Hercules DJ Console
Ein guter Allrounder und Partyspezialist - Hercules DJ Console Soundkarte

Produkttyp: Hercules Soundkarten

Neuester Testbericht: ... Traktor DJ Studio verwendet werden. - liest MP3-und WMA-Files auch direkt von CD - Vorhören über Kopfhörer - Talkover-Funktion Stromv... mehr

Ein guter Allrounder und Partyspezialist
Hercules DJ Console

SvenWestphal

Name des Mitglieds: SvenWestphal

Produkt:

Hercules DJ Console

Datum: 26.06.09, geändert am 26.06.09 (1120 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: siehe Text

Nachteile: siehe Text

::: Einleitung :::

Es ist wirklich schwer auf dem breiten Markt der Soundkarten einen halbwegs guten Kandidaten herauszupicken, der sowohl möglichst alle Anforderungen, die man so hat, erfüllt und dabei auch kein all zu großes Loch in den Geldbeutel reißt. Die in den PCs und Laptops bereits fest eingebauten Soundchips sind zwar für Otto Normalverbraucher durchaus ok und erfüllen die wichtigsten Funktionen, aber spätestens , wenn es mal ans Eingemachte geht, also z.B. bei einem Anspruchsvollem Spiel, oder einer speziellen Multimedia Anwendung, knicken die On-Board Lösungen aus einer Vielzahl von Gründen gnadenlos ein.
Zum einen liegt das daran, dass sich die Onboardchips ihre Leistung aus dem Hauptprozessor des Rechners ziehen und dass sie nicht über all die Notwendigen spezialchips verfügen, die viele Anwendungen aber benötigen, um halbwegs vernünftig arbeiten zu können. Auch die Soundqualität ist bei Onboardchips und natürlich auch bei Billig-Soundkarten eher Suboptimal. So mancher User ist vom Rauschen seiner Soundkarte halb wahnsinnig geworden... Zum anderen liegt es aber auch an der mangelnden Kontaktfreudigkeit, was aus den minimalen Anschlussbuchsen liegt, und natürlich auch an der insgesamt geringen Verarbeitungsgeschwindigkeit der verbauen Chips. Da hat man auch mal Latenzen um die 50-250 Millisekunden. Sollte man also ein Musik-Keyboard via USB anschließen wollen, um ein bisschen mit den Sounds vom Musicmaker herumzuklimpern, kann man sich zwischen dem drücken der Keyboard-Taste und dem daraus resultierendem Ton, der aus den PC-Boxen kommt, schon auch gerne mal eine Tasse Kaffe gönnen...soviel Zeit hat man dann nämlich. Nun... die berühmt-berüchtigten Soundblaster Karten, sind auch in den relativ teuren Varianten letztlich nur gute Spezialisten. Will sagen: Für Games und Musikhören OK, für alles andere unbrauchbar. Umgekehrt verhält es sich mit den teueren Musikerkarten. Diese sind zwar i.d.R. schnell wie der Blitz und hochgradig Leistungsfähig (Latenzzeiten gehen bei Musikerkarten praktisch gegen NULL), man kann tausend Sachen anschließen und die Karten sogar kaskadieren und parallel laufen lassen (also z.b. 4 Soundkarten gleichzeitig) , aber für den Alltag sind diese Dinger kaum zu gebrauchen. Das fängt schon mal damit an, dass fast alle Musikerkarten aus irgendeinem unverständlichen Grund kein Dolby 5.1 und höher können, sondern ausschließlich nur Stereo. Mit DVD gucken oder Crysis-Zocken ist dann Essig! Selbst Videoproduktion oder Musikproduktion, die in Dolby passieren soll, ist damit nur über den Umweg von mehreren parallelen Karten möglich. Da kann man dann schon mal schnell ein paar tausend Euronen über die Theke wandern lassen, wenn man es ein bisschen professioneller mag! Kurzum: Wirkliche Allrounder gibt es auf dem Markt leider nur extrem wenige. Aber eine davon ist die Hercules DJ Console, die zudem noch als Hardware-DJ Controler ausgelegt ist.
Der vergleichsweise günstige Preis lässt einem die Entscheidung zugunsten dieses All-In-One Gerätes leicht fallen. Leider ist das Gerät in dieser Version nicht mehr im Handel erhältlich, sondern nur noch Nachfolgemodelle, die jedoch keine Allrounder mehr sind, sondern ausschließlich DJ Spezialisten - z.T. mit erheblich geringerem Funktionsumfang, als das alte Original....


::: Installation :::

Das Gerät ist nicht all zu groß und nimmt daher nur wenig Platz auf dem Schreibtisch oder jeder anderen Unterlage in Anspruch. Macht man eine Party, bei der ein Laptop als Display und Bibliothek herhalten soll, muss man nichts wieder tun, als zunächst die Treiber CD der Console auf dem Laptop zu installieren, und anschließend die Console via USB mit dem Rechner zu verkabeln. Nun kann man entweder die Console direkt mit einem Aktivboxenset verbinden, oder mit einem Verstärker, an dem größere Boxen hängen. Natürlich geht auch ein Mischpult, falls man neben den MP3´s noch andere Tonträger wie z.B. Turntables, CD Player usw. mitbenutzen will, sofern es sich nur um eine externe Quelle handelt kann man diese aber auch direkt in die Console stöpseln.
Nun Installiert man noch die DJ Software seines Vertrauens, das wird i.d.R. Virtual DJ sein, welche mit der Console zusammen ausgeliefert wird.
Ist alles verkabelt und installiert, geht es ans ausprobieren, ob alles passt. Im Console Manager, der sich in die Taskleiste legt, wählt man nun den DJ Modus aus. Im Gegensatz zum 5.1 Modus wird dabei einer der Ausgangspaare abgeschaltet und zum Vorhören am Kopfhöreranschluss umgeroutet. Das Audio Signal kommt dann anstatt aus 6 getrennten Buchsen für die Dolby Anlage nun entweder als Mixdown aus den Ausgängen 1 und 2 heraus (wenn man ohne externes Mischpult arbeiten will), oder als zwei getrennte Stereo Kanäle auf den Ausgängen 1-4 heraus (falls man am externen Mischpult regeln will)
Ggf. noch die Eingangslautstärken für das Micro und den Line-in Regeln, und schon kann es losgehen.

Will man die Console bei sich daheim am Rechner quasi als festes Gerät verwenden, bietet sich der 5.1 Modus an, so dass die Console auch für alle Multimedia Anwendungen Verwendung findet, und man nicht immer umstöpseln muss.

Übrigens verfügt die Console auch über eine Digitale Audioschnittstelle, die entweder per Cinch oder Toslink Stecker mit dem Digitalen Eingang eines Verstärkers verbunden werden kann. Auf diese Weise spart man sich den üblichen Kabelsalat.

Die notwendigsten Kabel und Adapter werden mitgliefert, jedoch kann es je nach persönlicher Ausstattung sein, dass man entsprechende weitere Kabel und/oder Adapter benötigt.

::: Betrieb :::

Die DJ Console ist für den Betrieb mit der DJ Software "Virtual DJ" ausgelegt und optimiert. Zwar unterstützen auch andere DJ Software Hersteller die Console, aber unter VDJ kann die Console all ihre Fähigkeiten voll ausspielen. Es macht wirklich viel Spaß die Tracks zu mixen und mit wenig Aufwand mit allen möglichen Effekten zu belegen. Theoretisch kann man durch die Console voll und ganz auf Maus und Tastatur verzichten, in der Praxis zeigt sich aber, dass das scrolling durch die Trackliste und das Auswählen eines Tracks mittels des eingebauten Joysticks, der als Mausersatz gedacht ist, nicht ganz so intuitiv und ergonomisch ist. Aber alle anderen Funktionstasten, Regler und Räder sind gut durchdacht und sinnvoll auf der Oberfläche angelegt. Idealerweise sollte man im Vorfeld schon eine gewisse Auswahl an Tracks gemacht haben und diese Sinnvoll organisiert haben, damit man während des Live DJayings nicht lange nach passenden Titeln herumzusuchen braucht. Auch empfiehlt es sich, jeden Track den man sich auf die Festplatte zieht, durch das VDJ Programm durchlaufen zu lassen, damit wichtige Informationen, wie die Geschwindigkeit des Songs (BPM) und eventuelle "Cue"- Punkte schon vorhanden sind, wenn man sie braucht. (Cue-Punkte sind bestimmte stellen in Liedern, die man festlegen kann, so dass man sie ohne Umweg anspringen kann, z.B. die Stelle, wo die Basedrum einsetzt, oder der Gesang oder andere Markante Punkte) Auch kann es nicht schaden, wenn man sich vorher mit der Effektsektion mal genauer auseinander setzt. Hier kann man auch eigene Effekte hinzuladen oder abändern. Immer wieder cool ist z.B. der Effekt, der einen Takt (also 4 Beats) eines Liedes in seine 4, 16 oder gar 32 untertakte zerteilt und diese nach verschiedenen Mustern wiedergeben kann. So entstehen sehr geile Remix Effekte. Diese kann man sich selber zusammenbasteln, so dass abgefahrene Tracks entstehen. In der Sampling Sektion kann man Efektklänge oder Songschnipsel nach freier Wahl anlegen und nach bedarf abfeuern. Z.B. Publikumsapplaus, Sirenengeheul, oder Samplebeats, je nach dem was man braucht.

Das Mixing von Liedern geschied mit der Console grundsätzlich genau so, wie man es klassischerweise damals auch mit den Turntables nach Art vom Technics Mk2 oder später mit den DJ CD Playern gemacht hat.
Man braucht also mindestens 2 Musikquellen, bei denen man die Abspielgeschwindigkeit regeln kann, und ein Mischpult, das dafür sorgt, dass der Kunde nur das hört, was er am Ende auch hören soll.
All dies ist in der DJ Console in einem Gerät vereint.
Nur dass sich hier keine Schallplatte oder CD dreht, sondern die MP3 Dateien im Rechner als Soundquelle herhalten und mit den Controllern der Console verwurschtelt werden. Das PC oder Laptopdisplay dient dabei als visualisierungsunterstützung dessen was man tut, und als Bibliothek aus der man seine Lieder zum Mixen zusammensucht.

Hat man sich, wie oben beschrieben vorbereitet, kann man sofort loslegen, indem man erstmal irgendein Lied auswählt, und dieses durch einen Druck auf den Play-Button auf der einen Seite der Console startet.
Nun sucht man sich einfach einen weiteren Titel aus der Bibliothek, der Musikalisch so gut wie möglich zu dem ersten Titel passt, idealerweise nimmt man einen Titel der in etwa eine vergleichbare Taktgeschwindigkeit hat. Die Taktgeschwindigkeit wird einem ja auch in BPM (Beats per Minute) angezeigt, wenn der Song schon mal geladen wurde, bzw. nach dem vollständigen Laden des Songs. Die Taktgeschwindigkeit sollte nicht allzu weit auseinander liegen, denn mit zunehmender Differenz wird es zum einen immer schwieriger, die Takte anzupassen und zum anderen wird dann eines der beiden Lieder unnatürlich schnell, bzw. langsam abgespielt. Also angenommen der erste Titel hat 120 BPM und der zweite Titel nur 70, dann kann man davon ausgehen, dass sich am Ende der zweite Titel wie Mickey Maus anhört, wenn er zum Takt des ersten Liedes passen soll.
Also am besten ist, die berühmte 10 % Marke nicht zu überschreiten.
Hilfreich, um die Takte passend übereinanderzulegen, ist die Grafische Anzeige im oberen Teil des Displays. I.d.R: schafft es die Software recht gut, die Takte im Lied zu erfassen, und so kann man sozusagen einfach mit dem großen Jogwheel bis an die Stelle spulen, wo der zweite Titel starten soll, dann noch die BMP Matching Taste drücken, um die Taktgeschwindigkeit anzugleichen, und dann einfach mal mit dem Kopfhörer vorhören, ob beides übereinander passt. Das ist natürlich nur sehr selten der Fall, weswegen man dann also manuell ein wenig nachregeln muss. D.h.: Merkt man, dass der zweite Titel dem ersten davon Gallopiert, dann sollte man schnell reagieren, und den zweiten Titel mit dem Jogwheel etwas leicht abbremsen, bis der Takt wieder aufeinander liegt. Selbstverständlich muss man dann noch den Geschwindigkeitsregler leicht nach langsamer bewegen, damit das Lied nun etwas langsamer abgespielt wird. Galoppiert der zweite Titel immer noch dem ersten davon, wiederholt man den Vorgang einfach so lange, bis es passt. Evtl wird der zweite Titel dann etwas zu langsam, dann muss man eben noch mal nachregeln. Irgendwann aber passen beide Lieder auf den Takt genau zusammen und dann spult man den zweiten Titel wieder auf den ersten Cuepunkt zurück. Nun wartet man, bis sich eine gute Stelle im ersten Lied ergibt, wo die Überblendung zum zweiten Titel gut reinpassen könnte. Immer im Geiste die Takte mitzählen: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8... 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8...
Ist die Stelle gekommen, setzt man auf 1 ein und beide Lieder laufen nun im gleichen Takt miteinander. Dabei sollte man darauf achten dass man immer eine ganze Taktlänge vor dem eigentlichen Einblendungsevent einsetzt, damit man ggf. noch nachregeln kann, falls man etwas zu früh, oder spät eingesetzt hat. Passt alles und glaubt man, dass jetzt der richtige Augenblick gekommen ist, um das zweite Lied in das erste einzublenden, dann betätigt man den sogenannten "Fader", also jenen Regler, der in der Mitte sitzend das Lautstärkeverhältnis zwischen dem linken und den rechten Deck regelt. Mit dem Fader blendet man nun also das zweite Lied mehr oder weniger schnell in das erste Lied ein. Ggf. muss man noch die Lautstärke beider Titel nachjustieren, falls die Lieder unterschiedlich Laut aufgenommen wurden. Dem kann man aber bereits im Vorfeld entgegnen, indem man alle Tracks, die man verwursteln will, mit einem speziellen Programm, namens "MP3 Gain" Lautstärkemäßig angleicht, so dass also alle Titel die man benutzen will, dieselbe Lautstärke haben. Nun wird auch Klar, warum DJ´s eher Maxi Versionen von Songs bevorzugen. Gutes "eincuen" dauert eben ein bisschen Zeit, wenn es sich am Ende gut anhören soll, also ohne dass der Takt poltert und ohne dass es zu Schiefen Klängen kommt. Ein Guter Mix zeichnet sich nämlich nicht nur dadurch aus, dass die Takte beider Lieder zusammenpassen, sondern, dass es eben auch musikalisch perfekt zusammenpasst. Dazu braucht man viel Übung und eben auch das Quäntchen Eignung, also das Gefühl, wann etwas zusammenpasst, und wann nicht. So mancher Dorf DJ kann nämlich seine Kundschaft an den Rand des Wahnsinns bringen, wenn er zwar technisch einwandfrei die Takte zusammenbringt, aber entweder Lieder zusammenmischt, die vom Stil oder der Melodie gar nicht zusammenpassen, oder wenn er gar an den falschen Stellen im Takt einsetzt. Gern gemachter Fehler ist z.B. nicht Beat 1 beider Songs zusammenzulegen, sondern verrutscht, z.B. an der Stelle von Beat 1 im ersten Lied schlägt Beat 3 des zweiten Liedes. Zwar schlagen dann beide Lieder immer noch im selben Takt, aber eben versetzt zueinander. So was kann man ausschließlich dann machen, wenn man zwei gleiche Lieder auf die Decks lädt und somit einen Echo-Effekt erzeugen will, aber auf keinen Fall mit zwei unterschiedlichen Liedern ! Nundenn... hat man sich etwas eingearbeitet und schafft gute Übergänge, dann kann man sich die Effekt und Samplesektionen des Controllers mal genauer anschauen und ausprobieren. Hiermit kann man dann seinen Mixen den letzten Schliff geben. Tipp: Man sollte sich besser auf sein Gehör verlassen, als auf die Anzeigen im Display.


::: Zusätzliche Funktionen :::

MIDI:

Die original DJ Console verfügt über 2 Midi-Buchsen, die zum Anschluss von diversen digitalen Musikinstrumenten, wie Synthesizer, E-Drums, Sampler, Midi-Gitarren usw. gedacht sind. Midi bedeutet, dass nicht der hörbare Sound eines Instruments verarbeitet wird, so wie bei einer normalen Audio aufnahme, sondern nur die Information welche Note wie lange und wie stark gespielt wird. Das ist sinnvoll, um in einem Sequencerprogramm die Noten abzuspeichern und nachträglich verändern zu können oder andere Instrumente mit dem Eingabegerät zu spielen. Auf diese Weise kann man z.b. eine Melodie mit einem Keyboard einspielen, und diese dann nachträglich als Gitarre oder Flöte klingen zu lassen, oder die Melodie mit ein paar Mausklicks umzubauen. Auch ist es durch Midi Möglich mit einem Midi-Saxophon Klavier zu spielen oder mit einer Midi-Flöte ein ganzes Orchester. Midi ist also quasi das Format, mit dem sich Musikinstrumente miteinander verständigen. Bis zu 16 Musikinstrumente kann man auf diese weise im einfachsten Fall als Kette miteinander verbinden, so dass man z.b. mit nur einer Tastatur 15 verschiedene Synthesizer gleichzeitig spielen kann. An der Midi-In Buchse der DJ Console werden die Eingabegeräte, wie Tastatur, Gitarre, Flöte, oder was auch immer an Midi Instrumenten vorhanden ist, angeschlossen. An der Midi-Out Buchse werden die Geräte angeschlossen, die angesteuert werden sollen, aus denen also am Ende der Ton kommen soll, falls dieser nicht im PC selber durch Software-Instrumente generiert wird. In der Praxis zeigt sich aber, dass die DJ Console für diese Aufgabe nicht unbedingt ausgelegt wurde, denn die Geschwindigkeit, mit der die Console auf Signale reagier, die sogenannte Latenzzeit, ist mit tatsächlich gemessenen 5-7 ms zwar deutlich besser, als vergleichbare Soundblasterkarten, für Ernsthaftes Spielen jedoch immer noch zu langsam. Auch die Software "ASIO For All" kann die Latenz nur marginal verbessern. Das Ansteuern von Midisoftware, z.b. Magix Music Maker mittels eines Tasteninstruments ist damit zwar möglich, macht aber bei häufigerem Einsatz nicht wirklich Spaß, da die Reaktionszeit die zwischen dem Drücken der Keyboardtaste, und dem Hören des Tones aus dem Lautsprecher soviel Zeit vergeht, dass es auch für ungeübte leicht hörbar ist. Das ist vor allem beim einspielen schneller Partituren problematisch, und präzises Einspielen einer Melodie ist definitiv nicht möglich. Auch ist es natürlich immer sehr irritierend, wenn der Ton nicht sofort mit dem Anschlag zu hören ist und man verzettelt sich dadurch leichter. Wer also ernsthaft Spielen will, sollte eine Karte wählen, deren Latenz idealerweise gegen Null geht. Max. 2 Millisekunden sind gerade noch vertretbar. Alles darüber hinaus nicht.

Die Console als Controler für andere Anwendungen:

Prinzipiell kann man die Console auch als Eingabegerät für diverse andere Anwendungen benutzen. So kann sie z.b. als Kontrollpult für den Videoschnitt oder der Steuerung eines Sequenzers, wie Cubase und Magix Musicmaker verwendet werden. Auch das Steuern des Mediaplayers und diverser anderer Anwendungen ist prinzipiell möglich. Dieses soll durch die sogenannte "Console Mapper" Software möglich sein. Dies ist ein Programm, indem man Anwendungsabhängig die einzelnen Tasten, Regler und Räder mit Funktionen frei belegen kann. Somit könnte man dann z.B. das Videoschnittprogramm mit den Transporttasten und dem Jogwheel komfortabel steuern und die Buttons mit Effektpresets oder was einem so einfällt belegen. Die Schieberegler ließen sich prima zum Ein-und Ausblenden verwenden, die Drehregler für Farb- und Helligkeitsanpassungen, usw. usw. usw... Der Haken bei der Sache: Die Software befindet sich nicht im Lieferumfang, trotz der Tatsache, dass dies als Lieferumfang auf der Verpackung angegebne ist. Den Mapper muss man sinnigerweise auf der Virtual DJ Webseite herunterladen, was aber nur möglich ist, wenn man Besitzer einer registrierten Vollversion von Virtual DJ ist. Mit der Beiliegenden Version kann man den Mapper nicht herunterladen! Also bleibt nur die Suche in den unendlichen Weiten des Internets!!! Hat man den Mapper dann gefunden und installiert, zeigt sich jedoch, dass das freie Belegen des Controlers sehr viel schwieriger ist, als der Hersteller vorgaukelt. Will sagen: In den meisten Fällen ist es mir nicht gelungen, und da wo es mir gelang, konnte ich lediglich rudimentäre Befehle auf die Console legen. Auch andere User haben sich schon die Mühe gemacht für ihre Anwendungen Mapper Presets zu schreiben, wen man Glück hat, kann man dese herunterladen und für seine Anwendungen einfach mitbenutzen. Also hier sind andere Controller Hersteller deutlich besser und Kundenfreundlicher. Mapping ist bei der DJ Console zwar prinzipiell möglich, aber nur mit enormen Aufwand und Geduld, sowie einigen Einschränkungen !


::: Qualität :::

Ursprünglich war die DJ Console als All-In-One & Fun Gerät konzipiert. Entsprechend sollte der Preis im unteren Bereich angesiedelt sein und damit wurden bei der Verarbeitung natürlich eher auf günstige Materialien zurückgegriffen. Das Gehäuse, die Buttons und Regler bestehen komplett aus Kunststoff und sind auch nicht so präzise und robust verarbeitet worden. Speziell die Schiebe- und Drehregler liegen ganz schön wackelig zwischen den Fingern. Die Buttons reagieren z.T. leicht träge und müssen auch mal etwas kräftiger gedrückt werden. Der Klang ist für eine Karte in dieser Preislage durchaus OK, und für die meisten Aufgaben ist der Chip auch schnell genug. Jedoch ist die Latenzzeit der Karte mit 5-7ms in der Praxis schon recht hoch und damit für Midi Anwendungen Problematisch. Für den Alltag, also dem Anschauen von DVD oder Internetvideos, Musikhören und Gaming ist die Karte aber sehr gut ausgerüstet und mancher Soundblasterkompatiblen Karte weit überlegen. Sie eignet sich für Videoschnitt und Musikbearbeitung erstaunlich gut. Allerdings ist sowohl die Firmware, als auch die beiliegende Software etwas Fehleranfällig. So kann es durchaus auch mal passieren, dass die Karte einfach abstürzt und erst nach einem PC-Reboot wieder einen Ton von sich gibt. Vorsichtig muss man auch mit der "Virtual DJ" Software sein. Diese hängt sich nämlich bei zu langen MP3´s, z.B. Einstündigen Komplettmixen oder Livealben einfach auf! Das Problem ist auch bei der aktuellsten Pro-Version von Virtual DJ leider nicht behoben worden. Die Gesamtqualität ist also eher mittelprächtig. Das Preis/Leistungsverhältnis ist aber insgesamt für eine All-In-One Console durchaus sehr gut.


::: Service :::

Nunja, die Deutsche Distribution der Französischen Marke gibt sich zwar gewisse Mühe einen Support aufrecht zu erhalten, jedoch wird man dort sehr schnell forsch und beleidigt, wenn sich herausstellt, dass der Anrufer weiß, wovon er spricht ! Bei Auftretenden Problemen wird dort gerne mal empfohlen, die monierte Funktion einfach abzuschalten. Firmware Updates passieren immer nur so lange, wie kein neues Produkt auf dem Markt ist, und man versucht durch eine seltsame Firmenstrategie, in dem man benötigte Bestandteile, die laut Packungsbeschreibung angeblich Teil der Lieferung sein sollten, tatsächlich aber nicht vorhanden sind (Mapper) , extra zu verhökern. Inzwischen gibt es allerdings keinen Telefonsupport mehr, nur noch die üblichen Internet Kontakt- und Supportformulare, bei denen man hoffen muss, dass man irgendwann mal auch ne Antwort erhält. In so manch Foren liest man auch inzwischen immer häufiger über den Ärger der Kunden über diese Firma. Sogar Reparaturen werden offensichtlich verweigert - Die Firma Creative Labs (Soundblaster) hat ja mit dieser Unsitte vor einigen Jahren angefangen, nun machen es einige andere halt nach...

::: Fazit :::

Wer eine brauchbare All-In-One Multimedia Soundkarte sucht, die zusätzlich auch als DJ Pult geeignet ist und an welcher man sein Midi Keyboard zum direkten Einspielen von Noten in einen Sequenzer direkt anschließen kann, jedoch keinen Professionellen Anspruch hat, der ist mit dieser Karte wirklich gut bedient. Vor allem jene, die gerne auf Partys er Laptop ihre MP3´s steuern wollen, kommen mit der DJ Console durchaus auf ihre Kosten, da nichts erst umständlich verkabelt werden muss und abgesehen von Aktivboxen oder einem Verstärker und normalen PC Boxen keine weitere Hardware, wie Mischpult usw. erforderlich ist. Da die integrierte Soundkarte auf DJying ausgerichtet ist, muss man auch keine Angst haben, dass der Laptop vor Anstrengung zusammen bricht. Für Partykeller optimal ! Jedoch für Professionelle Ansprüche sollte man auch entsprechend Professionelle DJ Lösungen erwägen. Für die Disco, in welcher Kunden für eine Leistung zahlen, ist die Console wegen ihrer nicht ganz so optimalen Programmstabilität und ihrer Verarbeitung definitiv nicht geeignet!

Wer bereits die Originalversion der Console besitzt, der sollte sie auch behalten, denn keine der Nachfolger der Console kommt an die Fähigkeiten der Originalen Console heran. Offensichtlich führte die Firmenpolitik von Hercules zu einer Spezialisierung der Consolen Reihe, die sich in 2 Lager aufgesplittet hat:
- Consolen MIT integrierter Soundkarte, sowie das Original, allerdings ohne 5.1 Dolby Surround und ohne Midi !
- Consolen OHNE integrierter Soundkarte, also reine Controler, die also zusätzliche Hardware erfordern.
Eine All-In-One Lösung wird von Hercules nicht mehr angeboten.
Also falls ihr bei E-Bay noch eine Originale findet - greift zu! Bei Neukäufen sollte man aber wegen des eigenartigen Service der Firma sehr vorsichtig sein. Es gibt auch noch andere vergleichbare Produkte, guckst Du hier:
http://www.dj-technik.de/shop/dj-soundkarte/dj-eq uipment/tqs/528

::: Versionen :::

DJ Console (Original):
Die hier im Test beschriebene Version

DJ Console Mac Edition:
Technisch Baugleich zur PC Version, nur eben für Apple Mac

DJ Console Mk2:
Der "überarbeitete" Nachfolger der Original Version mit leicht veränderten Knöpfen und Buttons, allerdings OHNE 5.1 Dolby Surround sondern nur 2x getrenntes Stereo und OHNE MIDI In/out!
Die Abdeckung ist in Milchig-Transparent. Weniger Softwarebeigaben, als in der Original Version. Es gibt nur noch wahlweise Traktor DJ3 LE oder Virtual DJ Console Edition.

DJ Console MP3:
Ein reiner Controler mit der Oberfläche der DJ Console Mk2, allerdings ohne integrierte Soundkarte und damit auch ohne Anschlüsse zum Vorhören und Übersprechen. Es wird eine externe Soundkarte, sowie ein Mischpult benötigt!

Mobile DJ MP3:
Wie DJ Console MP3, nur Kabellos und mit anderer Oberfläche mit z.b. 2 LCD Displays zur Anzeige der Titelinfos . Wird via USB Funk angesteuert. Vorhören und Übersprechen nicht möglich !

Mobile DJ MP3 Preview:
Entspricht der normalen Mobile DJ MP3, nur außerdem mit mitgeliefertem Funkkopfhörer, so dass beim Mixen auch Vorgehört werden kann. Übersprechen nicht möglich !

DJ Console RMX:
Technisch Baugleich zur DJ Console Mk2, nur mit Aluminium Optik und veränderten Buttons.

DJ Console Steel:
Dies soll die "Profiversion" der Consolen Reihe sein. Wie der Name schon sagt, besteht sie komplett aus Stahl und soll damit einen Professionellen Eindruck machen. Technisch ist es aber im Prinzip eine DJ Console MP3, also ein reiner Controler ohne integrierte Soundkarte und Anschlüsse.
Allerdings sind bei dieser Version ein paar Funktionsbuttons dazu gekommen und die Präzision wurde etwas erhöht. Außerdem sind die Jogwheels justierbar.


::: Technische Daten, Hercules, DJ Console :::


Audio Interface:

Soundmodus: 5.1 Dolby Surround
DAC Bandbreite: 16 - 24 bit
Abtastfrequenz: 48 kHz
Rauschabstand: 106 dB
Kompatibilität: WDM, Direct Sound, General Midi, Asio 2.0
Latenz: 5-7ms

Ausgänge / Eingänge:

- 6 Analoge Cinch Ausgänge, Wahlweise 5.1 im Dolby Surround oder Stereo Modus
- 3 Analoge 3,5 mm Stereo-Miniklinke Ausgänge, Wahlweise im 5.1 Dolby Surround oder Stereo Modus
- 1 Kopfhörerausgang (6,25mm Stereo-Klinke) mit Lautstärkeregler
- 1 Analoger Line-in Stereoeingang ( 2x Cinch)
- 1 Analoger Mikrofoneingang (6,25 Mono Klinke) mit Gainregler
- S/P DIF I/O Digitaler Ein/Ausgang über
- 1 S/P DIF I/O Coaxial/RCA
- 1 S/P DIF I/O Optisch/TOSLINK
- MIDI In/Out
- 1 MIDI In Din 5 Pol. Buchse
- 1 MIDI Out Din 5 Pol. Buchse
- 1 USB Typ B Anschluss

:Controller:

- 1 Crossfader
- 2 Kanalfader
- 2 Pitch-Regler
- zwei Jogwheels
- 2 x 4 Hinterleuchtete Buttons für Wiedergabe über Software ( Play / Cue / Vor / Zurück)
- 2 x 3 Equalizer-Drehregler
- 2 x 3 Hinterleuchtete Buttons für Effekte
- 2 x 2 Hinterleuchtete Buttons zur BMP-Anpassung (Auto-Beat, Master-Tempo)
- 1 Mini-Stick + 2 Buttons zur Mausemulation

Alle Controller sind durch die "DJ Console Softmapper" Software frei konfigurierbar
Der Controller kann auch mit BPM Studio oder Traktor DJ Studio verwendet werden.
- liest MP3-und WMA-Files auch direkt von CD
- Vorhören über Kopfhörer
- Talkover-Funktion


Stromversorgung:

USB Bus powered (optional mit Netzteil 7-9V 700mA)
Stromverbrauch - 350mA


Gewicht - 1.15 kg
Abmessungen - 235(B) x 65(H) x 200(T) mm

Lieferumfang

- Hercules DJ Console MK2
- USB-Kabel, 3 m
- Adapter (Klinke 3,5 mm auf 6,3 mm)
- Cinch-Klinke-Adapterkabel
- Schutzhaube/Ständer
- verstellbarer Tragegurt
- deutsches Handbuch
- Software und Treiber CDs:
Atomix Virtual DJ (DJ Console Edition) DJ mixing software
GMixon New DJ SE ( DJ-Software)
Ots CD Scratch 1200 und OtsDJ Demo von Ots Labs (ein virtueller Vinyl-Deck-Player und ein MP3/CD/WAV Playback System für DJs)
Storm 2.0 DJ Edition (ein Audiosequenzer)

Systemvoraussetzungen:

- Intel Pentium 3 kompatibel oder höher
- Microsoft Windows XP
- 256 MB RAM
- USB 1.1 oder 2.0
- Kopfhörer, Mikrofon


Hercules-Guillemot Corporation
BP 2
56204 La Gacilly Cedex
France
Tel.: +33 (0) 2 99 08 08 80
http://www.hercules.com

Fazit: Ein Gerät, daß man nicht mehr hergeben wird, da es im moment noch leider nichts vergleichbares gibt.

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Installation:    
Ausstattung:    
Klangqualität: