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Horrorfilm mit leichtem Tiefgang
28 Days Later

Name des Mitglieds: Edelgroove
Produkt:
28 Days Later
Datum: 09.12.10
Bewertung:
Vorteile: durchdachte Geschichte, beeindruckende Bilder, keine so blutrünstigen Zombies (in der TV-Version)
Nachteile: zu schnelle Schnitte, teilweise zu dunkel, kleine Ungereimtheiten in der Story
Vor ein paar Jahren hat eine Freundin mir sehr begeistert von dem Film "28 Days Later" berichtet und gemeint, dass ich mir den Film unbedingt ansehen müsste. Ich hatte mich damals etwas halbherzig über den Film informiert und entschieden, dass so ein Zombi-Film nichts für mich ist.
Gestern Abend lief der Film aber im Fernsehen und so habe ich ihn mir doch einfach mal angesehen.
==_Die Story==
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Junge Tierschützer brechen in ein Labor ein, um die Versuchstiere dort zu befreien. Die Warnungen eines Aufsehers, dass die Tiere mit einem Virus namens "Wut" infiziert und somit sehr gefährlich seien, werden ignoriert und prompt wird eine Tierschützerin bei einem Befreiungsversuch von einem der Tier gebissen und wird daraufhin sofort zur mordenden Bestie.
28 Tage später: In einem Krankenhaus wacht der Fahrradkurier Jim (Cillian Murphy) auf. Er hatte einen Unfall und durch eine Kopfverletzung die letzten Wochen im Koma gelegen. Das Krankenhaus ist menschenleer und auch auf den Strassen London sieht es nicht besser aus.
Die Strassen sind verlassen. In seiner Angst, geht Jim in eine Kirche und wird dort prompt von dem Pfarrer, der sich in einen Zombie mit blutunterlaufenen Augen verwandelt hat, angegriffen.
Auf seiner Flucht bekommt er Hilfe von den beiden Überlebenden Mark (Noah Huntley) und Selena (Naomi Harris) , allerdings wird Mark kurze Zeit bei einem Angriff der Zombies infiziert und von Selena erschlagen.
Die beiden Überlebenden bleiben aber nicht lange alleine, denn schon bald treffen sie auf weitere Überlebende: Hannah (Megan Burns) und ihren Vater Frank (Brendan Gleeson).
Frank hat mit seinem Radio einen Funkspruch vom Militär empfangen. Einige hundert Kilometer von London entfernt soll es einen Stützpunkt von Überlebenden geben und dort würde man die Antwort auf die Infektion finden.
Die überlebenden Militärs kennen die Antwort auf den Virus und der heißt "Frauen". Hannah und Selena sind in größter Gefahr, denn nun werden sie nicht nur von Zombies, sondern auch von Nicht-Infizierten gejagt...
==_Meine Meinung==
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Die Menschheit wird durch eine Seuche dahingerafft, oder von der Seuche zu gewissenlosen, brutalen Zombies gemacht und der Protagonist befindet sich zunächst völlig alleine auf der Welt: diese Szenarien sind in Filmen ja nichts wirklich Neues, aber mich packt diese Geschichte immer wieder.
So war es bei Stephen Kings "The Stand" und so ist es auch bei "28 Days Later".
Wenn Jim durch das verlassene London rennt und vor allem am sonst so belebten Picadilly Circus die verzweifelten Suchaufrufe von Menschen liest, überkommt mich ein sehr beklemmendes Gefühl.
Ein Gefühl, dass ich mehrmals bei "28 Days Later" hatte.
Als Zombie-Film habe ich ihn gar nicht gesehen, denn zumindest in der TV-Version ab 16 Jahren tauchen gar nicht so viele Untote auf und sie stellen irgendwie auch keine große Gefahr dar, da man sich ziemlich leicht töten kann (klingt jetzt vielleicht etwas abgestumpft, aber in wenigen Filmen kann man Monster einfach erschießen oder erschlagen).
Für mich sind die infizierten Menschen eher Mittel zum Zweck, um Spannung zu erzeugen, allerdings kann man in jeder Szene vorhersehen, wann die Zombies angreifen, so spannend ist "28 Days Later" also nicht.
Das wirklich Spannende und das für mich wieder sehr Beklemmende ist der Versuch, die Welt nach der Seuche zu zeichnen. In den meisten Filmen, die das Thema behandeln, wird nicht gezeigt, was die Überlebenden erwarten und wie sich am Ende mit ihrer Situation als aussterbende Rasse umgehen.
Die Frage, die im Raum steht ist, was die Männer am Leben erhalten würde. Welches Ziel im Leben könnten sie noch haben und hier gibt es für sie nur eine Antwort: Frauen.
Sicherlich wollen die Männer nach 28 Tagen mal wieder mit einer Frau schlafen, aber in erster Linie geht es ja darum, die Menschheit wieder aufzubauen und dazu braucht man Frauen. Keine sehr angenehme Vorstellung für eine Frau, aber einfach nur realistisch und ich finde es gut, dass "28 Days Later" diesen Aspekt thematisiert.
"28 Days Later" ist von der Grundidee sehr gut und auch sehr unterhaltsam, aber teilweise sind die Bilder etwas verschwommen und zu schnell geschnitten, so dass man in manchen Szenen nicht so richtig verfolgen kann, was geschieht. Besonders im großen Finale hat mich das sehr gestört.
Auch bleiben doch einige Fragen offen. Es wird eigentlich so gut wie gar kein Hintergrundwissen vermittelt. Zumindest in der gezeigten TV-Version konnte man nicht sehen, wie sich das Virus verbreitet hat und wo die Menschen alle sind. Es scheint mir einfach sehr unwahrscheinlich, dass es nur die Hand voll Überlebende gegeben hat und schließlich war zu Beginn auch etwas von einer Evakuation zu lesen.
Kleine Ungereimtheiten, die dem Film aber keinen Abbruch tun wären dann noch die Tatsache, dass Jim scheinbar 28 Tage lang splitterfasernackt in seinem Krankenbett gelegen hat und nach 28 Tagen Koma quietschfidel aus dem Bett hüpft und durch die Strassen tigert.
Solche unlogischen Begebenheiten hat man aber immer in solchen Filmen und von daher habe ich mir da auch keine großen Gedanken drüber gemacht.
Die entschärfte TV-Version von "28 Days Later" fand ich gelungen. Ich hatte einen üblen Zombie-Film mit vielen Splattererffekten erwartet, aber nicht bekommen und das ist gut so. Stattdessen konnte ich über den leichten Tiefgang der Story nachdenken und das ist bei einem Horror-Film ja eher selten.
==_Allgemeines==
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"28 Days Later". UK 2002
Regie: Danny Boyle
Drehbuch: Alex Garland
Darsteller: Cillian Murphy, Naomie Harris, Megan Burns, Brendan Gleeson, Luke Mably
Länge: 90 Minuten
FSK: ab 16 Jahren
Fazit: Durchaus sehenswerter Horror-Film
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