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Neuester Testbericht: ... er für einen der größten Dealer des Stützpunktes (natürlich Chef der Militärpolizei;) herstellt. Die Hälfte der restlichen Soldaten die si... mehr
Eine bitterböse Satire
Army Go Home!

Name des Mitglieds: squarerigger
Produkt:
Army Go Home!
Datum: 17.11.02, geändert am 17.11.02 (114 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Die etwas andere Sicht auf die Army...
Nachteile: ---
Gestern Abend hat's mich mal wieder ins Kino verschlagen. Schon seit dem Kinostart am 31.10.2002 wollte ich mir unbedingt 'Army go home' anschauen ? allein schon deshalb, weil dieser Film, obwohl es sich dabei um eine Hollywood-Produktion handelt, hier in meiner Gegend gedreht wurde.
Kommen wir also zur Handlung:
Deutschland, 1989, der Kalte Krieg neigt sich gerade dem Ende zu. In Deutschland sind nach wie vor große Truppenkontingente der US Army stationiert. Irgendwo in einer Kaserne in Süddeutschland schiebt Ray Ellwood (Joaquin Phoenix, der Bruder des leider viel zu früh verstorbenen River Phoenix) Dienst. Zur Army ist er nur deshalb gegangen, weil er wegen einer Straftat vor die Wahl gestellt wurde, entweder ein halbes Jahr in den Knast zu wandern oder aber sich für drei Jahre als GI zu verpflichten. Hauptberuflich arbeitet er in der Schreibstube und erledigt die Büroarbeiten für Colonel Wallace Berman (Ed Harris), den Kommandeur. Neben jedoch ist er am Schwarzmarkt aktiv, wo er neben Artikeln aus Militärbeständen (von Putzmitteln bis hin zu Waffen) auch Heroin verkauft - allerdings nur im Großhandel, denn den Vertrieb an den 'Endverbraucher' übernimmt der Chef der Militärpolizei. Praktisch, oder?
Doch die sehr einträglichen Geschäfte Ellwoods sind gefährdet. Robert Lee (Scott Glenn), der neue Spieß der Einheit, scheint mit eisernem Besen durchgreifen zu wollen. Ellwoods Versuche, ihn einfach durch Bestechung zu besänftigen, scheitern, also muß er sich etwas anderes einfallen lassen. Er macht sich an Robyn (Anna Paquin), Lees Tochter, heran. Was anfangs nur dazu gedacht ist, Lee zu ärgern, entwickelt sich schnell zu Ellwoods großer Liebe. Dies gefällt natürlich Lee nicht wirklich und er schlägt eine härtere Gangart ein. So findet Ellwood bei einem kurzfristig anberaumten Zielschießen seines Zuges urplötzlich seinen über alles geliebten Mercedes als Zielscheibe vor. Und auch seine illegalen Geschäfte werden immer meh
r zu einem Desaster.
Mehr möchte ich hier über die Handlung nicht erzählen, um nicht die Spannung vorab zu rauben. Fakt ist jedoch, daß 'Army go home' ein herrlich bösartiger, dennoch humorvoller Film ist, bei dem man sich schon die Frage stellen muß, ob man mit einer solchen Truppe einen wie auch immer gearteten Angriff aus dem Osten hätte abwehren können. Der Film steht total im Widerspruch zum patriotischen Film-Soldatentun á la 'Pearl Harbour', 'Der Soldat James Ryan', etc. Wer wie ich Leute kannte, die bei der Army waren, der weiß aber auch, daß dieser Film deutlich realitätsnaher als die anderen genannten ist, denn tatsächlich war der Dienst auf den deutschen Stützpunkten der Army häufig vom Kampf gegen die Langeweile geprägt. 'Krieg ist die Hölle - aber Frieden ist höllisch langweilig', so lautet ein Satz von Ellwood - also versucht man, das beste zu tun, um diese Langeweile zu bekämpfen.
Wer auf Satire steht und gleichzeitig auch einen recht amüsanten Rückblick in die Wende-Zeit werfen will, dem sei dieser Film empfohlen. Er zeichnet vermutlich ein realistischeres Bild der Army als die meisten anderen Filme. Nicht umsonst durfte dieser Film im Gegensatz zum Hurra-Patriotismus- Soldatentum á la 'Pearl Harbour', 'Der Soldat James Ryan', etc. nicht auf echtem Militärgelände gedreht werden, weshalb die Macher des Filmes auf stillgelegte Militäranlagen im Raum Karlsruhe zurückgreifen mußten. Gleichzeitig zeigt der Film auch ein nicht unrealistisches Bild der 'Wir sind die Größten, die einzig Wahren'-Mentalität der US-Army (und teilweise auch der Bevölkerung an sich). Kleines Beispiel: Im TV läuft gerade ein Live-Bericht vom Mauerfall am 09.11.1989, als einer der Soldaten fragt: 'Wo steht eigentlich die Berliner Mauer'?.
Mein Kinobesuch war natürlich durch die Tatsache, daß der Film zu großen Teilen in Karlsruhe und Umgebung gedreht wurde, besonders amüsant. Immer
wied
er mußte irgendjemand laut loslachen, weil ihm die ein oder andere Location doch sehr be
kannt vor. Kollektives Gelächter war zu hören, als eine Szene lief, die vor bzw. im Karlsruher Programmkino 'Schauburg' spielte, denn immerhin saßen wir gerade in diesem Kino.
Aber auch wer nicht aus Karlsruhe kommt, wird mit diesem Film sicher viel Spaß haben.
Fazit:
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