Sony MZ-NHF800
Kleiner Allround-Recorder - Sony MZ-NHF800 Tragbarer Minidisc Player

Produkttyp: Sony tragbarer Minidisc-Player

Neuester Testbericht: ... in beide Richtungen geht ähnlich flott wie bei Konkurrenzprodukten. Leider müssen alle Quellen erst in Sonys proprietäres ATRAC-F... mehr

Kleiner Allround-Recorder
Sony MZ-NHF800

Johannes+Maul

Autor-Name: Johannes Maul

Produkt:

Sony MZ-NHF800

Datum: 27.07.06

Bewertung:

Vorteile: Akkulaufzeit, Aufnahmefunktion, Klang, Akkuladefunktion, Radio

Nachteile: Zugriffszeit, Beschränkung auf ATRAC-Formate und PCM, hoher Preis

Ich habe diesen Player 2004 für etwa 250€ gekauft, was damals zwar auch viel Geld war, aber für einen Player dieser Leistungsklasse (iPods fingen damals ab ca. 350 an). Weil ich mit der Mini-Disc-Technik bereits recht gute Erfahrungen gemacht habe und noch von meinem ersten Player (einem Sharp MD-MT180S, auch ein sehr gutes Gerät für den Preis :o) ) einen guten Haufen an Disks rumliegen hatte, wollte ich wieder einen kaufen. Zu dieser Zeit kam eben ganz neu die Hi-MD-Technik heraus. Da ich unbedingt ein Radio haben wollte (im Endeffekt nutze ich es kaum) fiel die Wahl auf den MZ-NHF800. Dieser kommt in einem stabilen etwas billig anmutenden Gehäuse aus Kunststoff. Die Verarbeitung ist an sich gut bis sehr gut, lediglich die Abdeckung der USB-Buchse wird nach intensiver Benutzung abfallen. Auch das Batteriefach macht keinen guten Eindruck. Die USB-Abdeckung ist nicht so wichtig so lange man den Player nicht in staubigen Umgebungen einsetzt. Auf das Batteriefach kann man auch verzichten, Die Batterien halten auch so und fallen nicht heraus. Die mitgelieferten Hörer haben keinen sehr guten Klang und ausserdem ein zu kurzes Kabel, was sich negativ auf den Raio-Empfang auswirkt. Hier muss man etwa 16-20€ für ein gutes Paar zusätzlich einplanen.
Zum Test:
Ich besitze das Gerät seit nunmehr 2 Jahren und es hat mich wirklich fast nie im Stich gelassen. Gelegentlich kommt es vor, dass sich eine Disc nicht lesen lässt, aber das liegt meistens an einem Staubkorn, was auf der Linse liegt. Die Bedienung ist klar strukturiert und trotz des eigentlich zu kleinen Displays dank der logisch angeordneten Menüs einfach. Das Gerät glänzt durch eine Vielzahl möglicher Einstellungen was das Menü für Einsteiger verkomplizieren würde. Aber man kann bestimmte (für normalen Gebrauch nicht benötigte) Menüteile ausblenden. Das Scrollrad macht eine schnelle Navigation durch die Menüs möglich, was ein echter Pluspunkt ist. Im Gegensatz zur Konkurrenz lassen sich auch alle Funktionen (ausgenommen Aufnahme) über die Fernbedienung steuern. Diese enthält auch das Radio, welches eine in der FB integrierte Antenne für Mittelwelle benutzt und die Ohrhörerkabel für UKW. Sender lassen sich in beiden Bereichen genug speichern. Selbstverständlich erfolgt der Empfang bei ausreichender Signalstärke in Stereo.
Etwas nervig ist die Anordnung der Radio-Taste oben auf der Fernbedienung, man muss hier aufpassen, dass man diese bei öffnen des Befestigungsklips nicht aus Versehen betätigt.
Da man dank der neuen Hi-MD-Technik nun erheblich mehr Musik auf einer Disk speichern kann (dies gilt auch für die normalen Standard-MDs!!) Kann man im Hi-MD-Modus (auch mit Standard-MD auf Hi-MD formattiert) nun seine Titel nach Interpret, Musikrichtung, Album-Name, Trackname, Gruppe (Benutzerdefinierbar) sortieren lassen. Dies benötigt nur 2 Knopfdrucke. Mit Hilfe von Bookmarks kann man quasi "on the go" Playlisten mit seinen Lieblings-Titeln erstellen.
Das allerbeste an diesem Gerät ist die absolut hochwertige Aufnahmefunktion. Es kann analog über Mikrofon, Line-In oder digital über optischen Eingang aufgenommen werden. Die Qualität der Aufnahme steht der hohen Qualität der Wiedergabe in nichts nach. Die Einstellmöglichkeiten für Aufnahme sind ungewohnt üppig: so kann man die Empfindlichkeit des Mikrofons in zwei Stufen regeln und den Aufnahmepegel automatisch oder manuell in 30 Stufen einstellen. In der automatischen Einstellung hat man die Auswahl zwischen lauter und normaler Umgebung, was die Qualität der Aufnahme zum Teil erheblich steigern kann. Bereits mit einem sehr einfachen Mikro sind Aufzeichnungen von Gesprächen auf eine Entfernung von 15m störungsfrei möglich, was die äusserst gute Qualität des Eingangsverstärkers beweist. Konkurrenten haben oft nur eingebaute Mikrofone oder bieten maximal eine Pegeleinstellung für die Aufnahme, digitale und analoge (Line-in) Aufnahme fehlt meist vollkommen.
Zur Software:
Die Übertragung in beide Richtungen geht ähnlich flott wie bei Konkurrenzprodukten. Leider müssen alle Quellen erst in Sonys proprietäres ATRAC-Format umgewandelt werden, was mitunter viel Zeit kostet. Empfehlenswert ist hier der Einsatz der aktuellen 4.0-Version von Sonic Stage, da diese wesentlich benutzerfreundlicher ist und nicht mehr abstürzt, wenn man zu viele Titel in die Bibliothek einläd. Ich empfehle für die Übertragung beim mobilen Einsatz die Konvertierung in ATRAC3 132kBit/s, dies bietet den besten Kompromiss zwischen Platzverbrauch und Klangqualität. In disem Modus lassen sich auf einer Standard-MD (80Min) etwa 5 und auf einer 1GB-Disk etwa 22 Stunden Musik speichern. Dies ist insbesondere kein Problem, da das Gerät mit einer einzigen Mignonbatterie satte 45 Stunden spielen kann und das ist nicht nur eine hohle Marketingblase, das stimmt tatsächlich. Beim Einsatz von Akkus ist die Selbstentladung höher als der Verbrauch des Gerätes bei normaler Nutzung, so dass man etwas häufiger (ca alle 2-3 Wochen) einmal aufladen muss, was sich sogar mit dem beiliegenden Netzteil in einer Nacht erledigen lässt.
Des weiteren bietet die Hi-MD-technik die Möglichkeit das Gerät als externe Festplatte zu benutzen, was eine recht preisgünstige Möglichkeit darstellt, Daten zu speichern. Bei einem Preis von 7-12€ pro GB-Disk und ca. 1€ für 290MB (80Min Disk) können Speicherkarten oder USB-Sticks noch nicht mithalten. Externe Festplatten sind zwar billiger (€/MB-Rate), aber klobiger und wer schleppt schon gerne zwei Geräte mit sich herum, wenn man eines nicht unbedingt braucht?? Das einzig negative an dieser Verwendung ist, dass die Kopierdauer mit der Anzahl der Dateien exponentiell steigt (Bei GB-Disks merkt man davon allerdings nicht sehr viel, da diese auch auf Zugriffszeit optimiert wurden). Man sollte lieber alle Dateien in ein Rar- oder Zip-Archiv einpacken, bevor man sie auf einem Hi-MD-Gerät speichert.

Fazit: Klangwunder im handlichen Format mit faszinierender Funktionsvielfalt

Verarbeitung: