Genion Home
Servicewüste Genion home - ein Erfahrungsbericht - Genion Home Telefondienstleister

Produkttyp: Viag Interkom Telefondienstleister

Neuester Testbericht: ... leider nicht möglich. Ich habe meine Homezone auf Local machen lassen da ich viele Gespräche in anderen Orten führe die in meiner Regio... mehr

Servicewüste Genion home - ein Erfahrungsbericht
Genion Home

Tom+Paris

Name des Mitglieds: Tom Paris

Produkt:

Genion Home

Datum: 22.03.01, geändert am 22.03.01 (144 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Kosten

Nachteile: Service ungenügend, Anbindung unzuverlässig

Zwiespältig sind die Haltungen zu VIAG Interkom im Allgemeinen und GENION (inzwischen: GENION home) im Speziellen. Dieser Bericht wird Interessierten also nur insoweit eine Hilfe sein können, als er ohne Anspruch auf Objektivität meine persönlichen Erfahrungen mit dem Netzbetreiber und seinem Produkt vorstellen soll – ein Pauschalurteil kann und will ich mir nicht erlauben!

Über mehrere Jahre hinweg war ich zufriedener Kunde von D2-Vodafone. Gelegentlich auftretende Phasen kurzzeitiger Netzüberlastung konnten meine Zufriedenheit mit dem Netzbetreiber nur unwesentlich schmälern: die Hotline half immer freundlich, schnell und kompetent. Daß ich als „Premium-Kunde“ (Platin-Club) möglicherweise eine bevorzugte Behandlung genießen durfte, soll der Vollständigkeit halber nicht verschwiegen werden.

Trotzdem entschloß ich mich zum letzten Jahreswechsel dazu, den Anbieter zu wechseln und schloß einen GENION-Vertrag bei VIAG Interkom ab. Die Gründe dafür waren unterschiedlicher Art und scheinen mir zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht mehr übermäßig stichhaltig: einerseits ärgerten mich die überzogenen Gesprächsgebühren, die Vodafone zur Hauptzeit berechnet, wenn man in ein E-Netz telefoniert. Dazu kam meine Neugier auf GENION: zweifelsfrei liegt diesem Produkt ein innovatives und kostengünstiges Konzept zugrunde. Entsprechende Informationen finden sich nicht nur auf der (kaum empfehlenswerten) Homepage des Betreibers – deshalb beschränke ich die Produktbeschreibung auf die essentiellen Elemente (Kennern der Materie empfehle ich, die folgenden drei Absätze zu überspringen).

Für eine um 5 DM höhere Grundgebühr (Gesamtpreis: 24,95 DM) kann der Kunde aus seiner sogenannten „Homezone“ zu festnetzähnlichen Tarifen telefonieren. Das Zentrum dieser „Homezone“ ist frei wählbar (sofern VIAG diesen Dienst am jeweiligen Ort anbietet) und kann deshalb die Wohnung des Partners, der Arbeitsplatz oder eben das eigene H
eim sein. Zusätzlich wird dem Kunden eine Festnetznummer zugeteilt, die bei Aufenthalt im definierten Bereich Anrufern die Möglichkeit gibt, den GENION-Gesprächspartner zu günstigeren Tarifen zu erreichen: schließlich entfallen dann die hohen Gebühren einer Verbindung ins Mobilfunknetz. Hält sich der Angerufene außerhalb der „Homezone“ auf, so besteht die Möglichkeit der Rufweiterleitung, die dann allerdings mit 29 Pf. / Min. zu seinen Lasten geht. Alternativ (und kostenfrei) kann ein Anrufbeantworter entsprechende Anrufe „abfangen“. Wer auch das nicht möchte, läßt auf der GENION-Festnetzrufnummer eingehende Anrufe einfach abweisen – der Anrufer hört dann die Information, daß „...der gewünschte Gesprächspartner momentan nicht erreichbar..." sei. Interessant ist das Produkt GENION allerdings in erster Linie aufgrund der Größe der Homezone: in den allermeisten Fällen überschreitet sie die offiziell angegebene Größe von ca. 500 Metern um das gewählte Zentrum bei weitem.

Daß sich GENION trotz der benannten Argumente für die Wenigsten als vollgültige Alternative zum regulären Festnetzanschluß anbietet, hat verschiedene Gründe: weder gestattet der Netzbetreiber die Nutzung günstiger Call-by-Call-Angebote noch eignet sich die GENION-Nummer für den Internet-User. Faxgeräte können ebensowenig angeschlossen werden, auch wenn die VIAG-Mailbox eingehende Fernkopien zwischenspeichern kann. Außerdem werden Anrufe zu sogenannten Sondernummern auch in der Homezone zu den erheblich teureren Mobilfunkgebühren abgerechnet – Verbindungen (nicht nur) zu 0180-Servicehotlines werden so zu einem kostenintensiven Vergnügen.

Trotz der benannten Einschränkungen aber klingt die Papierform von GENION home mehr als interessant: bei geringerer Grundgebühr und fairer 10 Sek.-Taktung bietet VIAG mit diesem Produkt anscheinend mehr als die Konkurrenz, zumal die Netzabdeckung durch ein noch über mehrere Jahre laufendes Roamingabkom
men mit D1 bundesweit sichergestellt ist.

Nach dieser wohlklingenden Beschreibung des versprochenen Leistungsumfangs komme ich nun zum unerfreulichen Teil meines Berichts. Bei Vertragsabschluß wurde mir eine sichere Indoorverbindung in meiner Wohnung zugesichert: der betreffende Stadtteil sei eine „...GENION-Hochburg...“, so daß mir stabile Netzanbindungen garantiert werden könnten. Fakt aber ist: sofern ich mich zu Hause aufhalte, haben beide von mir genutzten Handy-Modelle immer noch große Probleme, stabile Verbindungen aufzubauen bzw. zu halten; das erstaunt um so mehr, als ich weder in einem „Betonbunker“ noch im Keller wohne. In meiner näheren Umgebung finden sich keine Bauwerke, die eine Netzbehinderung wahrscheinlich werden lassen; das aber sei – so die Hotline, zu der später mehr ausgeführt werden muss – die einzig logische Erklärung für die beschriebenen Probleme. Immerhin: war anfangs die Anzeige „Netzsuche“ zum häuslichen Standard geworden, so gelang es mir nach zweimonatigem Insistieren schlußendlich doch, die VIAG-Mitarbeiter zu einer kleinen Verbesserung zu bewegen. Offensichtlich wurde eine weitere Basisstation zugeschaltet, die meine Homezone mitdefiniert: so habe ich nun (nolens volens) eine recht großzügige Homezone in meinem gesamten Stadtteil und erträgliche Verbindungsqualität zu Hause – sofern ich mich am Fenster aufhalte und das Telefon mit spitzen Fingern zur Scheibe hin ausrichte. Besserung ist übrigens nicht in Sicht: inzwischen nämlich habe ich sogar eine schriftliche Bestätigung für die ach so optimale Netzversorgung meiner Wohnung!

Ein wenig Glück braucht der Interkom-Kunde auch beim SMS-Versand; daß ausgerechnet ich hier einige negative Erfahrungen sammeln mußte, erstaunt angesichts meiner mäßigen Neigung zur Nutzung dieses Features um so mehr. In Fremdnetze versandte SMS kommen mal pünktlich, mal verzögert und gelegentlich erst nach Tagen an; umgekehrt gelingt es m
ancher Kurznachricht aus den D-Netzen überhaupt nicht, bis auf das Display meines Mobiltelefons durchzudringen: die gewählte Nummer (also meine) sei nämlich gar nicht vergeben...

Mag man die beschriebenen Probleme noch mit der relativen „Jugend“ des Unternehmens entschuldigen (obwohl ich mir nach der nun schon drei Jahre währenden Aktivität von Interkom durchaus mehr versprochen hätte), so endet mein Verständnis angesichts des ausgesprochen miserablen Services.

Einleitend dies: die Hotline ist nicht ausschließlich mit ahnungslosen, unfreundlichen, gelegentlich gar impertinenten Mitarbeitern besetzt – ganz offensichtlich aber überwiegend. Hat man sich also trotz freundlichster Darlegung der aufgetretenen Probleme zum wiederholten Male telefonisch anpampen lassen müssen, ist man vielleicht geneigt, den Schriftweg zu wählen. Bedauerlicherweise ist das Ergebnis hier ebenso dürr: auf meine Faxe wie eingeschriebenen Briefe wurde entweder gar nicht oder mit sechs- bis achtwöchiger Verspätung reagiert. Einige dieser „Reaktionen“ bestanden dann in der Bestätigung des Eingangs meiner Reklamation – und sofern die Rückmeldung sachbezogen war, kam sie viel zu spät! Ein Beispiel: bei Vertragsabschluß erwarb ich ein Sony CMD-Z5 – der integrierte E-Mail-Client war einer der Gründe für den Kauf. Bei seiner Konfiguration stieß ich schnell an die Grenzen des mir Begreiflichen – ein Besuch im VIAG-Shop erbrachte die (falsche!) Information, daß ein solcher Dienst im Interkomnetz nicht funktioniere. Ich fragte telefonisch wie schriftlich nach, weshalb beim Verkauf eines solchen Gerätes nicht ausdrücklich auf dieses Manko hingewiesen werden könne – und erhielt wiederum keine kompetenten Antworten, weil entweder das Gerät, der integrierte E-Mail-Client oder grundsätzliche Informationen über Wap im Allgemeinen und Pop3-Server im Speziellen unbekannt waren. Nachdem ich selbst die nötigen Informationen aus dem Internet
gezogen hatte, erhielt ich vor kurzem einen Anruf von der Hotline: man wolle mir nun bei der Konfiguration des E-Mail-Clients zur Verfügung stehen...

Auch die mäßige Verbesserung der Indoorverbindungsstabilität geht nicht etwa auf einen meiner frühen Versuche zurück, die Mitarbeiter des Kundenservices zur Hilfeleistung zu bewegen – verschiedentlich wurde mir da sogar nahegelegt, es doch einfach mal mit einer Kündigung zu versuchen. Schließlich sei GENION home das „... genialste Produkt auf dem Markt....“ – wenn es mir nicht passe, möge ich eben gehen. Nachdem ich dennoch unverzagt weiter auf einer Optimierung bestand und immer wieder anrief, geriet ich schlußendlich doch an eine Hotlinemitarbeiterin, die mir rasche Hilfe versprach – und gewährte! Steter Tropfen höhlt also auch hier den Stein, wie es scheint – allerdings braucht es wohl eher einen Wasserfall, um das massive Granitgestein des VIAG Interkom-Kundencenters hinreichend zu durchdringen.

Abgesehen von den oben dargestellten Unannehmlichkeiten zeichnet sich das (Münchner?) VIAG-Netz durch eine gelegentliche Unwilligkeit aus, Verbindungen aufzubauen – Anrufe landen scheinbar im Nichts. Die Sprachqualität immerhin ist dort, wo die Netzanbindung funktioniert, durchaus angenehm, und das Roaming-Abkommen mit D1 funktioniert nach meinen Erfahrungen recht gut – verschiedentlich sogar so ausgezeichnet, daß sogar in meiner Homezone der Schriftzug des D-Netzes das Display meines Mobiltelefons zierte.

Völlig mißlungen ist in meinen Augen der Web-Auftritt von VIAG Interkom: ich kenne kaum eine Seite, die weniger Informationen bereitstellt als die Hauptseite des Anbieters. Getoppt wird sie nur noch durch die GENION-Page: der Besuch dieser Site ist schlichtweg eine Zumutung! Statt Nützliches schnell abrufbar bereitzustellen, zwingt das neue ennervierende Design in Hepatitisgelb zum ständigen Aufrufen neuer Unterseiten, bis man endlich (und mit Gl
ück) am Ziel seines Interesses angelangt ist. Die Titel der jeweiligen Links sind gelegentlich unklar, und zumindest jeder Bestandskunde wird die überflüssige Menge an Produktpreisungen als störend und unseriös empfinden.

FAZIT: noch immer schwanke ich, ob ich die Kündigung meiner beiden D2-Vodafone-Karten zurückziehen soll – die erste läuft zum 7.April aus! Die Versuchung ist angesichts der unerfreulichen Bilanz recht groß; andererseits aber fehlen mir letztlich wohl die Nerven, ein Sonderkündigungsverfahren gegen VIAG durchzuziehen, dessen Aussichten wohl sowieso eher zweifelhaft sind. Auch wenn ich tatsächlich eine spürbare Entlastung des Kontos konstatieren muss und bislang nicht über verspätete oder falsche Abrechnungen klagen kann, entschädigt der Preisvorsprung letztlich nur ungenügend für den ausgesprochen schlechten Service – und dokumentiert längst nicht in angemessener Weise den dramatischen Qualitätsunterschied zwischen VIAG Interkom und den etablierten Netzbetreibern – hier in Sonderheit zu D2.








Fazit: