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Kurz, schnell und sexy/Ladykracher - über Sat.1 TV Sender

Neuester Testbericht: ... Filme von Samstags sowie einige Comedyshows von Freitagnacht wiederholt. Meinen treuen Leser meiner Berichte wird schon aufgefallen sei... mehr

Kurz, schnell und sexy/Ladykracher
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Freiburg18

Name des Mitglieds: Freiburg18

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Datum: 14.01.02, geändert am 14.01.02 (492 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: witzige Typen

Nachteile: ---


Ladykracher ? das sind die kleinen, feinen für die Dame, die man auch mal in der Hand explodieren lassen kann. Anke Engelke wirft sie ihrem Publikum um die Ohren. Eine neue Blüte im Comedysumpf, dreizehn Folgen lang. Dabei rätseln die Experten doch seit einiger Zeit, ob Comedy nur scheintot oder mittlerweile ganz tot ist.

Anke jedenfalls lebt und arbeitet hart für ihr Geld. Ihr Kapital sind die Verstellungskünste, die parodistische Verwandlung am Fließband, die Produktion von witzigen Typen und Klischees in rasendem Tempo. Etwas, was richtige Schauspieler auf der Bühne nicht machen dürfen, was sie aber seit Alters her in der Kantine am liebsten treiben. Gespielte Witze. Schauspielkunst im Rohzustand. Keine Charaktere, keine Differenzierungen, keine leisen Töne. Dafür immer neue Griffe in die Wundertüte. Schaut mal her, wer ich jetzt bin! Und alles lacht, dass die Bäuche wackeln.

Anke spielt nicht in der Kantine, sondern auf offener Bühne. Oft allein, manchmal mit ein paar Stichwortgebern. Immer neue Frauentypen. Tussis, wie man so sagt. Mal somnambul, mal quietschnormal, mal ein bißchen böse. Auch die Hysterie ist natürlich ein gern gesehener Gast. Jeder Ladykracher eine Art Videoclip: kurz, schnell, sexy. So wird das Gemüt bei Laune gehalten. Für ihre neue Show hat Engelke die Bestände der Tradition geplündert. Man denkt an die Innovationen der späten Siebziger, vor allem an Ingrid Steeger, die verblichene Avantgardistin. Mancher Clip kommt in Schwarzweiß, die Schauspielerin trägt dazu eine Art Hippie-Look. Die Zeit scheint sich ein bißchen um sich selbst zu drehen. Retro-Futurismus, heißt das im Slang der Trendscouts. Für alle, denen es völlig wurscht ist, welches Jahrzehnt gerade auf dem Kalender steht. Hauptsache, die Glotze kracht einem so richtig um die Ohren.

Fazit: