entdeckt – reinschauen lohnt sich auf jeden Fall!

Viel Spaß dabei.
Liebe Grüße von eurer Kahani

Fazit: