Siemens Openstage 15T
Der Zweck heiligt die Mittel - Siemens Openstage 15T Telefon schnurgebunden

Erhältlich in: 2 Shops

Produkttyp: Siemens Telefone

Neuester Testbericht: ... technischen Niete ohne Anleitung oder Beschreibung bekannt sein. Auf der einen Seite des Hörers wird gelauscht, auf der anderen hineing... mehr

Der Zweck heiligt die Mittel
Siemens Openstage 15T

Mr_Andrew

Name des Mitglieds: Mr_Andrew

Produkt:

Siemens Openstage 15T

Datum: 11.07.12, geändert am 02.08.13 (416 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Man kann damit ganz gut telefonieren ...

Nachteile: ... mehr aber auch nicht.

Welch Freude kehrte jüngst in unsere "heiligen" Hallen ein, als es hieß, es wird eine neue Telefonanlage installiert und im Zuge dessen werden auch die Endgeräte ausgetauscht. Ich denke, vor seinem geistigen Auge sah schon jeder Kollege schmucke Designtelefone mit hochauflösendem Farbdisplay und herunterladbaren Klingeltönen an seinem Arbeitsplatz einschweben. Aber wie das so mit Traumblasen ist: Sie zerplatzen nur allzu oft im Angesicht der (g)rau(sam)en Realität.

Die Ernüchterung, die sich "am Morgen danach" in den Fluren breitmachte, war fast mit den Händen greifbar. Den Grund dafür möchte ich dem Leser im folgenden Bericht kurz vorstellen, auf dass er sich selber ein Bild machen möge, ob diese - naja - doch sehr gebremste Euphorie überhaupt berechtigt war.

Nun denn, über das Siemens OpenStage 15T hat bislang bestimmt kaum jemand irgendetwas gehört. Kein Wunder, ist es als kabelgebundenes Digital-Festnetztelefon ja auch kaum das typische Geschenk (Achtung! Achtung! Es geht schon wieder stramm auf Weihnachten zu!) im Familienkreis, sondern vielmehr für den Einsatz im Office als Endgerät einer digitalen Telefonanlage vorgesehen. Auch der Anschaffungspreis von derzeit 80 bis 90 Euro ist ziemlich gesalzen und dürfte kaum zu steigender Popularität des Gerätes auf dem Privatverbrauchermarkt beitragen.

In unserem Fall war es jedenfalls die wirtschaftlichste Lösung, wobei, nebenbei gesagt, die Auswahl auch alles andere als üppig war. "Friss oder stirb" könnte man es überspitzt auch formulieren. Und bevor es so richtig ans Eingemachte ging, haben wir uns lieber auf den kleinsten gemeinsamen Nenner aus Kostenbewusstsein und Anspruch geeinigt.

=== Äußerlichkeiten ===

Wen es interessiert: Das Telefon ist 24 cm breit, 22 cm tief, bis zu 7 cm hoch und bringt 777 g auf die Waage. Niedlich geht anders.

Die Telefone sind in zwei Farbvarianten erhältlich, sofern man bei den strenggenommen ziemlich hochtrabenden Bezeichnungen "lava" (für langweiliges anthrazit) und "eisblau" (für noch langweiligeres hell-beige-grau mit ganz leichtem bläulichen Schimmer) überhaupt von Farben sprechen möchte. Die Bedientasten heben sich jeweils in mattem Silber und schwarzer Beschriftung ganz ordentlich vom ansonsten monochromen Gerät ab.

Das lediglich zweizeilige, ebenfalls monochrome Display ist aufgrund der leichten, allerdings nicht veränderbaren Neigung recht gut ablesbar. Obwohl die Oberfläche matt und nicht spiegelnd ist, stören direkte Beleuchtung oder gar Sonnenlichteinstrahlung doch recht massiv. In diesem arg durchwachsendem Sommer anno 2012 ist letzteres allerdings ja eher die Ausnahme denn die Regel.

Nicht gerade - vorsichtig ausgedrückt - Designpreisverdächtig ist die Formgebung. Dafür sollten auch Grobmotoriker bei der Bedienung keine Probleme bekommen, denn es wurde vom Hersteller nicht extra auf minimale Abmessungen Wert gelegt. Und so hat man schon ordentlich etwas in der Hand, wenn man zum Hörer greift.

Die Verarbeitung ist ordentlich zu nennen, da nichts klappert und auch keine scharfen Grate oder unangemeldete Spalten Verletzungsgefahr bei plötzlich einsetzendem Büroschlaf in sich bergen. Die Haptik hingegen ist eher so lala: Der gewählte, leicht angeraute Kunststoff fasst sich recht angenehm an und verhindert auch ein versehentliches Herausrutschen des Hörers aus der Hand, aber die kantige, keinesfalls der menschlichen Anatomie angepasste Form zerstört den guten Eindruck gleich wieder.

=== Extras ===

Für die (wirklich) wichtigen Leute in unserem Haus sowie die Sekretariate wurde das sagenhafte OpenStage 15T sogar noch durch ein passendes Key Module "aufgemotzt". Das kann seitlich an das Grundgerät angeschlossen werden und bringt noch mal 18 frei programmierbare Tasten (Funktions-, Kurzwahl- oder Leitungstasten können festgelegt werden) mit LEDs auf den Tisch. Über einen Papiereinleger können auch diese Tasten beschriftet werden. Somit werden die (wirklich) wichtigen Leute brainmäßig entlastet und können sich, statt Nummern auswendig zu lernen, mit (wirklich) wichtigen Gedankengängen befassen.

=== Funktionsweise ===

Wie ein Telefon benutzt wird, sollte auch der größten technischen Niete ohne Anleitung oder Beschreibung bekannt sein. Auf der einen Seite des Hörers wird gelauscht, auf der anderen hineingesprochen. Auch das Siemens OpenStage 15T macht da keine Ausnahme. Zur Aufnahme der Schallwellen ist hier übrigens nur ein im Durchmesser 1 Zentimeter kleines Feld gedacht, während für die Versorgung der Lauschlappen immerhin 2 Zentimeter vorgesehen sind. Da ist aus meiner Sicht doch sehr zu honorieren, wie subversiv Siemens auf diese Art und Weise dem Benutzer signalisiert: "Hör doch auch mal zu, du Schnösel. Was du selber zu sagen hast, wird schon nicht SO weltbewegend sein." Möglicherweise unterstelle ich den Siemens Ingenieuren da aber auch zu viel soziale Kompetenz.

Sollte das Gesprochene Wort des Gesprächspartners von überregionalem Interesse sein oder möchte man auch seine Umgebung am schlagfertigen Gedankenaustausch teilhaben lassen (gewollt oder ungewollt), schaltet ein Druck aufs das eindeutig gekennzeichnete Knöpfchen einen Lautsprecher die Freisprecheinrichtung an, die zwar nicht ganz klingt wie die heimische Musikanlage, aber doch eine sehr annehmbare Sprachqualität bietet. Die Kollegen lassen sich übrigens noch effektiver vom Arbeiten abhalten, wenn die Lautstärke mit Druck auf die "+"-Taste maximiert wird.

Die zwar einfache, aber wenig attraktive Menüführung ist nicht dazu angetan, die letzten Geheimnisse aus dem Tele-Dingsda heraus zu kitzeln. Für die Navigation nutzt man die drei Menüknöpfe (Hoch, Runter, OK). An den Einstellungen lässt sich - genügend Zeit und Neugierde vorausgesetzt - zwar einiges herum experimentieren, da die Standard-Konfiguration aber so weit in Ordnung ist, besteht dazu wenig bis kein Handlungsbedarf, von der fehlenden Motivation ganz zu schweigen.

=== Ausstattung ===

Von den immerhin 16 angebotenen Ruftonklängen ist einer schrecklicher als der andere. Ich habe nur einen Klingelton gefunden, der mit Augenzudrücken einigermaßen erträglich klingt. Interessiert es noch jemanden, dass das Siemens OpenStage 15T erweiterte Wahlwiederholung, Anklopfen, Anruferkennung, Anrufweiterleitung und und und beherrscht? Außerdem sprachnachrichten- und konferenzfähig ist? Nö? Na dann kann ich mir die Mühe ja sparen, alles detailliert auseinander zu klamüsern.

Die Stromversorgung erfolgt übrigens dankenswerterweise über den Telefonanschluss, so dass keine freie Steckdose okkupiert werden muss. Eine Wandmontage ist zwar möglich, aber wenig sinnvoll. Dass USB, Bluetooth und Headset-Anschluss nicht zur Ausstattung gehören, überrascht nicht weiter, ist aber leicht zu verschmerzen.

Ein personengebundenes Telefonbuch lässt sich nicht anlegen, dafür kann man auf das systemseitig eingespeiste Adressverzeichnis zurückgreifen. Es sind allerdings ziemlich viele Knopfdrücke nötig, um sich bis zum gewünschten Kontakt durch zu hangeln. Zum Glück haben wir uns zusätzlich eine Desktop-Anwendung geleistet (Octopus Desk UC Commander), die sich beispielsweise ins Outlook integriert und die Einträge aus dem Active Directory automatisch übernimmt. Diese Software hat im Bürobetrieb noch viele weitere nützliche Eigenschaften, ohne die das Telefon ziemlich alt aussehen würde.

=== Fazit ===

Und einzig um das Gerät an sich geht es hier ja in der Bewertung. Fest steht, das Siemens OpenStage 15T lässt sich im Arbeitsalltag gut handhaben, der Betrieb verläuft störungsfrei und die Sprachqualität ist in Ordnung. Eben deutsche Qualitätsarbeit. Punkt. Dass "typisch deutsch" in diesem Fall aber auch "sehr funktional" in seiner eher negativen Ausprägung bedeutet, soll nicht verschwiegen werden. Es ist schon erstaunlich, wie konsequent Siemens auf jeglichen Pfiff in Sachen Design verzichtet. Auch von der Bedienung her hätte ein wenig mehr Komfort überhaupt nichts geschadet. Wie wenig dem Hersteller an emotionalen Pluspunkten beim Benutzer gelegen ist, erkennt man besonders frappierend an den furchtbaren Klingeltönen.

Man kann es drehen und wenden wie man will: Aus einem hässlichen Entlein wird kein schöner Schwan, denn wir befinden uns hier nicht in einem Märchen, sondern im rauen Büroalltag. Das beschriebene Festnetztelefon aus dem Hause Siemens macht sein Ding, sieht sterbenslangweilig aus und hat multimedial nichts, aber auch gar nichts zu bieten. Das brauch es aber aus meiner Sicht auch gar nicht, denn wer mit einem Mobiltelefon rumspielen und sich entertainen lassen will, soll sich doch selber privat so eine eierlegende Wollmilchsau kaufen und auf Arbeit gefälligst seinen Job tun oder sieht das irgendjemand anders?



Abschließend noch völlig unkommentiert die Aussagen der Marketingabteilung von Siemens:

"OpenStage ist eine vollständig neue Generation von Telefonen,
die den Maßstab für offene und einheitliche Kommunikation setzt.
Diese stilvollen Geräte ermöglichen intuitive und überzeugende
Kommunikationserfahrung mit innovativen Leistungsmerkmalen.
OpenStage ist der Auftakt für eine neue Ära hochwertiger und
benutzerorientierter Kommunikationslösungen."

Fazit: Nicht so der Bringer.

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Klangqualität:    
Funktionsvielfalt:    

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