Burg Wassenberg
Frau Keks latscht durch Wassenberg - Burg Wassenberg Sehenswürdigkeiten national

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Frau Keks latscht durch Wassenberg
Burg Wassenberg

Riesenkeks

Name des Mitglieds: Riesenkeks

Produkt:

Burg Wassenberg

Datum: 28.10.10

Bewertung:

Vorteile: relativ gut erhaltener Bergfried, Aufstieg möglich . . . hach . . einfach schön

Nachteile: Ich kann mich noch immer nicht so ganz mit einigen Neuerungen anfreunden

Anmerkung für extrerne Leser: Der Bericht steht nicht in der Hotel-/Restaurantkategorie sondern in der Sehenswürdigkeiten-Kategorie und zeigt also nicht, wie der Service im Hotel ist etc!


***Die Burg***

Die folgenden Informationen sind vor allem von den Informationstafeln zusammengesucht. Da man sich aber offensichtlich bei einigen Sachen nicht auf eine Jahreszahl einigen kann, stehen einige davon in Klammern.1020 (1021) wurde dem Grafen Gerhard aus Flandern von Heinrich II. das Land um Wassenberg als Lehen übereignet und es entstand eine erste Burg, von der allerdings nichts mehr übrig ist.

Bekannt sein könnte die Burg durch die Schlacht bei Wassenberg von 1206, denn im Zusammenhang des Thronfolgestreites ('''Deutscher Thronfolgestreit''') hielten sich hier nacheinander sowohl König Phillip von Schwaben als auch Otto IV. auf. Im Rahmen der Schlacht unterlag Otto Philipps Truppen und letztere plünderten Wassenberg und halten den Erzbischof von Köln, der den Welfen Otto IV. unterstütze, auf der Burg gefangen (die letzten beiden Infos stammem von wikipedia und ist somit mit Vorsicht zu genießen).
Kurze Zeit später erhält Wassenberg die Stadtrechte, und Anfang des 15.Jahrhunderts wurde ein Hügel aufgeschüttet und der vierstöckige Bergfried als Wohnturm (weswegen er eigentlich nicht Bergfried heißen dürfte...) gebaut. Bei dem Bergfried handelt es sich um den nördlichsten Punkt der Stadtbefestigung und er war der Wohnsitz der Wassenberger Vögte.

Im Jahr 1740 wurde neben dem Bergfried die repräsentative Wohnburg errichtet, die den Verwaltungssitz des Jülicher Amtsmannes darstellte. Im Moment wird dieser Teil der Burg als Hotel mit Tagungsräumen und Restaurant genutzt.
Vom letzten Jahr bis Anfang diesen Jahres wurde der Burgberg umgestaltet, so dass ich die Befürchtung hatte, dass er jetzt ähnlich seltsam aussehen könnte wie der in Heinsberg. Glücklicherweise war man in Wassenberg aber ein wenig gnädiger.


***Einmal um die Burg herum***

Der Aufstieg zur Burg, gestaltet sich im Schwierigkeitsgrad unterschiedlich, je nachdem, von wo aus man anfängt. Wenn man vom alten Rathaus aus kommt, hat man mehr Treppen und relativ steile Rampen zu bewältigen als wenn man von der Kirchstraße aus startet. Wem schnell die Puste ausgeht oder nicht gerne schwitzt, der sollte also auf gar keinen Fall im Hochsommer den längeren Aufstieg wählen, obwohl einem hier ein paar schöne Wege, die für mich leider ein bisschen zu... modern ausgebaut sind, entgehen. Ganz toll ist es natürlich immer, wenn man hier auf einer der Mauern oder im Gebüsch einer Katze begegnet - das hat einfach nur Stil und beschert einem gute Laune, ja fast ein Urlaubsfeeling.Hat man es dann bis auf die Höhe des Parkplatzes von dem Hotel geschafft, lohnt sich ein erster Halt, um sich mal umzusehen. Schon von hier aus ist der Ausblick nicht zu verachten und wenn man auf viel Grün in weiter Ferne steht, ist man hier auf jeden Fall gut bedient. Aber auch Wassenberg selber sieht von hier oben ganz nett aus. Wer den Bergfried besteigen möchte, der macht am besten auch jetzt schon einen Abstecher in Richtung Hotel und fragt hier nach dem Schlüssel. Mit ein bisschen Glück bekommt man ihn ausgehändigt. Das letzte Mal, dass ich da hochwollte, hatte ich dieses Glück leider nicht.

Wenn man dann entweder von der Einfahrt oder der Hotelrezeption wieder zurückkommt, steht man auf einem neu gestalteten Teil des Burgberges. Früher war hier eine große, teils recht unebene Wiese mit mehr oder weniger (eher weniger) gepflegtem Rasen, was ich an sich ganz gut fand, da es etwas "altes" hatte. Mittlerweile beschränkt sich das Grünzeug auf die Mitte und drumherum führt ein Weg.
Gut, da hier ja mittlerweile jährlich das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum gastiert, ist ein ebener Grund, auf dem man auch Bühnen aufstellen kann, vielleicht gar nicht so schlecht und auch sonst lädt dieser Teil der Burg nun eher zum Verweilen ein als früher, aber dennoch fehlt mir die einfache Rasenfläche, die allerdings leider als Hundeklo missbraucht worden ist, ein wenig.
Hier findet sich dann auch der Beginn der Treppen, die zum Bergfried führen. Da es sich um einen recht steilen Anstieg handelt, hat man sich für fast genauso steile Treppen entschieden. Früher gab es einen etwas weniger steilen Anstieg, der fast schon serpentinenförmig nach oben führte. Da der Winterdienst hier eingeschränkt ist, sollten ängstliche Personen oder solche, die sich nicht gut festhalten können etc. nicht bei Glatteis hochlatschen. Aber das sollte einem eigentlich der gesunde Menschenverstand sagen.

Der Anstieg ist zwar steil und die Treppenstufen sind nicht die breitesten, aber dennoch konnte sogar ich, die Treppen hasst, ihn relativ leicht und sehr zügig bewältigen. Je höher man kommt, desto schwieriger gestaltet sich der Aufstieg allerdings, wenn es nicht ganz windstill ist, denn der Wind zerrt schon ganz schön an einem und nimmt stärker zu, als man es zunächst vielleicht vermuten könnte.
Auf dem Weg hoch kommt man an einem Steinhaufen vorbei, der zunächst unscheinbar wirken mag, es aber ganz sicher nicht ist, wenn man weiß, dass unter der Burg Katakomben zu finden sind. Einige Besucher verlassen an dieser Stelle auch den Weg, was man anhand eines ausgetretenen Trampelpfades sehr leicht feststellen kann. Wer sich sicher ist, dass er den Hügel dann nicht mit Karacho runterkullert, dem sei dies auch freigestellt, wobei das natürlich eigentlich nicht vorgesehen ist...

Kurz darauf erreicht man dann eine kleine Aussichtsplattform vor dem Bergfried, die allerdings etwas unglücklich gestaltet ist, denn gepflegte Rasenflächen wirken immer so, als solle man sie nicht betreten. Einen Weg zum Geländer sucht man vergeblich.
Na gut, mich stört das nicht, über das Gras zu laufen und da hier eh nicht sonderlich viele Leute hochkommen, die das machen, leidet es auch nicht darunter, aber was ist an den Wochenenden des Spectaculums, an denen man dann doch ein paar mehr Leute hier antrifft, die da hochwollen, sofern der Weg nicht gesperrt ist?
Naja, die Aussicht von hier ist allerdings schon besser als von weiter unten und man kann rüber nach Heinsberg (wobei man von Heinsberg aus Wassenberg sehr viel besser findet als umgekehrt, was daran liegt, dass Heinsberg nicht mehr allzu auffällig ist), Oberbruch, Birgelen, in Richtung Wegberg etc. gucken kann. Einfach mal anhalten und sich freuen, ist sicherlich sinnvoll.
Dann geht es weiter zum Bergfried selber. Man kann sowohl durch ein kleines Fenster (wenn man groß genug ist, sich hochleben lässt oder einfach mal dareinfotografiert) hineinsehen oder gleich zu der Gittertür latschen und dort einen Blick hineinwerfen.
Von dem Innenleben ist zwar nicht mehr sonderlich viel übrig, aber man kann noch einen Kamin, einen Treppenabsatz und eine Toilette sehen - letztere vor allem deswegen, weil sie natürlich über das eigentliche Gemäuer hinausragt.
Die meisten Fenster sind zugemauert und der große Raum, der wunderbar alt riecht, wirkt ein wenig trostlos und leer sowie nicht ganzs sicher, da hier und da ein Stück der Mauer rausbröckelt. Ängstliche Menschen könnten in die Versuchung gelangen, sich vorzustellen, wie das wäre, wenn auf einmal jemand hinter dem Gitter oder dem einen Fenster auftauchen würde...

Eine einfache, relativ neue Treppe mit Geländer führt nach ganz oben. Da ich bei meiner letzten Nachfrage den Schlüssel ja nicht bekommen habe und letzte Woche bei meinem Besuch keine Lust hatte, nachzufragen, gibt es leider keine guten Bilder von den alten Steinen innen und erst Recht keine von dem wunderbaren Ausblick von ganz oben zu bestaunen. Aber ganz ehrlich: Wenn ich die hier online stellen würde, müsste man doch eh nicht mehr dahingehen...
Auch ohne den Aufstieg wirkt der hohe Bergfried sehr imposant und fast schon einschüchternd auf mich. Ich mag dieses alte Zeug einfach. Täglich müsste ich allerdings auch nicht da hoch, denn dann würden der Reiz und das Geheimnisvolle des Alten wohl schnell verfliegen.

Wenn man lange genug die Aussicht genossen hat, kann man natürlich wieder runtergehen und dabei -in der passenden Jahreszeit- eine Rosskastanie als Andenken aufsammeln. Ein letzter Blick auf den kleinen Park, der ehemals nur eine Rasenfläche war und schon steht man an der Kirchstraße.
Biegt man nun nach rechts ab, kommt man zu einer Rasenfläche mit einem Denkmal ("Unseren Toten der Kriege"), das nicht wirklich toll ist, aber zu einem Wassenbergbesuch dazu gehört. Ich habe mich nie sonderlich für dieses Denkmal interessiert, aber in der Grundschule was darüber gelernt. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich keine Ahnung mehr habe, was es darstellen soll, aber ich tippe jetzt einfach mal auf Siegfried und den Drachen. Wenn das falsch sein sollte, darf man mich in der Kommentarspalte darauf aufmerksam machen.
Update: "Statue des heiligen Georg im Kampf mit dem Drachen, Muschelkalk" (selber nachgeguckt!)

Im Hintergrund befindet sich der aus Blumen gefertigte Schriftzug "Burg Wassenberg", der nicht immer so aussieht, wie auf meinem Bild.
Da das Gebäude als Hotel genutzt wird und ich an sich keinen Grund habe, da hinzugehen, bleibt es bei mir bei einem Blick von außen, der auch reichen dürfte, da man das meiste eh nicht sieht, wenn man da kein Zimmer hat. Auf der Internetseite des Hotels kann man allerdings einen Blick in das Restaurant werfen, was auch das einzig sonderlich Interessante dadrin sein dürfte. Hotels gibt es nämlich wie Sand am Meer... Klar, nicht jedes ist in einer Burg zu finden, aber nunja.
Von außen sieht das Gebäude auf jeden Fall ganz nett aus und an sich reizt es mich schon ein kleines bisschen, mich auf dem Gelände mal genauer umzusehen.


***Wie kommt man da hin?***

Die Bahnhöfe Erkelenz und Geilenkirchen zur Not auch Hückelhoven Baal eignen sich für diejenigen, die mit dem Zug anreisen am besten. Wenn man aus Richtung Dortmund/Duisburg/Mönchengladbach etc. kommt, steigt man am besten in Erkelenz aus, wenn man aus Richtung Aachen kommt, in Geilenkirchen.
Von beiden Bahnhöfen aus geht es weiter mit der SB1, die jeweils den anderen Bahnhof (oder auch ab und an Übach-Palenberg, wenn man aus Erkelenz raus will) als Ziel hat. Normalerweise fährt dieser Bus stündlich, ab und zu auch zwei Mal in der Stunde.

Zur Not kann man auch mit der 405 (ab Erkelenz) oder der 410/413 (ab Geilenkirchen) fahren. Von Hückelhoven aus nimmt man die 495.
Genauere Auskünfte kann man auf der Seite der DB finden: www.bahn.de
Oder auch auf der Seite des AVV: www.avv.de

Zielhaltestellen:
405: Wassenberg Burg oder Roermonder Straße
SB1: Wassenberg Burg oder Kirchstraße
410: Wassenberg Kirchstraße
Vorsicht: Die Anzeigen in den Bussen stimmen nicht immer. Also gilt es, aufzupassen und die richtige Haltestelle nicht zu verpassen und auch nicht zu früh auszusteigen.

Mit dem Auto kann man natürlich auch kommen. Einfach in das Navi oder den Routenplaner Wassenberg als Ziel angeben oder auch nur den Stadtplan anzeigen lassen, damit man auch schon weiß, wo man parken kann.

Für Radfahrer gilt man wieder: Die Radwanderrouten sind relativ gut ausgeschildert und man sollte eigentlich alles gut finden.

***Wichtige Hinweise für Leute mit Gehbehinderung oder Eltern mit kleinen Kindern/Babys, sowie weitere Infos***

Die Zugänge nach oben sind nicht barrierefrei! Man kann nur von der Kirchstraße aus zu dem kleinen "Park" (haha) gelangen oder auch zum Hotel. Der Bergfried ist auf Rädern nicht zugänglich und auch Leuten, die einen Stock oder Krücken haben, rate ich nicht zum Aufstieg.


Wem der Aufstieg zu anstrengend war, der findet ein paar Sitzgelegenheiten.
Das Ganze kostet übrigens natürlich nichts und man kann auch zu jeder Tages- und Nachtzeit dahin.

Weitere Infos beziehungsweise Öffnungszeiten der Touristeninformation:
http://rathaus-wassenberg.de/index.phtml?mNavID=1 .100&sNavID=319.164&La=
http://www.limburg-bernd.de/DenkWas/Nr.%205.htm


***Sauberkeit***

Ich habe nicht viel Müll herumliegen sehen, da das Gelände relativ gut gepflegt wird und auch Mülleimer vorhanden sind.


***Fazit***

Ich persönlich bin immer wieder gerne an der Burg, wenn ich mal ein bisschen meine Ruhe haben will, denn vor allem vormittags in den kälteren Jahreszeiten ist hier so gut wie nichts los und ich kann ungestört genießen.
Einen weiteren Grund, der mich immer wieder dahin zieht, stellt natürlich das Spectaculum oder auch nur die Erinnerung daran dar. Wirklich wahr. Der Bergfried ist recht gut erhalten, die Anlage an sich ganz nett und grün und die Beschilderung/ die Informationstafeln ausreichend. Also eine glatte Empfehlung und fünf Sterne.

Fazit: sehenswert