Philosophie GK
Philosophie GK als 4. Abifach - Philosophie GK Universitäten & Schulen

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Philosophie GK als 4. Abifach
Philosophie GK

LMKS

Name des Mitglieds: LMKS

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Philosophie GK

Datum: 27.06.03, geändert am 27.06.03 (2943 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Allgemeine Fragen, Alltagsbezüge, nicht nur Trocken (Diskussionsmöglichkeiten )

Nachteile: Argumentation muss auf Quellen beruhen, Auch mal etwas mehr zu lesen

Philosophie GK - Vielleicht auch im ABI?

Allen, die nicht wissen, ob sie vielleicht Reli oder Philosophie nehmen sollen, oder ob Philosophie sogar als Abifach geeignet ist, möchte ich hiermit ein wenig helfen.

Dazu möchte ich euch mitteilen, wie ich dazu kam, um was es sich bei dem Fach handelt, was im Unterricht gemacht wird und wie Prüfungen aussehen.


- Warum Philosophie?

Bei mir war die Entscheidung ab der 11. Klasse Philosophie zu wählen relativ einfach, da bei unserer Relilehrerin eh meistens philosophische Texte durchgenommen wurden. Die waren zwar nicht immer leicht zu verstehen, aber meistens ganz interessant. Also wählte ich das Fach und war überrascht, wie der Unterricht aufgebaut ist. Neben den zu lesenden Texten gibt es oft Möglichkeiten zur Diskussion und hier gibt es den Vorteil, dass es kein Richtig oder Falsch gibt.


- Was ist Philosophie?

Das Fach Philosophie befasst sich mit den verschiedensten Fragen. Die bekanntesten davon sind wohl: Ist der Mensch frei? Warum ist grün nicht blau?
Hier wird schnell deutlich, dass es hier nur schwierig ist eine Antwort zu finden und diese zu Belegen. Oft gibt es auch keine klare Antwort und die Schüler diskutieren über Stunden. Die Fragestellungen beziehen sich allerdings immer auf bestimmte Themen, wodurch es Begränzungen gibt, aber trotzdem ist es oft möglich einen Bezug zum Alltag bzw. aktuellen Geschehnissen herzustellen.

- Der Unterricht

Im Unterricht werden verschiedene Bereiche abgearbeitet, wobei es bei uns folgende gab:
12.1 Gründe für's Handeln
12.2 Definition eines Staates
13.1 Erkenntnistheorie (Plato, Descartes, Freud, Kant, Planck, ...)
13.2 Erkenntnistheorie (Paul Watzlawick: "Wie wirklich ist die Wirklichkeit")

Die Themen aus der 11 waren eher gemischt. Beschäftigten sich aber unter anderem mit Werten und Determinismus.

Im Unterricht bekamen wir meistens einen Text
, der natürlich gelesen wurde. Dann gab es eine Aufteilung in drei Bereiche: Zuerst wurde der Text einfach nur zusammen gefasst wieder gegeben. Dann wurden Thesen herausgearbeitet und Fragestellungen aufgeworfen. Als drittes haben wir aufgrund des Textes eingene Thesen aufgestellt und sind über den bloßen Text "hinausgegangen". Die mitarbeit der Schüler wurde bei uns auch nach diesen Kategorien bewertet. Konnte ein Schüler immer nur den Text wiedergeben, so vielen die Noten schlechter aus, als bei den Schülern, die in allen Bereichen gut mitgearbeitet haben.

Neben dieser Art des Unterrichts wurde uns aber auch die Möglichkeit geboten, Referate zu halten. Diese konnten daraus bestehen, dass man ein Thema (zum Beispiel ein Kapitel aus dem Buch von Watzlawick) aus dem Unterricht für die Anderen vorbereitet hat und dann eine Unterrichtsstunde moderiert hat. Es war aber auch möglich den Unterricht auf ein selbst bestimmtes Thema aufzubauen, bei dem es sich dann zum Beispiel anbot die aktuell in den Medien diskutierten Themen zu wählen.


- Die Prüfungen

Da ich Philosophie als mündliches Abiturfach wollte, hatte ich es bereits ab der 11.1 schriftlich. Zu den Klausuren ist zu sagen, dass sie mit dem Unterricht zu vergleichen sind. Man bekommt eine Quelle (Text oder Zitat) und muss zuerst den Inhalt oder den Argumentationsgang wiedergeben. Dann muss man mit diesem Text eine Fragestellung lösen und die letzte Aufgabe besteht meistens aus einer allgemeinen Frage. Hier ist es wieder fast unmöglich eine 100% richtige Antwort zu finden. Wichtig ist aber nicht die eigene Meinung und die daraus resultierende Antwort, sondern eher der Weg, wie man zu seiner Antwort kommt. Man sollte zum Beispiele die Texte und Autoren aus dem Unterricht als Belege für die Argumente verwenden. Weitere Belege aus andern Fächern oder sonstigen Quellen können ebenfalls nützlich sein.

Die Zensur ist ebenfalls wieder von den Aufgaben abhängig, da die ers
te am wenigsten und die dritte am meisten Punkte gibt.

Zur Abiturprüfung im mündlichen kann ich sagen, dass der Aufbau bei mir wieder Ähnlich war. Ich bekam einen Text von Renèe Rousseau zur Definition des Staates und dazu drei Aufgaben. Als erstes musste ich den Text erläutern und dann die Thesen von Rousseau mit denen von John Locke vergleichen. Als letztes musste ich eine allgemeine Frage erläutern, die ich allerdings wieder vergessen habe. Meine Antworten auf die drei Fragen musste ich dann innerhalb von 10 Minuten vortragen und anschließend wurden mir Fragen zu allen Unterrichtsthemen gestellt.


- Mien Fazit

Die Prüfung habe ich ziemlich gut bestanden und dafür auch einiges gelernt. Zu meinen Lernen ist allerdings zu sagen, dass ich das Unterrichtsmaterial lediglich durchgeblättert und mir die Grundthesen der wichtigsten Philosphen gemerkt habe. Ansonsten habe ich noch das oben angesprochene Buch von Watzlawick gelesen. Insgesamt habe ich dafür aber auch nur zwei Nachmittage gebraucht.

Was ich euch damit sagen will? Man muss natürlich ein paar Philosphen und deren Thesen kennen, aber im großen und ganzen kann man vieles mit gesundem Menschenverstand beantworten. Philosophie ist also kein Fach für das man viel lernen muss. Und es stimmt auch nicht, dass alle Themen trocken und die Texte schwer verständlich sind. Klar gibt es auch mal komplizierte Sachen (zum Beispiel Texte von Karl Marx), aber es gibt auch Texte, die sich auf den Alltag beziehen und einfach sowie interessant sind (das Buch von Watzlawick - deshalb hab ich das auch für meine Abivorbereitung benutzt).

Der Unterricht war auch nicht nur trocken, vor allem, weil immer viel diskutiert wurde. Als wir das Thema Erkenntnistheorie durchgenommen haben, haben wir im Unterricht Matrix geguckt und den Film als Quelle genutzt, statt einen langweiligen Text zu lesen. Also sieht man hier ganz deutlich, dass jeder, der Matrix kennt bereits Kontakt zur Philosophi
e hatte (Gibt es eine Matrix? Ist unser Leben oder unser Traum real? ...) - und so schlimm war der Kontakt doch nicht, oder?

Ich kann euch das Fach auf jedem Fall nur empfehlen. Mir hat es eigentlich immer recht viel Spaß gemacht und über die paar trockenen Themen kann ich im nachhinein hinwegsehen. Philosophie würde ich jederzeit wieder mit ins Abi nehmen.


Matrix

Fazit: