Grundig Scenos 1
Hält das Designtelefon das, was es verspricht? - Grundig Scenos 1 Schnurloses Telefon

Erhältlich in: 1 Shop

Produkttyp: Grundig Schnurlostelefone

Hält das Designtelefon das, was es verspricht?
Grundig Scenos 1

xunthait

Name des Mitglieds: xunthait

Produkt:

Grundig Scenos 1

Datum: 29.06.12

Bewertung:

Vorteile: Design

Nachteile: Sprachqualität, Verarbeitung, mangelnde DECT Unterstützung, kein Duplex im Freisprecher, etc.

-= Kaufgrund =-
Gekauft wurde das Grundig Scenos außnahmsweise beim großen Elektronikriesen, der Geiz geil nannte... Eigentlich kaufe ich da nicht gerne ein, aber wie es nun mal ist: im großen Shopping-Centre guckt man eben doch mal rein. Wir waren damals auf der Suche nach einer Alternative für ein altersschwächelndes und uraltes Gigaset Telefon.

Das Telefon gefiel uns von der Optik - ein interessante Idee. Stellt man das Telefon nun mal nicht auf eine Ladeschale, sondern legt es in eine leicht angeschrägte - im wahrsten Sinne des Wortes - Ladeschale. So kam es, wie es kommen musste: spontan sahen wir und kauften.


-= Look & Feel =-
Nun. Die Ladeschale ist und bleibt das Besondere. Sonst haben wir hier eigentlich Enttäuschungen. Die Ladeschale ist schön und wertig verarbeitet. Bei unserer Anrufbeantworter-Variante leuchten noch zwei Ziffern in leichtem blau, um die noch nicht abgehörten Anrufbeantworter-Nachrichten anzuzeigen.

Das Schnurlos-Telefon selbst enttäuscht. Es ist zunächst einmal leicht (80g), aber haptisch nicht besonders. Der chromierte Rand wirkt billig. Immerhin passt die silberne Rückseite dazu, macht aber keinen besseren Eindruck. Die Tasten haben einen beinahe zu harten Druckpunkt, der nicht wirklich deutlich ist. (Der Druckpunkt wird mit der (Ab-)nutzung allerdings ein wenig besser). Das Display ist klein und monochrom (invertiert) und bietet weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund. Das Handteil fühlt sich recht billig an.

Der einzulegende Akku ist ein kleiner LiIon-Akku, der von den Abmaßen her nicht für Gespräche zu sorgen scheint. Die Praxis sieht glücklicherweise besser aus. Das wäre - bezogen auf den Preis - bereits der Grund gewesen für uns, das Telefon zurück zu geben. Mangels Umtauschrecht in einem Laden haben wir aber auch von dem Versuch abgesehen.

Des Weiteren lässt sich sagen, dass lange Gespräche aufgrund von der eher eckigen Form am Ohr unangenehm werden. Aufgrund der eher leisen Ohrmuschel drückt man doch das Telefon ein wenig mehr ans Ohr - das wird auf Dauer unangenehm.


-= Inbetriebnahme =-
Die ist erfreulich einfach, wie es sein sollte. Stecker in die Buchsen, Netzteil in die Steckdose - Ende. Das Hauptmenu ist recht übersichtlich gestaltet und lässt alle Einstellungen wie gewünscht zu. Die Display-Helligkeit, Mobilteilname, Sprache und automatisches Auflegen lassen sich einstellen. Allerdings liegt die gute Bedienbarkeit vor allem daran, dass der Umfang der Funktionen eben auf die wichtigen beschränkt ist und man damit wohl kaum ein schlecht bedienbares Telefon finden wird mit dieser Ausstattung.


-= Anrufbeantworter =-
Eigentlich enttäuschend. Ich bin davon ausgegangen, dass es keinen Anrufbeantworter gibt, an dem man keinen Ansagetext aufnehmen kann. Et voila - er ist gefunden. Es ist eine in deutsch gehaltene Computerstimme, die den Anrufer nett, freundlich und verständlich darauf hinweist, dass keiner da ist und eine Nachricht hinterlassen werden kann. Das ist mehr, als mancher anderer Anrufbeantworter bietet, aber verändert nichts an dem Umstand, dass sich nichts daran ändern lässt.

Die Nachrichten - insgesamt bis maximal magerer 12-15 Minuten - werden blinkend angezeigt und lassen sich schnell und einfach abrufen. Warum 12-15 Minuten? Nun - ich wusste es nicht mehr aus dem Kopf und die Verpackung haben wir leider nicht mehr. Die Homepage spricht von 15 Minuten, der Werbeflyer von Grundig von 12 Minuten. Der Hersteller scheint sich wohl selbst nicht ganz bewusst zu sein, was seine Geräte können. Aus gutem Grund Grundig - naja.


-= Sprachqualität =-
Sie ist okay. So lässt es sich zusammen fassen. Man versteht das Gegenüber klar und deutlich - vielleicht ein wenig leise, aber gut. Die Gegenstelle hat nicht ganz so viel Freude, aber auch das hält sich im erträglichen Rahmen. Wenn die Gegenstelle ein Festnetztelefon ist scheint man etwas verständlicher zu sein, als wenn es sich um ein Mobiltelefon handelt.

Der Freisprecher klingt blechern und ist nicht Duplexfähig. Das heißt, dass während eigenem Gerede keinerlei Ton aus dem Freisprecher kommt. Hier ist also nur das Erlebnis eines unter zwanzig Euro Telefons zu erwarten.


-= Sonderfunktionen =-
SMS: das Telefon unterstützt, in sofern es auch der Festnetzanbieter unterstützt, eine SMS-Funktionalität. SMS lassen sich schreiben und empfangen. Die Zeichen sind hierbei allerdings auf 160 begrenzt. Kommt eine längere SMS, wird sie in einzelne Teile zerstückelt. Das Schreiben einer SMS ist mangels T9 oder sonstigen Schreiberleichterungen mehr als unkomfortabel.

Wecker: bisher nicht genutzt, aber wohl auch eine Funktion, die mittlerweile nahezu jedes technische Gerät auf Erden aufweisen muss...


-= Telefonbuch =-
Hier lässt sich ein Name mit bis zu 14 Zeichen und eine Telefonnummer mit bis zu 24 Zahlen eintragen. Stets nur eine Nummer zu einem Namen. Das sollte für eine grobe Orientierung reichen - komfortabel ist etwas anderes. Bis zu 100 Telefonbucheinträge lassen sich eintragen. Immerhin: 9 Kurzwahltasten lassen sich programmieren.


-= Eco Mode =-
Der Eco-Mode soll Strom sparen, die Strahlungsbelastung reduzieren und etwas ökologisch besonders wertvolles sein. Es funktioniert so, dass die Basisstation dem Telefon sagt, dass es in den Standby gehen soll und keinerlei Antwort erwartet.

Außer gelegentlichen "Hallo hier bin ich rufen", wird so ohne Telefonat keinerlei Funkübertragung zwischen Basis und Telefon statt finden. Das schont tatsächlich den Akku, jedenfalls, was die Stand-By-Zeit des Mobiltelefons betrifft. Angesichts von einem nur 550mAh "starken" Akkus auch dringend nötig.


-= Akkulaufzeit =-
Sie ist nicht überdurchschnittlich gut, allerdings lässt sich für eine Vielzahl damit leben. Das längste Gespräch bisher von über 3 Stunden meisterte das Telefon.


-= Anbindung per DECT-GAP =-
Bindet man das Telefon an einer anderen Basis an, kommt es zu einigen Inkompatibilitäten. Ich nutze hier eine Fritz!Box.

Die Auswirkungen gehen von skurril bis hin zu nicht erträglich. So lassen sich beispielsweise keinerlei Uhrzeit oder Datum verändern und der Wecker auch nicht mehr einstellen. Auf die SMS-Funktion lässt sich nicht mehr zugreifen.

Das Schlimmste ist allerdings die Sprachqualität. In unregelmäßigen, aber kurzen Abständen ist ein deutliches und unangenehmes Knacken zu hören. Der Klang ist noch schlechter und vor allem leiser. Der Eco-Modus wird auf diese Weise nicht unterstützt (obwohl die Fritz!Box damit umgehen könnte). Resultat ist ein permanentes Senden und Empfangen zwischen Basis und Telefon und ein sich schnellstens leerender Akku (ca. 5 Stunden).

Das Telefon ist so also - trotz standartisiertem DECT - nicht wirklich möglich.


-= Fazit =-
Eine gelungene Design-Idee, für die es auch 2009 einen Reddot Design Award gab. Ansonsten gibt es eine handvoll heiße Luft für ein ansonsten schlechtes Telefon. Für die Hälfte des Preises wüsste man wenigstens warum man so ein schlechtes Telefon bekommt - für diesen ist es eher enttäuschend. Mittlerweile kostet das Telefon entsprechend auch stets weniger - mittlerweile unter 60 Euro inklusive Anrufbeantworter. Aber auch der Preis wird dem Telefon nicht gerecht.

Fazit: Nicht empfehlenswert - Design ist nicht alles

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Klangqualität:    
Funktionsvielfalt:    

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