Connemara (Nationalpark)
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Und darauf wollte ich zunächst verzichten . . .
Connemara (Nationalpark)

dik1609

Name des Mitglieds: dik1609

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Connemara (Nationalpark)

Datum: 25.08.17

Bewertung:

Vorteile: Beeindruckende Landschaften, wunderschöne Orte

Nachteile: Zu viel Regen

Während einer einwöchigen Rundreise durch Irland gab es auch Programmpunkte, die im eigentlichen Reisepreis nicht enthalten waren - so ein ganztägiger Ausflug nach Connemara. Ich hatte über diese Gegend gelesen, und war vorab nicht wirklich begeistert, hatte mich deswegen eigentlich schon dazu entschieden, diesen kostenpflichtigen Ausflug nicht zu unternehmen. Dann aber sprach ich mit Menschen, die schon in Irland und eben auch in Connemara waren - sie alle rieten mir zu, doch diese Landschaft zu erkunden, und auch meine mich begleitende Partnerin war für die Teilnahme am Ausflug. Also änderte ich meine Entscheidung, zahlte (59 Euro), und reiste. Und nun kann über diese besondere Gegend berichtet werden.

Allgemeine Informationen
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Connemara ist eine Region im Westen Irlands in der Grafschaft Galway im Westen der Provinz Connacht. Es entspricht dem Teil der Grafschaft, der westlich des Sees Lough Corrib und der Barony of Ross (auch bekannt unter Joyces Country) liegt, die sich bis in die nördlichere Grafschaft Mayo erstreckt.
Connemara ist landschaftlich zweigeteilt - der Teil südlich der Nationalstraße N59 von Galway nach Clifden besteht hauptsächlich aus Heide- und Moorgebieten, der Nordteil aus mehreren über 700 Meter hohen Bergen, den Twelve Bens, in denen nahe Clifden auch der Connemara-Nationalpark liegt. Die inoffizielle Hauptstadt von Connemara ist Clifden. Die Küstenregion besteht aus einigen Inseln und Halbinseln, kleinen Fischereihäfen und vielen Stränden. Die Halbinsel Iorras Ainbtheach im Süden ist die größte, auf ihr sind die Dörfer Carna und Kilkieran zu finden. Die Halbinsel von Errismore liegt westlich von Ballyconeely. Die größte Insel ist Inishbofin, andere Inseln sind Omey, Inishark, High und Friars Island. In der Gegend um Clifden findet man Dolmen und Menhire. Der berühmte grüntönige Connemara-Marmor, mit dem die Einheimischen früher handelten, ist heute eine große Kostbarkeit. (Informationen: Wikipedia).

Meine Meinung
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Und darauf hatte ich wirklich verzichten wollen? Trotz schlechten Wetters mit viel Niederschlag war dieser Tagesausflug im Nachhinein betrachtet einer der Höhepunkte unserer Irland-Rundreise. Ja, Heide- oder Moorgebiete reizen mich nicht wirklich sonderlich - und das war wohl auch der Grund, warum ich auf den Ausflug zunächst hatte verzichten wollen. Aber: Die Atlantikküste in Connemara, die vielen schroffen Berge und lieblichen Täler, die ursprünglich wirkenden Dörfer - all das war wirklich wunderschön, wobei zum Abschluss des Ausflugs auch noch die Besichtigung von Kylemore Abbey anstand - darüber aber wird noch gesondert zu berichten sein.

Ein Besuch in Roundstone, einem Dorf mit einer besonderen Ansiedlung von Kunsthandwerkern, das Ansehen des wunderschönen weißen Sandstrandes von Ballyconneely, das Bewundern der Kirchtürme von Clifden - gleich zu Beginn unserer Fahrt gab es eine Reihe von Höhepunkten, die sich beim Befahren der "Sky Road" noch steigerten, denn nun kamen dazu mehr und mehr landschaftliche Schönheiten und kleine weiß getünchte Häuser, die irgendwie einfach kuschelig wirkten. Überall waren Schafe zu sehen, Steinmauern ohne Ende - und das sprichwörtliche Grün Irlands, das auch im März schon extrem ausgeprägt war. Das Wetter meinte es wie bereits erwähnt nicht besonders gut mit uns und sorgte einerseits dafür, dass die geschossenen Fotos den eigenen Ansprüchen ganz und gar nicht genügten, andererseits aber auch dafür, dass wir die Kraft des Meeres erkannten, denn die Atlantik-Wellen peitschten förmlich an die felsigen Küsten - da war schon erkennbar, wie Erosion entsteht. Was ich vermisst habe: Zu gern hätte ich eines der berühmten Connemara Ponys gesehen - aber Tier-Beobachtungen mussten sich an diesem Tag auf einige wenige Vögel und um so zahlreicher vertretene Schafe beschränken. Und selbst die Arran-Inseln waren des Wolken verhangenen Himmels wegen mehr zu erahnen als zu sehen - aber da wurde immerhin verständlich, warum sie von den Schiffern bei schlechtem Wetter schlicht und einfach nicht angesteuert werden.

In Erinnerung ist mir auch noch ein Zwischenstopp, den wir in Galway einlegten, um dort die Kathedrale zu besichtigen (und in ihr selbst die sanitären Anlagen zu nutzen). Dieses erst 1965 geweihte Gotteshaus hat ein ungewöhnliches, auf den ersten Blick plump wirkendes Äußeres. Sie hat grundsätzlich aber die Form einer klassischen Basilika auf Kreuzgrundriss. Das Portal flankieren zwei kleine Glockentürme, über der Vierung erhebt sich eine mächtige oktogonale Kuppel. Prägend für den Außen- und Inneneindruck ist aber der grauschwarze unverputzte Werkstein. Langhaus und Chor decken flache kassettierte Tonnengewölbe. Die Kathedrale ist von mehreren Baustilen beeinflusst: Romanik (Bauform und Bögen), byzantinische Architektur (Kuppel und Mosaiken) und Gotik (Rosetten), was allerdings einen keineswegs widersprüchlich, aber dennoch ungewöhnlichen Gesamt-Eindruck hinterlässt.

Die Landschaft von Connemara - auch in den Heide- und Moorgebieten - ist wirklich traumhaft schön, die Orte am Wegesrande wirken verträumt und teilweise wie aus einer anderen Zeit. Gern hätte ich noch mehr von dieser Gegend erkundet, aber all die kleinen Straßen, die in interessante Gegenden zu führen scheinen, sind von einem Reisebus nicht zu bewältigen. Sollte ich eines Tages mit einem Auto nach Irland kommen, dann würde ich mit Sicherheit Connemara noch genauer erkunden - vor allem, wenn ich dann auch etwas mehr Glück mit dem Wetter haben sollte. Aber darauf sollte ein Irland-Reisender vielleicht nicht wirklich setzen, denn das Grün der Insel ist natürlich in erster Linie den Niederschlägen geschuldet. Und davon gibt es reichlich - zu jeder Jahreszeit.

Fazit: Beuschenswert