HP Proliant ML110 G3
Der kleine Server fürs Büro - HP Proliant ML110 G3 Server

Produkttyp: Hewlett-Packard Server

Neuester Testbericht: ... im Gerät noch ein DVD-ROM/CD-Brenner eingebaut. Ein DVD-Brenner wäre heutzutage wohl angemessener, auch bei Servern. Das Netzteil sieht r... mehr

Der kleine Server fürs Büro
HP Proliant ML110 G3

AndreTourist

Name des Mitglieds: AndreTourist

Produkt:

HP Proliant ML110 G3

Datum: 14.02.07

Bewertung:

Vorteile: Klein, schön, preiswert

Nachteile: Wenig Platz für Aufrüstungen, keine Redundanz ab Werk, Wenig RAM

Wenn mehrere User gemeinsam auf Daten zugreifen müssen oder es um Teamwork geht, kommt man um einen richtigen Server kaum herum. Ein Server ist gegenüber einem "normalen" PC für den Dauerbetrieb ausgelegt. Mit integrierten Fehlerkorrekturmechanismen und Redundanzen fängt er Störungen wirksam ab. Das Angebot reicht dabei vom einfachen Standgerät bis zum Mehrprozessor-System für den 19-Zoll-Einbau. Im unteren Preissegment findet man den ProLiant ML 110 G3 von HP.

Technischer Überblick:
In dem von mir getesteten Gerät befindet sich ein 3,06 GHz schneller Intel Pentium IV Prozessor mit Hyperthreating. Sicherlich nicht das Schnellst, was sich am Markt findet. Jedoch locker ausreichend für die meisten File- und Netzwerk-Server. Die Hyperthreat-Funktionen gaukelt dem Betriebssystem einen zweiten Prozessor vor und kann Geschwindigskeitsvorteile bei entsprechenden Anwendungen bringen. Ein echten Dual-Core kann dies nicht ersetzten, da physisch nur eine CPU vorhanden ist.

Der Arbeitsspeicher ist mit 512 MByte recht knapp bemessen. Sicherlich aber OK für einen einfachen File- oder Webserver. Der RAM verfügt über eine eingebaute ECC-Fehlerkorrektur. Maximal verkraftet der Server 8 GByte Arbeitsspeicher. Weiterhin befindet sich im System eine 80 GByte große Festplatte, die per SATA angeschlossen ist. Auch die 80 GByte sind nicht viel, hier sollte man aufrüsten.

Auf der Hauptplatine sind zwei PCIexpress- und zwei PCI-Steckplätze vorhanden. Die PCIexpress-Slots sind je in einer x16 und einer x4 Ausführung vorhanden. Bedenklich sind die PCI-Steckplätze: Im erstem Moment dachte ich schon, daß die Techniker bei HP die beiden Steckplätze verkehrt herum auf das Board gelötet haben. Doch nach einem Blick in die Bedienungsanleitung wird klar, daß es sich hierbei um eine 32 Bit @ 33 Mhz Version handelt. Passende Erweiterungskarten gibt es dafür kaum - ausgenommen solche Karten die HP selbst anbietet - zu gepfefferten Preisen, versteht sich.

Neben GigaBit-Netzwerk onboard und einer ATI ES1000 Grafik onboard ist im Gerät noch ein DVD-ROM/CD-Brenner eingebaut. Ein DVD-Brenner wäre heutzutage wohl angemessener, auch bei Servern. Das Netzteil sieht recht normal aus: Keine Redundanz, nichtmal im Mini-Format.

Verpackung & Design
Der Karton ist schnell geöffnet. Oben befinden sich eine sehr schöne Tastatur und eine einfache Wheel-Maus. Ein Stromkabel, Treiber-CD, Garantiebedingungen und ein Faltblatt als Mini-Bedienungsanleitung sind in einer Plastiktüte untergebracht.

Darunter das Herzstück: Der Server! Bildschön, edel, elegant und ein bisschen klein erschein er mir. Mit seinen geringen Maßen sieht er eher wie ein PC aus. Sein Design macht sich auf/unter jedem Schreibtisch gut. In Blick ins Innere päsentiert eine aufgeräumte Verkabelung, dicke Lüfter und noch dickere Alu-Kühler mit Kupfer-Heatpipes.

Auf geht's
Der Anschluß ist rasch erledig. Schon läuft das Gerät. Leider recht laut. Vom Einsatz als PC sollte man also absehen. Für einen Server ist er aber recht leise. Sehr angenehm - im Vergleich zum Komplett-PC - es gibt kein vorinstalliertes Betriebssystem. Also selbst ist der Mann!

Als Betriebssystem mag der PorLiant ML 110 neben Windows Server 2003 auch Linix. Also schnell in die CD-Tasche gegriffen und das aktuelle Fedora Core 6 Linux gegriffen. Der grafische Installer macht Probleme - das Bild flimmert. Im Textmodus geht aber alles glatt. Die Installationsroutine erkennt selbstständig jede Komponente im Gerät. Nach rund einer Stunde war die Installation erledigt.

Der Server läuft nun bei mir mit einer zweiten Netzwerkkarte als Router, File- und Groupware-Server. Ohne Unterbrechung, ohne Störung.

Garantie:
Hersteller HP gewährt eine einjährige Garantie auf den Server und übernimmt einen Vor-Ort-Service mit einer Reaktionszeit bis zum nächsten Werktag. Die Mitarbeiter an der Hotline für 12 Cent/Minute sind freundlich und wissen, was sie da tun. Im Gegensatz zu anderen Server-Herstellern ein echter Gewinn! Wer den Service von HP einmal in Anspruch genommen hat, weiß wovon ich rede. Diese Garantie läßt sich erweitern, dazu verkauft HP seine sog. Care-Packs mit unterschiedlichen Reaktionszeiten. Das Care-Pack sollte in professionellen Umgebungen unentbehrlich sein.

Fazit:
Preiswerter Server gesucht? Gefunden! Der ProLiant ML 110 G3 ist mit einem Preis von rund 420,- Euro ideal für kleine Firmen. Seine Leistung und Zuverlässigkeit deckt die gängigen Ansprüche ab. Dennoch sollte man sich stets vor Augen halten, daß nur wenig Platz für Erweiterungen ist, vom RAM mal abgesehen. Die PCI-Steckplätze sind kaum zu gebrauchen, bleiben nur noch die beiden PCIexpress-Slots. Eine 80 GByte-Festplatte kann schnell voll werden und ist ganz alleine im Gehäuse - ein Raid würde schon viele Vorteile bringen. Ein einfaches Backup auf DVD-Rohling scheitert am fehlenden DVD-Brenner.

Hier muß man also genau abwägen: Reicht das Gerät in dieser Ausführung oder muß es mehr sein? Denn eine Aufrüstung lohnt nur bedingt - die Kosten dafür übersteigen leicht den Preis für einen leistungsfähigeren Server.

Ein Hit ist auf jeden Fall das preisverdächtige Design. So einen schönen Server sieht man selten.

Fazit: Der ProLiant ML 110 G3 ist mit einem Preis von rund 420,- Euro ideal für kleine Firmen