Fantec DB-R35 DUS-1
Für externe Speicherlösungen (fast) unschlagbar - Fantec DB-R35 DUS-1 Speichergehäuse und -kabel

Produkttyp: Fantec Speichergehäuse

Für externe Speicherlösungen (fast) unschlagbar
Fantec DB-R35 DUS-1

TwistedMind

Name des Mitglieds: TwistedMind

Produkt:

Fantec DB-R35 DUS-1

Datum: 08.02.12, geändert am 16.12.12 (50 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Zuverlässig, Verarbeitung, Optik, RAID - fähig

Nachteile: nur USB 2.0 ; lauter Lüfter, Preis recht hoch

Es hat wohl fast jeder irgendwelche Daten auf seinen Rechner liegen, die auf gar keinen Fall weg kommen dürfen. Seien es die Scans irgendwelcher wichtigen Dokumente, Images von CDs/DVDs und einem Backup oder das Urlaubsvideo von der Familie aus dem letzten Traumurlaub in Buxtehude. Auch ich habe solche Daten, deren Verlust für mich schlimmer als der persönliche Super-GAU im Vorgarten wäre. Aber wie sichern und wie mit der höchsten Zuverlässigkeit? Fündig geworden bin ich in diesem RAID¹-fähigen Festplatten-Dual-Gehäuse von Fantec. Soll heißen, das Gehäuse bietet Platz für zwei 3,5 Zoll Platten. In meinem Fall zwei 1000 GB Samsung SATA2-Platten.


*** Erste optische Eindrücke ***
Neben den Spezifikationen und die Frage "Kann das Gehäuse, was ich will?" kommt es bei mir sehr stark auf die Optik an. Ganz einfach, da die externe Festplatte bei mir einen festen Platz auf dem Schreitisch hat. Und da kann das Fantec Gehäuse ganz klar punkten. Soweit ich weiß, gibt es das Gehäuse in weiß und anthrazit/silber. Wobei ich die letztere Farbkombination habe. Das Gehäuse macht mit seinen abgeflachten Kanten, den mehrfarbigen LEDs, die je nach Status blau oder rot blinken, so einiges her. Auch die Front in Aluminiumoptik hat was. Also mir gefällt es. Die Anschlüsse und eine kleine Öffnung für den fest eingebauten 40mm Lüfter befinden sich auf der Rückseite des Gehäuses. Das gesamte Gebilde steht auf kleinen Gummiabstandhalter, welche verhindern dass die Vibrationen bei den Kopfzugriffen der Festplatten auf den Tisch übertragen werden können. Klasse gelöst wie ich finde, dazu steht das Gehäuse dadurch auch bombenfest.


*** Funktionsvielfalt und Aufbau ***
Der Einbau und die Inbetriebnahme sind an sich keine Raketenwissenschaft. Jeder, der einen Computer schon einmal von innen gesehen hat und einen Schraubenzieher bedienen kann sollte keine Probleme beim Einbau der SATA-Festplatten in das Gehäuse haben. Es müssen eigentlich nur die vier Schrauben am Boden gelöst werden und die Festplatte ebenfalls geschraubt werden. Wenn die Festplatte im Gehäuse sitzt, ist die Platte ohnehin bereits in die fest installierten Stecker gerutscht. So, dass einem diese Fummelei erspart bleibt. Wer jetzt seine Platten nicht im RAID¹, sondern im werkseingestellten JBOD²-Modus laufen lassen will, der ist schon fertig. Das externe Netzteil angeschlossen und das USB-Kabel mit dem Computer angeschlossen und das war's. Unter XP ab SP2 und Windows 7 wurden die Platten anstandslos erkannt. Für Freunde der RAID¹-Systeme ist noch eine kleine Änderung am Jumper im Gehäuse notwendig. Eine kleine Fusselarbeit, aber auch nicht wirklich schwierig. Ich betreibe das Fantec DB-R35DUS derzeit im RAID1 Verbund. Voraussetzung für einen erfolgreichen Raidverbund ist eigentlich nur ein vorhandener RAID¹-Controller (ist meist auf neueren Hauptplatinen vorhanden) und dass der zuständige USB-Port auf dem Mainboard . Wer sich da nicht sicher ist, sollte erst einen Blick in sein Handbuch des Mainboards riskieren.


*** In der Praxis ***
Also ich muss sagen, ich bin zufrieden mit meinen Platten und meinem Fantec Gehäuse. Die Platten im Gehäuse laufen recht ruhig und man merkt, dass sie im Inneren nicht allzu viel Platz haben, so dass Vibrationsgeräusche gar nicht erst entstehen können. Ausfälle oder Schwankungen in der Spannung konnte ich bisher keine Feststellen. Die Platten laufen so, wie sie es sollen. Allerdings geht einem im Normalbetrieb der kleine 40mm Lüfter gehörig auf den Senkel. Klein Lüfter bedeuten immer hohe Umdrehungen und Lautstärke, da ist auch im Fantec Gehäuse nicht anders. Leider bietet Fantec dem Nutzer keine Möglichkeiten, die Umdrehungen irgendwie selbst zu regulieren. So dass Ottonormalverbraucher mit der kleinen Turbine leben muss. Ich habe das Problem gelöst, in dem ich ein Poti vor dem Lüfter gelötet habe und diesen manuell herunter geregelt habe. Das ist sicherlich nicht jedermanns Sache und sollte auch nicht gemacht werden, wenn die Platten im Dauerbetrieb laufen. Bei mir laufen sie vielleicht an 2-3 Tagen die Woche einmal für drei oder vier Stunden.
Sucht man sich aus Kostengründen ein Modell wie dieses hier mit USB2.0-Schnittstelle aus, muss man natürlich mit Geschwindigkeitseinbußen leben. Dafür kostet es etwas weniger im Vergleich zu SATA-Anschlüssen und ist an sich ein wenig Praktischer, da nahezu jeder PC irgendwo am Gehäuse eine USB-Schnittstelle sein eigen nennt. Dennoch muss man sich laut meinem SiSoft Sandra Benchmark mit im Schreibzugriff von 32 MB/Sec. und im Lesezugriff von 38 MB/Sec. abfinden. Also runde die Hälfte der normalen Werte von Kopfplatten im SATA-Betrieb. Die vom Hersteller angegebenen 60 MB/Sec. sind wohl kaum erreichbar und gehören ins Reich der Phantasie. Das stört mich persönlich aber eigentlich weniger, da ich die Platten eh nur für Backup-Aufgaben benutze. Für USB-Platten sind das aber trotzdem recht anständige Werte, die Möglichkeiten des USB2.0-Busses werden fast komplett ausgeschöpft.

kleiner Überblick über den Datensalat

Abmessungen (BxHxT) in mm: 62 x 145 x 226
40 mm Lüfter
Chipsatz: Oxford OXU921DS
Formfaktor: 3.5 Zoll
Gewicht netto : 1.36 kg
Laufwerkanzahl: 2 (ausgelegt bis maximal 1000 GB)
Lieferumfang: USB 2.0 Kabel
Schnittstelle: USB 2.0
Stromverbrauch bei 2 Platten: 34 Watt
Transferrate: 60 MB/s


*** Schlussendlich ***
Also ich bin mit einer Ausnahme rundherum zufrieden mit dem Gehäuse. Das RAID¹-System funktioniert fabelhaft, die Verarbeitung ist gut und die Status-LEDs gut ablesbar. Einziger wirkliche Kritikpunkt ist die entstehende Temperatur und wie sie nach Außen geführt wird. Der billige 40mm Lüfter ist schon eine rechte Zumutung. Er ist so laut, dass man ihm selbst bei nebenbei laufenden Fernseher wahrnimmt. Desweiteren ist das Gehäuse für ein einfacher USB2.0 Gehäuse für zwei Platten nicht gerade preiswert. Je nach Shop muss man mit ca. 50 Euro rechnen.


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¹ RAID - (R)edundant (A)rray of (I)ndependent (D)isks - verschiedene Einstellmöglichkeiten, wie...
- RAID00: Platten werden als ein Laufwerk zusammengefasst, es kann schneller zugegriffen werden-
- RAID01: DIe Platten spiegeln sich gegenseitig. Fällt dann eine aus, hat die andere Platte dennoch alle Daten parat.

es gibt noch weitere Möglichkeiten, die aber vom Gehäuse nicht unterstützt werden

² JBOD - (J)ust a (B)unch (O)f (D)isks - Platten laufen ganz "normal" als einzelne Laufwerke vor sich hin.

Fazit: Nicht gerade preiswert, aber abgesehen vom Lüfter ganz gut.

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit: