LG G2 16GB
Beinahe perfekt - LG G2 16GB Smartphones

Produkttyp: Vodafone Smartphones

Neuester Testbericht: ... was auf normalem Weg nicht möglich ist. Jedoch birgt dieses Vorgehen Risiken: Zum einen ist es möglich, das Gerät softwaresei... mehr

Beinahe perfekt
LG G2 16GB

Norwegenfan_

Name des Mitglieds: Norwegenfan_

Produkt:

LG G2 16GB

Datum: 03.02.16

Bewertung:

Vorteile: Display, Akkulaufzeit, Bedienung, Aussehen, Handling, Kamera bei Tag

Nachteile: Lautsprecher, Betriebsystem, Speicher nicht erweiterbar, Frontkamera

Nachdem mein altes Sony Xperia S langsam das Zeitliche segnete, ward es zeit für etwas neues. Unter den vielen Angeboten entschied ich mich Anfang letzten Jahres für das LG G2, das für mich ein sehr gutes Preisleistungsverhältnis aufwies. Gekauft wurde das Gerät für 299Euro bei Amazon in der Farbe weiß. Mittlerweile verwende ich das Gerät seit über einem Jahr und will folgend von meiner Langzeiterfahrung berichten. Vorweg: Ich bin so überzeugt von diesem Gerät, dass sich auch meine Frau ein solches zugelegt hat und ihr 5 Jahre altes Galaxy S Plus ablöste. Wer sich zum Kauf eines LG G2 entscheiden sollte, dem rate ich die Version mit 32GB zu wählen. Geiz ist definitiv nicht geil.

=== Vorwort ===

Auf dem aktuellen Markt findet man eine Vielzahl neuer, toller und günstiger Smartphones. Das LG viel mir vor allem durch das Design positiv auf: Großes Display bei sehr dünnem Rahmen. Zudem hatte ich es auf der IFA 2013 in der Hand und konnte mir ein erstes Bild machen. Die einzigen Punkte, die mir Bauchschmerzen machten, waren der fehlende Micro SD Slot sowie der fest verbaute Akku. Zuvor hatte ich das Honor 6 bestellt, welches ich wegen der schlechten Kamera und der fehlenden Leistung jedoch wieder zurückschickte.

=== Lieferung und Umfang ===

Geliefert wird das LG in einem handlichen Karton. Inhalt dieses sind:

* Das Smartphone
* Kopfhörer mit verschiedenen Aufsatzgrößen
* Ladekabel und Ladegerät
* Ein "Pin" zum Öffnen des SD Slots; recht ansehnlich und nett gemacht, wie ich finde
* Kurzanleitung

=== Verarbeitung ===

Das Handy selbst war zusätzlich noch einmal in einem transparenten Plastebeutel verpackt. Insgesamt nichts besonderes, aber pragmatisch und zweckdienlich. Das LG G2 fühlt sich weder sonderlich wertig, noch billig an. Es ist ein solides Modell aus Plastik, woran ich mich persönlich nicht störe. Allerdings knarzt es ungemein, wenn man es ein wenig zu verbiegen versucht. Aber dazu unter der Rubrik "Akku". Aus Erfahrung kann ich sagen, dass das Handy jegliche Stürze ohne größeren Schaden überlebt; dazu muss gesagt sein, dass sich das Handy immer in einer Silikonhülle befindet. Auch in feuchter Umgebung oder bei strömendem Regen ist das Gerät immer gut zu bedienen.

=== Installation und erste Nutzung ===

Wie üblich bei Android wird man durch die Erstinstallation per Assistent geführt. Dies funktioniert recht unkompliziert: Sprache auswählen, Internetverbindung herstellen, einige personalisierte Einstellungen tätigen, fertig. Davor oder danach bietet es sich natürlich noch an, die SIM-Karte ins Handy zu stecken. Dafür wird eine Micro-SIM benötigt. Nun kommt auch der beigelieferte Stecker zum Einsatz: An der linken Seite ist ein kleines Loch, in das man hineindrücken muss, damit sich der Simslot öffnet.
Danach folgte, zumindest für mich, jedoch die erste Ernüchterung: Das Handy ist voll von Software, die ich nie in meinem Leben brauchen würde. Zu allem Überfluss lassen sich viele dieser ab Werk installierten Apps jedoch nicht deinstallieren. Dazu kommt noch, dass der G2 Launcher zu den unansehnlichsten seiner Art gehört. Die Icons sind eckig und wenig modern gehalten. Erinnerte mich mehr an die eines Tastenhandys mit ein paar mehr Pixeln.
Kurzerhand machte ich mich im Appstore auf die Suche nach einer Benutzeroberfläche, die mir mehr zusagte: Meine Wahl viel auf den "360 Launcher", der durch seine runden Symbole jedoch mehr an ein iOS Gerät erinnert.

'''Root'''

Allerdings war die komplette Software noch immer auf dem Gerät, die den schon recht knapp bemessenen Speicher unnötigerweise belegte. Im Internet stieß ich auf die Möglichkeit, sein Handy zu rooten. Das heißt, man hackt sich in die Grundsubstanz des Systems ein und erhält dadurch alle Rechte; auch unerwünschte Software zu deinstallieren, was auf normalem Weg nicht möglich ist. Jedoch birgt dieses Vorgehen Risiken: Zum einen ist es möglich, das Gerät softwareseitig komplett zu zerstören, Viren können sich leichter einschleichen und zudem herrscht das Gerücht, dass man durch dieses Systemeingriff die Garantie verliere. Ich habe den Support von LG zum letzteren Punkt kontaktiert, welcher mir Entwarnung geben konnte: Rooting darf auf eigene Gefahr hin gemacht werden, sollten sich jedoch Komplikationen aus dem direkten Vorgang ergeben, übernimmt LG keine Haftung.
Also habe ich mir eine Anleitung aus dem Internet gesucht und diese befolgt. Der Prozess dauerte keine 5 Minuten: Man muss das Handy per Kabel an den PC stecken, ein ominöses Programm ausführen und dann wieder neu starten.
Dass dieses Vorgehen bei mir einwandfrei funktioniert hat, muss nicht heißen, dass es das bei allen anderen auch tut.

'''Personalisierung'''

Durch diesen Eingriff ergeben sich völlig neue Möglichkeiten: Zum einen lassen sich wie gesagt alle Arten von Software deinstallieren (auch die, die wichtig für das System sind; man sollte also wissen, was man tut). Zum anderen lässt sich das Gerät über Module aus dem Appstore weiter personalisieren:
Mit LG G2 Xposed, G2 Tweaks und Ultimate Dynamik Navbar habe ich mein System auf meine Bedürfnisse zugeschnitten. Unter anderem habe ich das Design vom LG G3 übernommen, das moderner wirkt, zum anderen kann man die Helligkeit des Displays durch Wischen auf der Statusleiste fließend ändern.

=== Display ===

Apropos Helligkeit: Einige Worte zu einem wichtigen Punkt des Handys. Das Display löst mit 1920*1080 Pixeln, also Full HD auf. In Zeiten von 4K oder QHD ist dies nichts besonderes mehr, aber völlig ausreichend und ein Quantensprung im Vergleich zu meinem alten Handy (1280*720). LG verbaut ein IPS LED Panel. Das heißt, dass Farben recht natürlich und intensiv dargestellt werden, der Kontrast jedoch leidet. Und dass stelle ich auch fest: Schwarz wirkt eher wie ein sehr dunkles grau.
Aus meiner persönlichen Sicht kann ich dennoch sagen, dass ich sehr zufrieden bin. Vor allem übersättigte Farben, wie ich sie bei den AMOLED Geräten kritisiere, kann ich nicht feststellen. Die Helligkeit reicht vollkommen aus, um das G2 auch bei direkter Sonneneinstrahlung zu nutzen. Zudem kann man die Helligkeit automatisch regeln lassen: Es ist ein entsprechender Lichtsensor verbaut, jedoch äußerst kontraproduktiv, wie ich finde. Er befindet sich an der Oberseite zwischen Frontkamera und dem Telefon-Lautsprecher. Hält man das Smartphone quer, verdecke ich diesen jedesmal mit meiner Hand, was zur Folge hat, dass der Bildschirm dunkel wird. Darum habe ich die automatische Helligkeitsanpassung dauerhaft deaktiviert.
Gorilla Glas wird immer als unglaublich kratzfest beschrieben: Jeder kennt sicher die Videos, in denen versucht wird, mit Schlüsseln und Messern Kratzer in des Display zu ritzen. Dabei entstehen solche Beschädigungen meist durch Staubpartikel oder beim Transport in der Hosentasche. Daher sollte unbedingt eine Schutzfolie aufgetragen werden. Ich selbst habe eine Zeit lang darauf verzichtet, da die Schutzfolie durch das abgerundete Display sehr schwer aufzutragen ist. Als Folge habe ich nun einen kleinen Kratzer in der oberen rechten Ecke.

=== Bedienung ===

Damals, zur IFA 2013 habe ich das G2 zum ersten mal gesehen und in den Händen gehalten. Revolutionär erschienen die beiden Knöpfe auf der Rückseite: Die Lauter-Leiser-Wippe und der An-, Ausschalter, die sich bei anderen Telefonen üblicherweise an der Seite befinden. Allerdings sind die Knöpfe auf der Rückseite viel einfacher zu erreichen. Statt sich die Finger zu brechen, um den Knopf an der Seite zu erreichen, sitzt der Zeigefinger immer bequem hinten auf.
Dafür scheitern manche wohl, wenn sie versuchen, die oberste rechte Ecke mit ihrem Daumen zu erreichen. 5,2" sind keine Kleinigkeit und größer, als so manch anderes Gerät. Menschen mit kleinen Händen werden Probleme haben, dieses Gerät mit nur einer Hand bedienen zu können.
Neben dem Ein- und Ausschalter gibt es noch die Möglichkeit, das Display durch Doppelklick auf die Vorderseite zu aktivieren. Auch dies funktioniert sehr zuverlässig.
Zum Einschalten des Gerätes aber auch ein Negativpunkt, den ich nicht verschweigen kann: Der Lichtsensor, den ich bereits negativ erwähnte, misst gleichzeitig auch Abstände. Das soll, so in der Theorie, bewirken, dass sich das Handy in der Hosentasche nicht versehentlich einschaltet und Akku verbraucht. Dieses Verfahren funktioniert jedoch... zu gut. Im Dunkeln passiert es mir oft, dass sich das Display wieder ausschaltet, weil der Sensor das Signal gibt "Hosentasche!". In der Praxis musste ich nicht nur einmal eine Straßenlaterne aufsuchen, um mein Handy darunter einzuschalten. Bisher habe ich keine Möglichkeit gefunden, diesen Sensor auszuschalten; auch das Internet ist dahingehend ratlos. Hat das der Akku überhaupt nötig?

=== Akku ===

Zunächst ist zu sagen, dass der Akku im Gerät fest verbaut ist. Mit über 3000 mAh ist dieser jedoch großzügig bemessen und leitet mich zuverlässig durch den gesamten Tag. Dabei bin ich jemand, der zu jeder Tages- und Nachtzeit am Handy hängt. Sei es, um Spiele zu spielen, Nachrichten und Mails zu lesen oder Messengingdienste zu nutzen. Am Abend bleiben oft noch 20-30%. In Anbetracht der starken Nutzung bin ich mehr als zufrieden. Andernfalls hält das Gerät auch mal 2 Tage ohne eine Steckdose aus.
Apropos Steckdose: Der mitgelieferte Netzadapter ist absoluter Schrott. Er lädt zwar recht schnell, allerdings ist einer der beiden Kontakte nach kurzer Zeit abgebrochen, sodass ich mir ein anderes Ladegerät bei Amazon gekauft habe.
Und noch ein Wort zur Rückseite: Dadurch, dass der Akku fest verbaut ist, ist es nicht vorgesehen, die Rückseite zu entfernen. Sollten jedoch Reparaturen nötig sein, kann man diese unter Umständen selbst vornehmen. Man muss mit einem flachen Gegenstand die Rille zwischen Gehäuse und Rückwand abfahren. Dadurch lässt sich letztere ablösen und man erhält Zugang zum Inneren des Gerätes. Nein; auch dort ist kein Micro SD Slot versteckt.
Ich öffnete das Gerät wegen des Knarzens, das bei geringer Belastung hörbar war. Kurzerhand trug ich auf die Kanten der Rückwand ein wenig WD 40 auf, baute alles wieder zusammen und das Knarzen war verschwunden.

=== Kamera(s) ===

Nun zu einem der kaufentscheidenden Gründe: der (Haupt)Kamera. Diese löst mit maximal 13MP auf. Um jedoch die volle Bildgröße, also das Format 16:9, nutzen zu können, stehen maximal 10MP zur Verfügung.
Um es kurz zu machen: Ich bin geteilter Meinung.

'''Foto'''

Bei Tageslicht ist sehr wenig Bildrauschen zu erkennen, die Farben werden sehr natürlich dargestellt. Allerdings fehlt mir ein wenig die Dynamik, sodass helle Bereiche oft zu dunkel wirken; dies lässt sich auch mit anderen ISO Einstellungen nicht beheben. Dennoch ist die Kamera für den ein oder anderen Schnappschuss sehr gut zu gebrauchen.
Bei Nacht offenbart sich wie bei vielen anderen Geräten auch die Schwäche des Systems: Durchgängig ist ein starkes Bildrauschen zu erkennen. Der Blitzt schafft zwar Abhilfe, ist nach meinem Befinden jedoch grünstichig und verfälscht die Bilder in hohem Maße.

'''Video'''

Videos sind immer wieder aufs neue eine Tortur: Der Autofokus funktioniert nicht gut und stellt sich während des Drehens immer wieder neu ein oder verliert den Fokus für längere Zeit. Dadurch werden Teile der Aufnahme unscharf und sich schlicht und ergreifend nicht zu gebrauchen. Der Manuelle Fokus schafft hier Abhilfe. Positiv hervorzuheben ist jedoch der Bildstabilisator, welche eine gute Arbeit leistet.

'''Frontkamera'''

2,1 MP sind definitiv nicht mehr zeitgemäß, waren aus auch 2013 nicht, und dies sieht man sehr schnell. Selfies sind unscharf und wenn man Pech hat, sehr verschwommen. Viel Software, die zum Gelingen der Bilder seitens der Hauptkamera beitragen, greifen hier nicht. So fehlt unter anderem auch der optische Bildstabilisator vollkommen. Auch der Fokus arbeitet unzuverlässig und träge.

=== Empfang und Ton ===

Der Empfang mit dem Handy ist durchweg gut. In Ausgebauten Regionen kommt es zu keinen Verbindungsabbrüchen während des Telefonierens. Der Gesprächspartner ist immer klar und deutlich zu verstehen. Auch der WLAN Empfang kann sich sehen lass. Obwohl der Router im Keller steht, habe ich 2-3 Balken Empfang im ersten Stockwerk.
Der Monolautsprecher ist jedoch sehr dünn in seinem Klangbild. Er weist keinerlei Bass auf und neigt schnell zum Übersteuern und klirren, vor allem bei instrumentaler Klaviermusik. Dass das anders geht, zeigen unter anderem Handys wie das Honor 6, dessen Lautsprecher ich um Längen besser fand.
Aber aus diesem Grund ist es eben nur ein Smartphone. Optional kann man sich einen Bluetoothlautsprecher für kleines Geld kaufen oder nimmt die beigelegten Kopfhörer, die zum normalen Musikhören allemal ausreichend sind.

=== Weitere Funktionen ===

Das LG kommt mit einer großen Palette an Zusatzfunktionen.

'''Quick Remote'''

Besonders hervorzuheben ist die Infrarotlampe, die als Fernbedienung fungiert. Auf dem Gerät ist werksseitig "Quick Remote" installiert, mit deren Hilfe man sämtliche Geräte steuern kann. Dies reicht über Fernseher, zu Heimkinoanlagen, Projektoren und Blurayplayern. Die Auswahl an Herstellern und Geräten ist umwerfend. Selbst ein alter Röhrenfernseher von Orion ließ sich über diese App ansteuern. Als kleines Gimmick kann man auch seine Freunde ärgern, wenn sich dann plötzlich der TV ein- und ausschaltet. ;)
Viele Hersteller bieten auch Apps mit Remote Steuerung an. Jedoch kann ich die Quick Remote wärmstens empfehlen, da man nur eine für mehrere Hersteller braucht. Natürlich verfügt diese nicht über alle spezifischen Funktionen, aber um das Gerät grundlegend zu bedienen, reicht es allemal.

'''Miracast'''

Ich bin mir nicht sicher, ob diese Software nur unter LG Geräten kompatibel ist. Wir haben einen LG Fernseher und kann daher nur von dieser Erfahrung berichten. Mittels Miracast kann man den Bildschirm des Handys auf den TV übertragen, dies funktioniert mittels WLAN, was dieses ziemlich beansprucht. Mit weniger als 16Mbit ist dies kaum flüssig zu realisieren.
Nützlich ist diese Übertragung vor allem für das Ansehen von Fotos oder Videos im Großformat.

'''Weiteres'''

Sicher kann das Telefon noch viel mehr, was ich jedoch nicht brauche und demnach noch nicht verwendet habe. Alles ist an Bord: Ob NFC, Bluetooth oder die Verwendung als Hotspot. Aber dies sind keine Alleinstellungsmerkmale, weshalb ich darauf nicht weiter eingehen werde.

=== Fazit ===

Ich verwende mein LG jeden Tag und bin nach wie vor begeistert von diesem Gerät. Es hängt selten und wenn, kann ich auch damit leben. Der Akku hält sehr lang durch und reicht bei moderaterer Nurtzung auch mal 2 tage durch. Positiv ist des Weiteren das scharfe Display hervorzuheben. Auch die Kamera schießt gute Bilder; aber nur bei Tag. Nachtaufnahmen und Videos sind nicht die Stärken des G2. In Verbindung mit dem blechernen Lautsprecher muss ich leider einen Punkt abziehen, womit wir bei 4 Sternen, aber dennoch einer Kaufempfehlung sind.

Fazit: Siehe Bericht

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Klangqualität:    
Funktionsvielfalt:    
Akkulaufzeit: