Ritalin ein Wundermittel?
Ritalin 10mg - Tabletten - 20 Tabletten

Name des Mitglieds: Zantara
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Ritalin 10mg - Tabletten - 20 Tabletten
Datum: 26.05.01, geändert am 02.06.01 (7802 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: --
Nachteile: --
2. Was ist Ritalin?
3. Wie wirkt Ritalin?
4. Meine Kritik und meine Sorge
5. links zum Thema
1. Einleitung
Wohl jeder kennt sie aus seiner eigenen Schulzeit, die Kinder, die sich auf nichts konzentrieren können, immerzu anderen ins Wort fallen und keine Arbeitsaufträge zu Ende führen können, das sind sie, die sog. Zappelphilippe, die den Lehrer überfordern, andere Schüler nerven und die Eltern wegen der schlechten Noten zur Verzweifelung bringen.
Heute geht man in schulpsychologischen Untersuchungen davon aus, daß diese Kinder seit Jahren mindestens die Hälfte aller Fälle ausmachen.
Aber nun naht Rettung: Eine Wunderpille, namens RITALIN, schwappte über den großen Teich aus den USA nach Deutschland und erobert nun die Schulklassen.
Morgens um 7.00 eingenommen, verwandelt sie das Kind, das sonst nur durch seine Unaufmerksamkeit aufgefallen ist, in ein Kind, das dem Unterricht folgen und sich angemessen verhalten kann. Aber nur für 4 Stunden, denn dann muß die nächste Dosis folgen, weil diese Pille eben nur solange wirkt.
2. Was ist Ritalin?
Ritalin hat den Wirkstoff Methylphenidathydrochlorid und ist in der Wirkung mit Kokain vergleichbar. Das ist auch der Grund, warum dieses Medikament dem Betäubungsmittelgesetzt unterliegt.
Nach Angaben des Herstellers soll es den Kindern mit hyperkinetischen Syndrom auch als ADS bekannt im Rahmen einer Verhaltenstherapie verordnet werden.
Ritalin beseitigt aber nicht die Symptome, es ist also kein Heilmittel, es unterdrückt die Symptome nur.
Meist muß es daher über viele Jahre eingenommen werden.
Ob Ritalin zur Abhängigkeit führen kann,ist nicht sicher geklärt, sicher ist nur, daß es enorme Nebenwirkungen haben kann: Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Magenbeschwerden und Müdigkeit sind am häufigsten zu beobachten. U.a. sind Kopfschmerzen, Depressionen, Schwindel, Gewichtsverlust und Durchfall häufig zu beob
achten.
3. Wie wirkt Ritalin?
Ritalin beeinflußt den Stoffwechsel im Gehirn.
Nach der häufigen Theorie leiden nämlich die Kinder mit ADS an einer Stoffwechselstörung in den Hirnregionen, in denen Aufmerksamkeit und Bewegung gesteuert werden. Hier fehlt der Botenstoff Dopamin. Daher auch der Begriff ADS= Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom.
Es kommt folglich bei ADS-Kindern zu einer Störung der Datenverarbeitung im Gehirn. Wie das genau zustande kommt und wo die Ursachen für diese Störung liegen ist bis heute nicht eindeutig geklärt.
Ritalin ist wie o.g.aber kein Heilmittel. Das erwünschte Verhalten muß durch andere Therapieformen, wie z.B. die Verhaltenstherapie, eingeübt und gefestigt werden. Nur dann ergibt die Einnhame des Ritalins einen berechtigten Sinn.
4. Meine Kritik und meine Sorge
Zu aller erst möchte ich klarstellen, daß ich kein absulter Gegner von Ritalin bin. Ritalin hat seine Berechtigung bei Kindern, die an ADS leiden.
Hier beginnt aber das eigentliche Problem, denn ADS ist ein sehr unscharfes Störungsbild und keine echte Diagnose. Nur ein Bruchteil der Kinder, die Ritalin einnehmen wurde tatsächlich das Fehlen von Dopamin nachgewiesen.
Ein Kinderarzt/Psychologe kann unter normalen Umständen gar nicht in der Lage dazu sein, diese Diagnose zu stellen, denn diese ist sehr aufwendig und dauert mehrere Tage. Die aufwendige Magnetresonanzaufzeichnung des Gehirnstoffwechsels,mit dem das Fehlen von Dopamin nachgewiesen wird, ist kaum in einer Kinderarztpraxis realisierbar. Die Gefahr ist sehr groß, daß Ritalin auch Kindern verabreicht wird, welche aus ganz anderen Gründen verhaltensauffällig werden. Viele Kinder zeigen in ihrer Schullaufbahn auffälliges Verhalten, sei es aus Pupertätsgründen, aus sozial oder individueller Schädigung. Auch unterforderte Hochbegabte Kinder zeigen diese dem ADS-Bild entprechende Verhaltensweisen. Aber Ritalin wirkt bei jedem Kind, und hier lauert die Gefahr. Denn wie sch
nell gibt man sich damit zufrieden, endlich etwas gegen die Störungen gefunden zu haben. Ich kenne aus eigenen Erfahrungen Schulklassen, in denen bei der Hälfte der Schüler in der Pause die Uhren
klingelt zum Signal für die nächste Pille.
Aber kaum ein Kind nimmt andere Therapieformen in Anspruch. Wozu denn auch, es ist doch alles in Ordnung, das Kind wurde entstört. Die Gefahr, daß in unserer durchrationalisierten Gesellschaft alles nach Plan laufen muß und keine Zeit zum Hinterfragen bleibt, wird immer größer.
Wo sollen wir denn hinkommen, wenn gegen jedes andersartige Verhalten ein Medikament geschluckt wird? Amerika sollte uns kein Vorbild sein, denn dort nehmen sehr viele Schulkinder Ritalin. Mit
ADS kann das gar nichts zu tun haben.
Hier läuft etwas ganz gewaltig schief, und ich mache mir Sorgen. Ritalin darf nicht als Ersatz für gute Erziehungs- und Lernmethoden benutzt werden.
5. weiterführende links
Für den interessierten Leser habe ich noch eine kleine Linksammlung zum Thema ADS zusammengestellt:
1. Eltern.de Hier haben Sie die Möglichkeit, sich mit anderen betroffenen Müttern und Vätern auszutauschen:
http://www.eltern.de/cgi-bin/foren/wf-home.pl/ hyperaktiv?PAGE=0
2. diese Seite biete eine gute weiterführende Linksammlung zu vielen Aspekten von ADS:
http://www.kinder-psych.de/Familien/Begriffe/h yperkin.htm
3.http://www.hypies.com/
4.http://www.ratio2000.de/gesundheit/default.h tm?http://www.ratio2000.de/gesundheit/archiv/news0 015.htm~_inhalt
5. WDR2
http://www.wdr.de/radio/wdr2/westzeit/psycholo gie990517.html
Fazit:

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17.06.02
Ja sowas kenne ich auch. Aber mein Kinderarzt hat da sehr gut gehandelt. In seiner Praxis arbeitet jetzt zusätzlich eine Kinderpsycholog in die aufwendige Tests mit den Kindern macht und von anderen Müttern weiß ich auch, dass hier eine Verhaltensthera pie erst mal bevorzugt wird. Aber bis vor kurzem war das anders. Er hat wahrlos Ritalin verschrieben, aber ich denke jetzt hat er wahrscheinlich festgestellt, dass es auch anders geht und er wohl nicht allein darüber entscheiden kann. Das finde ich eine super Einstellung. Ich selber habe damit keine Erfahrungen (jedenfalls nicht durch meine eigenes Kind, wäre auch schlimm, da sie erst 9 Monate ist). Aber ich habe mich im Wartezimmer mit viele Müttern unterhalten (seit die Psychologin da ist, kommen viele Eltern mit Kinder die eventuell hyperaktiv sind) und die haben mir alle erzählt, dass er es jetzt nicht mehr so auf die leichte Schulter nimmt. Gruß Jenny!