Wagner Wall Perfect
Sprühen statt Rollen - Wände schneller streichen - Wagner Wall Perfect Sonstiges Elektrowerkzeug

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Produkttyp: Wagner Sonstiges Elektrowerkzeug

Neuester Testbericht: ... kann man weglassen. Ich habe ein Plastikeimerchen (ich glaube da war mal Tzatziki drin, sowas hebe ich immer mal auf) genommen, in... mehr

Sprühen statt Rollen - Wände schneller streichen
Wagner Wall Perfect

SlidingStop

Name des Mitglieds: SlidingStop

Produkt:

Wagner Wall Perfect

Datum: 28.05.09

Bewertung:

Vorteile: Hohe Flächenleistung, sauberer Farbauftrag

Nachteile: Neigt zur Düsenverstopfung

200 Quadratmeter Wand und Decke anzustreichen ist nun wirklich kein Vergnügen. Als ich im Baumarkt meines Vertrauens dieses Gerät sah, habe ich gleich zugegriffen - die versprochene Arbeitserleichterung war doch zu verlockend, und außerdem gab's noch 10 Liter Farbe dazu.

Das WallPerfect System besteht aus einem kleinen Niederdruck-Kompressor, welcher die Druckluft über einen 3,5 m langen Schlauch in das Sprühgerät leitet.
Das Sprühgerät besteht aus dem Farbbehälter mit 1,8 Liter Kapazität, dem Abzugssystem und der Düse. Mit einer Stellschraube am Abzug kann die aufgetragene Farbmenge reguliert werden. Vorne, links und rechts neben der Düse, sind zwei Luftaustrittsöffnungen angebracht. Der Luftstrom aus diesen Öffnungen verformt den Sprühkegel, so daß ein horizontales oder ein vertikales Oval oder ein Rundstrahl entsteht, dies lässt sich durch Drehen einstellen.

Okay, los geht's. Die paar Einzelteile lassen sich leicht zusammenstecken oder -schrauben. Die Gebrauchsanleitung mit den schönen Bildchen verwirrt dabei eher. Als nächstes wird die Dispersionsfarbe eingefüllt. Diese muss, je nach Viskosität, um 10 - 15% mit Wasser verdünnt werden. Wer es schafft, die Farbe ohne Kleckern in den Behälter zu bekommen, kriegt 10 Gummipunkte :-)

Nach dem Einschalten des Kompressors wird es erstmal laut. Das Ding hört sich an wie 2 gleichzeitig laufende Staubsauger, 80 dB laut Herstellerangabe.
Das Sprühen ist kinderleicht. Sprühkegel auf horizontal oder vertikal einstellen und auf den Abzug drücken. Der Sprühstrahl selber ist kein Nebel, wie bei einer Lackierpistole, sondern besteht aus eher groben Tröpfchen von bis zu 1/10 mm Durchmesser (geschätzt). Durch die relativ hohe Masse der Tropfen landen diese auch dort, wo sie hingehören und verteilen sich nicht gleichmäßig im Raum. Außer ein paar unvermeidlichen Spritzern geht sehr wenig daneben. Beim Sprühen tritt eine recht hohe Luftmenge aus, die auch ohne weiteres schlecht klebendes Malerkrepp und Abdeckfolien wegpusten kann.
Mit dem ovalen Strahl erzielt man eine Bahnbreite von ca. 20 cm, damit hat man ruckzuck eine größere Wandfläche abgedeckt. Der Farbauftrag ist sehr gleichmäßig, die richtige Arbeitsgeschwindigkeit hat man schnell herausgefunden.

Die Anleitung empfiehlt, erst eine Schicht horizontal und dann eine Schicht vertikal aufzutragen. Nach meiner Erfahrung ist dies nicht nötig, mit einmal Farbe aufbringen und dann mit der Schaumstoffrolle nochmal drübergehen habe ich sehr saubere Ergebnisse erzielt. Am schnellsten geht dies zu zweit, einer nässt die Wand ein und der andere rollt nochmal nach.

Bis hierhin war ich restlos begeistert. Inzwischen war der Tank leer und musste nachgefüllt werden. Danach ging der Ärger los: nach ein paar Bahnen kam statt des schönen Sprühstrahls nur noch hässliches Geklecker heraus - Düse verstopft! Na gut, abschrauben, durchspülen und weiter. Diesmal dauerte das Vergnügen nur ein paar Sekunden, dann verstopfte die Düse schon wieder. Nach einigen Reinigungsprozeduren habe ich dann herausgefunden, was los war: Etwas Farbe war in Richtung Luftschlauch gelangt und dort im Luftstrom sofort getrocknet. Die trockene Farbe ist dann stückweise abgeblättert und hat alle paar Sekunden die Düse blockiert. Nun war erstmal Großreinemachen angesagt.

Als das Gerät wieder an allen Stellen blitzblank war, funktionierte es einwandfrei. Dennoch kam es immer wieder zu Düsenverstopfungen, dadurch wurde die Zeitersparnis zum Teil wieder aufgefressen.

Am besten funktioniert es, wenn man bei jeder Tankfüllung die Sprühpistole komplett reinigt. Sie lässt sich leicht zerlegen, und mit einer Zahnbürste kommt man überall hin. Es darf keine Farbe mehr innen im System sein. Danach sollte man in einem Durchgang ohne Pause den ganzen Tank versprühen.

Auch die Decke lässt sich mit dem Sprühsystem streichen. Allerdings ist dies recht anstrengend, durch den großen Tank ist das Gerät nicht gerade federleicht. Hier landen schwerkraftbedingt auch ein paar Tröpfchen mehr auf dem Fußboden.

Mein Fazit: Man spart eine Menge Zeit und kommt zu sehr sauberen Ergebnissen. Große Wandflächen sind in wenigen Minuten eingesprüht, Ecken und Kanten sind kein Problem mehr. Der Reinigungsaufwand ist jedoch recht hoch und kostet viel von der eingesparten Zeit, von den Nerven mal ganz abgesehen. Jedes Krümelchen in der Farbe verstopft die Düse. Wenn man sich aber erstmal an diese Macken gewöhnt hat, kann man sehr effizient damit arbeiten.

Fazit: Geeignet, um große Flächen schnell und sauber anzustreichen