Acer AL1912
18 sind gut, 19 sind besser - Acer AL1912 TFT Monitor

Produkttyp: Acer TFT-Monitoren

Neuester Testbericht: ... Ich bin sehr zufrieden mit dem Monitor. Der Einfachkeit halber liste ich einfach mal Vor- und Nachteile auf: + Schärfe + Preis + Hellig... mehr

18 sind gut, 19 sind besser
Acer AL1912

magnifico

Name des Mitglieds: magnifico

Produkt:

Acer AL1912

Datum: 13.12.04, geändert am 15.01.05 (1321 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: gestochen scharfes Bild, solide Verarbeitung, schlankes Gehaeuse

Nachteile: nicht einmal mehr der Preis

TFT-Bildschirme sind mittlerweile wohl Standard bei jedem neuen PC, wobei lediglich die Größe darüber entscheidet, ob gehobener Standard oder schon an Luxus grenzender Komfort. Entsprechend hat sich der Markt des ehemals sündhaft teueren und nicht immer ganz so ergonomisch ausfallenden Produkte ordentlich ausgebaut und gerade im vorweihnachtlichen Geschäft ist das ein oder andere „Schnäppchen“ zu haben, für das man vor einem halben Jahr noch in unerreichbare Tiefen der eigenen Taschen greifen musste. Da kommt nunmehr allerdings die gleiche Fragen auf, die man sich bei PCs oder früher bei den Röhrenmonitoren gestellt hat: Wie viel muss es sein, soll es sein, darf es sein, kann es sein. Aus meiner Erfahrung, teils im Büro, teils am heimischen Schreibtisch gewonnen, kann ich nunmehr sagen, dass 15“, ohnehin mittlerweile kaum noch erhältlich, unterster Standard sind, 17“ stellt eine mehr oder weniger taugliche Grenzgröße dar, 18“ sind komfortabel, mit 19“ fängt der Luxus an. Und eben diesen Luxus kann sich mit dem Acer AL1912 durchaus zu humanen Preisen erlauben.

Dabei stellt der AL1912 mehr oder weniger nur die technische Gruppe der sich in unterschiedlichen Ausführungen unter der Bezeichnung einreichenden Modelle dar, die mal in silber/schwarz als AL1912s, mit eingebautem Lautsprecher als AL1912ms, oder als Beige-Version ohne Lautsprecher mit AL1912 daher kommen.

Gemeinsam ist den drei Modellen, dass die Helligkeit mit 250 cd/m² im normalen Bereich liegt, das Kontrastverhältnis mit 500:1 hingegen schon zu den besseren Werten gehört und schließlich die Reaktionszeit von 16 ms so ziemlich jede Anwendung gestochen scharf und ohne „Verzögerungsschlieren“ darstellen kann. Aus meiner bisherigen Erfahrung kann ich zwar ohne weiteres sagen, dass etwa bei der Filmwiedergabe auch 25 ms keine Qualitätstrübungen erzeugen. 16 ms sind aber sicherlich kein unnötiger Luxus, zumal ich bei „hektischeren“ Actionspielen, Flugsimulatoren und ähnlicher Software mit besonders aufwendigen Grafikeinlagen schon öfters Trübungen bei Freunden und deren 25-ms-Monitoren bemerkt habe. Die Lockmaske, also die Größe der einzelnen Bildpunkte, liegt bei 0,294 mm x 0,294 mm, womit sich bei der Standardauflösung von 1280x1024 die rund 1,3 Millionen Pixel auf der in der Diagonale 19“-messenden Fläche „bequem“. verteilen können.

Gemeinsam ist den drei Modellen weiterhin, dass der Einblickwinkel jeweils 140° beträgt, also sowohl in horizontaler wie auch vertikaler Abweichung von der imaginären „Nulllinie“ noch etwas von der Anzeige gesehen werden kann. Bedient werden kann das Gerät in allen drei Varianten schließlich über eine OSD-Menu, das in acht Sprachen verfügbar ist und neben Helligkeit und Kontrast auch die „Wärme“ der Anzeige, die horizontale und vertikale Bildlage, den Takt und die Taktrate sowie die aktuellen Anzeigedaten zur Einstellung preisgibt. Angesteuert wird das Ganze über vier solide verarbeitet und angenehm zu bedienende Druckknöpfe, von denen einen außerhalb des Menüs bei Bedarf auch die Autokalibrierung aktiviert.

In puncto Gewicht bringen alle drei Federgewichte gerade mal 5,5 Kilogramm auf die Waage, wobei die äußeren Werte mit 423 x 433 x 176 mm (B x H x T) einerseits natürlich durch die Bildschirmdiagonale bis zu einem bestimmten Maß vorgegeben sind, andererseits durch die dünne Bauweise und den schlanken Gehäuserahmen nicht unnötig aufgebläht werden, wie das bei manchen anderen Herstellern (leider) der Fall ist. Der Stromverbrauch liegt, soweit ich das sehe, bei rund 40 W im Vollbetrieb, wobei im Standby weniger als 3 W anfallen sollen. Als Anschluss sehen die drei Modelle jeweils nur den D-Sub vor, also das „normale“ Bildschirmkabel, das den PC seit zig Jahren begleitet.

Bis vor wenigen Tagen noch stolzer Besitzer eines LG Flatron L1811S habe ich aufgrund persönlicher Umstände sowie einem dazu passenden Angebot eines hiesigen Fachhändlers mich nunmehr entschlossen, von der „Oberliga“ in die „Champions League“ aufzusteigen, wobei der Preis von 379,- € für einen AL1912ms deutlich unter den 599,- € für den L1811S lag, den ich vor eineinhalb Jahren erstanden habe. Und der Aufstieg ist sein Geld wirklich wert. Zwar nutze ich die integrierten 1-W-Lautsprecher des AL1912ms nicht und hatte dies, nicht nur wegen der doch eher desolaten Qualität, auch von Anfang an nicht vor. Allerdings hätte ein AL1912s – und silber/schwarz muss es dann doch schon sein – 20,- € mehr gekostet, und dass musste dann wiederum nicht sein.

Sehr angenehm ist, gerade auch in Gegenüberstellung zu meinem „Altgerät“, das nunmehr familienintern den Besitzer gewechselt hat, zunächst schon einmal die, wenn auch nur im unteren Prozentbereich liegend, größere Anzeige. Als Standardauflösung habe ich bei beiden Geräten 1280*1024 gewählt, was für einen 18“ eigentlich absolut kein Problem ist und eher bei 17“-Monitoren zu Anstrengung und Augenbeschwerden führt. Der L1811S war mit seinen inneren Werten auch keineswegs im „Erst hui, dann pfui“-Bereich gelegen, nur stand er auf meinem insofern etwas überdimensionierten Schreibtisch schlichtweg zu weit weg. Mehr als 1,60 Meter Distanz zwischen Auge und „Mattscheibe“ waren dann doch auch für diese Größe etwas zu viel, wobei ein Näherrücken aus Gründen, die sich unmittelbar zwischen Tastatur und Monitor befinden, wiederum nicht drin. Und wenn man schon mal bei dem Kauf eines neuen Monitor „subventioniert“ wird, schlägt man natürlich zu.

Das neue Gerät hat denn auch die gewisse Größe, die speziell bei 100%-gezoomtem Word- und Excel-Dokumenten, aber auch bei kleinerer Schrift im Internet oder im Windows Explorer, ohne Probleme mithalten kann. Die Anzeige ist dabei gestochen scharf, da gibt es keine Schatten oder Schlieren. Bilder wie Text – und gerade mit Arial 10 hat man in Word bei 100% Zoom ja oftmals nur eine einpixelige Linie, etwa bei Buchstaben wie „H“ oder „T“ – kommen wie in Stein gehauen scharf und eindeutig erkennbar durch, sodass selbst nach acht Stunden (Bildschirm-)Arbeit das Lesen und Verfassen von Texten oder Kalkulationen alles andere als ein Kampf gegen das Blinzeln ist. Davon losgelöst kann eine Bildfrequenz zwischen 60 und 75, je nach Grafikkarte, eingestellt werden, wobei ich persönlich keinen Unterschied zwischen 60 und 75 Bildern in der Sekunde feststellen konnte, da bei TFTs, anders als bei CRTs, die Bildpunkte nicht erlöschen und neu aufleuchten, sondern vielmehr „online“ bleiben und lediglich das Gesamtbild „neu aufgebaut“ wird.

Sehr angenehm ist, insbesondere wenn man noch einen zweiten, alten, Rechner hat, der am selben Monitor hängt und alle heilige Zeit halt doch mal wieder als Reservist aktiviert wird, dass der Monitor bei jeder Änderung der Anzeige sich von selbst neu kalibriert und in einer Art Selbstdiagnose die beste Einstellung für Takt und Taktfrequenz sowie Helligkeit und Kontrast – bei den beiden letzten Attributen natürlich im Rahmen der Vorgaben, das Bild wird also nicht plötzlich grell oder finster, nur weil sich die Auflösung geändert hat – sucht. Ebenso ist die Autokalibrierung allerdings auch bei Spielen oder Programmen allgemein nützlich, die eine andere als die auf dem Desktop verwendete Auflösung beanspruchen. Und da kommt eigentlich auch schon eine weitere Stärke des Acer AL1912 durch, nämlich die Konvergenz zu „niedrigeren“ Auflösungen. Bei einigen Modellen gibt es da teilweise erhebliche Einbußen, da deren Lochmaske nur die empfohlene Standardauflösung – insbesondere bei 17“-TFTs – unterstützt. Wird die Auflösung verändert, sodass eigentlich mehr oder weniger als ein ganzer Pixel auf einen Bildpunkt kommt, treten unangenehme und teilweise regelrecht entstellende Streifen, Schatten oder auch „Überbelegungen“ auf, die über kurz oder lang zumindest den Spielspaß trüben. Bei meinem AL1912 – ebenso zuvor allerdings auch schon bei dem L1811S – konnte ich derartige Einbußen bei Werten wie 1024x768 oder 800x600 nicht feststellen. Die Anzeige wird zwar nunmehr schon etwas „klobig“, da sich der Anzeigeninhalt nunmehr natürlich über die gesamte 19“-„Fläche“ ausdehnt, was wahrscheinlich bei Spielen oder Anwendungen mit 640x480 oder noch weniger zu Problemen der anderen Art führen könnte. Verschwommen oder schattig wird die Anzeige jedenfalls nicht, auch sind Wellen- oder Interferenzmuster nicht erkennbar.

An (mir zumindest nichts sagenden) Zertifikaten weist der Monitor das CE-Zertifikat, das TÜV GS, TCO 99 sowie ISO 13406-2 auf. Relevanter dabei ist dann wahrscheinlich eher die 3-Jahre-Garantie mit Pick-Up-Service, die ich hoffentlich aber nie in Anspruch nehmen muss.

Ich kann das Gerät, das als AL1912s und AL1912ms auf einem schlanken schwarzen Fuß daher kommt und sich nach hinten bzw. oben kippen lässt, jedem empfehlen, der einerseits einen großflächigen TFT zu schätzen weiß, zum anderen aber auch die erforderliche Power der Grafikkarte hat, um 1280x1024 mit 32-bit Farbtiefe und wenigstens 60 Hz darzustellen. Bei 1024x768 gerät die Anzeige meines Erachtens, gerade wenn man nahe vor dem Gerät sitzt, was bei TFTs, anders als bei CRTs, ja unschädlich und in keiner Weise nachteilig ist, beinahe schon etwas „aus den Fugen“. Während diese Auflösung eigentümlicher Weise bei den doch wesentlich kleineren 15“-TFTs keine Probleme bereitet, hatte ich vor eineinhalb Jahren, als die Frage im Raum stand, ob 17“ oder 18“, erstaunt festgestellt, dass 17“ weder mit 1280x1024 – eigentlich die empfohlene Standardauflösung – noch mit 1024x768 richtig gut zu betreiben sind. Entweder schrumpfte die Anzeige – noch dazu über meine Distanz – auf unerträgliche Winzigkeit zusammen, oder es gab nicht wegzubekommende Schlieren und Schatten. So war die Entscheidung hin zu 18“ – wenn auch damals um einiges teurer – schnell gefallen. Nunmehr, mit 19“, fällt die wohl maximale Auflösung bei Workstations – bei Laptops ist mit XGA und SXGA ja mittlerweile die 1600er-Grenze gesprengt – ist das Arbeiten noch ein klein wenig entspannender und komfortabler geworden, zumal der Monitor, auch im deaktiven Zustand, keineswegs als „Klotz in der Landschaft“ wirkt. Lediglich auf die integrierten Lautsprecher sollte man nicht allzu viel Hoffnung verwenden, die Soundwiedergabe ist eher mangelhaft, wobei ohnehin die Nutzung externer Lautsprecher aufgrund der unweigerlich entstehenden Vibrationen für die Langlebigkeit des Monitors selbst zu empfehlen ist. Das liegt dabei nicht an einer billigen Verarbeitungsqualität – die ist mindestens ebenso gut wie die von LG und reicht damit an die Belinea-Standards heran, die wohl immer noch (auch preislich) den Mercedes stellen – sondern vielmehr an dem Umstand, dass Schall nun mal eine sich fortplatzende Vibration ist, die unweigerlich auch auf das Gehäuse und mehr oder weniger auch auf das Display „durchschlägt“. Die Verarbeitung, insbesondere die Bedienknöpfe, sind dabei nach meinem Eindruck kaum zu verbessern, da gibt es kein nerviges „Klicken“, mühseliges Druck-Punkt-Suchen oder gar „Gegenhalten“, damit bei der Einstellung der Helligkeit nicht unerwartet das Gehäuse nach hinten wegspringt. Einfach Zeigefinger leicht auflegen, etwas Druck ausüben und sich über das Resultat freuen, lautet die Methode.

Mein Fazit für den AL1912, unabhängig für welches (Gehäuse-)Modell, lautet daher, wie es sich auch bereits in der Überschrift abgezeichnet hat: uneingeschränkte Kaufempfehlung, insbesondere aufgrund der derzeitigen „Kampfpreise“, die in den nächsten Monaten möglicherweise eher steigen, da mit den Flachbildschirmen für TV und DVD zunehmend den Monitorherstellern der Nachschub von Panelen abgegraben wird und erste Engpässe schon dazu führen, dass bestimmte Modelle nur noch in der Preisliste des Herstellers oder als Restposten bei Großhändlern auftauchen. Ich kann derzeit, nach „nur“ drei Tagen Volleinsatz, keinerlei Makel oder Mali an meinem neuen Monitor erkennen, der in meinen Augen dar auch jeden Euro mehr als wert ist.

Fazit: