Gartenbauwiss.
Was, das kann man studieren? - Gartenbauwiss. Studienfächer

Neuester Testbericht: ... Biochemie, Mathematik/Statistik und Entwicklungsphysiologie/Botanische Systematik. In Pflanzenphysiologie lernt man über die Vorgä... mehr

Was, das kann man studieren?
Gartenbauwiss.

Kathimaus2

Name des Mitglieds: Kathimaus2

Produkt:

Gartenbauwiss.

Datum: 19.06.03, geändert am 27.02.04 (197 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Internat. Abschluss, nur 6 Semester

Nachteile: am Anfang nur Vorlesungen, kaum Übungen

Das hört man häufig, wenn man gefragt wird, was man macht oder studiert.

Ich studiere nun im 3. Semester Gartenbauwissenschaften an der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät (LGF) der Humboldt Universität zu Berlin. Für die, die’s interessiert, wollte ich hier ein paar Tipps geben. Zunächst einmal will ich sagen, dass man an der LGF als Studienbeginner den Studiengang (sowie auch Agrarwissenschaften) nicht mehr mit dem Diplom beenden kann. Es wurden Bachelor und Master-Abschlüsse eingeführt, wohl auch um für mehr Internationalität zu sorgen. Das Diplom kann man aber noch an der TFH in Berlin erwerben, dort benötigt man dann aber eine Ausbildung zum Gärtner als Studienbeschränkung. An der LGF ist das nicht unbedingt nötig, Es genügt ein mindestens sechs Monate langes Praktikum, welches man vor oder während des Studiums machen kann. Während des Studiums kann man dies in einem Urlaubssemester tun oder in den Semesterferien. Also entweder 2x3 oder 3x2 Monate, wobei man in den 2 Monaten auf 320 Stunden kommen muss (das entspricht in 8 Wochen 8 Stunden 5 Tage in der Woche). Dabei müssen dann auch mindestens 2 der Abschnitte in einem Ausbildungsbetrieb stattfinden.

Die LGF ist auch gut mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, da sie sich gleich am U Zinnowitzer Str. befindet auch S Nordbahnhof ist nicht weit und einige Tram-Linien und eine Buslinie (245) fahren dort. Das Hauptgebäude in der Invalidenstraße 42 ist gleich rechts neben dem Naturkunde-Museum, von dem U-Bahnhof gesehen hinter (links neben) dem Dorint-Hotel. Einige Veranstaltungen finden auch auf dem Campus bei der Charité statt (Philippstr., Hannoversche Str.). Gartenbauwissenschaften hat auch einen Standort in Dahlem, in der Lentzeallee, am besten zu erreichen mit der U1 bis Breitenbachplatz oder Podbielskiallee (Busse 101 bis Schorlemerallee oder auch Breitenbachplatz, 348, 383 bis Breitenbachplatz). Versuchsstationen befinden sich u. a. in Blumberg (nordöstlich von Berlin). Fahrplanauskunft: im Internet bei der BVG oder S-Bahn

An der Uni geht es natürlich etwas lockerer zu als an einer Fachhochschule, jedenfalls was die Anwesenheit betrifft. Als ich zum WS 02/03 angefangen habe, gab es noch keinen NC für die Studiengänge der LGF, jetzt zum WS 03/04 musste man sich zwar um den Studienplatz bewerben, aber soviel ich weiß, wurden alle zugelassen, so dass die Bewerbung reine Formsache ist.
Also, im meinem Semester haben sich bestimmt fast 250 Leute für Agrar- oder Gartenbauwissenschaften eingeschrieben, wobei die Zahl sich eigentlich stetig verringert hat, da viele diesen Studiengang nur vorübergehend belegt hatten, weil sie nichts anderes hatten oder sich etwas anderes vorgestellt hatten. Inzwischen würde ich die Zahl der Studenten für beide Studiengänge auf 100 schätzen, wobei auch viele durch den Streik nicht zu den Vorlesungen kommen und sich lieber den Protestaktionen widmen.
Leider sind die Pläne vom Hu-Präsidenten, die LGF zu schließen noch nicht aus den Weg geräumt, aber beschlossen ist es noch nicht!


Die Bachelorstudiengänge sind modular aufgebaut. Bei Gartenbau belegt man pro Semester meist 5 Module. Man könnte einfach auch „Fächer“ sagen, wobei manches Modul aus zwei Teilgebieten besteht, wie z. B. Physik/Meteorologie. Am Anfang hat man fast alles mit den Agrarwissenschaftlern zusammen. Es gibt auch einen Stundenplan, den man befolgen sollte, um das Studium in 6 Semestern zu schaffen, außerdem werden manche Module nur einmal im Jahr angeboten. Im ersten Semester bekommt man eigentlich nur die Grundlagen der Grundlagen vermittelt. Vieles davon kennt man schon aus der Schule, naturwissenschaftliche Interesse ist unabdingbar.

Folgende Module sind zu belegen: Pflanzenphysiologie/Allgemeine Botanik, Physik/Meteorologie, Biochemie, Mathematik/Statistik und Entwicklungsphysiologie/Botanische Systematik.

In Pflanzenphysiologie lernt man über die Vorgänge in der Pflanze etwas, also Photosynthese und so was. Vieles war mir bereits aus meinem Leistungskurs Bio bekannt. (Es ist ratsam sich das Script zu holen.)
Allg. Botanik befasst sich vor allem mit dem Bau der Pflanze. (Dank der guten Power Point Präsentation ist mitschreiben kein Problem.) Bei Entwicklungsbiologie dreht sich eben alles um die Entwicklung, wie z. B. Blütenbildung. (Ebenfalls Script holen, gleicher Dozent wie Pflanzenphysiologie)Alle möglichen Pflanzenfamilien lernt man in der Systematik kennen. (Es gibt dazu ein kleines Script, wo das allerwichtigste drinsteht, trotzdem ist eine Mitschrift nötig!) In diesen beiden Modulen schreibt man eine Klausur in Form eines Ankreuztestes, wo man aussagen bewerten soll, ob sie richtig oder falsch sind. Es sollte eigentlich kein Problem sein 60 von 100 Fragen zu beantworten (dann bestanden), ich selber habe kaum dafür gelernt, natürlich habe ich mir alles noch mal angesehen, aber nichts auswendig gelernt. Die eine Klausur schreibt man bereits im Dezember, da das Modul nur ein halbes Semester geht mit 4 SWS (Semesterwochenstunden), das wären dann auch 2 SWS aufs ganze Semester bezogen, so wie die anderen Module auch. Danach fängt erst Entwicklungsphysiologie/Botanische Systematik an.

Für Biochemie wird vorher noch ein Wahlmodul zur organischen Chemie angeboten, wo man, wenn man will auch geprüft werden kann. Ich würde jedem raten dort hinzugehen, der im Abitur kein Chemie mehr hatte oder bei dem es schon zu lange her ist. (Script dazu im Internet abrufbar (bei Dr. Müller), trotzdem Mitschrift machen) Biochemie ist zunächst ziemlich kompliziert, besonders, wenn man sich das Script anschaut, schließlich geht es um die chemische Aufbereitung der Vorgänge in Pflanzen und v. a. auch in Tieren (auch Pflichtmodul für Agrarwissenschafler). Glücklicher Weise gibt es in der Fachschaft die Prüfungsfragen der letzten Jahre, die sich teilweise eben wiederholen oder ähnlich sind, so dass man sich damit prima vorbereiten kann. Dieser Dozent, dessen Lieblingsspruch (nach „Stimmt's?“) „Keiner weiß es, aber jeder tut es“ ist, macht nach zwei nicht bestandenen Klausuren eine mündliche Prüfung.

Physik/Meteorologie: Nun, man hat zunächst nur Physik. Die Vorlesung ist langweilig und zieht sich lange hin (von 14 bis ca. 16.30h) (alle Folien sind im Script, sollte man sich holen, da alles mitschreiben nahezu unmöglich ist), im Laufe des Semesters wird sie etwas interessanter durch Experimente. Die Übungen dazu sind auch nicht so wirklich effektiv, da die Lösungen der Aufgaben schon im Script stehen, trotzdem sollte man wenigstens zu den Übungen gehen, man holt es ja sonst sowieso nicht nach. Wichtig: Unbedingt ein Tafelwerk besorgen! (Eigentlich sollte so was ja jeder schon vom Abi her haben, aber trotzdem gibt’s viele, die das nicht haben.)
Meteorologie ist vielleicht für den ein oder anderen interessanter, sie nimmt aber nur ein Drittel des Moduls ein. Das Script dazu kann man beim Dozenten für ca. 4 € kaufen, dort sind alle Bilder der Power Point Präsentation enthalten. Direkt Übungen gibt es dazu nicht, während der Vorlesung gibt es Beispielaufgaben. Für Meteorologie muss man einige Formeln auswendig lernen. Bei der Klausur bekommt man auf alles max. 60 Punkte, davon sind 20 für Meteorologie. Um zu bestehen reicht es nicht nur Meteorologie zu lernen! In der Klausur kommen für Physik auch einige Aufgaben aus dem Script ran, also am besten die durchrechnen (wenn man’s kann), außerdem auch einige Definitions- bzw. Verständnisfragen. Bei der Klausur dachte ich zunächst, ich sei durchgefallen, weil ich in Physik nur eine Aufgabe richtig rechnen konnte und bei den anderen vielleicht nur Ansätze hatte, wobei Meteorologie lief ganz gut. Trotzdem bin ich nicht durchgefallen, weiß bis heute nicht wie.

Mathe/Statistik ist auch so ein Thema. Hierbei sind die Übungen sehr wichtig. In Mathe holt man sich das Script, um nicht so oft zur Vorlesung zu gehen. Essentiell sind die Übungen, wobei man das auch zu Hause machen kann, wenn man allein damit klar kommt. Der Dozent gibt am Anfang ein Übungsheftchen aus. (Themen: Summen, Analysis, Lineare Algebra) Auch in Statistik kann man sich ein Script kaufen (Preis weiß ich nicht mehr, kann sein, dass es geschenkt wird). Das ist auch unbedingt notwendig, da man bei der Klausur das Script und alle anderen Aufzeichnungen dazu benutzen darf. Deswegen sollte man auch zu den Übungen gehen, die fand ich sehr wichtig. Auf jeden Fall sollte man sich die Themen der Statistik im Script so markieren, dass man sie schnell wieder findet. Trotzdem man in der Klausur das Script benutzen darf (nur Statistik!!!) ist fast die Hälfte durchgefallen. Ich persönlich kann das nicht verstehen, mit Hilfe der Unterlagen und der Übungen war das kein Problem, nur für Mathe musste man lernen. Klausur: 50% Mathe, 50% Statistik.

Im ersten Semester muss man alle Klausuren nur bestehen. In dem Semester wird auch ein Brückenmodul angeboten, wo man in einer Gruppe ein Thema bearbeitet und wissenschaftliche Methoden kennen lernen soll. Man stellt am Ende sein Projekt vor und wird benotet. Dieses Modul kann man als Wahlmodul nehmen. Ich persönlich habe es nicht belegt, es war mir zu viel Stress und Arbeit.

Im zweiten Semester hat man auch wieder fünf Module: Bodenkunde, Ökologie, Ackerbau/Gärtnerischer Pflanzenbau, Technik im Gartenbau und Empirische Wirtschaftsordnung. Letzteres gehört noch zu den Propädeutische Pflichtmodulen und muss auch nur bestanden werden. Die Klausur findet am PC statt (Es dürfen die Aufzeichnungen benutzt werden). Die Übungen sind sehr wichtig, besonders bei Datenmanagement; im zweiten Teil, der Ökonometrie sind auch die Vorlesungen wichtig. Es geht um Excel, Access und Statistik/Statgraphics. Scripte werden ausgehändigt.

Bodenkunde ist für mich auch recht schwer, da sehr viele Prozesse behandelt werden und sehr viel Chemie dabei ist. Das Script, dass man für 4 € (zwei Teile) kaufen kann, ist nicht so gut, wie ich finde. Es sind zwar alle Folien enthalten, nur ich finde es und die Vorlesung nicht so gut gegliedert. Zur Zeit wird an einer Power Point Präsentation gearbeitet, die aber erst nächstes Jahr zum Einsatz kommt. Die Prüfung hier ist mündlich. Die Dozentin Dr. Zeitz bietet ihre Prüfungen in jedem Prüfungszeitraum an. Aufgrund der vielen Studenten auch nicht anders zu schaffen. Prüfungsaufgaben gibt’s im Internet.

Bei Ökologie kennt man auch einiges. Dieses Modul ist in Ökologie der Pflanzen und Nutztierökologie eingeteilt. Zu jedem Teil kann man ein Script kaufen für je 2,50€, bei Nutztierökologie kann man auch eine CD damit erwerben. Auch hier ist die Prüfung mündlich, es ist auch eine Hausarbeit möglich, aber nicht erwünscht. Prüfungsfragen bzw. –themen werden ausgeteilt.

Ackerbau find ich nicht so spannend, weil es doch sehr landwirtschaftlich ist. Dr. Hübner macht die Vorlesung in Vertretung für Dr. Ellmer. Daher bin ich mir unsicher, ob die Prüfungsfragen in der Fachschaft für uns relevant sind. Scripte kriegen wir per Mail zugeschickt. Pflanzenbau ist auch irgendwie komisch, ich hab das Gefühl nichts Richtiges zu lernen dabei. Diese Vorlesung findet in Berlin-Dahlem statt (Zehlendorf, Lentzeallee 75). Das Script dazu kann man sich im Internet runterladen. Die Prüfung findet in Form einer Klausur statt.

Auch Technik im Gartenbau findet in Dahlem (Lentzeallee 55) statt. Der Professor macht das sehr gut, da für viele das Thema eigentlich nicht so interessant ist. Trotzdem schafft er es, dass fast alle zuhören. Zu jedem Thema gibt er Scripte aus. Auch hier wird eine Klausur geschrieben, es darf alles dazu benutzt werden.

Im dritten Semester steigt man zunehmend in die wirtschaftlichen Aspekte des Gartenbaus bzw. Landwirtschaft ein. Man belegt VWL mit dem Modul "Ökonomik des Agrarsektors" und BWL mit dem Modul "Planung und Analyse gartenbaulicher Betriebe I". VWL hat dieses Semester Dr. Grethe gemacht, die Skripte sind meist in Englisch verfasst, aber da man sowie den ganzen Mankiw "Grundzüge der Volkswirtschaftslehre" durcharbeiten sollte und die Vorlesung auch darauf aufgebaut ist, ist das nicht so schlimm. Dazu wird ein Tutorium mit einem VWL-Studenten angeboten, wo Übungsfragen besprochen werden. Die Übungsblätter dazu und auch die Skripte kann man sich hier runterladen.

In Planung und Analyse gibt es auch eine Übung zur Vorlesung, da sie fester Bestandteil des Moduls ist, würde ich raten dorthin zu gehen. Die Excel-Übungen, die man dort macht, braucht man für die Prüfung nicht (aber vielleicht später für die Bachelor-Arbeit!!!), aber der Stoff wird auch noch mal besprochen und noch andere Aspekte beleuchtet. Skripte hierzu werden ausgeteilt oder sind aus dem Internet auf der Fachbereichsseite downloadbar.

Desweiteren sieht der Stundenplan im 3. Semester die Module Pflanzenernährung & Düngung, Phytomedizin und Genetik & Pflanzenzüchtung vor.

Pflanzenernährung und Düngung wird von den Dozenten Prof. Schmidt und Dr. Engels gelesen. Die Vorlesung ist recht langweilig. Die Skripte helfen kaum, da sie fast nur aus Tabellen bestehen. Also sollte man sich auf jeden Fall die passende Literatur dazu holen. Glücklicherweise wurden dieses Semester Prüfungsfragen ausgeteilt, sonst wärs ganz schön hart. Allerdings ist das nur unserm Semester vorbehalten wegen dem Streik, naja und außerdem ist das auch ein ganz großer Haufen an Fragen, also es ist nicht so leicht, wie man vielleicht zuerst denken mag.

In Phytomedizin geht es um Krankheitserreger an Pflanzen bzw. Schadursachen und Schädlinge. Die Vorlesung wird per Power Point präsentiert. Man kann dazu ein Skript kaufen, allerdings für 4 € (Preis erscheint mir etwas hoch). Das Skript dient als "Roter Faden" zur Vorlesung, es ist jedoch ratsam sich z.B. das "Lehrbuch der Phytomedizin" zu holen. Da das Buch angeblich gerade neu aufgelegt wird, werden von der alten Auflage keine mehr produziert, deshalb ist es nur noch schwer zu bekommen, aber wenn, dann verbilligt (so 25-40€ statt 65€). Musterklausuren gibts in der Fachschaft und im Skript.

Genetik und Pflanzenzüchtung ist mein Lieblingsmodul in diesem Semester. Allein schon wegen dem Thema. Prof. Pohlheim erklärt eigentlich alles verständlich, auch wenn es zu der Vorlesung kein Skript gibt. Man kann aber eigentlich alles mitschreiben, da er gerne noch ein bisschen so drum herum erzählt und manchmal von ganz schön weit ausholt. Besonders morgens, wenn ich noch müde bin, fällt es mir schwer, die ganze Zeit zuzuhören, wenn er seine Geschichten erzählt. Mit ihm sind wir auch in den Botanischen Garten gegangen, wo er uns einiges über die verschiedenen Pflanzen erzählen konnte. Er hat auch Prüfungsfragen ausgeteilt, ich weiß allerdings nicht, ob er das nur wegen dem Streik gemacht hat.


In allen Modulen werde ich mich nicht in einem Zeitraum prüfen lassen, ich denke das ist zu viel auf einmal.

Die meisten Hörsäle sind gut ausgestattet, da saniert. Bis jetzt hat auch jeder einen Sitzplatz bekommen. Die Toiletten sind am besten im Hauptgebäude der LGF.

Ich hoffe ich konnte euch einen Einblick geben und helfen. Für weitere Infos: www.agrar.hu-berlin.de


Fazit:

Weitere Produkte: