OCZ Agility 3 Series 120 GB
Agil und schnell... - OCZ Agility 3 Series 120 GB Solid State Disk

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Produkttyp: OCZ Solid State Disk

Agil und schnell...
OCZ Agility 3 Series 120 GB

Hollgo

Name des Mitglieds: Hollgo

Produkt:

OCZ Agility 3 Series 120 GB

Datum: 20.08.12

Bewertung:

Vorteile: + hohe Performance + lautloses Arbeiten + relativ einfacher Einbau

Nachteile: - im Vergleich zu einer Festplatte immer noch teuer

Solid State Drives, kurz SSD, sollen - über kurz oder lang - ihre immer noch deutlich größeren "Geschwister", sprich: die gängigen Festplatten als Massenspeicher einmal ablösen. Doch bereits jetzt gibt es ordentlich große Modelle für einen - zumindest annähernd - annehmbaren Preis. Die OCZ Agility mit 120 GB z.B. tut seit geraumer Zeit nun ihre Dienste in meinem PC....

=== So kam ich zur Agility 3 120 GB ===

Bei Atelco kaufte ich meine erste Solid State Disk überhaupt für 89,99 Euro - vor einem halben Jahr waren für solch ein Modell noch weit über 100 Euro zu bezahlen - die Preise fallen also stetig...

== Die OCZ Agility 3 SSD 120 GB... ==

... wurde in einer Plastikblisterverpackung verkauft. Diese enthielt tatsächlich nur die "reine" 2,5 Zoll Baugröße aufweisende SSD. Zwischen dem kleinen Pappeinschub, der die Rückseite der Verpackung ausmacht, war dazu ein kleines, mehrsprachiges (darunter auch in Deutsch) Heftchen untergebracht, welches allerdings nur recht grob zur "Installation" Stellung nahm. Vielmehr enthält das Heftchen Hinweise zur Handhabung allgemein und zu der - eingeschränkten - 3-jährigen Garantie, die OCZ auf das Gerät gibt. Dazu gibt es - parallel - natürlich noch die gesetzliche Gewährleistung von 2 Jahren

=== Installation ===

Das Öffnen der Blisterverpackung kann nur durch eine Schere erfolgen, da diese verschweisst ist. Die SSD ist einfach ein kleines, schwarzes Kästchen der Abmaße 7 cm x 10 cm x 0,9 cm und wiegt nur die Winzigkeit von 77 g. Obenauf prangt der grün umrahmte Aufkleber der Firma OCZ, auf der Rückseite sind die Anschlüße für S-ATA III und den zugehörigen Power-Anschluß zu finden. Wer, wie ich übrigens auch, noch einen Rechner mit S-ATA-Schnittstellen hat, die "nur" das S-ATA II-Protokoll erfüllen, muss nicht verzagen: die S-ATA III (besser ist die offizielle Bezeichnung Serial ATA International Organization: Serial ATA Revision 3.0 zu nutzen) ist zu S-ATA II abwärtskompatibel, d.h. die SSD wird auch auf diesem System laufen, allerdings eventuell mit vermindertem Datendurchsatz. Dazu gleich mehr.
Jedenfalls ist der Einbau einer SSD nicht grundsätzlich verschiedenen von den Vorgehensweisen, die ich zum Einbau einer "normalen" S-ATA Festplatte anwenden würde. Zunächst einmal ist im Gehäuse des PC, in dem die SSD zum Einsatz kommen soll, ein freier 3,5 Zoll Einbauplatz zu suchen. In meinem PC war leider alles "belegt", sodass eine 250 GB Festplatte der neuen SSD "weichen" musste. Zu beachten ist allerdings die kompaktere Baugröße von "nur" 2,5 Zoll, den die SSD aufweist. Daher ist es notwendig, sich für den Einbau der SSD in einen 3,5 Zoll Einschub entweder im Handel erhältliche Abstandsbleche zu kaufen, die dann reihum an die vier Schraubgewinde, die seitlich am SSD-Gehäuse angebracht sind, mit normalen Festplattenschräubchen befestigt werden oder - selbst ist der Mann - diese Bleche selber zu basteln. Ich habe mir im Baumarkt für wenig Geld einmal eine 1 mm dünne Stahlplatte gekauft und mir ein paar schmale Blechstreifen mit einem Blechschneider zurecht geschnitten, diese dann als "U-Profil" gebogen, an beiden Enden mit Schraublöchern passend versehen und habe mir so diese Abstandsbleche selbst gebastelt. Wer diese "Profile" nachbauen möchte- es ist echt keine große Kunst. die Abstandsbleche müssen an der Unterseite je 1,7 cm lang sein. Das ist - das richtige Werkzeug vorausgesetzt - echt keine große Kunst und war eine Sache in der Herstellung von gerade einmal knapp 10 min. Mit den so gefertigten Abstandsprofilen habe ich so an allen vier Schraubgewinden erst einmal die SSD befestigt und die so bestückte SSD in den frei gewordenen 3,5 Zoll Einbauslot eingeschoben. Dann habe ich die zuvor in den Blechen gebohrten Schraublöcher von außen mit den passenden Schrauben bestückt und die SSD im Einbauslot so festgeschraubt, nachdem ich zuvor die Anschlußkabel, einmal das S-ATA-Kabel und einmal den S-ATA Powerstecker , an der Anschlußseite eingesteckt habe. Dies kann je nach Größe und Platz des Gehäuses, in dem die SSD eingebaut werden soll, mit mehr oder weniger großer Fummelei verbunden sein - allerdings: die Kabel und Anschlüsse des S-ATA Standards sind wenigstens mechanisch bedingt verpolungssicher (die Stecker passen nur in einer, der "richtigen" Orientierung) , sodass elektronisch gesehen so nix beim Anschluß schief gehen kann. Danach war es Zeit, das System probeweise einmal zu starten, um im Bios zu sehen, ob die SSD auch richtig erkannt wird - das war bei meinem ersten Versuch der Fall. Also das Gehäuse wieder verschraubt und das System gestartet...

'''Windows-Installation'''

Nach erfolgtem, erfolgreichen Einbau der SSD ging ich nun mit der Windows 7 Installations-DVD dazu über, das System auf der SSD zu installieren. Die Installation des Betriebssystems verlief nun recht analog so, als ob ich das System auf eine "ganz normale" Festplatte installieren würde. Von Geschwindigkeitsvorteilen der SSD gegenüber der einer Festplatte bemerkte ich hier zunächst jedenfalls überhaupt nichts - was aber natürlich an der Tatsache liegt, dass die Installationsdateien auf einer im Auslesen eher langsamen Daten-DVD kommen - hier ist die SSD eben nur der "Empfänger" der Daten, d.h. die SSD "dreht" hier eher "Däumchen" und wartet immer, dass die Daten auch mal von der DVD bei ihr ankommen. Die reine Installationszeit des Windows 7 Systems war so auch nicht bedeutend kürzer als ich es von der zuvor auf Festplatte durchgeführten Installation gewohnt war - mehr als eine Viertelstunde ging auch hier ins Land, bevor die Installation auf die Zielgerade einbog.

'''Diese Stille...'''

Was mir allerdings sofort "auffiel", war die ungewohnte "Stille" während der Installation. Kein gewohntes "Rödeln" eines Schreib-Lesekopfes der Harddisk, sondern pure Stille und ein leises Lüftergeräusch - das ist mal was ganz anderes... Das sich überhaupt etwas tat, sah ich nur an der im PC-Gehäuse verbauten HDD-LED, die Aktivität verriet...

== Was ist eine SSD überhaupt ? ==

Den Begriff "Solid-State-Drive" oder kurz "SSD", kann man auf Deutsch wohl mit der Bezeichnung "Festkörperlaufwerk" übersetzen.
Eine SSD ist ein elektronisches Speichermedium, auf welchem die Daten durch Halbleiterbausteine in einem nichtflüchtigen Speicher abgespeichert werden. Im Prinzip spielt es für eine SSD keine Rolle, mit welcher Art von elektronischen Anschlüssen es ausgestattet wird - ein Solid-State-Drive kann so z.B. auch als PCIe-Steckkarte ausgeführt sein. Die Bezeichnung "Drive", also "Laufwerk" ist dabei eigentlich nicht zutreffend, denn es handelt sich bei SSDs nicht um Laufwerke im Wortsinn, da keine beweglichen Teile - anders als bei Festplatten oder den optischen Speicherlaufwerken (Bluray,DVD,CD) enthalten sind.
Aus diesem Grunde ergibt sich auch die absolute Betriebsruhe - so etwas wie Betriebsgeräusche wird man von einer SSD nie zu Gehör bekommen - wo sich nichts mechanisch bewegt (wie bei einer Festplatte etwa), da gibt es auch keinen "Lärm". Dadurch ist auch erheblich weniger Abwärme von einer SSD zu erwarten als von einer Festplatte - es gibt keine irgendwie zu kompensierende Wärme durch Reibung, sodass die Betriebstemperaturen meistens deutlich unter denen von Festplatten liegen.
Dazu sind SSD-Laufwerke meistens um ein Vielfaches schneller im Datenzugriff und in Puncto Datendurchsatz .
Alle diese Vorteile werden jedoch auch durch zwei negative Faktoren "erkauft": zum einen sind SSDs - bezogen auf die Speichergröße - aktuell meistens ca. um den Faktor 10-15 teurer als ihre "Festplattenkollegen", zudem können SSDs trotz der mechanischen Robustheit auch ausfallen oder Systemfehler verursachen, was vielfach durch mangelnde Firmware oder Controller verursacht wird.


== Die ersten Aktivitäten der SSD ==

=== Der erste Windows-Start und weiteres... ===

Nach erfolgreicher Windows-Installation auf der SSD ging es nun zum ersten Mal daran, "Aktivität" von der SSD zu fordern. Das frisch installierte Betriebssystem liess sich auch nicht lange bitten und meldete sich nach - für mich ungewohnt fixen - 15 Sekunden mit der Aufforderung, mich mit meinem Windows-Kennwort anzumelden. Von meiner Harddisk war ich hier eher eine halbe Minute gewohnt .
In aller Stille, wie ich es nun von der kurz zuvor durchgeführten Windows-Installation schon kannte, schaltete der Rechner nach der zur Bestätigung gedrückten "Enter"-Taste nach weiteren 5 Sekunden auf den schon eingabebereiten Startscreen um - WOW, so schnell habe ich noch keine Windows-Installation bislang auf meinen Rechnern "hochfahren" gesehen. Auch weiterhin war die Arbeit mit der Windows.Installation herrlich entspannt und wirklich fix. Ich installierte noch meine Videonachbearbeitungsprogramme Pinnacle Studio 15 und AVID Video Studio 1 - dazu wanderte für den Anfang noch mein "Lieblingsspielchen" Civilization 5 auf die SSD. Von der reinen Installationszeit her bemerkte ich auch hier zunächst keine großen, zeitlichen Unterschiede zu einer "normalen" Festplatteninstallation. Wo eine DVD Quelle der Installationsdateien ist, kann sich hier auch kein großer Vorteil einstellen. Erst bei der Installation von aus dem Internet geladenen Tools wie den Microsoft Essentials z..B. konnte ich nur staunen, wieviel schneller die Installation auf der SSD im Vergleich zur Festplatteninstallation war. Dazu - wie nun schon gewohnt - alles absolut geräuschfrei...

=== Arbeiten mit der SSD ===

Dasa Arbeiten mit meiner Windows-Installation auf der SSD ist eine wahre Wonne. Erst einmal diese Ruhe, kein Gerödel, kein nerviges Warten auf nachzuladene Dateien beim Surfen, das schnelle Booten von Anwendungsprogrammen. Hier einmal ein Beispiel: mein AVID Studio 1 brauchte - auf Festplatte installiert - immer deutlichst mehr als eine Minute, bis ich erste Eingaben machen konnte. Von der SSD gestartet ist das Programm nun ohne nachfolgende "Nachladerei" schon knapp eine halbe Minute nach dem Aufruf einsatzbereit. Die Ladezeiten haben sich dank der SSD hier im Vergleich zur Festplatte absolut halbiert. Selbiges kann ich von Civilization 5 sagen. Wo ich stets fast eindämmerte, bevor ich das nervige Intro durch "Esc" abbrechen konnte, bin ich nun auch in der Hälfte der Zeit "am Ball". Besonders positiv wirkt sich der Einsatz der SSD aber immer dann aus, wenn Anwendungsprogramme oder auch Civ V Dateien nachladen müssen - bei AVID Studio jedenfalls gibt es kaum noch eine "Auszeit" durch diese Tatsache bedingt und auch CIV V kommt deutlich behänder "aus den Pötten" als zuvor.

== Die SSD in Zahlen ==

=== Wieviel passt denn tatsächlich auf die OCZ Agility 3 120 GB ? ===

120 GB Speicherkapazität gibt OCZ an - dies ist natürlich die "dezimale" Zählweise, die aber im Bereich der auf dem Binärsystem und dem an dieses System angeschlossenen Hexadezimalsystem basierenden Zählweisen von Bits und Bytes (8 Bit = 1 Byte) nicht weiterführen. So komme ich als "effektiv" zu nutzenden Speicher auf eine Größe von 111 GB (Hex). Der Speicherplatz sollte allerdings für jede "normale" Windows-Installation mit ein paar Anwendungsprogrammen und wenigen Spielen durchaus für die meisten Zwecke ausreichen. Eine "normale" Windows 7 64 Bit Installation braucht - pur - knapp um die 30 GB an Speicherplatz. Ungefähr 80 GB sind also nach der Windows-Installation entsprechend verfügbar.

=== Wie schnell ist sie denn nun ? ===

Um es kurz zu machen: an die Werte einer SSD kommt auch die schnellste, aktuell verfügbare Festplatte nicht ansatzweise heran. Die momentan schnellste S-ATA III-kompatible Festplatte kommt aus dem Hause Seagate und schafft maximal 138 MB/s an Datendurchsatz. Das ist der Wert, bei dem meine OCZ SSD gerade einmal anfängt. Der "Normalbereich" des von der Agility 3 120 GB erreichten Datendurchsatzes liegt in der Regel ungefähr plus oder minus 10 MB/s um die 160 MB/s. Spitzenwerte knapp an die 200 MB/s werden dabei dann und wann erreicht, wie mir der Test mit der Software "HDD Tune 5.0" nochmals eindrücklich bestätigte. Ich nutze allerdings ein System, welches "nur" S-ATA Plätze besitzt, die S-ATA II (auch S-ATA 3 GBit/s genannt) kompatibel sind. Angeschlossen an die neueren S-ATA III-Schnittstellen ist es dank in diesem Protokoll vorgesehenen, effektiveren Cachings sogar denkbar, dass die Agility 3 noch höhere Schreib-/Lesewerte erreicht. Jedenfalls kann ich Datenraten beim Kopieren von Daten von einer internen S-ATA-Platte auf die SSD von teils weit über 100 MB/s bestätigen - die Werte ermässigen sich allerdings über die Dauer des Kopiervorgangs, wenn die anfangs im Cache der Festplatte zwischengespeicherten Daten aus diesem Speicher entschwunden sind. Meistens komme ich aber im Zusammenspiel mit meiner noch im System befindlichen 1 GB-fassenden Harddisk immer auf Werte über 80 MB/s - das ist doch ganz vernünftig und wird sich eh nur für größere Dateien wie etwa Gigabyte-großen Videodateien als relevant erweisen. Kleine Dateien werden nahezu ohne Zeitverzug kurz im kaum messbaren Sekundenbereich "herübergeschoben" und gut ist...
Dazu wird die OCZ maximal um die 30 °C warm - meine zuvor an gleicher Stelle eingesetzte Festplatte kam hier auf Spitzenwerte um die 40 °C...

=== Auf einen Blick ===

* Modell: Agility 3 120 GB
* Hersteller: OCZ
* Gerätetyp: Solid-State-Disk - intern
* Formfaktor: 6.4 cm x 1/8H ( 2.5" x 1/8H ) / Kapazität: 120 GB
* Abmessungen: (BxHxT): 7 cm x 10 cm x 0,9 cm / Gewicht: 77 g
* Betriebstemperatur (min./max.) : 0 °C / 55 °C
* Schnittstellen: 1 x Serial ATA-600 - Serial ATA, 7-polig
* Erforderliches Betriebssystem: Linux, Apple MacOS X, Microsoft Windows Vista (32/64 bits), Microsoft Windows 7 (32/64 bits), Microsoft Windows XP (32/64 bits)
* Features: Multi-Level-Cell-Flash (MLC), TRIM-Unterstützung , S.M.A.R.T.

'''Leistung'''

* 4 KB Random Read: 20000 IOPS / 4 KB Random Write: 50000 IOPS / Maximal 4 KB Random Write: 85000 IOPS
* Interner Datendurchsatz: 525 MBps (lesen)/ 500 MBps (Schreiben)
* MTBF: 2,000,000 Stunde(n)
* Herstellergarantie: 3 Jahre Garantie

=== FAZIT ===

Summa summarum bin ich immer noch glücklich mit meiner SSD. Die Laufruhe, die in Anwendungen gesteigerten Zugriffsgeschwindigkeiten und der generelle Umgang mit der OCZ Agility haben mich jedenfalls voll überzeugt. Leider sind SSDs immer noch knapp 10 mal so teuer wie vergleichbare Festplattenmodelle, weshalb sie sich wohl erst langsam durchsetzen werden. Allerdings: wer wirklich schnell und geräuschlos seine Windows-Installation booten lassen möchte, kommt auf die Dauer wohl kaum um eine SSD herum. Größere Daten gehören jedoch angesichts der momentan gegebenen Speichergröße von SSDs bis aktuell maximal um die 500 GB immer noch auf eine "normale" Festplatte - die sind für solcherlei Aufgaben aber auch immer noch schnell genug. Installationen und Programme sollten aber bevorzugt auf einer SSD ihren Platz finden - die höheren Datenraten der SSD wirken sich hier erst richt aus. Ich gebe für die OCZ Agility 3 jedenfalls eine volle Empfehlung und alle Sternchen ab - der Preis ist allerdings trotz sinkender Tendenz immer noch ein Negativfaktor, der ein wenig Wasser in den Wein schüttet...

Fazit: Hervorragende Leistungen bei (noch) vergleichsweise hohem "Anschaffungswiderstand"