Olympische Sommerspiele 2008 Peking
One World, one Dream - Chinabeibeis Olympiabericht - Olympische Sommerspiele 2008 Peking Sportequipment

Neuester Testbericht: ... Ja, wohl auch da werden finanzielle Interessen mitgespielt haben. Ich denke aber auch, das diese Vergabe der Spiele an China ,den Vorte... mehr

One World, one Dream - Chinabeibeis Olympiabericht
Olympische Sommerspiele 2008 Peking

Chinabeibei

Name des Mitglieds: Chinabeibei

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Olympische Sommerspiele 2008 Peking

Datum: 13.08.08, geändert am 03.07.09 (269 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Organisation, Freundlichkeit, Preise

Nachteile: für mich keine

Liebe Dooyoos, heute ist der erste Tag, an dem weder Spiele noch Sightseeing auf dem Programm stehen, meine Familie wieder abgereist ist, die Wohnung wieder sauber ist und mich der Büro-Alltag wieder hat. Und ich kann euch nun endlich, endlich von den Spielen berichten.

Ich möchte Euch nicht von der politischen Seite dieser Spiele berichten, auch wenn das ein wichtiges Thema ist. Ich denke, da können wir den Bericht von Templerthomas lesen, welcher sehr gut geschrieben ist und mit dem ich auch konform gehe. Ich möchte in diesem Bericht beschreiben, was ich hier wie erlebe. Ich kann von mir behaupten, dass ich mich in Beijing auskenne, dass ich China kenne (auch wenn es mich immer wieder überrascht) und daher kann ich es mir dieses Mal auch erlauben, mich aus der politischen Diskussion herauszuhalten. Zumal ich diese Diskussionen in 8 Semestern Sinologie-Studium und auch heute noch immer wieder führe, nicht dass jemand meint, ich hätte keine Ahnung davon!

Ich sehe die Spiele aus den Augen des Sportfans und des Gastes einer Mega-Massenveranstaltung. Ich beurteile und bewerte nicht die politische Einstellung der Gastgeber, ich beurteile und bewerte ihre Organisation, ihre Freundlichkeit und ihr Verhalten gegenüber den ausländischen Touristen. Ich möchte Euch einen - MEINEN - Erfahrungsbericht weitergeben und hoffe, dass ich euch ein bisschen begeistern kann und das Olympische Feuer zu euch rüberbringe.

Bereits Wochen und Tage vorher gab es eine megamäßige Olympia-Stimmung in Beijing: der Platz des Himmlischen Friedens wurde mit riesigen Dekorationen aus Blumen geschmückt, wo verschiedene Sportarten aus Hecken geschnitten waren, das Stadion in klein nachgebaut wurde, und das Logo der Spiele - das einem Chinesischen Siegel nachempfundene laufende, weiße Männchen auf rotem Grund - mit einer Höhe von etwa 3 Metern aufgestellt ist. Auf jedem verfügbaren Fleckchen wurden Bäume, Blumen, Hecken und Grünanlagen gepflanzt, welche die Stadt in eine grüne Oase verwandeln.

***DER GROSSE TAG - DIE ERÖFFNUNGSFEIER***
Wir waren zu viert unterwegs: mein Verlobter, seine Eltern und ich. Das DERTOUR-Reisebüro hatte uns empfohlen bereits vier Stunden vorher da zu sein, das war uns aufgrund der hohen Temperaturen von über 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von etwa 98% doch zu heftig. Daher entschieden wir, dass wir zwischen 19:00 und 19:30 dort sein wollten. So machten wir uns also am 08. 08. 2008 gegen 17 Uhr zusammen mit 91.996 weiteren Besuchern auf den Weg zum Stadion, welches sich auf dem Olympic Green befindet.

Wir fuhren also mit der ebenfalls neu eröffneten und pünktlich in Betrieb genommenen Linie 10 zur Haltestelle Beitucheng (beitutschäng), wo wir in die (ebenfalls neue) Linie 8 umsteigen wollten - diese Linie fährt nämlich die Stadien auf dem Olympic Green an. Dieses Green befindet sich im Norden, direkt an der 4. Ringstraße in Beijing. Das ist zentral und sehr gut zu erreichen. Da wir an der Endhaltestelle einstiegen bekamen wir auch sofort einen Sitzplatz. Die Fahrt zur Umsteigestation dauerte nur 15 Minuten und wir stiegen aus. Die Bahn war nie so voll, dass man eingequetscht worden wäre.

Als wir umsteigen wollten, kam bereits der erste Security Check. Security Checks werden übrigens auch an jeder U-Bahnhaltestelle durchgeführt, Taschen werden durchleuchtet. Vor dem Check stand eine riesige Menschenmasse, wohl geordnet in etwa 8 Schlangen, und einer der Freiwilligen Helfer (sog. Volounteers) fragte auf Englisch, ob wir Eintrittskarten hätten. Dann könnten wir auch mit einem Bus fahren und später durch den Check. Okay, das machen wir. Keine 10 Minuten später standen wir in einem der zahlreichen Busse. Wir haben dabei noch weitere Deutsche kennengelernt, die hatten zwar kein Ticket, wollten aber mal sehen, wie nah sie an das Stadion rankommen (klasse, und uns die Sitzplätze klauen!). Auch dieses Mal war der Bus zwar voll, aber nicht unangenehm voll. Wir kamen nach etwa 20 Minuten - bedingt durch einige Umleitungen - am Security Check für das Olympic Green an. Hier mussten wir nun doch recht lange warten und in der Schlange stehen. Es hielt sich aber in Grenzen, ich denke, das hätte bei anderen Großereignissen auch nicht kürzer gedauert. Danach gingen wir noch etwa 20 Minuten zu Fuß zum Stadion.

Das war schon sehr beeindruckend, wie toll das organisiert war - man konnte sehr gut laufen, stand nie wieder in einer Schlange, auf dem ganzen Weg gab es immer wieder Toiletten (saubere!!), sowie Speisen und Getränke zu kaufen. Selbst hier stand man nicht an. Alle 50 Meter ein Stand mit Freiwilligen, die einem auf Englisch weiterhelfen konnten oder einfach nur nett waren, wenn man sich unterhalten wollte.

Abgesehen davon war es ein tolles Erlebnis, dem Stadion, das ich ständig beim Vorbeifahren gesehen hatte, ENDLICH immer näher zu kommen und der Bau ist wirklich wahnsinnig beeindruckend! Nicht nur die Architektur des "Vogelnests" auch die Grünanlagen drumherum haben sehr gut ausgesehen. Ganz abgesehen vom Schwimmstadion direkt nebenan, welches in bunten Farben abwechselnd leuchtete und dessen Architektur schon wieder ein Hammer ist.

Kurz vor dem Stadion wurde noch unsere Eintrittskarte entwertet und wir konnten und dann innerhalb des Stadions frei bewegen und unsere Plätze aufsuchen und verlassen wann wir wollten. Auf dem Weg zum Platz sind wir an einem Beibei-Fuwa in Lebensgröße vorbeigekommen, in Form eines aufgeblasenen Plastikkostüms, in dem ein Mensch steckt. Natürlich musste ich da gleich mit mir ein Foto machen lassen.

Als wir um 19:30 etwa unsere Plätze einnahmen (völlig stressfrei ohne Gedränge, da es endlos Aufgänge gibt), traf uns erst Mal der Schlag: etwa 92.000 Menschen jubelten und genossen das Vorprogramm. Die erste La-Ola-Welle mit 92000 Menschen - war schon für sich der Knüller! Eine Wahnsinnsatmospähre, die jedes Top-Fußballspiel in den Schatten stellt und wie ein nettes familiäres Festchen wirken läßt.

Auf jedem Platz lag eine Tasche mit einer Flasche Wasser, Taschenlampe, Leuchtstab in Form der Fackel mit Leuchtdioden in unterschiedlichen Farben (die der Ringe - logisch), ein schönes großes rot-weißes Seidentuch, ein Programmbuch, 5 Armbändern (auch in Farben der Ringe), zwei kleinen Flaggen (olympisch und China), sowie einer dieser Trommeln, die man in der Hand dreht um damit Geräusche zu machen. Wir sollten mit diesen Sachen dann Bewegungen nachmachen, die der Volounteer uns vormachte, eine interaktive Show also. Und eine schöne Erinnerung natürlich auch.

Der einzige Nachteil war, dass es quasi wie in einer Sauna war - die Hitze war enorm. Eben wie in einem Vogelnest - schön warm ;-) Von außen wirkt die Architektur durchlässig, aber es kam nur selten mal ein bisschen Wind herein. Das schmälerte zwar unsere Begeisterung bei der Interaktion ein klitzekleines Bisschen, die der Chinesen war jedoch ungebrochen.

Um kurz vor 20:00 Uhr liefen plötzlich Massen an Menschen mit quadratischen "Körben" herein. Ich habe den für unseren Gang zuständigen Volounteer gefragt, wie viele das sind. Es waren genau 2008! Dann entpuppten sich die Körbe als Trommeln, die leuchten, wenn man darauf schlägt. Der Countdown begann und wurde von diesen Trommeln in Zahlen dargestellt 50 - 40 - 30 -20 -10 - BOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOM! 2008 Menschen trommelten was das Zeug hielt - 92.000 Menschen jubeln - Feuerwerk - Trommeln - das Stadion bebt - ab da hatte ich eigentlich konstant Gänsehaut, trotz der Tatsache, dass ich komplett nass geschwitzt war.

Der Ablauf der Show war mehr als sehr gut, die Choreographien perfekt, es gab nur zwei kleine Patzer, ein Spot versagte und bei der Choreographie mit den Leuchtmännchen hat bei einem die Hose versagt - aber wen interessiert das schon, wenn 1000 Menschen das Stadion mit ihren Körpern nachbauen? Es gab niemals irgendwelche Unterbrechungen, immer war man so mit dem nächsten beschäftigt, dass man gar nicht mitbekommen hat, wie z.B. die 2008 Trommler das Stadion wieder verließen - innerhalb von wenigen Minuten! Auch die Kung-Fu und die Darsteller mit den riesigen Paddeln waren doch der choreographische Überflieger, oder?

Zwar waren meiner Meinung nach an manchen Stellen einige sehr pathetische Momente drin (bspw. bei den Liedern), aber wenn man bei einem solchen die Völker zu verständigen suchenden Ereignis nicht pathetisch sein darf, wann dann? Manche mögen sicherlich auch das eine oder andere Element als kitschig empfunden haben - ABER: Kitsch ist hier Kultur und man darf das nicht mit Disney Land Kitsch vergleichen. Schon immer hat man in China für Farbe und Lichter und Glanz eine Vorliebe, denn Chinesen sind ausgeprägte Schöngeister.

In den Kurven waren riesige Bildschirme angebracht, wo man auf Englisch und Französisch die Texte von den Liedern lesen konnte, oder Details des Geschehens zu sehen waren, z. B. die Sprüche des Konfuzius aufgeschrieben wurden (die ich zu meinem Leidwesen früher alle selber lernen musste). Das Feuerwerk war auch auf den Bildschirmen zu sehen, da wir aus dem Stadion natürlich nicht so viel davon mitbekamen. Aber die Bildschirme entschädigten uns dafür. Auch das Feuerwerk war super angelegt: strikt auf der Nord-Süd-Achse der Stadt vom Stadion zum Platz des Himmlischen Friedens und wieder zurück - ich fand es super gemacht und weder zu bombastisch noch zu kleckerig.

Einen Vorteil hatte ich durch mein Studium schon, denn manches war nicht direkt erkennbar oder barg noch viele weitere Symbole und Bedeutungen in sich, die sich nicht so einfach erschließen lassen, wenn man von China keine Ahnung hat.

Nach der Show wurde es jedoch etwas anstrengend - es dauerte fast 2 Stunden bis die Athleten der über 200 Länder endlich ins Stadion eingezogen waren und ihren Platz im Zentrum eingenommen hatten. Dennoch war der Jubel des Publikums ungebrochen. Auch hier war es ein Vorteil, die chinesische Kultur zu kennen. Wie der aufmerksame Zuschauer bemerkt haben dürfte, ging es nicht nach dem westlichen Alphabet, sondern nach den chinesischen Zeichen! Angefangen bei 3 Strichen, geordnet nach einem! Leider hat Deutschland 15 Striche und so dauerte es beinahe ewig, bis wir endlich unseren Athleten den angemessenen Beifall spenden konnten.

Die folgenden Reden waren glücklicherweise kurz und bündig, das Hissen der olympischen Flagge wurde ebenso akkurat und präzise durchgeführt, wie das der Chinesischen Flagge. Beide Flaggen wurden übrigens durch einen Ventilator im Mast angeblasen, damit sie auch schön wehen.

Ein weiteres Highlight war natürlich der Fackellauf und die Entzündung der Fackel - also das zu toppen dürfte London ganz schön schwer fallen!

Der Heimweg war ebenso unbeschwerlich wie der Anfahrtsweg. Als man aus dem Stadion kam, wurde man von einer "Menschenkette" in die richtige Richtung geleitet, damit die Busse mit den Sportlern freie Fahrt hatten. Was für ein Riesenaufwand! Bei uns hätte man halt Zäune und Schilder aufgestellt - aber hier nimmt man mal kurz ein paar tausend Volounteers und alles wirkt gleich viel freundlicher und persönlicher. Allerdings sind wir nicht mit den Massen gegangen, sondern haben noch einen Spaziergang über das Green gemacht und sind dann zu einem Ausgang am anderen Ende des Olympic Greens rausgegangen, in der Hoffnung auf ein Taxi. Man fragte uns einmal, wohin wir wollten, ob wir uns verlaufen hätten oder Hilfe bräuchten. Aber spazieren gehen war gar kein Problem. Es hat etwa 20 -30 Minuten gedauert, die wir in der mittlerweile etwas kühleren Nacht gewartet haben. Wir fuhren noch mal am Stadion vorbei, da war es mittlerweile 2 Uhr. Die rechte Spur der Ringstraße war komplett durch "Zaungäste" blockiert, d.h. Chinesen hielten mit ihren Autos an, um Fotos zu machen. Um 2:30 kamen wir immer noch total aufgeputscht von der Show zu Hause an und brauchten eine Weile zum Einschlafen.


***DIE SPORTVERANSTALTUNGEN***

***BADMINTON***
Am nächsten Tag hieß es aber schon wieder früh aufzustehen und zum Badminton zu gehen. Auch dies war mit dem Taxi null Problem und wir waren binnen 35 Minuten einmal quer durch die Stadt gefahren. Wir kamen aufgrund der Müdigkeit zwar erst um halb elf an, aber egal, unser Marc Zwiebler spielte nämlich genau dann. Wir haben kräftig angefeuert und er hat auch gewonnen. Chinesen sind ja unsagbare Badminton-Fans und daher verwundert es nicht, dass sogar solche Vorentscheidungen sehr gut besucht waren. Zwar nicht 100% belegt aber locker zu 85%.

***BEACH-VOLLEYBALL***
Abends um 18 Uhr haben wir uns bis 24 Uhr Beachvolleyball angeschaut. Das war komplett voll und manche waren schon den ganzen Tag dort. Manche gingen früher, manche kamen später, aber die Plätze waren eigentlich so gut wie voll besetzt, was für eine Vorrunde nicht schlecht ist! Der "Strand" war im Chaoyang-Park im Osten der Stadt (Botschaftsviertel) angelegt worden. Der Sicherheitscheck ging zügig, wir standen etwa 10 Minuten. Es gab auch ein Feld vor der eigentlichen Wettkampfarena, wo man selber spielen konnte und einen riesigen Sandkasten, sowie einen Springbrunngen, der wunderbar kitschig war (durch bunte LEDs lassen sich schon tolle Effekte erzeugen) und viele verschiedene Muster machen konnte - unter anderem einen Vogel - wow!

Ich war noch nie beim Beachen, aber in Zukunft werde ich da öfter hingehen. Toll, toll, toll - das ist ja mal eine super Stimmung gewesen! Alle haben angefeuert, die Chinesen haben immer "Jiao You" (tschia jou =Vorwärts, Let´s go. Wörtl. eigentlich: Gib Öl hinzu) gebrüllt, egal welches Land. Wieder haben wir 2 Deutsche Mannschaften (Männer und Frauen) erwischt, wieder haben wir 2 Mal gewonnen - olé olé olé! Hier gab es zwar einen kleinen Versorgungsengpass bei den Ständen - man konnte nur kalte Wurst, Joghurt, Eis, Snickers, salziges Popcorn und süßes Brot kaufen - aber wir nahmen das mit Humor und nach einem Bier sieht die Welt gleich wieder anders aus. Hier hab ich auch wieder ein Fuwa erwischt - das grüne Nini und wieder ein Foto gemacht.

Die Fuwas kamen auch zu den Beach-Babes auf das Feld um sie zu unterstützen. Letztlich haben die Fuwas mehr Beifall bekommen als die hübschen Hupfdohlen, aber sie sind auch einfach witzig anzusehen, wie sie auf ihren kurzen Beinchen durch den Sand flitzten und Luftsprünge oder Drehungen machten und mit ihrem Schwänzchen (sofern vorhanden) wackelten. Wie Cartoons, die zu Leben erwacht sind.

***BASKETBALL***
Am Sonntag gingen wir noch zu Basketball - Deutschland gegen Angola - wieder gewonnen - wir hatten echt Glück mit den Wettkämpfen. Der Sicherheitscheck ging sehr schnell, da wir wieder etwas später eingetroffen sind. Auch diese Sportstätte war gigantisch und riesengroß! Verglichen mit der Schleyerhalle etwa das Doppelte. Und das zählt hier noch als mittel! Auch hier war die Halle sehr voll, es gab zwar schon immer wieder leere Plätze, aber Deutschland-Angola ist jetzt auch nicht DER Reißer.

Auch hier gab es in den Pausen wieder kräftige Unterstützung von den Fuwas, leider hab ich dieses Mal keinen für ein Foto erwischt. Das habe ich mir jetzt zu meiner persönlichen olympischen Disziplin gemacht: von jedem Fuwa und mir ein Foto ergattern!

***LEICHTATHLETIK***
Jetzt habe ich noch eine Veranstaltung am Freitag: Leichtathletik im Vogelnest - ich freue mich schon sehr darauf!


***ALLGEMEINES***

***ORGANISATION***
Im Einvernehmen mit dem Rest der Familie und auch mit anderen ausländischen Touristen möchte ich ein riesengroßes Lob an die Organisatoren der Spiele aussprechen! Solche Massen so gut zu koordinieren ist nicht einfach, sehr teuer und mit viel Kraft und Manpower verbunden. Allein die Tatsachen, dass die vielen Besucher sich so auf die Hauptstadt verteilen, dass man niemals im Stau oder in überfüllten U-Bahnen steht, dass es sogar bei den HotSpots wie der Großen Mauer kein Gedränge gibt, dass man sich frei bewegen kann, wohin man will, dass immer Taxen parat stehen, zeugt von der immensen Organisationsleistung! Die Spiele sind perfekt organisiert.

Die Stadien und Sportstätten sind auch für Behinderte im Rollstuhle sehr gut zugänglich, überall Rampen und überall Helfer. Manche Leute werden auch an bessere Plätze weiter vorne getragen, sofern die noch frei sind, und anschließend wieder zurück gebracht. Allein, dass ich NOCH NIE an einer Toilette anstehen musste und noch nie ein richtig ekelhaftes WC erwischt hätte, zeigt auch China-Kennern, dass die Chinesen echt was gerissen haben in den Vorbereitungsjahren.

***LUFTQUALITÄT / KLIMA***
Ich behaupte mal, dass in keiner Großstadt mit diesem Klima im Sommer ideale Luftverhältnisse herrschen. Hohe Ozonwerte sind eigentlich logisch, in einer Stadt in der im Sommer die Sonne herunterbrettert und Autos fahren. Dennoch hatte auch mein an Asthma leidender Freund überhaupt keine Probleme. Im Gegenteil. Durch die feuchte Luft, musste er sein Spray kaum nehmen. Die Luft ist absolut okay.

Natürlich ist es öfter diesig bzw. neblig, aber das ist kein Smog, das ist einfach das schlechte Wetter. Gestern hatten wir wieder blauen Himmel und Sonnenschein, es geht ein leichter Wind und es wird langsam etwas kühler.

***GEBÄUDE***
Auch die Architekten, die in Beijing ihren Spielplatz hatten, haben sich ausgetobt und wunderbare, einprägsame und atemberaubende Gebäude erstellt. Neben dem Schwimmstadion wurde ein Gebäude errichtet, welches aus 5 Einzelgebäuden besteht und in ihrer Gesamtheit die Konturen eines chinesischen Drachen ergeben - Super! Bill Gates hat sich da übrigens eine Wohnung zugelegt. Das Botschaftsviertel wurde herausgeputzt, ein supertolles Einkaufszentrum, dessen Architektur ein echtes Sahnestück ist, wurde direkt hinein gesetzt, mit Piazza zum herumsitzen und einem Riesenbildschirm gegenüber (so was gab es früher nicht, draussen sind nach chin. Meinung nur Arme oder Bauern). Hier kann man sich bei einem Kaffee mit anderen Sportfans Übertragungen anschauen und nebenher plaudern. Der CCTV-Tower lohnt sich auf jeden Fall, schaut euch das im Internet an! Wie so was überhaupt stehen kann... naja, ich bin kein Statiker, es steht auf jeden Fall.

Dem stehen die neu erbauten Sportstätten in nichts nach, allen voran das Vogelnest und das Schwimmstadion.

***PREISE***
Die Preise an den Sportstätten sind absolut billig für uns Ausländer. Auch für Chinesen nicht übertrieben. Ein halber Liter Wasser kostet 30 Cent, ein halber Liter Cola 50. Snacks rangieren zwischen 30 Cent und 1 Euro. Ja, damit kann man leben! Die Restaurants haben auch normale Preise - im Gegensatz zum Frühlingsfest, wo die meisten ihre Preise enorm anheben. Wir waren zu viert in einem guten Restaurant Peking Ente essen und haben für die komplette Ente und 4 weitere Gerichte inkl. Getränke 42 Euro bezahlt!

***VOLOUNTEERS***
Noch ein Wort zu den Volounteers: die Volounteers sind toll, sie sind immer freundlich, immer hilfsbereit, auch wenn man 5 Mal die gleiche Frage stellt. Wenn Veranstaltungen aus sind, dann sitzen sie auf Hochstühlen (so wie beim Tennis) mit Megafon in der Hand und wiederholen ständig wohin man gehen soll auf chinesisch und englisch Sie scheinen sich über jeden Einzelnen zu freuen, man hat wirklich das Gefühl, man ist ein willkommener Gast und wird als Individuum wahrgenommen. Manchmal rufen sie einfach einige Sätze herüber, wie "Hello, we are happy you are here!" "Enjoy the games! Welcome to Beijing!" Oder sie sprechen einen an und fragen, ob es einem gefallen hat. Sie sind nie aufdringlich oder nervig, einfach nur nett und freundlich. Sie fiebern mit, sie bringen einen zum Geldautomaten oder zum Bus, sie tun alles, damit wir uns willkommen fühlen.

Kritikern, die sagen, dies sei einstudierte Freundlichkeit möchte ich widersprechen - nein, das ist hier seit 5000 Jahren Tradition!! Gast ist König und basta.

Die Spiele haben dazu beigetragen, dass sich zumindest bei meiner Familie die Einstellung zu China verbessert hat und sie sehen, dass die Zeiten des Kommunismus, wie viele ihn sich vorstellen, längst vorbei sind. Regime bleibt Regime - Unrecht bleibt Unrecht, egal in welchem System, das ist gar keine Frage. Aber das hat mit den Menschen und den Spielen hier nichts zu tun.

Ich sage: London wird sicher toll, aber das hier ist einmalig! Eine Erfahrung, die ich in meinem Leben niemals missen möchte und die ich immer in meinem Herzen bewahren werde!

Fazit: Olympische Grüße sendet Euch Chinabeibei!