WMF Perfect Plus Schnellkochtopf 22 cm
Hochdruck in der Küche - WMF Perfect Plus Schnellkochtopf 22 cm Topf

Erhältlich in: 3 Shops

Produkttyp: WMF Töpfe

Neuester Testbericht: ... aufheizen kann und dieser somit viel schneller durchgekocht ist. Gerade bei einem großen Stück Fleisch dauert es ohne Dampfdruckkochtopf... mehr

Hochdruck in der Küche
WMF Perfect Plus Schnellkochtopf 22 cm

Bieberzahn

Name des Mitglieds: Bieberzahn

Produkt:

WMF Perfect Plus Schnellkochtopf 22 cm

Datum: 02.03.08

Bewertung:

Vorteile: Schnell, schonender Garprozess, vitaminschonend

Nachteile: nicht wirklich welche!

Oft genug werden ja alle möglichen Küchengeräte, Töpfe Pfanne usw. als Wunder gepriesen. Bei vielen ist das Ergebnis so, dass man sich später wundert, dieses Teil gekauft und dann noch viel Geld ausgegeben zu haben.

Anders bei meinem heißgeliebten Schnellkochtopf von WMF.

Vorgeschichte
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Eigentlich sind es ja Vorgeschichten. Bereits vor der "Wende" hatte ich ja schon einen Schnellkochtopf in Gebrauch. Dieser 7 Liter Topf war lange im Einsatz, bis es irgendwann keine Gummidichtringe mehr für den Deckel gab und auch die für das Sicherheitsventil wurden porös. Dazu kmm, dass irgendwann mal der Griff abbrach und das war es dann aber auch.... Den Topf habe ich heut zwar noch zum Einkochen in Gebrauch, weil er sich dafür wegen seiner Höhe ganz gut eignet. Aber als Schnellkochtopf funktioniert er nicht mehr.

Nach seinem technischen KO folgte dann eine Odyssee von Kochtopf zu Kochtopf. Keine Ahnung, wie viele Billig-Schnellkochtöpfe ich mir gekauft hatte, keiner hielt länger als 1 bis 2 Jahre, dann gab es die ersten Macken. Einmal war es das Sicherheitsventil, das der Sicherheit zu viel tat und den Druckaufbau von Anfang an verhinderte, dann waren e Dichtringe in Größen, die nicht mehr aufzutreiben waren und und und.... Klar, Geld aus Gewährleistung bekam ich meist zurück, oder einen Ersatz beim Händler. Aber den Großen Wurf, den machte ich in der zeit nie wieder!

Irgendwann hatte mein Mann den guten Gedanken, dass wir uns zu Weihnachten was Praktisches leisten sollten. Und das war er dann der

WMF-Schnellkochtopf "Perfekt" 4,5 Liter
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Gekauft wurde der Topf im Jahre 2002 für 89 EUR im Fachhandel für Küchenzubehör.
Ich denke mal, das war ein Schnäppchen, denn WMF bietet 4,5 Litertöpfe für stolze 169,00 EUR an. Bei eBay gibt es aber ebenfalls WMF Töpfe für 100 EUR inkl. Versand.
Der (Unterschied liegt dann im Detail. Der eBay WMF-Schnellkochtopf ist eine Ausführung, die optisch meinem Kochwunder ähnelt und hat offenbar keine besonderen Funktionen und Zusatzkniffe.
Der 169,00 EUR Topf direkt bei WMF ist hingegen schon optisch eine Liga weiter oben.
Während eBay nicht verrät, für welche Kochflächen der Topf geeignet ist, erklärt WMF auf der eigenen Homepage, das der dort angebotene Topf für alle gebräuchlichen Herde geeignet ist. Auch für Induktionsherde!
Der aktuelle Schnellkocher hat 2008 auf der Hanovermesse den - design award, iF Hannover 2008 abgefasst. Da ist vom Timer bis zur Abdampfautomatik alles drin und dran. Aber das nur so am Rande erwähnt.

Warum Schnellkochtopf?
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Eine Frage die ich immer wieder höre. Meine Mutter kommt mit dem Teil überhaupt nicht klar, aber vor allem deshalb, weil sie alte Gewohnheiten einfach nicht abstellen kann oder will. Egal! Eigne Selberschuld!
Was bewirkt der Schnellkochtopf - Funktionsweise?
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Das Grundprinzip ist folgendes. Wasser kocht im Normalfall bei 100° C. Dann beginnt sich Wasser vom flüssigen in gasförmigen Zustand zu ändern. Der Dampf hat folglich auch eine Temperatur von ca. 100°C. Die Wasser / Dampftemperatur ist aber wesentlich für den Garprozess. Alle Erfahrungen für die Dauer wie lange man was kochen muss, basieren auf dieser Temperatur.

Bei Normaldruck von 1 bar auf Meereshöhe kommt Wasser bei 100 °C zum Kochen. Je höher man kommt, umso niedriger wird die Temperatur, bei der Wasser kocht. Auf dem Mount Everst beträgt der Luftdruck nur noch etwa 0,4 bar und das Wasser kocht dort bereits bei 75°C.
Und selbst in alpinen Regionen wird Eierkochen eventuell problematisch, weil das Wasser in 2.000 m Höhe schon bei rund 93°C kocht!
Im Umkehrschluss ist festzustellen, dass Wasser bei höherem Druck erst später zu kochen beginnt.
Im Schnellkochtopf herrscht etwa 1 bar Überdruck und das bedeutet eine Wasser/Dampftemperatur von etwa 120°C. Und genau hier liegt der Effekt, den man als Wunder verkauft - im Schnellkochtopf ist alles viel schneller gar, weil die Gartemperatur darin deutlich höher ist als in einem Normaltopf!
Für die Hochgebirgler - hier ist der Effekt noch deutlich größer als im profanen Flachland....

Wie kommt man zu dem Hochdruck....?
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Das passiert dadurch, dass der Deckel durch einen entsprechenden Verschluss druckfest auf dem Topf gehalten wird. Eine Gummidichtung dichtet alles gut ab und eine entsprechende Regelvorrichtung sorgt dafür, dass der Maximaldruck nicht überschritten wird. Sicherheitshalber gibt es aber ein Zweites Ventil, welches garantiert, dass der Topf nicht explodiert.
Alles ist GS geprüfte Technik, die einer sehr strengen Prüfung unterliegt. Zumindest bei WMF und dem Prädikat Made in Germany. Hier vertraue ich mal auf diese Aussage.
Bei Billigtöpfen zweifele ich zwar nicht die Sicherheit grundsätzlich an, aber ich hege den nicht unbegründeten Verdacht, dass die Töpfe keine 1 bar Überdruck aufbauen, sondern vorher "abpfeifen". Wenn dann die Regelung auch noch wenig zuverlässig arbeitet wird es kompliziert, Kochzeiten exakt zu ermitteln!

Der WMF Schnellkochtopf hat auch in der preiswerten Ausführung ein System, das eine recht genaue Druckführung zulässt. Geregelt wird der Druck über die Wärmezufuhr.

Technische Hinweise
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Der Schnellkochtopf besteht aus Edelstahl und hat einen Spezialboden. "Nix besonderes"- sagen nun einige "Hat meiner auch". Stimmt, aber eben nur teilweise.
Während die Billigteile meist sehr schwer daher kommen, ist der WNF vergleichsweise leicht.
Der "transtherm ®" Edelstahlboden ist absolut plan, was gerade bei Elektro-, Ceran- oder Induktionskochfeldern wichtig ist. Für alle diese Wärmequellen ist der Topf geeignet und natürlich auch auf Gas kann man Kochen! Das zeigen die Symbole auf dem Boden.
Ganz wichtig - der Boden des WMF ist auch für Induktionskochfelder geeignet. Das sind nicht alle Topfböden. Wer solche Technik nutzt muss das wissen.
Der Schnellkochtopf hat an der Innenwand eine Füllskala. Nicht in Litern aber es wird angezeigt, was 1/3, ½ und 2/3 sind. Wichtig - mehr als zu 2/3 darf der Topf nicht mit Wasser (Flüssigkeit) befüllt werden.

Der Topfboden hat einen Durchmesser, der auf übliche Ceranfelder passt, ohne überzustehen oder die Heizfläche nicht auszulasten.
Das Regelventil ist im Griff integriert und ist ein runder Block, der durch den Dampfdruck angehoben wird. Ist der Druck voll aufgebaut, hebt sich der Block voll nach oben und es sind 2 Ringe zu sehen. Bei geringerem Druck (geringere Temperatur) ist entsprechend nur 1 Ring sichtbar.
Damit der Topf unter Druck stehend nicht geöffnet werden kann, rastet eine Sperre ein, die das irrtümliche Öffnen verhindert. Will man die Sperre lösen, wird automatisch Druck abgelassen. Dazu muss man einen im Griff integrierten Schieber vorsichtig zurück ziehen und der Druck bläst ab.
Also alles in allem, eine sehr sicher Angelegenheit.

Kleiner Exkurs, was passiert, wenn man den Deckel mit Gewalt öffnet:
In einem 7-Liter Topf kochte eine wunderbare Hochzeitssuppe. Die Zeit zum Servieren war ran, die Suppe gerade fertig. Herd aus, Dampfglocke (gibt es heut nicht mehr) ab und der Dampf entwich laut. Aber dabei kocht die Suppe durch den Druckabbau noch mal richtig hoch, denn die Temperatur von 7 Litern Suppe sinkt ja nicht so schnell von 120°C, wie der Druck abfällt. Offenbar kam ein Erbse oder was auch immer vor das Ventil. Eigentlich kein Problem, aber der Druck sank nicht weiter, jedenfalls wesentlich langsamer. Schneller als der Druck abbaut stieg die Ungeduld. Mit einiger Kraft bekam der Küchenchef den Topf doch auf.....

OK, aus Suppe wurde nix, die hing an der Decke, an der Wand oder ergoss sich über den Herd. Dem Koch ist zum Glück nix passiert. Die Küche war 1 Woche später auch wieder frisch renoviert. *g*.
Also - lasst jede Gewalt am Kochtopf. Dann passiert auch nichts!

Praxis
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a.) Garen mit Dampf - z.B. Kartoffeln
Der Topf wird bevor er auf den her auf den Herd kommt mindestens mit ca. 250 ml Wasser befüllt. Ein gelochter Einsatz kommt auf ein Dreibein das den Einsatz vom Wasser trennt. Dort kommen die geschälten Kartoffeln rein. Druckdeckel fest verschlossen drauf und Herd an. Sobald der Druck da ist und der Reglerblock um 2 Ringe nach oben gehoben ist, kann die Energiezufuhr erheblich reduziert werden. Beispiel: 9 Stufige Elektroherdregelung - da kann man auf 4 zurückstellen. Nach 7 Minuten kann die Wärmezufuhr abgeschaltet werden, nach 9..10 Minute sind die Kartoffeln weich - in Abhängigkeit von Größe, fest oder mehlig kochend usw. Das sind dann Erfahrungswerte.
Blumenkohl ganz, aber mit herausgeschnittenem Strunkansatz ist nach 4 bis 5 Minuten fertig. Rosenkohl braucht 1 Minute länger.
Problem Pellkartoffeln: Bei Pellkartoffeln darf der Druck nicht schnell abgelassen werden. Hier ist es besser, wenn die Wärmezufuhr zeitiger abgeschaltet wird, dass die Zeit des selbstständigen Druckabbaus als Garzeit genutzt wird. Macht man das nicht, platzen die Kartoffeln bei zu schnellem Druckabbau auf, auch dann wenn sie zuvor angepieckst sind. Das wäre nicht so schön. Mir der Methode spart man nicht ganz so viel Zeit, aber auf jeden Falle Energie und es ist ja auch nur ¼ Liter Wasser nötig.
In Dampf gegartes Gemüse behält die Farbe besser als gekochtes. Mineralstoffe und Vitamine werden deutlich weniger ausgespült. Das Gemüse ist gesünder. Durch kürze Kochzeiten werden zudem die Vitamine geschont.

b.) Eisbein, Schweinekamm, Rinderbrust, Geflügel usw. setzt man wie üblich mit reichlich Wasser, je nachdem wie viel Brühe man haben will. Man lässt es mit offenem Deckel aufkochen, wie bisher auch. Man schöpft den Schaum ab, gibt nun die Gewürze zu, Deckel drauf und volle Hitze, bis beide Ringe zu sehen sind. Das Eisbein bzw. der gekochte Schweinekamm ist so ach etwa 40..45 Minuten butterweich. Bei der Rinderbrust kann es ein paar Minuten länger dauern. Geflügel fällt schon nach 30 min von den Knochen....
Ist man mit dem Ergebnis nicht zufrieden, kann man unkompliziert nachkochen. Bei Eisbein oder Schweinekamm ist das die Gelegenheit, wo man Zwiebeln etc. zugeben kann, damit die nicht völlig zerkochen.

c.) Gemüsesuppen - hier ist es reine Erfahrungssache, aber die Zeitersparnis ist erheblich.

d.) Rouladen, Schmorbraten usw. brät man wie gewohnt im Schnellkochtopf an. Durch Wasser aufgießen und reduzieren schafft man einen guten Bratenfond. Dann Wasser aufgießen, Deckel drauf und etwa 30...35 Minuten garen lasen. Nach 20 Minuten kann man das Dreibein und den Locheinsatz reinpacken und die Kartoffel dazu. So gart zum Schluss alles gemeinsam. Spart Zeit, Geschirr und Energie! Klar, das ist gewöhnungsbedürftig.
Bei dem 4,5 Liter Topf passt auch nur ein Einsatz auf das Dreibein, so dass das Gemüse extra bereitet wird.

Service
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Nun sollte man nicht drauf wetten, das jeder fehlerfrei ist. So passierte es eben auch bei dem ersten WMF Topf bereits nach 3...4 Monaten, dass sich am Boden zuerst ein seltsam gefärbter Fleck bildete. Wenig später wurde aus dem Fleck eine Beule und das war es mit der absoluten Planheit des Bodens.
Ich gebe zu, dass ich stink sauer war! Da kauft man ein Markenprodukt und dann das!
So sah auch meine e-Mail aus, die ich an das Kundencenter schickte.

Aber mein Frust verschwand schnell. Sehr höflich und auf meinen Vorwurf eingehend entschuldigte man sich, bat mich um sofortige unfreie Zusendung des defekten Topfes und innerhalb von unglaublichen 4 Tagen hatte ich einen kompletten Ersatztopf in den Händen.
Schneller geht nicht und viel freundlicher wohl auch nicht. Kleinlaut bat ich zumindest innerlich um Abbitte für meine Beschimpfung.

Zuverlässigkeit
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Nun ist der Topf 4 1/2 Jahre alt und arbeitet nach wie vor zuverlässig.
Einziger kleiner Mangel ist, dass die Zierabdeckung des Sicherheitsventils zuerst locker war und nun inzwischen weg ist. Das ist einzig ein optischer Mangel, der die Funktionsfähigkeit nicht im Mindesten beeinträchtigt. Es gibt keine Teile, die sich irgendwie verflüchtigen können. Alles ist relativ stabil montiert, mit einziger geschilderter Ausnahme.
Es deutet sich nichts an, dass der Dichtungsgummi seine Funktion aufgeben will. Das empfinde ich als erstaunlich, denn das waren die teuren Schwachpunkte der anderen Töpfe.
Auch an den Griffen wackelt nichts und da ist auch kein sonstiger mechanischer Verschleiß zu sehen.
Ich empfinde es als sehr gut, dass der Boden sehr gleichmäßig erwärmt wird. Man erkennt dass, wenn man etwas anbrät. Der eigentliche Test geht so, dass man auf den Topfboden gleichmäßig dünn Mehl streut. Es muss auch gleichmäßig bräunen. Hier ist WMF vorbildlich. Probiert das mal mit Billigtöpfen. Da stellt man erhebliche Differenzen in der Wärmeverteilung fest!

Fazit
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Der WMF Schnellkochtopf ist ein Produkt Made in Germany. Es ist von preiswert bis zu "gehobene Preisklasse" zu haben. Wir liegen am unteren Ende, sind aber voll und ganz zufrieden. Wer den Schnellkochtopf sinnvoll anwendet, kann viel Zeit und auch viel Energie sparen und zudem noch gesund kochen. Sicher, eine kleine Umstellung ist schon nötig, aber ich möchte schon seit Jahrzehnten einen Schnellkochtopf nicht mehr missen. Und da habe ich Erfahrungen mit dem Kochen für 4 und mehr Personen oder wie jetzt, nur noch für zwei. Der Topf lohnt für beide Versionen!

Der Service stimmt, und auch Ersatzteile gibt es jederzeit.

Gern vergebe ich hier 5 Sterne mit Zusatzpunkt. Den Zusatzpunkt ziehe ich für die lockere Zierabdeckung ab, auf die man auch verzichten könnte. OK, ich bin ein Schlitzohr... so bleiben natürlich alle 5 Sterne für den WMF-Schnellkochtopf.
Damit verbunden auch eine uneingeschränkte Kaufempfehlung. Es gibt aus meiner Sicht nicht eine Personengruppe, für die ein Schnellkochtopf ungeeignet ist.

Ich will auch darauf hinweisen, dass die Praxisbeispiele nur einen winzigen Ausschnitt aus den vielen Möglichkeiten sind. Bei mir jedenfalls steht der Topf höchst selten im Schrank.


Eure unter Hochdruck stehende
Biberzahn-Dame

(c) an anderer Stelle auch als Feldmaus 2

Fazit: Eine echte Hilfe in der Küche!