
Neuester Testbericht: ... sogar bei ihrem Vorhaben. Sein Irrtum wird ihm erst zu spät klar. Er ahnt Schreckliches - liegt doch der Fluch des Grafen auf ihm. Der... mehr
...O.wie.so.trügerisch ...
Rigoletto Pforzheim

Name des Mitglieds: AnjaS911
Produkt:
Rigoletto Pforzheim
Datum: 22.04.11
Bewertung:
Vorteile: Eigentlich alles...
Nachteile: Eigentlich nichts...
O wie so trügerisch
sind Weiberherzen;
mögen sie klagen,
mögen sie scherzen.
Oft spielt ein Lächeln
um ihre Züge;
oft fließen Tränen,
alles ist Lüge....
Heute nehme ich Euch wieder mit ins Theater - und zwar in die Oper Rigoletto von Giuseppe Verdi, die ich in der vergangenen Woche im Stadttheater Pforzheim zu sehen bekam. Wie es mir gefiel, möchte ich heute berichte.
DIES UND DAS
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Am 11. März 1851 fand die Uraufführung der in nur 40 Tagen auskomponierten, tragischen Oper in drei Akten von Giuseppe Verdi in Venedig statt. Um die ganze Welt ging Rigoletto und begründete Verdis Ruhm. Die Premiere dieser Inszenierung am Pforzheimer Stadttheater fand im November des vergangenen Jahres - um genau zu sein am 12. November - im Großen Haus des Stadttheaters statt. Die Aufführung, die wir in der vergangenen Woche besuchten, war leider schon die letzte Aufführung. Weitere Termine stehen nicht auf dem Spielplan.
KRANK
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Es war für mich das dritte Mal in Folge, dass vor der Vorstellung jemand auf die Bühne vor den Vorhang trat um etwas zu verkünden. Diesmal war einer der Darsteller erkrankt - nämlich Lemuel Cuento, der für die Rolle des Herzogs vorgesehen war. Einspringen tat für ihn der gebürtige Neiderländer Harrie van der Plas, der seit 2002 Mitglied im Ensemble des Staatstheaters am Gärtnerplatz ist. Wir waren gespannt.
DIE GESCHICHTE
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Der Herzog von Mantua ist ein regelrechter Schwerenöter, lässt nichts anbrennen und verführt jede, aber wirklich jede Frau, die er bekommen kann. Zur Seite steht dem Herzog sein buckeliger Hoffnarr Rigoletto. Rigoletto hat eine Tochter, Gilda, die er jedoch vor dem Herzog versteckt hält. Das glaubt Rigoletto zumindest, denn seine Tochter und der Herzog haben sich bereits in der Kirche sehnsüchtige Blicke zugeworfen... An Gilda, die ihm unbekannte Schöne denkt der Herzog auf einem seiner rauschenden Feste, wendet sich aber dann der Gräfin Ceprano zu. Sie will er nun verführen und Rigoletto verspottet den ebenfalls anwesenden Ehemann der Gräfin, verhöhnt ihn und schlägt sogar vor ihn aus dem Weg zu schaffen, damit sein herzog bei der Gräfin freie Bahn hat. Von Rigolettos Bösartigkeit sind nun sogar die Höflinge entsetzt. Einer von ihnen behauptet nun Rigoletto hätte eine Geliebte. Jeden Abend würde er sie besuchen. Und sie beschließen sich an ihm zu rächen, ihm einen Denkzettel zu verpassen, indem sie diese Frau entführen. Nun erscheint der Graf Monterone. Auch seine Tochter verfiel dem herzog, wurde von ihm entehrt - und der Monterone belegt den ihn verspottenden Rigoletto mit einem Fluch.
Auf dem Weg nach Hause zu seiner Tochter trifft Rigoletto auf einen Auftragsmörder, der ihm seine Dienste anbietet, auf die Rigoletto zu einem späteren zeitpunkt zurück kommen wird. Zu Hause angekommen wird er von Gilda und ihrer Gouvernante Giovanna erwartet. Er ermahnt Giovanna gut auf seine Tochtr aufzupassen, das Tor immer geschlossen zu halten und verlässt das Haus wieder.
Inzwischen hat sich jedoch der Herzog eingeschlichen. Er stellt sich
Gilda als ein mittelloser Student vor. Gilda gefällt der junge Mann, sie verliebt sich... Giovanna drängt den Herzog zum Aufbruch. Die Höfligne sind mittlerweile schon auf dem Weg Gilda, die vermeintliche Geliebte Rigolettos zu entführen, treffen bei diesem Vorhaben auf Rigoletto und behaupten sie wollen die Gräfin Ceprano entführen. Rigoletto glaubt ihnen, hilft ihnen sogar bei ihrem Vorhaben. Sein Irrtum wird ihm erst zu spät klar. Er ahnt Schreckliches - liegt doch der Fluch des Grafen auf ihm.
Der Herzog ist begeistert, als ihm die Höflinge gestehen Gilda direkt in sein Schlafzimmer entführt zu haben. Nun erscheint Rigoletto, der seine Tochter im Palast vermutet. Er ist verzweifelt - erst recht, als Gilda aus dem Schlafgemach des Herzogs erscheint und Ritoletto entdecken muß, dass sie sich in diesen verliebt hat. Er schwört Rache am Herzog und will mit Hilfe des Auftragskillers Sparafucile und dessen gerissener Schwester Maddalena den Herzog töten lassen.
Seine Tochter Gilda soll sich - verkleidet als Mann - von der Untreue des von ihr geliebten Herzogs ihr eigenes Bild machen. Und anschließend soll sie fliehen. Als Sparafucile den Herzog nun töten will, bittet seine Schwester ihn dies nicht zu tun, denn auch sie ist dem Mann inzwischen verfallen. Er lässt sich erweichen, will statt dem Herzog den nächsten Mann, der zur Tür herein kommt, töten. Gilda erfährt vom geplanten Mord und opfert sich kurzerhand selbst. Als nun Rigoletto rerscheint um den Sack mit der Leiche in Empfang zu nehmen, hört er von Weitem die Stimme des singenden Herzogs, öffnet den Sack und findet darin seine sterbende Tochter...
FÜNFZEHN MINUTEN PAUSE
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Sehr schnell, ja viel zu schnell verging die Zeit bis zur Pause, die nach einer guten Stunde und dem ersten Akt stattfand. Für die ca. 15-minütige Pause bestellten wir uns - wie immer - vor Vorstellungsbeginn auch gleich unsere Getränke. Kommt man dann während der Pause aus dem Vorstellungsraum, findet man am nummerierten Tisch gleich seine Bestellung vor. Aus keinem anderen Theater kenne das und empfinde es als sehr angenehm - man hat einen Tisch (obwohl man ja eigentlich lange genug gesessen hat ;-) und muß nicht an der Bar anstehen (wobei es dort immer sehr zügig voran geht).
Toilettenbesuche sind in den Pausen für die meisten Theaterbesuche obligatorisch und meist sehr schnell erledigt, da es hier eine wirklich ausreichende Anzahl an Toiletten (bei den Damen dürften es ca. 15 sein, bei den Herren war ich noch nicht) zur Verfügung steht. Zwar gibt's meist eine kleine Schlange, aber keine wirklich langen Wartezeiten, so dass noch genügend Zeit bleibt sein Glas Sekt oder die Tasse Kaffee zu trinken. Während der Pause schnappte ich wieder den ein oder anderen Wortfetzen anderer Theaterbesucher auf - und hörte durchweg wirklich ausschließlich Positives über diese Aufführung, die allgemein sehr gut zu gefallen schien.
DER HERZOG, RIGOLETTO & GILDA
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Ich möchte nicht auf alle Darsteller im Einzelnen eingehen, das würde hier zu weit führen. Nur die für mich wichtigsten Hauptdarsteller möchte ich hier erwähnen.
Harrie van der Plas...
Kurzfristig ersetzte der Tenor den erkrankten Lemuel Cuento. Und es machte nicht nur Spaß ihm zuzuhören, sondern auch ihm zuzusehen. Sehr ausdrucksstark agierte und sang der gebürtige Niederländer - wir waren begeistert. Die Rolle des Herzogs war mit ihm aufs Beste besetzt.
Elif Aytekin...
"Ihre Gilda war gesangstechnisch, musikalisch und an Stimmqualität unübertroffen, lyrisch in der Mittellage, leuchtend in der Höhe, aufrichtig im Ausdruck und mit wärmender Poesie ausgestattet. Die berühmte Arie der Gilda am Ende des 1. Aktes ("Gualtier Maldé") geriet Aytekin zur Meister-Probe mit sinnlich suggestiven Zwischentönen, die Koloraturen und Spitzentöne schwebend leicht hingezaubert" hieß es in der Kritik der PZ-News. Und auch wenn ich oft nicht wirklich der gleichen Meinung bin wie die Kritiker, so kann ich hier nur voll und ganz zustimmen. Elif Aytekin war einfach einmalig und verkörperte die Gilda und ihre Entwicklung vom braven Mädchen zur verliebten Frau einfach einmalig.
Daniel Henriks...
Auch Daniel Henriks in der Rolle des Rigoletto gefiel uns sehr gut, auch wenn er von den Kritikern nicht mit Ruhm überschüttet wurde - hier hieß es nur, dass er seine Aufgabe respektabel löste. Und hier bin ich wieder einmal anderer Meinung als der Kritiker - ich fand, dass er seine Aufgabe ganz ausgezeichnet löste.Weiterhin sahen wir an diesem Abend
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Graf von Monterone: Sang-Ho Lee
Graf von Ceprano: Spencer Mason
Die Gräfin von Ceprano: Miriam Kurrle
Marullo: Stefan Hagendorn
Borsa: Ingo Wagner
Sparafucile: Axel Humbert
Maddalena: Marie-Kristin Schäfer
Giovanna: Gabriela Zamfirescu
Page: Manuela Herrgesell
Schließer: Iwan Zlabek
Herren des Chores des Theaters Pforzheim
Mitglieder des Herrenextrachores des Theaters Pforzheim
Badische Philharmonie Pforzheim
Und sowohl der Chor, der Extrachor als auch die übrigen Solisten waren voll und ganz bei der Sache und zeigten eine sehr gute Leistung.
Ansonsten wären noch zu erwähnen:
Musikalische Leitung: GMD Markus Huber
Inszenierung: Bettina Lell
Bühne und Kostüme: Beate Zoff
Choreinstudierung: Martin Erhardt
Dramaturgie: Doreen Röder
Gesungen wurde übrigens in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln, was ich als sehr angenehm empfand, da man in Opern meist sowieso nicht jedes Wort versteht. So konnte man sich an den oberhalb der Bühne eingeblendeten deutschen Titel orientieren.
LA DONNA MOBILE
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Sehr wichtig - mit das Wichtigste - bei einer Oper ist natürlich die Musik. "La donna e mobile" oder "O wie so trügerisch sind Weiberherzen" sind die wohl bekanntesten Arien in dieser Oper. Von vielen bekannten Tenören wurden sie vorgetragen, dürften wohl bei fast Jedem bekannt sein. Aber auch die übrige Musik ist wunderschön, sehr melodiös und recht eingängig und dürfte auch gefallen, wenn man sich nicht unbedingt als Opernfan bezeichnet.
TICKETS UND VORVERKAUF
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Eintrittskarten gibt's natürlich an der Theaterkasse, die von Dienstags bis Freitags von 10 bis 19 Uhr, Samstags von 10 bis 13 Uhr und Sonn- und Feiertags eine Stunde vor Vorstellungsbeginn geöffnet hat. Jeweils fünf Wochen vor den Vorstellungen beginnt der Vorverkauf. Tickets können auch telefonisch oder übers Internet bestellt werden. Vorbestellte Karten müssen bis spätestens 20 Minuten vor Vorstellungsbeginn abgeholt werden. Anschließend werden sie dem Freiverkauf zugeführt.Das Ticketcenter im Theater befindet sich am Am Waisenhausplatz 5, 75172 Pforzheim und ist unter Telefon: 07231 / 39 24 40, Fax: 07231 / 39 16 10 oder E-Mail: ticket@stadt-pforzheim.de zu erreichen.
Weitere Vorverkaufsstellen sind auf der Website des Theaters unter http://www. theater-pforzheim. de/porta l/page? pageid = 124,76074& dad= portal&schema =PORTAL zu finden (vorausgesetzt Ihr nutzt diesen Link ohne Eingabe irgendwelcher Leerzeichen).
Weiterhin können Karten für den Großteil der Veranstaltungenüber das Ticketsystem ReserviX erworben werden und direkt zu Hause ausgedruckt werden.
WIE KOMMT MAN HIN UND WO PARKT MAN?
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Direkt neben dem Congress-Centrum befindet sich das Theater am Waisenhausplatz 4, im Zentrum von Pforzheim. Da das Congess-Centrum gut ausgeschildert ist, ist's auch kein Problem dort hin zu finden. Unter dem Theater befindet sich eine öffentliche Tiefgarage. Dort finden sich immer ausreichend Parkplätze. ur manchmal, wenn im nebenan gelegenen Kongreßzentrum ebenfalls eine Veranstaltung statt findet, kann's ein wenig eng werden... Bei Theaterveranstaltungen gibt es einen so genannten Kulturtarif von 3,-- Euro, der neuerdings allerdings erst ab einer Einfahrt nach 18.30 Uhr ins Parkhaus gültig wird. Ansonsten kostet jede angefangene Stunde 1,50 Euro... Bis vor kurzem war es noch möglich im Theater selbst sein Parkticket einzulösen, aber leider geht das nicht mehr. Man kann allerdings direkt nach Einfahrt (vorausgesetzt sie ist nach 18,30 h) am Parkautomat bezahlen, so daß man nach der Vorstellung nicht anstehen muß. Seit neuestem gibt es auch eine wiederaufladbare Parkkarte.
PREISE
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Die Preise fürs Musiktheater betragen - je nach Preisgruppe zwischen 28,-- Euro für Preisklasse 1 und 13,20 für die günstigste Klasse und sind meiner Meinung nach absolut angemessen. Ermäßigungen erhalten Schüler, Jugendliche, Studenten, Wehrpflichtige, Zivildienstleistende, Schwerbehinderte und kinderreiche Familien der Stadt Pforzheim (gegen Vorlage eines gültigen Ausweises). Wir hatten unsere Plätze ganz in der Mitte der dritten Reihe, was ein ganz ausgezeichneter Platz ist. Allerdings sieht man, wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann, wirklich von allen Plätzen sehr gut.
KURZ ZUSAMMENGEFASST
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Auch wenn ich mich jetzt nicht unbedingt als Opernfan bezeichnen würde, so gefiel mir Rigoletto in dieser Aufführung sehr gut. Die etwas über zweieinhalb Stunden vergingen wie im Flug. Die Darsteller - Solisten wie auch Chor - zeigten allesamt eine sehr gute Leistung. Das eher schlichte Bühnebild - im Großteil des Stückes eine große Steintreppe - die passenden Kostüme und Inszenierung waren durchweg stimmig und ansprechend.
Besonders gut gefielen mir der kurzfristig eingesprungene Harrie van der Plas und Elif Aytekin und ihre wunderbar kalren, präzisen und auch klangschönen Stimmen in der von Anfang bis Ende fesselnden Inszenierung. Auch dem Orchester unter der Leitung von GMD Markus Huber sollte ein großes Lob zuteil werden. Stimmig agierten Orchester, Chor und Solisten - ganz so, wie es sein sollte, präsentierten die schönen, melodischen Stücke der dramatischen Oper ganz großartig - sowohl stimmlich und darstellerisch waren alle mehr als überzeugend. Alles hat gestimmt an diesem Abend - und das fand auch das übrige Publikum, dass sich bei den Künstlern mit einem lang anhaltenden Applaus. Leider stehen keine weiteren Aufführungen auf dem Spielplan - sonst hätte ich Euch einen Besuch unbedingt empfohlen. So bleibt mir nur eine durchweg positive Bewertung - Ich vergebe hier gerne die volle Punktzahl - fünf von fünf Sternchen.
Fazit: Sehenswert!
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