Wal-Mart
Keine Liebe auf der Toilette ;-) - Wal-Mart Supermarkt

Neuester Testbericht: ... empfängt seine Kunden mit sehr vielen kostenlosen Parkplätzen, außerdem bietet er für nicht autorisierte Kunden einen kostenlosen Shuttlese... mehr

Keine Liebe auf der Toilette ;-)
Wal-Mart

S%FCdbadener

Name des Mitglieds: Südbadener

Produkt:

Wal-Mart

Datum: 10.07.06, geändert am 08.10.12 (632 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Grosse Sortiment, überwiegend nettes Personal

Nachteile: Undifferenzierte Unternehmenskultur, unglückliches Personalmarketing

Was für eine Überschrift :-)

Haben Sie etwa wegen dieses reisserischen Titels "reingeklickt"? Natürlich :-)

Heute schreibe ich mal wieder...und dieses Mal auch etwas kürzer als sonst! Versprochen

Heute möchte ich Ihnen zwei Beispiele schildern, die Wal*Mart nicht in seiner Eigenschaft als Einkaufscenter, sondern eher als Arbeitgeber beschreiben.

Aber was, außer einem guten Sortiment sollte für einen Arbeitgeber noch wichtig sein? Richtig...gute und motivierte Mitarbeiter.

Nun ja...man hat es hier immer mit Menschen zu tun, die sind natürlich individuell und je nach dem in welcher Kultur man sich als Konzern bewegt, kann man mit dem Stichwort Globalisierung vielleicht nicht überall landen.

Aber gerade hier treibt Wal*Mart Deutschland doch seltsame Blüten. Und was in Amerika erlaubt und salonfähig ist, wirkt in Deutschland mit einer teilweise aufgeklärteren Kultur, einer anderen Geschichte und eigener Rechtslage doch sehr amüsant...wenn es nicht teilweise etwas makaber wäre....

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1.) Ethik-Richtlinie
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Mit der Gehaltsabrechnung Februar 2005 erhielten die 12.500 Mitarbeiter(innen) eine 28-seitige "Ethik-Richtlinie, in der in der in 27 Bestimmungen Verhaltensvorschriften gegeben wurden...die bei Nichteinhaltung auch zur Kündigung führen könnten.

Jetzt ist es ja nicht so, dass solche Verhaltensempfehlungen in Grosskonzernen unüblich sind. Aber der Inhalt sollte vielleicht doch so angepasst sein, dass er nicht zu Missverständnissen führen kann und eventuell sogar gegen geltendes Gesetz verstösst.

Schließlich sind die 12.500 Adressaten doch auch Multiplikatoren, die bei Zufriedenheit auch in ihrem Bekannen- und Verwandtenkreis zu potentiellem Umsatz führen.

Beispiel gefällig?

(Auszug)
"Sie dürfen nicht mit jemandem ausgehen oder in eine Liebesbeziehung mit jemandem treten, wenn Sie die Arbeitsbedingungen dieser Person beeinflussen können, oder der Mitarbeiter Ihre Arbeitsbedingungen beeinflussen kann."

"Angemessene Disziplinarische Maßnahmen, bis hin zur Kündigung, sind gegen jeden Mitarbeiter zu ergreifen, dessen Verhalten diese Unternehmensethik oder gültige Gesetze und Bestimmungen, einschließlich dieser ethischen Leitprinzipien, verletzt."

"Selbstanzeige bei Missachtung von ethischen Prinzipien wird begrüßt und möglicherweise bei Festlegung der angemessenen disziplinarischen Maßnahmen Berücksichtigung finden."

"Beachten Sie jederzeit die Gesetze! Wenn Sie erfahren, das ein anderen Mitarbeiter ein Gesetz verletzt, oder wenn Sie von einem anderen Mitarbeiter, der dies tut oder von dem Sie annehmen, dass er dies tut, dazu aufgefordert werden, haben Sie darüber unverzüglich zu berichten."

Statistisch ist übrigens erwiesen, dass sich jede 4. Beziehung am Arbeitsplatz ergibt...das wird auch Wal*Mart nicht ändern können, den es liegt vielleicht in der Natur des Menschen.

Für diese "Auffälligkeiten" wurde sogar extra eine anonyme Telefonhotline eingerichtet, bei der man solche schlimmen Fälle melden konnte...um die Unternehmensethik zu wahren.

Aus meiner Sicht doch schon sehr bedenklich. Gerade bei dem Versuch der Anwendung in einem Land, in der das Denunzieren von anderen schlimme gesellschaftliche Auswirkungen hatte.

Mittlerweile wurde mehrere dieser "Ethikpunkte" von Arbeitsgerichten als nicht anzuwenden erklärt, teilweise auch wegen Verstössen gegen das deutsche Grundgesetz.

Aber ein bitterer Nachgeschmack bleibt....oder nicht?

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2) Der Kunde als Toilettenbeurteiler
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Wir alle wissen...Deutschland ist bestimmt nicht immer das Dienstleistungsparadies und konstruktive Kritik durch den Kunden bringt mehr, als wenn dieser gleich komplett zur Konkurrenz wechselt, ohne das man nachbessern kann.

Aber auch hier schiesst Wal*Mart etwas übers Ziel hinaus.

Als Wal*Mart-Kunde können Sie regelmässig ihren Markt bewerten. Sicherlich eine gute Idee um externe Meinungen zu hören und gezielt Schwachpunkte abzustellen.

Aber muß man diesen Kunden das Angebot machen ihnen eine Einweg-Kamera zuzusenden, mit denen diese beim nächsten Einkauf den Zustand "ihrer" Kundentoilette dokumentieren? Also sowas ist doch eher was für den Proktologen.

Find ich irgendwie geschmacklos. Sowohl für den Kunden, als auch für das betroffene Personal.

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Mein Fazit:
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Ich gehe eigentlich wegen der Sortimentsbreite bei Wal*Mart einkaufen. Aber es ist ja nicht so, dass ich dies nicht anderweitig auch eindecken könnte.

Deshalb bleibt bei meinen Einkäufen doch ein schaler Beigeschmack. Und allein hier hat doch das Marketing schon versagt.

Falls ich daher in meiner beruflichen Zukunft einmal in den Einzelhandel wechseln werde, weiß ich auf jeden Fall schon mal, auf was ich persönlich achte:

Ein Arbeitgeber mit ausschließlich heterosexuellen, männlichen Mitarbeitern ohne Telefonanschluß und Kundentoiletten. Somit bin ich garantiert Richtlinienkonform. Und für die "Geschäfte" zwischendurch gehen meine Kollegen und ich dann gegenüber zu McDonalds...und ich hoffe, dass ich dort nicht den Auslöser einer Kamera höre, während ich gerade meinen Hosenladen öffne... ;-)

Und vielleicht sehen wir ja Christoph Maria Herbst bald als "Stromberg" nach seinem Ausscheiden aus der Capitol Versicherung in einer neuen Karriere als Marktleiter bei Wal*Mart...

...hier gäbe es bestimmt genug Potential.

© 10/2012 Südbadener

Fazit: Wundern Sie sich nicht wenn Sie "im Geschäft" fotografiert werden ;-)