American Beauty
Und wieder erstickt einem das Lachen am Herzen... - American Beauty Video Film

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Und wieder erstickt einem das Lachen am Herzen...
American Beauty

pilottanzt

Name des Mitglieds: pilottanzt

Produkt:

American Beauty

Datum: 03.08.01, geändert am 03.08.01 (21 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: die Musik, die Darsteller, dass es nur ein Film ist

Nachteile: das mir keiner einfällt

Zum vierten Mal, das letzte Mal vor ein paar Tagen zu den Dresdner Filmnächten am Elbufer, setzte ich mich nun schon diesem, für mich zu den besten Filmen der letzten Jahre gehörenden, wunderbaren Kinoerlebnis aus.

Wieso dies?

Zunächst ist da ein Ensemble – angefangen vom Theaterregie-Profi und gelegentlichen Werbefilmer Sam Mendes, der hier eindrucksvoll sein Spielfilmtalent beweist, über eine hervorragende Darstellerriege bis zur wunderbar zu Herzen gehenden Musik von Thomas Newman – welches die besten Voraussetzungen für einen großen Erfolg bildet.

Kevin Spacey (Lester Burnham) und Annette Bening (Carolyn Burnham) sind beide oscarnominiert gewesen, Spacey durfte den begehrten Knaben sogar mit nach Hause nehmen. Dort wartete aber für Annette Bening auch einer, denn ihr Mann Warren Beatty bekam ihn am selben Abend für sein Lebenswerk. Verdient hätte sie ihn zweifellos auch gehabt, wenn man denn den Oscar tatsächlich als Maß für gute Leistungen ansehen will. Bening spielt so großartig affektiert, dass man zeitweilig befürchtet, sie fiele selbst diesem, den Film als Grundübel beherrschenden, bürgerlichen Wahnsinn anheim. Und Spacey ist so überzeugend in seinem Vorsatz aus eben diesem auszubrechen, dass er den von ihm selbst, als Toten, zu Beginn des Films angekündigten Tod scheinbar dankend in Kauf nimmt. Neben diesen beiden gestandenen Hollywoodschauspielern agieren die jugendlichen Hauptdarsteller fast ebenbürtig, was für die Qualitäten Aller spricht. Mit Thora Birch (Jane Burnham), Mena Suvari (Angela Hayes) und Wes Bentley (Ricky) empfehlen sich hier gleich drei relativ neue Gesichter für eine Karriere in Hollywood von der wir mit Sicherheit noch Einiges zu sehen bekommen werden – und auch schon zu sehen bekamen.

Doch da ist mehr. Mendes definiert das Kino nicht neu, er erweitert nur seine Perspektive. Und dies gelingt ihm durch eine verblüffenden Vorgang: Ricky. Hä?

Dieser alles beobachtende und film
ende Nachbar der Burnhams, der ob seiner schweigenden Erscheinung von seiner Umgebung, einschließlich seines Vaters, als potentieller Kandidat für die Nervenklinik gesehen wird, übernimmt in seine Blicken und Gesten auf und zu dem Geschehenden die Rolle des stillen Kommentators, damit einerseits die Rolle des die Regie Erklärenden und andererseits unsere - die des Zuschauers. Seine Videobänder bilden die Auswahl für unseren Blick auf das Vorgehen und zugleich die erschreckende Erkenntnis, dass hinter der kranken heilen Welt, all der Ödnis ein latentes Sterben von Lebensgeschichten und –idealen stattfindet. Seine stummen Erklärungen, etwa beim Anblick des toten Lester, lassen uns nicht erst die Wahl zu erschrecken, sondern zeigen, dass überall das Schöne noch ist. Dies macht die Situation fast unerträglich aber hoffnungsvoll. Und eigentlich ist dies damit auch seine Geschichte, da es seine Erzählperspektive ist, neben der des toten Lester.

Natürlich ist der Film auch ein zerbrochener Spiegel gesellschaftlicher Fehlentwicklung und sozialer Abgründe. Und sicherlich ist er auch von Klischees überzeichnet, aber das macht ihn so besonders – er versucht nicht eine Story individuell zu erzählen um unbedingte Glaubwürdigkeit zu haben, sondern könnte für viele ähnliche Familien stehen – wenn auch als Fiktion. Und zeigt sich darin nicht eine kaum gedachte Möglichkeit des Einbringens von Erfahrungen aus dem Theater od. Ähnlichem in das Medium Film – die Bühne aufmachen um das Allgemeine im Besonderen zu erzählen. Am Besten so wie es hier geschieht, auf höchst professionelle, konsequente und dadurch wieder originelle Weise.

In diesem Sinne – ding, di-ding, di-ding.

Fazit: