

Neuester Testbericht: ... zwischen 10 und 22°C liegen, alles darüber verursacht Stress und führt früher oder später zum Tod der Tiere. Für Axolotl ist ein pH-Wer... mehr
Unser Grinsemonster im Aquarium
Axolotl

Name des Mitglieds: Manuela2205
Produkt:
Axolotl
Datum: 03.11.09, geändert am 12.05.10 (640 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: freundliches Aussehen, leicht zu halten
Nachteile: Vergesellschaftung mit anderen Arten nicht wirklich möglich
So, jetzt folgt unser Privatzoo Teil 2. Unser letzter Familienzuwachs waren zwei Axolotl, ein wildfarbenes und ein Weißling.
***Was ist ein Axolotl?***
Auch wenn diese Tiere im Aquarium zu finden sind, sind sie keine Fische. Auch zu den Reptilien zählen sie nicht. Vielmehr gehören sie zu den Amphibien, genauer zu den Querzahnmolchen. Der deutsche Name für ein Axolotl wäre mexikanischer Querzahnmolch (wie langweilig...).
Das besondere an den Axolotl ist ihre Verwandtschaft mit Peter Pan - sie werden nie erwachsen. Der Fachbegriff dafür schimpft sich Neotonie. Diese Molche bleiben sozusagen ihr Leben lang Kaulquappen. Das liegt daran, dass sie einen Schilddrüsendefekt haben und das Hormon nicht produzieren, das sie zum Erwachsenwerden benötigen. Was aber nicht bedeutet, dass sie nicht fortpflanzungsfähig wären.
Axolotl wachsen ihr Leben lang, werden etwa 20 Jahre alt und dabei bis zu 40 cm groß.
***Natürliches Vorkommen***
In freier Wildbahn gibt es Axolotl nur in einem einzigen See in der Nähe von Mexiko-Stadt vor, dem Xochimilcosee. Der Bestand ist jedoch mittlerweile aufgrund der Industrien extrem reduziert, da die Axolotl sehr empfindlich auf Chemikalien reagieren.
***Farbschläge***
Wildtyp: Die Grundfarbe ist braun mit schwarzen Sprenkeln am Rücken, die Kiemenbüschel sind dunkelrot.
Melanoide Weißlinge: Sie sind weiß, haben schwarze Augen, teilweise schwarze Sprenkel auf der Stirn und rötliche Kiemenbüschel
Albinos: Nicht zu verwechseln mit den Weißlingen, sie haben keinerlei schwarze Pigmente und rote Augen. Goldalbinos sind gelblich.
***Zucht***
Hierzu haben wir keine eigenen Erfahrungen.
***Geschlechtsunterschiede***
Die Geschlechter sind eigentlich nur in der Paarungszeit z unterscheiden, hier haben die Männchen eine angeschwollene Kloake und verhalten sich wesentlich unruhiger als die Weibchen.
***Haltung***
Axolotl sind Kaltwassertiere, die Temperatur sollte zwischen 10 und 22°C liegen, alles darüber verursacht Stress und führt früher oder später zum Tod der Tiere. Für Axolotl ist ein pH-Wert zwischen 6,5 und 8 empfehlenswert. Die Wasserhärte sollte bei mindestens 6° d.H. liegen.
Bei der Einrichtung des Aquariums sind folgende Dinge zu beachten:
Der Bodengrund ist unbedingt nötig, auf nacktem Glas können sie sich nicht richtig fortbewegen. Er sollte sehr fein sein oder dann so groß, dass sie nichts davon verschlucken können. Denn Axolotl haben ein großes maul, größer als die rückwärtige Öffnung, und bei der Nahrungsaufnahme wird des Öfteren was verschluckt.
Unbedingt notwendig sind Höhlen, da die Tiere nacht- und dämmerungsaktiv sind. Licht können sie nicht leiden. Bewährt haben sich hier Kokosnusshälften und PVC-Rohre, die sehr gern angenommen werden. Auch Steinaufbauten sind zu empfehlen.
In der Paarungszeit benötigen die Tiere feinfiedrige Pflanzen, da die Weibchen ansonsten keine Möglichkeit haben, ihre Eier abzulegen.
Die Größe des Aquariums für zwei Tiere liegt bei mindestens 80 cm Länge und 40 cm Breite. Hoch muss das Aquarium nicht sein, da sie sich vor allem am Boden aufhalten.
Wasseraufbereiter und sonstige Chemikalien sind zu vermeiden, daran sterben die Tiere.
***Vergesellschaftung***
Ein einzelnes Axolotl ist kein einsames Axolotl, denn eigentlich sind diese Tiere Einzelgänger. Hält man mehr als ein Tier, sind genügend Rückzugsmöglichkeiten anzubieten, damit sie sich nicht andauernd sehen müssen. Jedoch sind es sehr friedfertige Tiere, auch zwei Männchen sind kein Problem. Jedoch sollte man darauf achten, dass die Tiere die gleiche Größe haben.
Vergesellschaftung mit anderen Arten:
Was überhaupt nicht geht:
Barsche aller Arten, da dies Raubfische sind und früher oder später die Axlotl anknabbern würden.
Welse und Stichlinge sind nicht zu empfehlen, da sie versteckte Stacheln haben, die sie bei Gefahr ausfahren können. Versucht ein Axolotl einen Wels zu fressen, würde der im Maul stecken bleiben, was zum Tod beider Tiere führt.
Auch Zwergkrallenfrösche sind zu vermeiden, diese haben Krallen, würden sich diese an einem Axolotl abstoßen, könnte dieses dabei verletzt werden.
Auch Krebse und Wasserschildkröten würden sich an Axolotl vergehen.
Was funktioniert:
Kleine Fische wie Guppys, Schwerträger, Mollys...
Allerdings wird man an den Fischchen nicht lange Freude haben, da Axolotl dieses Zusatzfutter gerne annehmen. Gleiches gilt für kleine Garnelen.
Schnecken sind kein Problem.
Will man auf Nummer sicher gehen, verzichtet man auf die Vergesellschaftung.
Wir haben lediglich ein paar Goldschmerlen als Putzerfische in diesem Aquarium, bisher haben sie überlebt.
***Futter***
Gefressen wird grundsätzlich alles was lebt oder einmal gelebt hat. Dabei wird nicht auf die Größe geachtet, sondern einfach zugeschnappt, weshalb man als Pfleger auf mundgerechte Happen achten sollte.
Zur Auswahl stehen diverse stachellose Insekten, Würmer (ausgezeichnetes Futter), kleine Fische (siehe oben), weißer Fisch (darf nicht aus dem Meer kommen, da dieser viel Jod enthält und nicht sicher ist, ob das nicht die Metamorphose zu einem erwachsenen Molch auslösen könnte. Erwischt man hier nicht den richtigen Moment, stirbt das Axolotl. Gleiches gilt für Amphibien und Kaulquappen aller Art, hier ist die Auslösung der Metamorphose erwiesen)
Ebenfalls verfüttern kann man Rinderherz, rohes Hühnerfleisch, allerdings nicht zu oft.
Gern genommen werden Lachszuchtpellets, diese kann man durchaus als Hauptfutter verwenden, jedoch sollte man darauf achten, dass sie sehr viel Nährwert enthalten und die Axlotl dadurch schnell verfetten können. Pro Fütterung reichen 3-5 Stück aus. Ich empfehle zur Aufbewahrung ein dichtes Behältnis, die Dinger haben einen extremen Fischgeruch!
Futterrhythmus:
Jungtiere können täglich gefüttert werden, später reicht eine Fütterung alle zwei - drei tage aus, sie überstehen auch bis zu zwei Wochen ohne Futter.
Eine Fütterung mit der Pinzette hat sich bewährt, da man dann gerade bei mehreren Axolotl sicher sein kann, dass jeder seinen Teil erhält und keine Futterreste im Aquarium zurückbleiben und schimmeln können.
***Verhalten***
Mein Axolotl ist so zahm, es frisst mir aus der Hand.
Falsch - ein Axolotl wird nicht zahm, es frisst nicht aus der Hand, es will die Hand fressen!
Beziehungsweise in unserem Fall die Pinzette.
Axolotl sind Kiemenatmer, 50 % des Sauestoffes werden über die haut unter dem Maul aufgenommen, weshalb sie auch nicht unbedingt sterben, wenn sie die Kiemenbüschel aus irgendwelchen Gründen verlieren. Körperteile können zudem regeneriert werden.
Wie schon erwähnt sind die Tiere nachtaktiv, man kann sie aber auch am Tag beobachten. Sie sind Lauerjäger, d. h. sie warten, bis ein Opfer vor ihrer Nase vorbeischwimmt. Sie haben einen sehr guten Geruchssinn, dafür kann man ihre Sicht nicht unbedingt mit Adleraugen vergleichen. Schwimmt dann bei uns die Pinzette mit Futter vorbei, machen sie einen schnellen Satz und zugeschnappt! Lustig sieht es aus, wenn sie Würmer bekommen, die werden hin und her geschwungen, als ob die Axolotl sie umbringen wollten. Aktiv auf Nahrungssuche gehen sie nur bei sehr großem Hunger.
Ansonsten sind sie sehr ruhige Tiere, die mehr durch ihr Aussehen als durch ihre Aktionen bestechen. Wer tägliche Action braucht, ist in einer Videothek besser bedient ;o)
Uns fasziniert ihr absolut ungewöhnliches Aussehen, die Kiemenbüschel und der freundliche Gesichtsausdruck.
Fazit: ?
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21.01.10
Wow, interessanter Bericht. Ich hab´s nicht so mit Aquarien, aber spannend zu lesen war das allemal. LG Kerry