Römische Bäder Bath
DIE GÖTTIN DES HEILENDEN WASSERS - DIE RÖMISCHEN BÄDER VON BATH - Römische Bäder Bath Sehenswürdigkeiten international

DIE GÖTTIN DES HEILENDEN WASSERS - DIE RÖMISCHEN BÄDER VON BATH
Römische Bäder Bath

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Römische Bäder Bath

Datum: 22.01.09, geändert am 23.01.09 (1370 Lesungen)

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Vorteile: FASZINATION EINER QUELLGÖTTIN

Nachteile: -

Und noch einmal werde ich berichten von der Göttin Sulis Minerva, der Herrin der heilenden Quellen in Bath im Südwesten Englands.

Zu Zeiten der Kelten wurden heiße Quellen im regnerischen Südwesten Britanniens entdeckt. Auf ein göttliches Wunder mußte die Wärme und das reine Wasser zurückgehen. Die Göttin Sul, so die Erkenntnis der Kelten, hatte ihre Gebete erhört und das warme Wasser aus der Erde sprudeln lassen. Gefaßt wurde die Quelle und der Göttin Sul geweiht. Gehuldigt hat man ihr der großen Göttin. Besonders als man herausfand, daß dieses Wasser Heilkräfte hatte. Rheuma hat es gelindert und Erkältungen, bei Arthritis und gebrochenen Gliedern die Heilung beschleunigt. Auch bei Magenschmerzen war das Wasser heilungsfördernd. Geschenke hat man niedergelegt. Armreifen und Metallplättchen und schön geformte Steine und Tonfiguren.

Und die Göttin war den Menschen in dem Tal am Fluß Avon treu. Ackerbau und Viehzucht war die Grundlage des Lebens der Bewohner im Avontal. Das war in den ganzen Cotswolds so. Denn der Name Cotswolds wird heute mit Schafsweide übersetzt.

Die Provinz Britannien wurde gegründet und die römischen Legionen gründeten ihre Siedlungen und führten das römische Kulturgut ein. Man kann es sich vorstellen, die Freude der Römer über die warme Quelle in dem fremden, so viel kühleren und feuchteren Land. Der römische Lebensstil fand hier schnell eine Fortsetzung. Der goldfarbene Sandstein ließ sich gut behauen und die warme Quelle wurde gefaßt. Ein großes rundes Becken nahm das warme Wasser auf und bald waren die nötigen Wasserleitungen nach römischer Tradition verlegt.

Die Badehäuser des römischen Reiches waren zahlreich und groß. Baden gehörte auch für die armen Bevölkerungsschichten zur wöchentlichen Traditon. Baden war mehr als nur Reinigen: ein gesellschaftliches und soziales Ereignis, das wohl primär den Körper reinigen sollte aber sekundär der Entspannung und dem gesellschaftlichen Austausche diente. Und der wurde immer wichtiger.

Wer heute über dem grünlich schimmerenden viereckigen Pool des großen Bades steht und den warmen Dampf aus dem Pool nach oben steigen sieht, wird sicherlich mit mir und Millionen Menschen in aller Welt übereinstimmen, daß der Ausdruck "Bad" für das was da vor einem ist, nicht ausreichend ist. Die klassischen Säulen und die großen Bodenplatten, über die schon die römischen Sandalen gelaufen sind, gehören zu unserem großen Erbe. Nicht umsonst sind die römischen Bäder und die Stadt Bath ein Unesco Weltkulturerbe.

Doch die Quelle und das große Bad sind umringt von kleineren Bädern und Saunen. Warme und kalte Bäder, Saunen wie in unseren Zeiten, Kacheln, Motive Sitze und Bänke. All dies auf den schönen behauenen Steinplatten der Römer. So wie vor 2000 Jahren als die Römer diese warmen Bäder der Göttin Sul fanden und in das verwandelten, was wir heute sehen.

Aquae Sulis war der Name von Bath während der römischen Regierung Britanniens. Den Wässern der Sulis fügte man noch den, der römischen Göttin Minerva zu. Einen Tempel zu Ehren der Sulis Minerva baute man in Bath und tausende von Münzen und Metallstücke huldigte man der Sulis Minerva. Wünsche und Bitten und teilweise auch Flüche waren auf den Metallstücken zu finden, die an die Göttin gerichtet waren. Heute sieht man sie in den Bädern ausgestellt.

Die Faszination, die einen überkommt wenn man die Mumiensärge, der vor 2000 Jahren hier lebenden Römer vor sich sieht und die dazugehörigen Grabutensilien ist unglaublich.

Die Größe der römischen Bäder in Bath liegt in der Authenzität dieses Bades. Nirgends sonst ist ein Bad in dieser Gesamtheit und dieser Vollständigkeit erhalten.

Mein allerschönstes Erlebnis hatte ich an einem Abend in diesem römischen Bad. Ich lief von dem mit Fackeln erleuchteten Rundgang nach unten in dieses große Bad. Das grüne Wasser dampfte und der Dampf vermischte sich mit dem Licht und dem Nebel dieses englisches Herbstabends. Mein Blick fiel auf die Statue der Göttin Sulis Minerva und es war als ob diese Statue und alle anderen Statuen plötzlich lebendig wären. Als ob gleich ein römischer Legionär mit seinen Sandalen über die großen Bodenplatten kommen würde und in das heilende Wasser der Sulis Minerva hineingleiten würde.

Die Wikingerzeit mit ihren Brandschatzungen überstanden die Bäder und auch die letzte Eroberung Großbritanniens im Jahr 1066 durch die Normannen ging an den herrlichen römischen Bädern zum Glück ohne größere Schäden vorbei.


Heute sind die römischen Bäder ein Museum, dessen Besuch sich wirklich lohnt. Der Zauber ist geblieben und der Audio Guide, dem man in deutscher Sprache lauschen kann, läßt durch Fußtritte, Badegeräusch und nicht zuletzte ein hervorragendes Konzept die Römerzeit von Bath lebendig werden.

11 GBP kostet der Eintritt für Erwachsene. Für Kinder von 6 - 16 Jahren 7,20 GBP. Den Audio Führer kann ich Erstbesuchern nur empfehlen. Die Öffnungszeiten variieren etwas je nach Jahreszeit. Die Bäder sind aber immer von 9.30 Uhr - 16.30 Uhr zur Besichtigung geöffnet.

Ím Grand Pump Room kann man das heilende Wasser von Bath umsonst trinken. Noch heute gibt es in Bath ein großes Heilbad, dass sich seit mehr als 2000 Jahren aus den Quellen der Sulis Minerva speist und sich großer Beliebtheit unter dem Jetset der englischen Gesellschaft erfreut.

Es gibt einen wunderschönen Shop, der viele Bücher und natürlich Souvenirs zu den berühmten Bädern anbietet. Darunter das bekannte Wedgwood Porzellan und nachgearbeiteten römischen und keltischen Schmuck.

Ich hatte einst das große Glück den heute pensionierten Direktor dieses Museums persönlich kennenzulernen. Es brannte mir dabei eine Frage auf den Lippen, die mir bis dahin niemand beantworten konnte. Ich wollte unbedingt wissen, ob man denn in den römischen Bädern von Bath heute noch baden könne. Mit einem verschmitzten Lächeln antwortete er mir folgendes: gerne würde er mich einmal ganz heimlich hineinlassen und ich dürfe auch gerne einmal baden. Vorher aber müsse ich ihm unterschreiben, daß ich ihn nicht verklagen würde, falls ich von den alten römischen Leitungen eine Bleivergiftung bekommen würde. Denn das Wasser, das so herrlich grün in diesem großen Bad sei, habe diese Farbe von den 2000 Jahre alten Bleileitungen, die leider schon zu römischer Zeit zu Bleivergiftungen geführt hätten.

Meiner Verehrung für die Göttin Sulis Minerva hat diese Offenbarung keinen Abbruch getan und so werfe ich bei jedem Besuch eine Münze in das Wasser der Göttin. Meinen Wunsch kann ich auch gerne verraten, denn schließlich war das auch bei den Kelten und den Römern kein Geheimnis: Ich wünsche mir, daß ich sie wiedersehe, die römischen Bäder von Bath und diese wunderschöne und gnädige Göttin Sulis Minerva, die der Stadt Bath seit mehr als 3000 Jahren das Wunder des heilenden Wassers geschenkt hat!

Fazit: DIE EWIGE QUELLE DER SULIS MINERVA BLEIBT EINE EWIGE VERLOCKING FÜR MICH